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Cycle 1.0

GeschichteDrama, Tragödie / P18 / MaleSlash
Emma Ludbrook Jared Leto OC (Own Character) Shannon Leto Tomislav "Tomo" Milicevic
13.05.2012
01.07.2020
66
127.793
4
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
01.07.2020 1.154
 
Huhu,

ich weiß ehrlich nicht, der wie vielte Versuch das jetzt schon ist, diese Geschichte weiter zu schreiben. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.... Ich hoffe, ihr vergebt mir die Ewigen Hänger und auch, dass sich in der Zwischenzeit evtl Stil etc etwas verändert haben. Ich versuche zwar das ein wenig anzupassen, aber ich habe keine Ahnung wie erfolgreich oder eben nicht ich damit bin.

Liebe Grüße und danke an alle, die hier kommentiert haben :)
Amy

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Chapter Sixty-Two (Jared PoV)



„Was ist denn passiert?”, fragt Jon mich noch immer heiser, nachdem ich ihm ein Glas Wasser gebracht und das Scherbenmeer vor dem Bett wenigstens soweit beseitigt habe, dass man treten kann, ohne sich aufzuschlitzen.

„Erinnerst du dich nicht daran?“, erkundige ich mich verwundert; und könnte mich im selben Moment ohrfeigen. Natürlich erinnert er sich nicht. Schließlich hatte er eine handfeste Panikattacke. Außerdem würde er sonst kaum fragen. Unglücklich schüttelt er den Kopf, während ich mich wieder zu ihm setze und ohne nachzudenken einen Arm um ihn lege. „Du hast einfach Angst gekriegt“, sage ich schulterzuckend, auch wenn es mir noch immer eiskalt den Rücken runterläuft, wenn ich an seine Schreie denke - oder daran, wie sein zierlicher Körper sich aufbäumte als er versuchte, seinen vermeintlichen Peinigern zu entkommen. „Du hast dich gewehrt und dann hat es sich irgendwie total hochgeschaukelt.“  

Die gruseligen Einzelheiten erspare ich ihm lieber. Vor allem den Teil, in dem ich ihn mit aller Kraft festhalten musste um zu verhindern, dass er sich den Schädel an der Wand einschlägt.

Erstens wäre es ihm, der immer so viel Wert auf Etikette legt, sicher unangenehm wenn er wüsste, was er alles abgezogen hat, zweitens wird Jane jeden Moment hier auf der Matte stehen, und drittens bin ich selbst viel zu fertig dazu. Zum Glück scheint ihm meine mehr als vage Umschreibung erst einmal zu reichen, denn er nickt schwach und lässt sich erschöpft gegen mich sinken.

Ich hoffe nur, dass er wegen Janie nicht wieder ausflippt. Er hat zwar zugestimmt, als ich vorschlug sie zu rufen, aber das hat ja offensichtlich nichts zu heißen. Immerhin hatte er sich gegen die Idee mit der 911 auch nicht gewehrt – bis die gesamte, verdammte Ambulanzbesatzung gleichzeitig auf ihn zustürzte. So zumindest muss es auf ihn gewirkt haben. Die offensichtlich ziemlich existenzielle Information, dass er ein Problem mit Berührungen hat, war mir auf dem Weg nach oben einfach durchgerutscht. Mein Fehler. Wieder einmal. Diese Tatsache hatte ich wohl schlicht verdrängt in meinem verzweifelten Versuch, den Schaden, den ich angerichtet habe, wieder gutzumachen.

„Es tut mir Leid“, entschuldige ich mich noch einmal und meine damit nicht nur den Informationsmangel seitens der Sanis. „Alles. Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist dich so zu behandeln.“ Ich kann sein Gesicht nicht sehen, meine aber, ein leichtes Nicken zu spüren. „Vergibst du mir?“ frage ich leise. „Ich verspreche auch, dass so etwas nie wieder vorkommt.“

„Versprich nichts, was du nicht halten kannst“, murmelt er ohne jeden Vorwurf in der Stimme.

Mein erster Impuls ist, zu widersprechen – und zwar vehement. Aber ich lasse es. Jonny hat Recht. Ich hasse es, es zuzugeben. Hasse es, mich in einem solchen Licht zu sehen. Aber es ist wahr. Ich kann nichts dergleichen versprechen. Nicht einmal, dass es nicht noch schlimmer kommt. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt und wie viel weiter ich noch über meine Grenzen hinaus werde gehen müssen, um all das hier zusammenzuhalten. Ich weiß nicht, wie ich entscheide wenn ich zwischen Jonnys Wohlergehen und dem des ganzen Teams wählen muss.

Unbewusst halte ich ihn noch ein wenig fester, wiege ihn hin und her und sage einfach gar nichts, weil es keine Worte für das Chaos gibt, das in mir tobt. Und der einzige Mensch, der mich vielleicht verstehen könnte, liegt leise schnarchend in meinem Arm. Ich verdiene sein Vertrauen nicht. Ebenso wenig wie seine Freundschaft oder seine Treue.

„ist schon gut. Wir bekommen das hin“, murmele ich zum ich weiß nicht wievielten Mal heute, mehr um meiner selbst willen, als für ihn, während ein anderer, zutiefst egozentrischer Teil meiner Persönlichkeit bereits darüber nachdenkt, ob ich mir, falls er Narben zurückbehält, auch die Hände aufschlitzen muss, um den Schein zu wahren.

Zum Glück komme ich nicht weit genug in meinen Überlegungen, um etwas Dummes zu tun, denn das Schnurren eines Motors, das Knirschen von Reifen auf dem Kies der Einfahrt und das Schlagen einer Autotür holen mich zurück ins Hier und jetzt. Bitte, lass das Janie sein, und nicht einen weiteren Kontrollbesuch meines Arbeitgebers, schießt es mir durch den Kopf. Bei meiner aktuellen Glückssträhne rechne ich mit so ziemlich allem und lausche entsprechend angespannt. Erleichtert atme ich auf, als mein Handy klingelt. Jane.

„Ich komm runter“, sage ich, ohne mich mit einer Begrüßung aufzuhalten. „Gib mir zwei Minuten.“

Ich hätte sie auch bitten können, den Schlüssel zu benutzen, aber es gibt noch zwei bis drei Dinge, die ich ihr sagen will, bevor ich sie hier rein lasse. Noch einmal möchte ich so etwas wie gerade wirklich nicht erleben.  Also bette ich Jonny behutsam zurück in die Kissen und schleiche mich davon wie ein Dieb in der Nacht. Er hat nicht einmal geblinzelt.

Unten angekommen ist die Sachlage schnell erklärt und zum Glück scheint Jane nicht völlig abgeneigt als ich ihr beichte, was ich ihrem Patienten versprochen hab um ihm die Angst zu nehmen.

„Wenn du meinst, dass du das hinbekommst“, sagt sie einfach und zieht in ihrer unnachahmlichen Weise eine akkurat gezupfte, graue Augenbraue hoch.

„Muss ich wohl“, gebe ich seufzend zurück. Inzwischen stehen wir vor Jonnys nur angelehnter Tür und reden entsprechend leise. „Ein Versprechen ist ein Versprechen.“

„Wir werden sehen. Lass mich erst mal mit deinem Freund reden und dann sehen wir weiter.“ Damit tätschelt sie mir – ebenfalls auf unnachahmliche Art – die Schulter und schwebt einfach an mir vorbei.

Es ist ihr nicht anzusehen, was ihr beim Anblick der Horrorfilmreifen Kulisse durch den Kopf geht, die mal ein recht passabel eingerichtetes und vor allem penibel aufgeräumtes Zimmer war. Vielleicht hat sie sowas schon öfter gesehen, vielleicht auch schlimmeres. Immerhin hat sie sich zeit ihres Erwachsenenlebens für die gescheiterten Existenzen dieser Stadt engagiert. Oder sie ist einfach viel zu sehr Profi, um sich von ein bisschen Blut und Unordnung aus der Ruhe bringen zu lassen. Was ihr allerdings durchaus eine Reaktion entlockt, ist die bleiche Gestalt unter den weißen Laken beziehungsweise die unverkennbare Ähnlichkeit. Einige Atemzüge lang bleibt ihr Blick an Jonnys fragilen Gesichtszügen hängen, dann sieht sie mich unverwandt an.

Am liebsten würde ich mich ins nächste Mauseloch verkriechen so sehr hab ich gerade das Gefühl, sie könne bis auf den Grund meiner völlig verkommenen Seele schauen. Ich schlucke hart, lecke mir über die Lippe und wende den Blick ab, bevor ich darunter zusammenklappe.

„Hallo, Mr Hunter“, höre ich ihre sanfte Stimme sagen.  Sie klingt so ganz anders, wenn sie mit mir spricht. „Mein Name ist Jane Lennox. Darf ich einen Schritt näher kommen?“
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