Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

My life - Meine Entscheidung

von Ainoko
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
15.05.2012
24.06.2012
10
11.921
 
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
15.05.2012 1.145
 
Der Tag fing relativ normal an: Sammi weckte mich noch vor dem Klingeln des Weckers, ich machte mich fertig und aß etwas und wollte dann nach meiner Tasche greifen... welche ich am tag zuvor ausgelehrt hatte. Da ich nie etwas wegwarf, hatte ich noch eine Taschenlampe in der Tasche gehabt, die ich das letzte mal vor knapp drei Jahren benutzt hatte. Eigentlich hatte ich sie rausnehmen wollen, doch irgendwie fehlte mir danach das Gewicht und deshalb hatte ich sie wieder rein gesteckt. Ich sammelte schnell den restlichen Krimskrams auf und stopfte ihn in die Tasche, dann machte ich mich auf den Weg zur Schule. Alles fing damit an, dass Amber mich am Schultor abfing. ,,Halte dich von Castiel fern!“ ,,Was?“ ,,Er gehört mir, verstanden!“ Mit diesen Worten machte sie eine Kehrtwendung und ließ mich stehen. Was hatte die den für Probleme? Kopfschüttelnd ging ich zu Castiels Stammplatz. Dort saßen er und Lyssander und redeten über irgendetwas angeregt. ,,Hey Jungs.“ Castiel versuchte mich mit einer Handbewegung zum schweigen zu kriegen. Was sollte das den werden? Ich ließ mir doch nicht den Mund verbieten! Also legte ich meine Arme um ihn und flüsterte ihm hinterhältig ins Ohr: ,,Wusstest du, dass Amber behauptet ihr wärt zusammen?“ Sofort verstummten die beiden und Castiel schien anscheinend das Gesicht zu verziehen, denn Lyssander lächelte leicht. ,,Was?“ ,,Oh, sie hat mich eben aufgehalten und gemeint du würdest ihr gehören und so weiter.“ Ich genoss die Gesamtsituation, vor allem als ich Li sah, die auf uns zeigte und Amber danach purpurrot anlief. ,,Hi, hi. Sie kann mich ja so überhaupt nicht ausstehen... nicht wahr Casi?“ In diesem Moment fing Lyssander an zu lachen und ich musste schmunzeln: Castiels Wangen hatten einen leichten Rotschimmer. ,,Lass mich los!“ ,,Wirklich?“, ich hatte Amber schon bemerkt. Zielstrebig stolziert sie auf uns zu. ,,Das heißt du willst lieber von Amber vollgeschleimt werden?“ Ich hatte so richtig Spaß bei der ganzen Sache. Jetzt sah auch Castiel Blondie und einen Moment schien er zu überlegen. ,,Jetzt kommt die Rache!“ Seine Augen schimmerten leicht bösartig, als er seine Hände auf meine legte und mich festhielt. ,,Was soll...“ In diesem Moment kam Amber bei uns an und ich musste fast kotzen als ich sah, wie weit sie Castiel ihre Oberweite entgegenstreckte. ,,Du... Castiel. Ich wollte dich was fragen.“ ,,Sorry Amber, aber ich bin zur Zeit beschäftigt... nicht wahr, Schatz?“ Bevor ich reagieren konnte, fing er an, meine rechte Hand mit leichten Küssen zu benetzen. Ich selbst war vollkommen Handlungsunfähig. Eine wohlige Gänsehaut breitete sich über meinen Körper aus und vollkommen fasziniert, sog ich jede Berührung in mich auf wie ein Schwamm. Das ganze dauerte knapp eine Minute, dann nuschelte Castiel: ,,Ist sie weg?“ Lyssander nickte: ,,Schon vor knapp dreißig Sekunden.“ ,,Und warum hast du nichts gesagt?“ Er ließ meine Hand los und zwei Sekunden später kapierte ich: Er hatte mich benutzt um Amber loszuwerden. Ich dürfte das jetzt ausbaden und die Schikanen von Amber ertragen, nicht er. Und gerade weil mir das bewusst wurde, ließ ich ihn los, stellt mich vor ihn und schleuderte ihm ein einziges Wort entgegen: ,,Vollidiot!“ Meine Hand folgte und hinterließ einen rötlichen Handabdruck auf seiner Wange. Nur Lyssander sah noch den rötlichen Schimmer auf meinen Wangen, bevor ich mich wegdrehte und Richtung Schulgebäude stapfte. Ich war sauer auf mich, immerhin hatte ich mich nicht gewehrt und noch schlimmer, es hatte mir gefallen. Dann war ich sauer auf Castiel, ich hätte ihm alles zugetraut, nur nicht so was! Und gerade weil ich so sauer war, würde ich Amber jetzt höchstpersönlich sagen, dass Castiel wieder frei war und bestimmt auf sie wartet. Doch dazu kam es nie. Ich war so in Gedanken, das ich erst viel zu spät mitbekam, wie mir der Mund zugehalten und die Arme hinterm Rücken verschränkt wurden. Dann wurde ich geschubst und landete auf dem Steinboden. Über mir thronte Amber. ,,Weißt du, ich hatte dir gesagt du sollst dich fernhalten. Jetzt kriegst du das was du verdienst! Weißt du, ich hatte eben ein interessantes Telefongespräch mit einer Freundin von mir, Clara, du kennst sie doch, oder? Clara meinte du hättest dich schon mal so vollkommen unpassend behalten und, dass du dafür betraft worden bist. Und ich denke, dass sollten wir auch ein mal ausprobieren!“ Erst in diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich mich in einem engen Räumchen befand und mir schwante übles. ,,Das wagst du nicht!“ ,,Und ob!“ Mit diesen Worten schlug sie die Tür zu. Ich rüttelte an der Klinke, doch es brachte nichts, sie hatte abgeschlossen. ,,Amber!“ Ich klopfte, doch die Schüler draußen auf dem Gang, die ich durch das Fenster sehen konnte, schienen mich nicht zu bemerken. Scheiße! Schon wieder war ich in so einer bescheuerten Situation. Diesmal war es zwar kein absolut dunkler Raum und ich hatte was zu trinken und zu essen dabei, aber wieder war ich in dieser Situation. Ich konnte nur darauf warten, dass sie mich rausließen, oder dass mich jemand fand. Ich ließ mich an der Wand herabsinken und obwohl die Situation gar nicht so aussichtslos war, kamen mir die Tränen. ,,Ich hasse dich Castiel!“ Er war der Grund, wegen dem ich hier eingesperrt war und das nahm ich ihm verdammt übel. Da ich mein Handy zu Hause vergessen hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als etwas zu zeichnen. Die Stunden vergingen und draußen wurde es immer dunkler. Die Schüler und Lehrer waren längst verschwunden und die Beleuchtung ausgeschaltet. Es wurde immer dunkler und mit der Dunkelheit kam die Furcht. Zitternd kauerte ich mich zusammen und schaukelte hin und her. Niemand würde mich vermissen, also wem würde es auffallen, wenn ich nicht da wäre? Iris? Nein die hatte ihre anderen Freundinnen. Castiel...nein, der wäre froh mich los zu sein, ebenso wie Nathaniel. Ich war allein und selbst der Familienbonus der mich damals gerettet hatte konnte mir nicht helfen. Der Einzigste der auf mich in meiner Wohnung wartete war Sammi. Es wurde immer dunkler und Tränen liefen mir übers Gesicht. Gedankenverloren kramte ich in meiner Tasche, um meine Wasserflasche zu finden, doch stattdessen griff ich nach der Taschenlampe. Begierig schaltete ich sie an und fühlte mich ein kleines bisschen besser, als ich den Lichtstrahl sah. Doch dann flackerte sie, nur um dann auszugehen. Verzweifelt drückte ich auf dem Knopf herum, doch es blieb dunkel. Die Batterien hatten ihren Geist aufgegeben. Die kurzfristig verschwundene Verzweiflung komm erneut in mir hoch, und noch schlimmer dran als vorher, fing ich an hemmungslos zu schluchzen. Ich weiß nicht wie viel Uhr es war, als ich Schritte auf dem Flur vernahm die sich zügig näherten. Ein Schlüssel wurde in das Schloss gesteckt und umgedreht. Dann öffnete sich die Tür und wer immer mich hier gerade rausholte, sah mich an meinem absolutem Nullpunkt. Falls es Amber wäre, dürfte sie sich zu Tode freuen. Doch es war nicht Amber. In der Tür standen Castiel und Lyssander und beide sahen relativ erleichtert aus.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast