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STAR TREK – TASK FORCE 38  Verlorene Söhne (lost sons) - Teilveröffentlichung

von Lacota
GeschichteSci-Fi / P12 / Gen
13.05.2012
13.05.2012
19
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13.05.2012 2.527
 
Kapitel 1

Captain Lacota saß auf der Brücke des Föderationsraum-schiffes „Fearless“, einem Raumschiff der Cerberus-Klasse. Er hatte diesen Posten vor nicht allzu langer Zeit übernommen, als sein alter Vorgesetzter bei einer Schlacht mit den Romulanern ums Leben gekommen und der Stuhl des kommandierenden Offiziers plötzlich frei wurde. Das Schiff, welches er befehligte, war nicht sehr groß und hatte eine verhältnismäßig kleine Brücke. Es gab dort lediglich eine Steuerkonsolen links und die taktische Station rechts vom Hauptschirm, an der Rückwand eine Sensorenstation und an den Seitenwänden mehrere Terminals für die technischen Systeme. Wissenschaftliche Stationen waren bei Schiffen dieser Klasse kaum vorgesehen, dafür waren die Waffensysteme, allen voran die Torpedolager, weiter ausgebaut worden. An den einzelnen Stationen saßen die unterschiedlichsten Offiziere vor den in Blau- und Lilatönen gehaltene LCARS X-Oberflächen und verrichteten ihre Arbeit. Die „Fearless“ hatte vom äußeren Erscheinungsbild ein Diskussegment, welches vorne abgerunded zugespitzt und hinten abgestumpft war, ähnlich den zusammengesetzten Quartiermodulen der alten Prometheus-Klasse. An diesem befanden sich oben und unten je zwei kleine Antriebsgondeln und Achtern eine Shuttlerampe.
Lacota selbst war ziemlich groß und hatte einen recht kräftigen Körperbau. Außer Krafttraining und etwas Selbstverteidigung praktizierte er keinerlei Sportarten. Er aß gerne und auch viel, was man ihm auch ansah, denn er hatte dort wo der Bauch ist eine leichte Beule und am Hals einen Ansatz zum Doppelkinn. Seine grünen Augen musterten schnell die Anzeigen in der rechten Armlehne des Kommandosessels, bevor er eine der Schaltflächen betätigte.
›Computerlogbuch der „Fearless“, Captain Lacota, Sternzeit 89027,5.‹ Der Captain sprach eher gelangweilt, entspannt auf dem Platz in der Mitte sitzend. ›Wir haben unseren Auftrag, die Zerstörung einer romulanischen Raffinerie, erfolgreich ausgeführt und fliegen jetzt zu Umrüstungsarbeiten zu Raumbasis 325, wo wir vier Wochen bleiben werden bis zu unserem nächsten Auftrag. Momentane Warpgeschwindigkeit Faktor sieben, Eintrag ende.‹
Auf der Brücke herrschte ziemliche Ruhe, gelegentlich unterbrochen von den üblichen Piepslauten der Konsolen und untermalt vom monotonen Summen der Antriebssysteme. Es waren nur wenige Leute auf ihren Stationen so das auch nicht viel gesprochen wurde. Die „Fearless“ an sich hatte nur eine geringe Besatzung, denn Zivilisten wie zum Beispiel Familienmitglieder der Offiziere waren, im Gegensatz zu den früheren Schiffen, an Bord nicht geduldet. Zum Einen weil sich der Weltraum durch den Krieg in eine dunkle, grausame Hölle verwandelt hatte – zum Anderen, weil es doch zu oft zu Beeinträchtigungen des Dienstbetriebes gekommen war.
›Captain‹, unterbrach einer der Offiziere, welcher an der Kommunikationskonsole saß und blickte ungläubig auf seine Anzeige. ›Wir empfangen einen Notruf von der Föderationskolonie auf Belaris III. ‹
›Auf den Schirm!‹, antwortete Lacota gespannt und stand von seinem Platz auf. Das Bild war verzerrt. Eine weibliche Humanoide erschien immer wieder unterbrochen von kurzen Bildausfällen, untermalt von einem Rauschen und Knistern. Die Anzeige verriet, dass sie etwas sagte, was jedoch auf der Brücke nur teilweise und sehr undeutlich vernommen wurde:  
›...alle Schiffe, die mich hören kön... ‹ Immer wieder wurden die Worte vom Rauschen überlagert, gepaart mit heftigen Bildstörungen. ›...Arm...a romulanischer Warbirds besch..en Planeten, erbitten sofortige Unterstützung, ich wiederhole... ‹ Alles Weitere kam nur noch bruchstückhaft durch die Lautsprecher, das Rauschen wurde stärker und das Bild auf dem Hauptschirm verschwand zusehends in einem grau-weißen Schneegestöber. Schließlich riss die Verbindung ganz ab.
›Meine Herrschaften, ich glaube, dass das deutlich genug war!‹, sprach der Captain mit entschlossener Stimme und setzte sich wieder auf seinen Platz. ›Roter Alarm, Kampfstationen besetzen. Steuermann, setzen Sie Kurs aufs Belaris System, Maximum Warp!‹ Der schrille Ton des roten Alarms ertönte im gesamten Schiff und die Beleuchtung wechselte in die selbe Farbe und leuchtete synchron mit jedem Ton auf. Die „Fearless“ drehte und beschleunigte.

Im Belaris-System waren inzwischen einige romulanische Kampfschiffe dabei den dritten Planeten zu beschießen.  ›Bericht!‹, forderte der Commander eines der romulanischen Schiffe auf seinem erhöhten Platz in der Mitte der Brücke sitzend ein. ›Wir wurden nur leicht getroffen, Commander, keine Schäden.‹, antwortete der Offizier an der taktischen Konsole. ›Wir konnten ihre Verteidigungsanlagen weitgehend ausschalten.‹
Ein anderer Offizier meldete sich, als seine Konsole piepste: ›Einige Schiffe treten gerade in diesen Sektor ein - es ist eine Streitmacht der Föderation!‹
›Dann ändern wir eben unsere Pläne...‹, gab der Commander mit entschlossenem Gesicht als Antwort. ›Signalisieren Sie den Anderen, dass wir zuerst die Föderationsschiffe ausschalten. Und fordern Sie Verstärkung an, Subcommander, wir brauchen dieses System unbedingt!‹
›Ein weiteres Schiff fliegt in diesen Sektor ein und geht unter Warp!‹, fiel jener Offizier ein, welcher die Sensoren beobachtete. ›Es ist die „Fearless“!‹

›Meldung!‹, forderte Lacota ein. Er saß sichtlich angespannt auf dem Sitz in der Mitte der Brücke, die rechte Hand zur Faust geballt und mit ernster Mine.
›Mehrere romulanische Warbirds befinden sich im Kampf mit den Schiffen der Sternenflotte.‹, gab der Sicherheitschef zur Antwort. ›Unsere Schiffe sind aber noch nicht lange hier, da die Warpsignaturen noch frisch sind.‹
›Wir werden gerufen, Sir!‹, signalisierte der Kommunikations-offizier erstaunt.
›Auf den Schirm!‹, antwortete der Captain. Das lächelnde Bild des alternden, grauhaarigen romulanischen Commanders inmitten seiner Brücke erschien und die Audioübertragung lies folgende Worte erschallen: ›Lacota, schön Dich wiederzusehen! Und Du kommst gerade rechtzeitig um Deiner Beerdigung beizuwohnen.‹
Lacota lächelte nur und antwortete: ›Tomalak, die Freude ist ganz auf meiner Seite! Aber ich glaube Du übernimmst Dich ein bisschen, denn Dein Schiff zieht mit seinen Leistungsdaten nicht einmal eine Flasche romulanisches Ale vom Tisch!‹
Lacota war innerlich zum Zerreissen angespannt. Er hatte mehr als einmal den Fehler gemacht Tomalak zu unterschätzen und wusste nur zu gut, wie gefährlich sein Gegenüber war. Die gespielte Lässigkeit war jedoch nötig um seinen Männern Zuversicht zu geben und Tomalak im Gegensatz dazu zu verunsichern. Hoffentlich merkt Tomi nichts schoss es ihm durch den Kopf.
›Das mag schon sein...‹, erwiderte Tomalak mit einem überheblichen Lächeln, ›...aber meines ist doch deutlich größer und besser bewaffnet als Deines.‹
›Und damit eine bessere Zielscheibe für mich!‹ fiel ihm der Captain ins Wort. Unterbewusst drückten sich seine Finerspitzen leicht in die Armlehnen des Sitzes in der Mitte der Brücke. Um die Anspannung zu durchbrechen fuhr er unvermittelt fort. ›Dein Kahn ist genauso wie Du selbst veraltet! Zugegeben, meins ist auch nicht mehr das Neuste, jedoch immer noch moderner als eure drei Tontauben, die ich gleich unter Feuer nehmen werde.‹
Tomalaks Miene verdunkelte sich schlagartig und er erwiderte: ›Das werden wir ja sehen...‹, Die Verbindung brach unmittelbar darauf ab.
›Wir greifen in den Kampf ein, Quantentorpedos und Phaser laden und das nächstgelegene Ziel anvisieren!‹, befahl der Captain bevor er einmal tief durchatmete. Er war kein besonders guter Schauspieler, zumindest nicht auf lange Sicht. Es war ihm mehr als schwergefallen seine innere Anspannung zu verbergen. Mit seiner rechten Hand öffnete er die schiffsweite Kommunikation über sein Panel in der Armlehne: ›Hier spricht der Captain! Alle Mann auf die Kampfstationen, Sicherheitskommandos auf alle Decks, Enter-Abwehrpositionen besetzen! Roter Alarm! Feuer nach eigenem Ermessen!‹
Von der „Fearless“ lösten sich die ersten Phaserstrahlen und einige Quantentorpedos. Sie flogen orange leuchtend und bläulich-weiß auf eines der romulanischen Schiffe zu, einen Warbird der „Norexan“-Klasse, welcher auch gerade von anderen Föderationsschiffen beschossen wurde. Das gegnerische Schiff flog gerade auf die „Fearless“ zu. Die abgefeuerten Waffen schlugen am Bug ein.Die grünliche Außenhülle blähte sich und riss auf.  In einem kurzen Feuerball, in dem der Restsauerstoff verbraucht wurde bevor das Vakuum des Weltalls sich ihm annehmen konnte,  zerbarst es in Milliarden und Abermilliarden Teile.
›Wie sieht es aus?‹ wollte Lacota wissen.
›Sie sind in der Unterzahl.‹, antwortete der Sicherheitschef. ›Wir sind ihnen im Verhältnis drei zu zwei überlegen. Das Führungsschiff hat ein Notsignal an Romulus ausgesandt.‹
›Na? Hat Tomi jetzt die Hosen voll?‹, murmelte Lacota leise vor sich hin nachdem er seine Konsole betätigt hatte um die taktische Situation neu zu bewerten. In lautem Befehlston wandte er sich an den Kommunikationsoffizier: ›Senden Sie eine Nachricht an die Sternenflotte...‹ Weiter kam er nicht. Ein Torpedo traf die „Fearless“, die Trägheitsdämpfer versagten kurz und sie wurde ordentlich durchgerüttelt. Die Beleutung fiel für einen kurzen Moment aus.
›Schilde runter auf achtzig Prozent!‹, rief der Sicherheitschef von der taktischen Konsole herüber und hielt sich an ihr fest.  
›Angriffsplan Zeta!‹, befahl Lacota, der sich wie alle Anderen an etwas geklammert hatte – nämlich seinen Armlehnen. ›Wir stopfen dem Angeber jetzt mal das Maul!‹
Das Schiff schoss mit orange leuchtenden Phaserbündeln um sich und in 30-Sekunden-Intervallen jeweils ein Dreierbündel Quantentorpedos auf den zweiten romulanischen Warbird. Auch die anderen Föderationsschiffe feuerten. An der Stelle, wo die Waffen einschlugen, brach etwas aus jenem heraus.
›Captain, ‹, unterbrach der Sicherheitschef. ›der dritte Warbird nimmt direkten Kurs auf die Kolonie.‹
›Dran bleiben‹, ordnete Lacota an. Die „Fearless“ verfolgte das Schiff in Richtung Planetenoberfläche. Tomalaks D´Deridex-Schlachtschiff brach unterdessen mit einem geschickten Ausweichmanöver aus und ging auf Verfolgungskurs zur “Fearless“. Der von Lacotas Schiff verfolgte Warbird feuerte mit allen Heckwaffen und Torpedobänken auf ihren Verfolger. Wieder und wieder wurde die vergleichsweise kleine Cerberus getroffen. Auf der Brücke hielt die Kommandocrew der Alpha-Schicht Tuchfühlung mit dem Gegner. So gut es ging wich man dem gegnerischen Feuer aus und erwiderte es. Eine der Sensorenkonsolen explodierte und der davor befindliche Offizier flog im hohen Bogen durch die Luft.
›Wir haben die Schildgeneratoren verloren...‹, informierte der Sicherheitschef und richtete sich auf. Auch er war durch den Aufprall zu Boden gegangen. ›Die Torpedoabschussrampe Achtern wurde ebenfalls zerstört...‹
›Feuern Sie mit den Phasern! Auf alles, was sich von denen in Reichweite befindet!‹, befahl Lacota. Taktisch gesehen glich die Situation weniger einem geführten Gefecht als mehr einer wilden Verfolgungsjagd. Vorneweg flog ein Norexan-Kreuzer, dicht gefolgt von der „Fearless“ im wilden Feuerkampf. Diese wurde von Tomalaks Führungs-Schiff, einem Schlachtschiff der D´Deridex-Klasse verfolgt und beschossen. Das Schlachschiff wiederum hatte einen Verfolgerschwarm von 3 weiteren Föderationsschiffen im Schlepptau, wenngleich in einem so großen Abstand, dass diese ihre Waffen nicht zur Wirkung bringen konnten.
›Der Warbird ist in die Atmosphäre eingedrungen und erreicht gleich die Oberfläche!‹, rief der Sicherheitschef so laut er konnte um den ohrenbetäubenden Lärm zu überwinden, der durch den Eintritt in die Ionosphäre des Planeten verursacht wurde. Der Hauptschirm zeigte das durch den Reibungswiderstand hellorange leuchtende, flackernde Deflektorfeld.
Abermals wurde das Schiff getroffen; dieses Mal platzte eine Leitung und heißer Dampf strömte zischend aus.
›Maschinenraum an Captain!‹ schallte es aus der Kommunikationsanlage als der Chefingenieur sich meldete. ›Hauptenergie ausgefallen, Schalte auf Notreserven!‹ Im gleichen Moment erloschen auf der Brücke sämtliche Beleuchtungselemente und Bruchteile von Sekunden später setzte die Notbeleuchtung ein.
›Konzentrieren Sie das Feuer auf den Warbird vor uns‹, sprach Lacota. Als die drei Schiffe die Oberfläche beinahe erreicht hatten brach der vordere Warbird auseinander. Der Captain krallte sich mit vor Anstrengung verzerrtem Gesicht in die Lehnen. So laut er konnte schrie er: ›Hochziehen!‹ Die anderen Schiffe änderten ihren Kurs so, dass sie parallel zur Planetenoberfläche flogen. Wieder wurde die „Fearless“ Achtern schwer getroffen.
›Trägheitsdämpfer und Impulsantrieb ausgefallen‹, berichtete der Sicherheitschef. ›Wir werden abstürzen!‹
Das Schiff ächzte und wurde von den Fliehkräften in die Mangel genommen. ›Wir rasen genau in eine Siedlung rein‹, presste der Steuermann aus den zusammengebissenen Zähnen hervor. Er hatte beide Beine um den Sockel der Steuerkonsole geschlungen und hielt sich zusätzlich mit der rechten Hand krampfhaft am Konsolenrand fest, damit er nicht durch die Erschütterungen von seinem Sitz fiel.
›Können wir das verhindern?‹ wollte Lacota wissen.
›Nein, die Steuerdüsen sind hin!‹, antwortete der Steuermann. ›Na herzlichen Schrank auch!‹, fluchte Lacota lauthals. ›Und jetzt Festhalten! Gleich knallt’ s!‹
Jeder an Bord hielt sich an irgend Etwas fest, während das Schiff durch die Atmosphäre raste, von Turbolenzen durchgeschüttelt wurde und die Oberfläche erschreckend nahe kam. Die Konsolen auf der gesamten Brücke flimmerten nur noch, genauso die Beleuchtung. Es näherte sich immer weiter der Planetenoberfläche. Für die Crew auf der Brücke kamen die Sekunden wie Minuten vor, und nach einer gefühlten Ewigkeit schlug die „Fearless“ schließlich auf. Durch die Masseträgheit rutschte sie weiter und weiter mit hoher Geschwindigkeit in die Siedlung hinein und ein Stück über die ersten Häuser hinweg, bevor sie liegen blieb.
Nach einer Weile kamen die Besatzungsmitglieder der „Fearless“  wieder zu sich. In den Gängen des Schiffes rappelten sich Einige wieder hoch, teils mit Schrammen im Gesicht, zerrissenen Uniforen. Ein paar Wenige blieben verletzt liegend oder brachen beim Versuch aufzustehen zusammen.
›Meldung!‹, rief Lacota auf der Brücke. Mühsam schob er sich mit den Händen vom Boden hoch. Um ihn herum war fast alles verwüstet. Einige Konsolen waren äußerlich intakt und nur das unwillkürliche Flackern der LCARS-Bedienelemente verriet, dass sie beschädigt waren. Die Kommunikationskonsole existierte faktisch nicht mehr, die Oberfläche war total zersplittert und elektrische Funken sprühten aus ihr heraus. Vom Kommunikationsoffizier war Nichts zu sehen. Der Hauptschirm war auch in Scherben zerbrochen und gab so die Sicht auf die Umgebung frei. Die Steuerkonsole war aus ihrer Verankerung gerissen und hielt nur noch durch ein paar EPS-Leitungen am Schiff fest. Auf ihr saß der Steuermann, im Gesicht klaffende, blutende Wunden, immer noch die Beine um den Sockel geschlungen. Er blickte sich einen Moment um und wandte sich dem Captain zu.
›Kurz gesagt, das Schiff ist komplett im Eimer‹, sagte er kurz.  
›Super‹, seufzte Lacota, während er sich aufrichtete. ›Ich hatte schon immer das dringende Bedürfnis ein Schiff mit einem Spachtel von einem Planeten runter zu kratzen!‹ Er klopfte sich einige Scherben und Staub von der Uniform.
Nach und nach öffneten sich am Schiff die Notausstiegsluken, und Crew sowie die Offiziere des Schiffes kletterten auf die Außenhülle. Lacota begab sich, zusammen mit den anderen Besatzungsmitgliedern, kletternd vom Schiff herunter zum Boden. Die Spur der „Fearless“ führte quer durch den zerstörten Teil der Siedlung, teilweise lagen die Reste des Schiffes oder abgerissene Teile direkt auf oder in Gebäuden der Umgebung. Überall hörte man das Wehklagen der Bewohner und der Mannschaft. Ein bizarrer Anblick war die linke, untere Warpgondel. Diese steckte mit dem Bussard-Kollektor wie ein Pfeil inmitten eines größeren Gebäudes und ragte steil in den Himmel auf.
Sie suchten in den Trümmern nach Überlebenden. Die Sonne brannte, und die durch den Absturz aufgewirbelten Staubpartikel machten zusätzlich das Atmen schwer. Von den Gebäuden der Siedlung stand nicht mehr viel. Was den Beschuss durch die Romulaner überstanden hatte, war gerade dem Absturz der „Fearless“ zum Opfer gefallen. Noch einige Stunden zuvor hatten hier noch circa 5.000 Einwohner gelebt und gearbeitet. Jetzt war nur noch ein Bruchteil überhaupt am Leben. Viele der Offiziere hatten bereits begonnen den Einwohnern bei der Rettung ihrer Angehörigen zu helfen oder nach Crewmitgliedern in den Trümmern zu suchen. Lacota und seine Brückencrew standen auf einem freien Platz und berieten, was weiter zu tun wäre, als eine völlig verschmutzte, bajoranische Frau mühsam auf die Gruppe zustolperte. Sie zog erst kraftlos an Lacotas Uniform, zerrte dann immer und immer wieder und sagte hysterisch: ›Mein... – Mein..... Junge ist verschüttet! Versteht doch, mein Junge!‹
Jay Jay ging auf das Trümmerfeld zu, auf welches die Frau mit zittriger Hand deutete. Wortlos räumte er das Gröbste beiseite, und zum Vorschein kam der leblose Körper eines kleinen Jungen, welcher von Blut und Staub verschmiert seltsam verkrümmt auf dem Rücken lag. Seine Augen waren offen und starr nach oben gerichtet. Lacota stand wie angewurzelt da und blickt auf den Kleinen. Auch die anderen Offiziere kamen geeilt und sahen jenes Bild des Grauens.
Captain Lacota war von diesem Anblick bis ins Mark erschüttert, Tränen standen in seinen Augen und wortlos wandte er sich ab...
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