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Schnurr für mich

von Lumiere
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Naruto Uzumaki Sasuke Uchiha
14.05.2012
17.01.2013
8
58.878
16
Alle Kapitel
79 Reviews
Dieses Kapitel
20 Reviews
 
 
14.05.2012 7.510
 
Hallöchen zusammen!

Irgendwie scheine ich gerade einen Narren an Naruto gefressen zu haben^^

auch dieses mal entstand die Story wieder in Partnerarbeit mit Anyi
irgendwie macht es am meisten Spaß zu zweit zu schreiben ;)

Ganz wie üblich, Danke an alle die diese Geschichte lesen und noch lesen werden!
Tja..wieviele Kapitel geplant sind kann ich dieses Mal nicht sagen, aber einige werden es bestimmt, denn wir haben schon stolze 60 Seiten geschrieben und sind noch nicht am Ende angekommen ;)

Disclaimer: Die Charaktere gehören nicht uns sondern Masashi Kishimoto, die ganzen Perversitäten stammen allerdings aus unserer Feder ;)

So, wieder viel zu viel geredet, viel Spaß beim lesen!
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Wiedersehen

Sasuke Uchiha:  Die sanften Vibrationen des Flugzeuges gehen wie von selbst auf meinen Körper über. Ich kann sie spüren. Deutlich und kräftig, obwohl sie wirklich nur sehr kurz auftauchen und auch recht bald wieder verschwinden. Nur ein leichtes Kribbeln bleibt zurück. Wie tausend kleine Ameisen, die emsig ihrer Arbeit nachgehen, breitet sich dieses Prickeln in meinem Körper aus und begleitet den Landeanflug auf Japans größten Flughafen. Ich hasse diese deutliche Schwäche. Schon immer. Dieses Gefühl ist unangenehm. Es drückt und legt sich schwer auf meine Ohren. Verachtenswert.

Warum ich mich diesem Stress aussetze ist relativ klar.
Das hier ist meine Heimat. Japan ist mein Land und hier fühle ich mich zu Hause, geborgen und sicher, auch wenn niemand meiner Familie mehr hier lebt. Einzig und allein mein bester Freund aus der Schulzeit lebt noch hier. Und seinetwegen bin ich nun zurück. Wegen ihm und weil ich meine Semesterferien nicht wie üblich in Amerika verbringen wollte. Zurück zum Ursprung, zurück in alte Erinnerungen, zurück zu schönen Zeiten, das ist es, was ich will. Zumindest für die nächsten sechs Monate. Meinen ehemals besten Freund, den ich immer noch als diesen ansehe, habe ich nicht vorinformiert. Eine kleine Überraschung, da ich glaube, dass er derjenige ist, der unser Versprechen bestimmt vergessen hat. Aber er wird sich freuen, ganz sicher sogar. Wenn ich mich schon auf diesen durchgedrehten Typen freue, dann er sich doch wohl auch, wenn er mich nach so vielen Jahren mal wieder sieht.

"Sehr geehrte Fluggäste, wir bedanken uns für Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen einen schönen Aufenthalt. Bitte benutzen Sie den Ausgang auf der rechten Seite", schallt die Stimme einer Stewardess durch das Innere des Flugzeuges. Seufzend schnalle ich mich ab und drückte erstmal meinen Rücken durch, der mir unsagbar steif vorkommt. Nach dem langen Flug eigentlich kein großes Wunder. Die ersten Passagiere drängeln sich schon Richtung Ausgang, was es mir erschwert überhaupt auf den schmalen Gang zu treten, um mein weniges Handgepäck von der oberen Ablage zu nehmen. Aber schließlich habe ich auch das geschafft und reihe mich gelassen ein und gehe Schritt für Schritt den anderen Fluggästen nach, bis mich die Freiheit begrüßt. Schön für einen Moment frische Luft um die Nase geweht zu bekommen, ehe man mich durch die enge Schleuse drückt, die mich direkt in die überfüllte Flughafenhalle führt. Überall stehen Menschen. Unzählige, viele Menschen, die sich vereinzelt zu kleinen Grüppchen versammeln. Da sind Familien, die sich freudig umarmen. Kinder, die sich lachend durch die Halle jagen und da sind diejenigen, die eilig zum Gepäckband laufen und ihre Reisetaschen in Empfang nehmen, um dann schnellstmöglich den großen Flughafen zu verlassen.

Erneut seufze ich kurz auf, ehe ich mich dann auch zielstrebig auf den Weg mache. Man sollte meinen, dass es doch kein Problem sei, nur hundert Meter zu dem Gepäckband zu laufen, doch die zahlreichen Menschen erschweren es enorm. Immer wieder bin ich gezwungen Haken zu schlagen und auszuweichen, weil einige ihre Augen nicht wirklich aufmerksam auf ihre Mitmenschen gerichtet haben. Nach gefühlten zwanzig Umwegen, habe ich dann auch endlich das Förderband erreicht und halte keine Sekunde später schon mein Gepäck in der rechten Hand, mit dem ich mich mutig auf den Ausgang zubewege.

Ein Taxi befördert mich dann durch die Straßen und Gassen der großen Stadt, sodass ich am späten Nachmittag leicht nervös, aber äußerlich ausgeglichen, vor der Haustür meines besten Freundes stehe. Dass er noch immer hier wohnt, verrät mir sein Klingelschild. Mit seiner typisch krakeligen Schrift steht dort sein Name und ich verliere keine Zeit mehr und betätige zweimal kurz seine Klingel.


Naruto Uzumaki:  „Ja, genau so! Gut machst du das. Jetzt nochmal einen sexy Blick, meine Kleine. Perfekt! Genau so muss das aussehen. Okay, du bist fertig für heute.“ Ich streichle meinem Model über den Kopf, während sie mich süß angrinst. Das mag ich so an ihr, ein bisschen erinnert sie mich an meine geliebten Katzen. Doch genauso kratzbürstig sind leider auch einige meiner Models. Doch Sie, Hinata, ist lieb. Sie hört auf alles was ich sage ohne zu meckern oder zu fragen. Die letzte von den mehr oder weniger Harmlosen.

Ab jetzt wird gedreht, richtige Filme keine albernen Fotos mehr für diese 'Männermagazine'.
„Kannst dich anziehen gehen, und dann mach dich lieber schnell aus dem Staub, nicht das Sakura dich wieder anmeckert“, sage ich noch zu ihr und gebe ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange, ehe ich mich selbst in Richtung Bad aufmache. Schon eine komische Sache, obwohl ich bei diesen Shootings nur den Auslöser der Kamera drücke und den Models sage was sie tun sollen, bin ich danach genauso fertig, wie wenn ich selbst einen meiner 'Filmchen' drehe. Wenn ich schon daran denke wer sich nachher wieder vor meiner Kamera räkeln wird, wird mir warm und kalt zugleich. Doch selbst wenn ich Männer und Frauen zu gleichen Teilen in meine Filme mit einbringe, die Bewegungen der Frauen gehen mir längst nicht so an die Substanz wie die der Männer. Ja, ich bin schwul und ich habe kein Problem damit. Doch selbst wenn, bisher habe ich einfach noch Niemanden gefunden an den ich mich binden möchte, hier und da einige One-Night Stands, mehr war aber auch nie.

In meinem Bad erledige ich schnell das Nötigste, heute steht auf der Planung, dass ich zwei Filme drehe und in einem davon selbst als Darsteller mitspiele. Ich ziehe mir mein Shirt aus, das trage ich eh nur wenn ich Fotos schieße. Meine Jeans folgt, gedreht wird nur in Unterwäsche beziehungsweise die Darsteller natürlich nackt. Und wenn ich später eh nackt bin brauche ich jetzt ja nicht viel anziehen. Als nächstes wische ich mir mit einem feuchten Lappen schnell den Schweiß aus den Achseln und von der Stirn. Anschließend kommt noch ne gute Ladung Deo in die Achseln und schon bin ich fertig. Schnell hänge ich mir noch ein kleines Handtuch über die Schulter und gehe wieder in meinen Filmraum.

Er ist gut eingerichtet und so wie es den meisten Leuten auch gefällt. Ein großes Rundes Bett ist der Mittelpunkt des Raumes, bezogen mit Roter Seide sieht es richtig Edel aus. Etliche Kissen und Decken liegen noch von dem Shooting eben darauf verstreut herum, schnell schnappe ich mir alles und ordne es wieder so, dass man damit ordentlich filmen kann.
Es dauert gar nicht lange, dann steht Sakura auch schon im Raum und wartet nur noch auf unsere anderen Mädels und Jungs für heute. Sie ist immer die erste, keinen Plan warum.
„Du kannst dich ja schon mal aufs Bett legen, heute spielst du den passiven Part und Ino den aktiven“, sage ich zu ihr und deute mit einer knappen Handbewegung auf die Kissen.

Eineinhalb Stunden später ist der Film im Kasten. Ino und der Typ, dessen Name mir gerade nicht einfällt, sind schon weg. Gleich unter die Dusche wahrscheinlich. Ich bastele gerade noch an meiner Kamera herum und lege eine neue Speicherkarte für den nächsten Film ein. Plötzlich merke ich, wie sich jemand an meiner Boxershorts zu schaffen macht. Genervt sehe ich zu Sakura.
„Dir ist schon klar das mich das kein bisschen anmacht, ne?“, frage ich sie spöttisch. Doch widererwarten grinst sie bloß frech und antwortet: „Mag ja sein Naruto...aber ich hatte heute bloß den passiven Part ich bin geil und damit laufe ich sicher nicht herum, ich will es jetzt besorgt haben.“

Ich verdrehe die Augen und erwidere: „Schön, bei mir kannst du darauf aber lange warten und das weißt du auch. Wie wärs wenn du zu dem Typen von eben gehst, der sah nicht so aus als hätten ihm die letzten anderthalb Stunden gereicht.“
Beleidigt zieht Sakura nun eine Schnute, hört aber auf mich und verzieht sich in die gleiche Richtung, die die anderen beiden schon vor fünf Minuten eingeschlagen haben.
Gerade rechtzeitig, denn schon ist Gaara für den nächsten Dreh da, in dem auch ich mitspiele, fehlt nur noch unser Ersatzkameramann.

Gerade will ich die letzten Einstellungen vornehmen, als es an der Tür klingelt. Etwas irritiert sehe ich auf die Uhr. Es ist bereits halb acht. Wer kommt denn um diese Uhrzeit noch zu Besuch?
Naja, kann mir ja auch egal sein, wer auch immer es ist, er hat jetzt Pech gehabt. Doch als das Klingeln immer penetranter wird gebe ich auf und gehe doch zur Tür. Mir ist egal das ich immer noch nur die Boxershorts mehr schlecht als Recht auf den Hüften trage und meine Haut wahrscheinlich glänzt von dem dünnen Schweißfilm und das Handtuch über meiner Schulter baumelt, schließlich wissen alle meine Nachbarn was hier fast jeden Tag läuft.
Doch als ich die Türe öffne ist es mir auf einmal irgendwie nicht mehr so egal. Vor mir steht mein bester Freund.
Mein bester Freund, der mit als einziger nicht weiß, was ich zu meinem Beruf gemacht habe.
Mein bester Freund, der vor fast fünf Jahren das letzte Mal hier war.
Mein bester Freund, dem ich das Versprechen gab ihn zu besuchen und es bis heute nicht getan habe.


Sasuke Uchiha:  Bei seiner Erscheinung drängt sich beinahe automatisch der Gedanke, voreilig gehandelt und entschieden zu haben, in meinen Kopf. Vielleicht hätte ich ihm doch besser vorher Bescheid sagen sollen und ihn fragen sollen, ob ihn ein Besuch stören würde. Aber nun ist es ohnehin zu spät. Ich bin nun hier und er steht vor mir. Und wie er da vor mir steht. Ich kann nicht behaupten, dass er sich nicht verändert hat. Denn das hat er eindeutig. Richtig heftig sogar. Seine prallen Muskeln stechen so markant hervor und seine Haut wirkt noch brauner als damals. Wahrscheinlich verbringt er etliche Stunden täglich im Fitnessstudio, wozu mir leider die Zeit fehlt.

"Hey...", beginne ich stockend. Mir ist plötzlich so unwohl in meiner Haut. Da steht er nach so vielen Jahren endlich mal wieder vor mir und ich habe ausgerechnet jetzt das Gefühl, hier definitiv unerwünscht zu sein.
"Ich dachte, ich komm dich mal besuchen, stör ich dich?", frage ich schnell, weil mir alles andere noch dämlicher vorkommt. Naruto schluckt schwer und wirft anschließend einen hektischen Blick nach hinten, als würde er etwas verheimlichen. Vor mir, seinem besten Freund.
"Ähm, ich kann auch in ein Hotel gehen, wenn ich ungelegen komme. Ich will dir schließlich nicht zur Last fallen, ist ja auch ziemlich unhöflich von mir und vielleicht etwas viel verlangt", rede ich fahrig vor mich hin, da er noch immer schweigend in seiner Tür steht. Unschlüssig kaut er sich auf seiner Unterlippe herum und seufzt dann schließlich leise.
"Nein, nein. Komm... komm ruhig rein. Ich hab nur... noch etwas Besuch", meint er und beginnt plötzlich zu grinsen. So wie ich es kenne. So wie ich ihn kenne.

Ich folge ihm, als er vorgeht und schließe hinter mir die Tür. Er steuert direkt eines der Zimmer an, aus dem dunkle Stimmen zu hören sind und die lauter werden, sobald Naruto die Tür einen Spalt weit geöffnet hat. Ich bleibe ruckartig stehen. Mir ist nicht ganz klar was ich jetzt tun soll, oder was er von mir erwartet. Soll ich jetzt hier stehen bleiben und warten, bis er seine Freunde losgeworden ist, oder soll ich ihm folgen, damit er sie mir vorstellen kann?

"Naruto?", bringe ich fragend hervor, ehe er in dem Zimmer verschwindet. Er bleibt augenblicklich stehen und dreht sich zu mir um. Ich kann das verschmitzte Grinsen auf seinen Lippen sehen und dennoch fehlt mir jeder Bezug dazu.
"Man Naruto, jetzt komm endlich. Ich bin so hart, dass es langsam schmerzhaft wird", stöhnt jemand mit rauchig dunkler Stimme und ich bin mir sicher, dass es keine Frau war. Würde zu den Worten auch nicht wirklich passen.
"Ja ja, bin gleich da, aber wehe du machst es dir selbst, dass versaut nur alles", raunt er zurück und zieht noch einmal kurz die Tür ran. Sein Grinsen wird schief, auch kein Wunder bei meinem entgleisten Gesichtsausdruck. Was zum Teufel geht hier vor? Ich meine, nicht das es mich stört, dass er sich allem Anschein nach mit Männern vergnügt, aber warum verhält er sich so komisch?

"Vielleicht wartest du besser im Wohnzimmer. Ich glaube nicht, dass du dir sowas mit ansehen willst, oder?", grinst er schelmisch.
"Ich...Bitte was?", reagiere ich etwas perplex, doch Naruto lacht nur herzlich. Ich bin verwirrt, ehrlich verwirrt.
"Schon gut. Ich denke, wir werden nur eine Stunde brauchen, vielleicht auch weniger", entgegnet er und deutet gleich darauf in die Richtung, wo sich sein Wohnzimmer befindet. Mich erstaunt seine Art. Wie er davon redet, als wäre es nichts Besonderes. Als würde er nicht das Geringste empfinden, wenn er gleich mit seinem Freund schläft. Das ist doch echt... Boah, so gefühlskalt ist Naruto doch nie gewesen. Die Tatsache, dass er bereit ist hier quasi vor meinen Augen Sex zu haben, ignoriere ich momentan noch. Aber so richtig passen tut es mir nicht. Das ist doch unnormal, abartig, widerlich, oder sonst was. Ich sollte gehen, einfach gehen und mir für die Nacht irgendwo ein Hotelzimmer nehmen, um dann morgen früh den nächsten Flug zurück nach Amerika zu nehmen. Diese Idee festigt sich immer mehr, als dann auch noch gedämpftes Stöhnen an meine Ohren dringt. Na ganz toll, so habe ich es mir natürlich nicht vorgestellt.

Allein im Wohnzimmer meines besten Freundes zu sitzen, noch mit der Reisetasche in der Hand und der Jacke, die mich zusätzlich wärmt, während Naruto hemmungslos mit einem anderen Typen rumvögelt, ist ganz sicher nicht die schönste Art sich wiederzusehen.


Naruto Uzumaki:  Nachdem meine Verwunderung über Sasukes unerwartetes Auftauchen etwas nachgelassen hat, gelingt es mir auch einen halbwegs ordentlichen Satz zu ihm zu sprechen. Etwas verunsichert darüber, wie er reagieren wird, wenn er mitbekommt was da hinter mir in der Wohnung gerade passiert, bitte ich ihn dann doch in meine Wohnung.

Mir bleibt ja doch nichts anderes übrig als ihn erst einmal mit in die Richtung des Drehzimmers zu nehmen, auch wenn wir dabei an meinem Wohnzimmer vorbei kommen. Schnurstracks stecke ich meinen Kopf durch die Tür und sage zu Gaara und Shino dass ich gleich da bin. Doch anstatt es ruhig hinzunehmen fängt Gaara direkt an zu meckern und sagt etwas wofür ich ihn am liebsten geknebelt hätte. Schnell beschwichtige ich ihn und drehe mich wieder zu Sasuke. Bei dessen Gesichtsausdruck kann ich einfach nicht anders als ihn breit anzugrinsen. Mein Grinsen wird frech und schief als ich ihn frage ob er zusehen möchte oder doch lieber ins Wohnzimmer gehen will. Bei seiner Antwort muss ich mich echt zusammen reißen um nicht gleich schallend loszulachen. Sasuke war ja schon immer etwas verklemmt was das Thema angeht, aber ich hatte ehrlich nicht mit so einer Reaktion gerechnet. Dennoch merke ich, dass er wirklich verwirrt zu sein scheint. Deshalb schicke ich ihn kurzerhand einfach ins Wohnzimmer, mit dem Satz, dass es bestimmt nicht lang dauert.
Er sieht mich ein wenig seltsam an, tut dann aber was ich sage.

Nachdem er verschwunden ist, schlüpfe ich schnell in das Zimmer hinter mir. Dort werde ich anscheinend schon sehnsüchtig erwartet. Gaara liegt nackt auf dem Bett und hat die Augen geschlossen. Doch auch er hat auf mich gehört – braver Junge – und hat die Hände seitlich ins Laken gekrallt. Shino spielt an der Kamera herum, um sich das Ganze nicht ansehen zu müssen. Ich frage mich, warum er überhaupt diesen Beruf gewählt hat, wenn er weder schwul ist noch Pornos in irgendeiner Weise mag. Im Vorbeigehen gebe ich ihm das Zeichen, dass es jetzt losgeht, ziehe mir meine Boxer aus und werfe sie zusammen mit dem Handtuch in eine Ecke des Raumes.
Schnell steige ich zu Gaara ins Bett, der mich mit so lustverschleierten Augen ansieht, als hätte er gerade den besten Sex seines Lebens gehabt.

Ich beuge mich über ihn und sehe schon die freudige Erwartung in seinen Augen, doch ich muss ihn enttäuschen. Nach dem was da eben passiert ist, kann ich nicht den aktiven machen. Mehr oder weniger zumindest.
„Du auf mir, jetzt gleich“ raune ich dunkel in sein Ohr und merke, wie er unter mir erzittert. Ich schnappe ihn an den Schultern und drehe ihn mit mir gemeinsam herum, sodass er gleich auf meinem Becken sitzt. Selbst wenn ich nichts für diesen Mann auf mir empfinde, kann ich nicht anders als ein dunkles Stöhnen von mir zu geben, jetzt schon...
Ohne ihn anzugucken gebe ich Shino den Countdown.

3 … 2 … 1 … Exakt als ich die Hand senke, sie an Gaaras Hüfte lege und Shino anfängt zu drehen, beginnt der Rothaarige sich auf mir zu bewegen. Es dauert wirklich nicht lange bis ich vollkommen erregt bin. Dennoch merke ich kaum wie Gaara sich endlich richtig auf mich setzt und sich auf und ab gleiten lässt. Mit meinen Gedanken bin ich ganz woanders. Ich reagiere zwar, führe Gaara auf mir, halte seine Hüften, drücke ihn runter, stöhne und keuche, doch meine Gedanken drehen sich nur um einen einzigen Menschen. Und das ist nicht der, der sich hier alle Mühe gibt von mir etwas zu hören was er nicht bekommt.

Schnell merke ich, dass ich nicht mehr lange brauche und auch Gaara scheint am Ende seiner Kräfte zu sein, deswegen fange ich nun doch an etwas zu unserer, oder eher seiner Lust beizusteuern. Ich bewege mich in seine Richtung, stoße härter in ihn und nehme noch zusätzlich sein Glied in meine Hand um es zu massieren.
Etwas später kommen wir beide leicht versetzt.
Schwer atmend will Gaara es sich auf meiner Brust bequem machen, doch das lasse ich nicht zu. Ich weiß, dass Shino aufgehört hat zu drehen nachdem wir beide gekommen sind, das machen wir immer so. Deswegen hebe ich ihn etwas unsanft von meiner Hüfte herunter und lege ihn neben mich. Flinker als man es nach diesem Spiel normalerweise können sollte, stehe ich auf und verlasse ohne ein Wort den Raum. Fluchtartig suche ich mein Bad auf und stelle mich unter die Dusche.

Meine Gedanken sind ein einziges Chaos. Doch am größten prangt der Gedanke 'warum konnte ich, während ich mit Gaara geschlafen habe, nur an Sasuke denken?!'

Nachdem ich fertig mit duschen bin, gehe ich einfach nackt in mein Schlafzimmer, hole eine weite Jogginghose aus dem Schrank und ziehe sie mir an. Eine Boxershort lasse ich weg, ist erstens bequemer und zweitens merkt mans eh nicht unter der Hose.

Wenige Augenblicke danach sitze ich mit Sasuke im Wohnzimmer und weiß nicht so recht was ich sagen soll. Um Gaara und Shino mache ich mir keine Gedanken mehr, ich weiß die beiden verschwinden ohne ein Wort.
Sasuke hält mich jetzt sicher für ein perverses Schwein, aber gut, das tun eh fast alle die ich kenne. Und ich muss zugeben, so unrecht haben sie gar nicht.

Schließlich halte ich dieses Anschweigen nicht länger aus. Mangels eines besseren Themas, oder eher einer besseren Frage, sehe ich ihn an und bringe sehr produktiv hervor: "Und, wieso bist du jetzt in Japan?"


Sasuke Uchiha:  Unruhig rutsche ich auf dem großen, weichen Sofa herum, weil mich diese Geräusche unheimlich nervös machen. Dass man sie hier auch so deutlich hören kann... Warum lässt mich Naruto ausgerechnet in seinem Wohnzimmer warten, wenn man sie hier trotzdem noch so klar hören kann? Verdammt, das ist abartig. Zwischenzeitlich habe ich sogar schon überlegt, ob ich nicht einfach mal in seine Küche gehen soll, vielleicht ist es ja da leiser?
Nachdem jedoch ein besonders lautes, dunkles Stöhnen zu mir durch dringt, bezweifele ich selbst das. Man würde sie wohl überall in diesem Haus hören, ganz gleich wo man sich befindet. Also heißt es Augen zu und abwarten, bis es schließlich vorbei ist.

Das dauert auch erstaunlicherweise gar nicht mehr so lange. Nachdem dieses penetrante Rumgestöhne endlich verblasst, knallt kurz darauf eine Tür nach der anderen zu. Erst da schaue ich wieder auf und fixiere die Tür zum Wohnzimmer, wo nach wenigen Minuten mein blonder bester Freund herein kommt und mich ansieht. Kein einziges Wort kommt über seine Lippen. Nicht einmal ein 'Alles klar, Teme?' wie aus früheren Zeiten bringt er hervor. Warum auch? Wir haben uns so lange nicht mehr gesehen, dass er mich wahrscheinlich schon vollkommen vergessen hat und nun will er bestimmt, dass ich verschwinde um mehr ungestörte Zeit mit seinem Freund verbringen zu können. Seine plötzliche Frage bestätigt es mir. Er will mich wirklich nicht hier haben, oder?

"Naja, ich bin deinetwegen hier", meine ich sachlich und merke, wie steif und angespannt ich auf seiner Couch sitze und jeden Augenkontakt vermeide. Mir ist es so unangenehm. Schrecklich unangenehm. Ich habe es mir wirklich ganz anders vorgestellt. Irgendwie freundlicher, überschwänglicher, vielleicht sogar mit einer herzlichen Umarmung. Man Sasuke, was denkst du denn da.

"Ich habe unser Versprechen nicht vergessen", gebe ich grummelnd von mir. Er hat es definitiv, sonst hätte er doch anders reagiert. Mit Sicherheit.
"Auch wenn es lange gedauert hat, habe ich nie vergessen, dass ich dir versprochen habe nach Japan zurück zu kommen, wenn ich die Gelegenheit habe. Vielleicht war es dumm, dir nicht Bescheid zu sagen, aber ändern kann ich es nicht mehr. Ich dachte du freust dich", murmele ich zum Ende hin und seufze leise. Total beschissene Situation.

Naruto starrt mich die ganze Zeit an, während ich rede. Zu einer Erwiderung kommt er nicht, da ich ja ununterbrochen auf ihn einrede, was ehrlich gesagt ziemlich untypisch für mich ist. Als hätten wir mal eben kurz die Rollen getauscht, aber das ist egal. Richtig egal, weil ich das Gefühl habe hier etwas Retten zu müssen.
"Wenn du lieber mit deinem Freund allein sein willst, dann geh ich wieder", sage ich schließlich nach einer Weile haspelnd und erst da kehrt wieder Leben in Naruto. Seine Augen funkeln kurz, ehe er seine Stirn nachdenklich verzeiht.
"Freund? Welcher Freund?", entgegnet er ahnungslos, was mich verwundert und anklagend zugleich eine Augenbraue anheben lässt. Will er mich jetzt verarschen? Er braucht mich nicht anlügen und er muss schon gar nicht seine Beziehung vor mir verheimlichen.
"Tu nicht so als wäre da eben nichts zwischen euch gelaufen. Ihr wart ja laut genug und ich versteh ehrlich nicht, warum du jetzt so tust als würde es diesen Typen nicht geben", zische ich wütend, presse meine Lippen anschließend aufeinander und sehe ihn an. Er soll ruhig wissen, dass es mir nicht passt, wenn er mich belügt. Dreist und frech, unmöglich.

"Aber das tu ich doch gar nicht. Gaara ist weder mein Freund, noch führe ich eine Beziehung mit ihm." Wie zum Zeichen wird erneut eine Tür laut geschlossen, was darauf schließen lässt, dass sein Besuch nun dieses Haus still und heimlich verlassen hat. Ohne Abschied wohlbemerkt, was die wohl für eine miese Erziehung hatten...
"Wie meinst du das? Du fickst irgendeinen wildfremden Typen? Einfach so?" Ehrlich gesagt bin ich ziemlich erstaunt über diese Neuigkeiten. Wenn es stimmt, habe ich hier einen wirklich total neuen Naruto vor mir sitzen. Er war doch früher immer wie ich. Oder habe ich mir unsere Gemeinsamkeiten nur eingebildet?

"Nicht einfach so. Und wildfremd ist Gaara auch nicht", beginnt er ruhig, setzt aber wieder dieses schiefe Lächeln auf, als wäre er kurz davor mich für irgendetwas auszulachen, doch es passiert nicht.
"Kommt jetzt vielleicht etwas plötzlich und unerwartet, aber Gaara ist einer meiner Drehpartner. Wir machen das nicht aus Spaß, nicht ausschließlich. Ich verdiene mein Geld damit, den Leuten wirklich gute Filme in Spitzenqualität zu verkaufen." Während er spricht klingt er tatsächlich begeistert. Richtig begeistert, als wäre es sein Traumberuf. Mir jedoch verschlägt es glatt die Sprache. Er verkauft sich. Er verkauft seinen Körper. Wie kommt ein Mensch nur auf so eine Idee?

"Bist du jetzt schockiert?", fragt er mich vorsichtig, nachdem ich lange Zeit geschwiegen habe. Zu recht, ich muss das schließlich alles erstmal verarbeiten und mir darüber Gedanken machen, was ich davon halte. Und ich halte wirklich nicht sehr viel von seinen Aktivitäten. Ehrlich nicht. Dreckiges Geld, schmutziges Geld verdient er.
"Ja", entgegne ich ehrlich. Mein bester Freund dreht Pornos, wie soll man da nicht schockiert sein?
"Ich... ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll."
Er seufzt und fährt sich durch sein Haar. Anschließend steht er auf und geht schon zielstrebig Richtung Flur, ehe er sich nochmal lächelnd zu mir umdreht.
"Du kannst hier bleiben, wenn du magst. Das Gästezimmer steht frei. Ich werde nur schnell dein Bett beziehen", meint er freundlich. Ich nicke und kann nicht verhindern zu denken, ob er vielleicht auch schon genau in diesem Bett einen Typen flachgelegt hat, wovon jetzt in irgendwelchen Regalen Filme stehen. Verdammt, wie abgefuckt ist das hier? Das ist fast schon ein schlechter Albtraum.


Naruto Uzumaki:  Nachdenklich mache ich mich auf den Weg zu dem Gästezimmer, das ich immer so gut wie fertig habe. Kann ja sein das mal einer meiner Drehpartner bleibt.. Ist bisher zwar noch nicht passiert, aber naja, ich gehe lieber auf Nummer sicher. Deswegen halte ich mich mit meinen Dreharbeiten auch strikt fern von diesem Zimmer. Und ich könnte wetten gerade darüber zerbricht sich Sasuke gerade sein hübsches Köpfchen. Moment, hübsches Köpfchen? Was um Himmels Willen.... Ich glaube mein letzter Dreh hat mir nicht gut getan. Aus dem kleinen Schrank im Gästezimmer nehme ich Bettzeug und mache mich daran Matratze, Kissen und Decke zu beziehen. Währenddessen sind meine Gedanken jedoch voll und ganz mit meinem unerwarteten Besuch beschäftigt.

Er hat gesagt, dass er wegen mir hier ist... Ich muss zugeben ich habe ehrlich nicht mehr an das Versprechen von damals geglaubt... Doch vergessen habe ich es nie . Wenn ich ehrlich nachdenke, waren meine Gedanken jeden Tag mindestens einmal bei Sasuke. Egal was ich tat oder nicht tat, es erinnerte mich an Sasuke. Erinnerungen die ich manchmal gerne im hintersten Winkel meines Kopfes eingeschlossen hätte. Doch sie ließen sich nicht wegschließen.

Wie von selbst wandern meine Gedanken zu dem Tag, an dem Sasuke mir sagte, dass er zum Studium nach Amerika gehen würde.
Wir hatten uns in unserem Lieblings Eiscafé getroffen. Sasuke wie üblich mit seiner extra großen Portion Zitroneneis und ich ganz ihm gleich auch einen Becher von dem verteufelt gutem Zeug. Ganz ungeduldig hatte ich ihn die ganze Zeit lang angestarrt und konnte kaum ruhig sitzen. Aber ich hatte gemerkt, dass er mit den Worten rang, deswegen zwang ich mich stillzuhalten und abzuwarten.

Dann eröffnete er mir was er vorhatte. Ich war geschockt gewesen, hatte ihn angesehen als hätte er einen fetten Pickel im Gesicht. Dann war ich aufgestanden und einfach wortlos gegangen. Am Abend stand auf einmal Sasuke vor meiner Tür. Ich hatte genauso unschlüssig reagiert wie vorhin. Trotzdem war ich zur Seite gegangen und hatte ihn hineingelassen. Doch kaum standen wir im Wohnzimmer übermannte mich meine Wut einfach. Ich kam mir verraten vor. Verraten von meinem besten Freund. Ich hatte ihn angeschrien, ihn durch das Zimmer geschubst und zu guter Letzt landete sogar meine Faust auf seiner Wange. Doch trotzdem war er mir nicht böse gewesen. Er hatte mir lediglich das Versprechen gegeben mich sobald er konnte besuchen zu kommen. Ich hatte nichts mehr gesagt und er war gegangen. Das letzte Mal das wir uns sahen, eine Woche darauf flog er bereits ins Ausland. Ich hatte mich unglaublich beeilt noch rechtzeitig zum Flughafen zu kommen, denn ich wollte nicht, dass wir im Streit auseinander gingen, doch ich kam zu spät.


So, das Bett ist fertig bezogen. Ich will mich gerade auf den Weg ins Wohnzimmer machen, um Sasuke Bescheid zu sagen, doch noch ehe ich aus der Tür bin sehe ich, dass er dort bereits steht. Hat er mich etwa dabei beobachtet wie ich sein Bett bezogen habe? Mannoman.. Und selbst wenn, gedacht hat er sich dabei bestimmt nichts.
Um mir nichts über meine trüben Gedanken anmerken zu lassen, grinse ich ihn breit an.
„Keine Angst, in diesem Raum war noch nie eine Kamera, wollt ich nur gesagt haben“, lache ich halb. Sein allzu ertappter Gesichtsausdruck danach gibt mir den Rest. Schallend fange ich an zu lachen und kann erst aufhören als er mich, untypisch für ihn, unsanft haut und ich mir den Bauch halten muss.
„Naja, mach es dir hier bequem, wenn was ist, ich bin den Flur runter rechts, da ist mein Schlafzimmer“, sage ich noch im Rausgehen.
In meinem Bett denke ich noch lange Zeit über Sasuke und mich und unsere Freundschaft nach, bevor ich in einen traumlosen Schlaf sinke.

Am Morgen werde ich von geschäftigem Treiben auf dem Flur geweckt. Etwas irritiert schaue ich auf meinen Wecker. Und ich bin versucht den Frühaufsteher der sich da zu schaffen macht zu erwürgen. Acht Uhr morgens ist keine Zeit zum Aufstehen. Um diese Uhrzeit gehe ich an manchen Tagen erst ins Bett. Schwerfällig falle ich zurück ins Kissen. Bevor mich wie ein Schlag die Erkenntnis trifft, dass das da draußen eigentlich nur Sasuke sein kann.
So schnell wie ich kann springe ich aus dem Bett, ziehe mir bloß, mal wieder, eine Boxershorts an und renne hinaus auf den Flur.

Als ich so aus dem Zimmer gestürzt komme merke ich, wie Sasuke zusammen zuckt und mich etwas erschrocken mustert. Ich glaube, ich verschrecke ihn mit meiner Art wie ich zu Hause herum laufe. Vielleicht sollte ich mir angewöhnen etwas mehr als Unterwäsche zu tragen...

„Was machst'n du um diese Uhrzeit hier draußen?“, ich klinge richtig verschlafen und um das zu unterstreichen gähne ich noch einmal herzhaft hinterher.
„Sorry, hab ich dich geweckt? Hab mich bemüht leise zu sein. Ich hab mir erlaubt nen Kaffee zu machen. Wenn du willst ist noch da“, antwortet er. Es ist, als wäre alle Verfangenheit von gestern verschwunden. Kurzerhand nutze ich das und versuche ein halbwegs normales Gespräch zu beginnen.
„Ahso..okay, warte kurz. Ich zieh mir was an, dann können wir ja mal schauen was wir heute feines machen“, grinse ich.

Zehn Minuten später sitzen wir beide mit einer dampfenden Tasse Kaffee in der Küche und halten wirklich ein normales Gespräch. Wenn ich so an gestern Abend denke, hätte ich das fast nicht für möglich gehalten. Wir reden über Gott und die Welt, bis mir eine geniale Idee kommt.

„Du sag mal, hast du Lust heute in die Stadt zu gehen?“, frage ich ihn. Er ist etwas überrumpelt, das sehe ich ihm an, vor allem da wir eben noch über etwas ganz anderes geredet haben. Über sein Studium..und über meinen Beruf. Ich habe ein bisschen das Gefühl, er versteht mich nun etwas besser, auch wenn er es nicht gut findet.

Während ich auf seine Antwort warte, stehe ich auf und mache mich daran die Näpfe die unter dem Fenster stehen mir Futter zu füllen.
„Warum eigentlich nicht, aber wohin? Welche Tiere hältst du eigentlich da und vor allem wie viele?“, bekomme ich endlich meine Antwort.
„Wie wäre es mit unserem Stammcafé? Da waren wir schon lange nicht mehr gemeinsam. Ich halte Katzen, um genau zu sein sechs Katzen.“ Dabei verschweige ich ihm allerdings, dass ich seit damals  nicht mehr in diesem Café war.

Etwa zwei Stunden später sitzen wir, wie in alten Zeiten, mit einem großen Zitroneneisbecher in unserem Stammcafé und reden.
Wir reden und reden und lachen. Ich fühle mich, als wäre alles wieder so wie früher.
Doch das ist es nicht.
Ich habe mich verändert, ein wenig zumindest und auch Sasuke hat sich verändert, das sieht man ihm einfach ein bisschen an.


Sasuke Uchiha:  Solange wir nicht über seine Vorlieben und seiner, mehr als überraschenden, Berufswahl sprechen und ich nicht gezwungen bin daran zu denken was er so gerne treibt, dann kann ich wirklich behaupten, diese Situation fühlt sich an wie damals. Vertraut und bekannt. Und auf gewisse Art und Weise sogar ein wenig alltäglich. Früher war es jedenfalls alltäglich.

Zusammen hier zu sitzen, war Alltag. Zusammen zu Lachen, war Alltag.

Ehrlich gesagt habe ich es vermisst. Unter stressigem Lernen und Hausarbeiten schreiben blieb bisher nicht viel Zeit um mit Freunden zusammen rauszugehen, obwohl ich mich hin und wieder überreden lassen habe. Zugegeben, in Amerika habe ich auch wenig Freunde. Jedenfalls habe ich dort keinen Naruto. Definitiv nicht. Naruto ist einmalig, unverwechselbar. Er beweist es mir, als er herzhaft zu lachen beginnt. Ich mag sein Lachen, hab ich schon immer. Es wirkt immer echt, egal in welcher Situation.
"Dein Eis schmilzt", warne ich ihn schmunzelnd, da sein Lachanfall schon viel zu lange anhält. Meiner Meinung nach jedoch noch nicht lange genug. Diese unbeschwerte Art find ich einfach toll. Egal wie angespannt und verkrampft der Moment zwischen uns eben noch war, falls er es war, jetzt ist es zu hundert Prozent locker und leicht. Federleicht, weshalb ich grinsend mein Eis esse und ihn dabei beobachte, wie er murrend den Löffel in die flüssige Pampe taucht und ihn fluchend wieder heraus holt.

"So`n Mist, ey", schimpft er und sieht im nächsten Moment zu mir, ehe er mein Eis mit seinen strahlenden Augen fixiert. Eigentlich kein Wunder, dass seine Filme begehrt sind. Diese Augen sind... Verdammt, was hab ich da für Gedanken? Glücklicherweise lenkt mich Naruto von ihnen ab.
"Tauschen?", fragt er knapp aber begeistert. Ich wusste es. Früher lief es genauso ab. Er verzettelt sich im glücklich sein und ich muss ihm als Gegenleistung mein noch nicht geschmolzenes Eis geben. Seufzend schiebe ich ihm meinen Becher zu und erhalte im Gegenzug seinen. Naja, als ob ich das jetzt essen will... Er hingegen widmet sich eilig dem Eis vor seiner Nase und fängt sogar an zufrieden zu Schnurren. Wie ein Kätzchen, dem es gut geht. Auch das mag ich an ihm. Eigentlich mag ich alles an ihm. Selbst die schlechten, negativen Sachen mag ich. Nur mit seinem außergewöhnlichen Beruf komm ich nicht klar. Ich spüre, wie sich bei mir alle Nackenhaare aufstellen, wenn ich nur daran denke, wie er sich mit einem anderen Typen vor einer Kamera rekelt.

"Lass mal, ich lade dich ein", sage ich schnell, bevor Naruto sein Geld in Augenschein nehmen konnte. Erstaunt erwidert er meinen Blick und lächelt dann noch breiter als zuvor, was auch mich leicht schmunzeln lässt. Wortlos reiche der zierlichen Bedienung nun einen Geldschein und bedanke mich bei ihr. Ihr aufdringliches Zwinkern ignoriere ich dabei gekonnt. Sowas kenne ich. Sowas ist lästig. Was Naruto darüber denkt weiß ich nicht, da er den Blick abgewandt hat, als ich wieder zu ihm sehe.
"Hast du vielleicht Lust auf Kino? Ich habe schon ewig keinen japanischen Film mehr gesehen?", frage ich ihn, um diese entstandene Stille endlich los zu werden, die zwischen uns herrscht, seit dem diese Bedienung aufgetaucht und verschwunden ist.

Aber ganz falsch sind meine Worte dennoch nicht. Ich hab wirklich Lust mal wieder einen richtig guten Film zu sehen. Diese Hollywoodscheiße ist auf Dauer echt nicht zu ertragen, was ich Naruto auch sage, als er mich erstaunt ansieht. Letztendlich nickt er und wir gehen zusammen durch die Stadt. Es ist voll und warm. Überall sind Menschen, viele Menschen. Mit New York oder Los Angeles ist es trotzdem nicht zu vergleichen. Das hier fühlt sich heimisch an. Da stört es nicht mal, wenn man unsanft angerempelt wird und von links nach rechts gedrängt wird, nur weil die anderen meinen schneller sein zu müssen. Unwillkürlich beginne ich zu lächeln und weiß tief in meinem Herzen, dass ich es vermisst habe. Das alles hier. Die Stadt, die Straßen, die Menschen, allen voran meinen besten Freund.

"Sag mal, wie lange hast du vor zu bleiben?", fragt er mich plötzlich verhalten. Ist ihm diese Frage jetzt unangenehm? Will er nicht, dass ich bleibe, oder hat er Bedenken, dass ich gleich wieder abhaue? Liegt es an seinem perversen Vergnügen, dem er trotz meiner Anwesenheit nachgehen will und es mir jetzt nur nicht direkt sagen kann?
"Eigentlich dachte ich daran meine gesamten Semesterferien hier zu verbringen und hatte eigentlich gehofft, ich könnte bei dir wohnen, aber ich kann mir natürlich auch ein Hotel suchen. Ich will dich nicht stören bei... naja du weißt schon...", meine ich nervös. Ehrlich gesagt weiß ich nicht richtig, was ich selbst will. In einem Hotel zu übernachten wäre sicherlich möglich, aber es entspricht nicht unbedingt meiner Vorstellung, oder? Gott, so kompliziert. Und daran ist nur Narutos Interesse an Pornografie schuld.

"Nein. Du bleibst natürlich bei mir", unterbricht er barsch meine Gedanken. Im nächsten Moment spüre ich seinen Arm auf meiner Schulter und seinen Atem an meinem Ohr.
"Ich werd auch ein klein wenig Rücksicht nehmen, versprochen Sasu", haucht er mir zu. Warum, verdammt nochmal, habe ich gerade das Gefühl einer Gänsehaut auf meinen Rücken, weil mir seine Stimme so weich und verführerisch vorkommt, wie sie es eigentlich nicht sollte?
"Schon ok. Ich bleib dann einfach im Zimmer, oder werde joggen gehen", versuche ich fest zu sagen, scheitere aber, weil sich Bilder in meinen Kopf schleichen, die mir die Röte auf die Wangen treiben und meine Stimme verlegen zittern lassen.

"Joggen? Klingt gut, das machen wir mal zusammen. Ich hab das Verlangen mal wieder richtig schwitzen zu wollen", plaudert er munter weiter und verstärkt mit jedem Wort meine Unsicherheit, während sich immer mehr heißes Blut in meinen Wangen sammelt. Verdammt, wieso vertreibt denn niemand diese verflucht obszönen Bilder? Sowas unanständiges hab ich mir ja noch nie vorgestellt. Und schon gar nicht mit Naruto als Hauptperson.

"Will ich wissen woran du gerade denkst, Sasuke? Du glühst ja richtig", amüsiert sich Naruto, der immer noch so dicht neben mir läuft. Richtig nah ist er. Näher als mir gerade gut tut. Deswegen schüttle ich heftig mit meinen Kopf und verneine seine Frage energisch, ehe ich mich schneller durch die Menschen schiebe und vor dem Kino stehen bleibe. Naruto stolpert mir ungeschickt nach. Mein angezogenes Tempo kam wohl ein wenig zu plötzlich für den Blonden. Innerlich lache ich auf, verstumme jedoch schon bald wieder und konzentriere mich lieber auf die Filmauswahl. Mir ist zwar ziemlich egal was wir uns ansehen, aber ich will mal so tun als ob mir die Auswahl schwer fällt.
"Was willst du sehen? Horror oder Action?", frage ich ihn und deute abwechselnd auf zwei Filme, die ich mir ausgesucht habe und drehe mich zu Naruto um, der schon wieder so unerwartet nah bei mir steht. Genaugenommen spüre ich sogar seinen warmen Atem auf meinem Gesicht, da er wohl anscheinend die ganze Zeit über meiner Schulter gelehnt hat, um mit in dieses Programmheft zu schauen, obwohl noch tausend andere hier verteilt herum liegen.


Naruto Uzumaki:  „Action.“ Antworte ich wie aus der Pistole geschossen. Ich bemerke zwar Sasukes verwunderten Gesichtsausdruck, doch ich gehe nicht näher darauf ein. Dass ich nicht sonderlich auf Horror-Filme stehe muss er ja nicht unbedingt von mir auf die Nase gebunden bekommen.
Nachdem wir uns für einen Film entschieden haben gehen wir auch schon ins Kino. Wir haben Glück, der Film den wir uns ausgesucht haben läuft in einer halben Stunde, bedeutet so viel wie, nicht nochmal ewig warten, bevor man endlich in den Saal kann.

Ich als Fressmaschine ist ja klar, dass ich mir gleich zwei große Tüten Popcorn bestellt habe und dazu eine Flasche Cola. Sasuke begnügt sich stattdessen mit einigen Lutschern die es am Empfang gab. Jedem das seine eben.
Was ich am ins Kino gehen am meisten hasse ist die Tatsache, dass man, wenn man auf die Filmlänge schaut eine Zeit liest die so gar nicht stimmt. Man nehme das Beispiel dieses Films, auf dem Hinweisblatt steht, dass der Film knapp drei Stunden dauert, da wir aber nun schon mindestens seit zwanzig Minuten nur Werbung sehen, können drei Stunden gar nicht stimmen. Wer weiß wie lang noch der Abspann dauert. Wenns hochkommt, bleiben am Ende noch knapp zwei Stunden übrig. Trotzdem lasse ich mir meine gute Laune davon nicht verderben. Ich sinke tief in den Sessel und achte nicht mehr sonderlich auf die Werbung. Ich lache mich heimlich darüber kaputt wie Sasuke vor dem Kino reagiert hat.

Nachdem er merkte, dass ich ihm ziemlich nahe war beim über seine Schulter sehen um auch einen Blick in das Programmheft zu erhaschen, schrak er richtig vor mir zurück. Ich meine, nur weil ich vom anderen Ufer bin braucht er doch keine Angst vor mir zu haben... Na toll, jetzt ist mir gar nicht mehr zum Lachen zumute. Doch bevor meine Laune noch weiter sinken kann fängt auch schon der Film an und ich habe keine Zeit mehr genauer über Sasukes Gedanken und Reaktionen nachzudenken.

Wie erwartet ist der Film nicht nach drei, sondern bereits nach zwei Stunden vorbei. Da ich die ganze Zeit über in der gleichen, etwas in den Sitz gesunkenen, Position gesessen habe, habe ich erstmal meine liebe Not damit meine eingeschlafenen Beine aufzuwecken und meinen steifen Nacken zu lockern. Allem Anschein nach geht es Sasuke aber genauso wie mir. Grinsend merke ich, wie sehr wir uns ähneln, obwohl unsere Charaktere so völlig unterschiedlich sind. Schließlich stehen wir beide, gleichzeitig, auf und setzen uns langsam in Bewegung um aus dem dunklen Raum heraus zu kommen.

Draußen im Vorraum bin ich regelrecht Kinoblind. Ich halte mir schon die Hand vor die Augen, doch viel mehr sehen kann ich dadurch auch nicht. Sasuke jedoch scheint dieses Problem nicht zu haben. Hat der es gut...
Durch dieses kurze Handycap bemerke ich auch nicht, wer da gerade auf mich zusteuert.
Bevor ich schnell genug das Weite suchen kann, merke ich auch schon wie jemand mir mit einer kräftigen großen Hand freundschaftlich auf die Schulter klopft. Mit fragendem Gesicht drehe ich mich um und sehe geradewegs in das Gesicht von Jiraya.
Ich mag den Typen nicht...

„Na Naruto, ist ja ungewöhnlich dich mal hier in der Stadt anzutreffen. Was machst'n hier?“, werde ich auch schon allzu laut von ihm begrüßt. Etwas beunruhigt blicke ich rüber zu Sasuke. Er scheint überrascht zu sein und sich wohl zu fragen woher ich diesen Typen hier bei mir kenne. Doch er sagt nichts.. hoffentlich sucht er nicht gleich das Weite wenn Jiraya erst einmal richtig anfängt.
„Ich bin mit nem alten Kumpel von mir hier. Er is mich aus Amerika besuchen gekommen und wir wollten halt mal in die Stadt gehen“, antworte ich ihm schnell. Hoffentlich verkneift er es sich mich jetzt auf meine normalen täglichen Aktivitäten anzusprechen. Doch wie immer lässt mich mein Glück gerade dann wenn ich es brauche im Stich.

„Du sach ma, wann kommtn dein nächster Film raus? Bin schon ganz gespannt darauf, du weißt ja, ich find deine Filme immer am besten“, lacht er mich wissend an. Ich merke richtig wie in seinem Kopf ständig meine Filme abgespielt werden. Komischerweise ist es mir dieses Mal das erste Mal peinlich, dass ich öffentlich auf meine Filme angesprochen werde. Und ich merke, dass auch Sasuke sich wie im falschen Film fühlt. Zu allem Übel spricht dieser Perversling, anders kann man Jiraya wirklich nicht nennen, ihn nun auch noch richtig an.
„Und wer bist du? Hab dich in Narutos Filmen noch nie gesehn..“, oh scheiße...
Um das Schlimmste zu verhindern gehe ich schnell zwischen die beiden und packe Jirayas Schulter.

„Ja, ähm das kommt vielleicht daher, dass er nicht mitspielt. Du, wir wollten noch weiter, man sieht sich, ne. Tschau!“ Dass wir nicht wirklich vorhaben noch weiter durch die Stadt zu laufen verschweige ich lieber. Ich schnappe mir Sasukes Hemdärmel und ziehe in schleunigst aus dem Kino heraus.
Er scheint viel zu perplex zu sein um zu protestieren.
Und selbst als wir bereits bei mir zuhause sind, hat er noch kein einziges weiteres Wort gesprochen. Nun fühle ich mich ein bisschen dazu verpflichtet ihn zu fragen ob es geht. Irgendwie habe ich Angst davor, dass er sich nun für mich schämt. Für seinen besten Freund, so sollte das eigentlich nicht sein.

„Sasuke...? Ist alles in Ordnung? Tut mir Leid wegen eben.. der Typ ist einer meiner.. naja sagen wir besten Kunden. Ich konnte ihn nicht einfach ignorieren.. wenn du jetzt gehen willst versteh ich das..“, frage ich vorsichtig. Doch auf eine Reaktion seinerseits muss ich eine ganze Weile lang warten.
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So das war das erste Kapitelchen^^ ganze zwölf Seiten

Ich möchte auch dieses Mal wieder ein Limit setzen, bezüglich der Reviews die ich haben möchte bevor ich das nächste Kapitel posten werde, wie immer entschuldige ich mich schon bei denen die immer oder fast immer eines dalassen und ich hoffe das ich irgendwann ohne dieses Limit auskommen werde, aber im Moment möchte ich nicht darauf verzichten.
Sorry.
Bei 7 Reviews geht es dann weiter.

Hab euch trotzdem alle lieb, hasst mich nicht gleich bitte ;)

Eure
Mononoke und Anyi
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