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Cycle 1.0

GeschichteDrama, Tragödie / P18 / MaleSlash
Emma Ludbrook Jared Leto OC (Own Character) Shannon Leto Tomislav "Tomo" Milicevic
13.05.2012
01.07.2020
66
127.793
4
Alle Kapitel
208 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
29.10.2017 1.191
 
Ihr Lieben

ich bin nicht wirklich glücklich mit diesem kapitel, aber da ich das vermutlich nie sein werde, egal wie oft ich es neu- oder umschreibe, bleibt es jetzt so.
Wenigstens bin ich pünktlich :P

habt einen schönen Restsonntag

LG
Amy

______

Chapter Sixty-One (Jon PoV)



“Alles wird gut”, höre ich Jareds Stimme über mir sagen. „Ganz ruhig. Alles okay.“ – immer und immer wieder, wie bei  einem Mantra, während er behutsam und Stück für Stück die Decke zurückschlägt.

Seine Hand gleitet federleicht über meine Haut und seltsamerweise machen mir seine Brührungen kaum etwas aus. Ob das allerdings daran liegt, dass ich ihn nicht mehr als Bedrohung empfinde, oder an meiner bleiernen Müdigkeit, kann ich nicht sagen.

„Das Chaos tut mir Leid“, nuschele ich schläfrig. Ich schaffe es nicht einmal, die Augen zu öffnen.

„Scheiß auf das Chaos“, gibt er ein wenig ungnädig zurück, klingt dabei aber so liebevoll, als spräche er mit einem Kind. „Das kann man aufräumen.“ Einen Moment lang schweigt er und ich spüre überdeutlich, wie seine Blicke über meinen Körper wandern. „Warum hast du dir bloß so weh getan, Jonny?“, murmelt er dann.

Wie gerne würde ich ihm eine Antwort darauf geben – wenn ich nur eine hätte. Aber ich weiß es selbst nicht. Das letzte, an das ich mich erinnere, ist meine Kaffeetasse und dass ich darüber nachdachte, wie dumm ich war. Danach ist alles weg.

„Ich weiß es nicht“, flüstere ich schließlich. „Tut mir Leid.“

„Schon gut.“ Damit tätschelt Jared etwas hilflos meinen Oberschenkel – eine der wenigen Stellen, die nicht wehtun. „Das wird schon wieder. Nur bitte schlaf mir nicht ein, okay?“

„Hmmmm“,  mache ich vage zustimmend, auch wenn sich mir nicht ganz erschließt, was so schlimm daran wäre.

Tatsächlich klingt schlafen unglaublich reizvoll. Ich fühle mich einfach nur ausgelaugt und zerschlagen und würde schrecklich gerne ausruhen. Aber da Jay es offenbar aus irgendeinem unerfindlichen Grund furchtbar wichtig findet wach zu bleiben, tue ich mein Bestes.

Lange muss ich auch gar nicht durchhalten, weil es in dem Moment, in dem ich die Klingel höre, mit der Ruhe vorbei ist. Siedend heiß fällt mir ein, dass er den Notruf gewählt hat und mein Zimmer nun jeden Moment voller Fremder sein wird. Am liebsten würde ich weglaufen. Aber meine Glieder fühlen sich so schwer an, dass ich es nicht einmal schaffe ihn zu fassen zu kriegen bevor er aufsteht, um zu öffnen.

Es dauert eine gefühlte Ewigkeit mich ein wenig aufzusetzen. Und es ist eine verdammt schweißtreibende Angelegenheit, sodass ich mich schwer atmend gegen das Kopfende meines Bettes lehne, während das Stimmengewirr auf dem Flur unerbittlich näher kommt.

Leider kann ich nicht verstehen, was gesprochen wird, obwohl ich Jareds Stimme deutlich unter den anderen heraushören kann. Wenn ich nur wüsste, was er sagt. Meine Hände verkrallen sich so hart in die Decken, dass es schmerzt, doch das bemerke ich eigentlich nur am Rande. Viel Quälender als das ist mein rasender Puls und die Tatsache, dass meine Atmung eher schneller wird, als ruhiger.

Ich wünschte, ich wäre tot.

Ich habe keine Antworten auf die Unmengen Fragen, die nur Augenblicke später auf mich einprasseln. Dafür fühle ich mich einer Ohnmacht näher, denn je; und die vielen Hände, die mich berühren, ohne dass jemand mich gefragt hätte ob das okay ist – Hände, deren dazugehörige Arme in Uniformärmeln stecken -  machen alles nur schlimmer.

Ich versuche wirklich, vernünftig zu sein, still zu halten, mir einzureden, dass sie mir nur helfen wollen. Aber ich fühle mich sofort zurückversetzt in meine Jugend, ins Gefängnis, in Kliniken. Alles Orte an - und Zeiten in – denen von gleichförmiger Kleidung niemals was Gutes zu erwarten war.

Verzweifelt versuche ich nun doch zu entkommen, aber ich bin – wie so oft – zu schwach.

Dass ich schreie und um mich schlage merke ich erst, als sich vertraute Arme um mich legen. Fest genug, um mich zu halten, aber zu sanft, um mir weh zu tun. Selbst durch den blutroten Nebel meiner Panik hindurch spüre ich die Zuneigung in ihrer Berührung. Trotzdem dauert es lange, bis die dazugehörige Stimme allmählich zu mir durchdringt.  

„Shhht Jonny“, sagt Jay dicht an meinem Ohr. „Ist ja gut, es ist vorbei. Sie sind weg, hörst du? Alles gut. Beruhig dich.“ Er klingt irgendwie atemlos. Angestrengt. So, als wäre er gerade einen Marathon gelaufen. „Shhht Baby… ist ja gut. Niemand tut dir was. Es tut mir leid, hörst du? Es tut mir leid. Bitte beruhig dich.“ Ein letztes Mal versuche ich noch, mich loszumachen, doch ich bin am Ende meiner Kraft. Mir ist kalt und ich zittere so sehr, dass meine Zähne klappern. „Ist ja gut Babe“, murmelt Jared noch einmal und beginnt meine Haare zu streicheln, als er mein Nachgeben bemerkt. „Sie sind weg. Siehst du?“

Tatsächlich ist das Zimmer – bis auf uns – leer.

Wäre die Unordnung nicht gewesen hätte man denken können, das alles sei nur ein böser Traum gewesen. Doch mein Hals schmerzt, meine Kehle ist schrecklich trocken und da, wo die Sanitäter mich festgehalten haben, pocht es verdächtig.

„Es tut mir leid, Jonny“, wiederholt er eindringlich, während er anfängt uns beide sanft hin und her zu wiegen. „Ich wusste nicht, dass es so schlimm für dich ist. Ich hab nur daran gedacht dass du Hilfe brauchst und ich nicht wusste, was ich machen sollte.“

Ich schaffe es nicht, etwas zu sagen, oder auch nur zu nicken. Nicht einmal umdrehen kann ich mich, weil er mich noch immer fest umschlungen hält. Aber ich spüre, wie sein Herz rast und beginne mich ernsthaft zu fragen, wer von uns beiden erschrockener ist. Er oder ich.

„Ich hätte schneller reagieren müssen“, murmelt er schließlich, als er die Stille zwischen uns nicht mehr aushält. „Bitte verzeih mir.“

Es ist schrecklich, ihn so zerknirscht zu hören. Er wollte schließlich nur helfen.

„Okay“, bringe ich mühsam hervor. „Nicht… deine Schuld.“

Jedes Wort tut weh. So sehr, als habe ich Batteriesäure verschluckt. Ich muss gebrüllt haben, wie am Spieß; und ich hab keine Ahnung, wie lange. Kein Wunder, dass Jay so geschockt ist.

„Ich könnte Jane anrufen“, schlägt er nach einer Weile leise vor. „Glaubst du, eine Frau könntest du aushalten wenn ich hier bleibe und aufpasse, dass dir nichts passiert?“ Er klingt so bekümmert und es tut mir so leid, dass ich ihm Sorgen mache. Als ob er nicht schon genug Probleme hätte und Dinge, um die er sich kümmern muss. „Sie ist meine Hausärztin“, erklärt er mir ruhig, als ich ihm eine Antwort schuldig bleibe. „Und sie würde ganz sicher nie irgendwas machen, das du nicht willst, oder so übergriffig werden. Tut mir leid, ich hätte früher daran denken sollen.“

„Okay“, nuschele ich matt.

Viel schlimmer kann es schließlich nicht mehr werden; und ich denke, eine einzelne, weibliche Person, kann ich vielleicht wirklich ertragen, zumal der rationale Teil meines Gehirns genau weiß, dass ich keine Wahl hab. Trotzdem würde ich am liebsten losheulen, als Jared zum Telefon greift. Als hätte er meine Gedanken gelesen, hält er mitten in der Bewegung inne.

„Wenn du merkst, dass du es nicht aushältst, dann sag mir Bescheid. Dann lasse ich mich nur von ihr anleiten und sie kommt nicht in deine Nähe. Okay? Janie ist cool, die macht sowas mit.“
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