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Der Beschenkte

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Gen
Bitterblue Bo Katsa Leck Raffin Ror
12.05.2012
03.10.2012
12
12.064
 
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Der Diebstahl
Schon lange war ich nicht mehr unter dem Dach der Sterne gewandert, also beschloss ich, da ich sowieso nicht schlafen konnte, konnte ich genauso gut der Melodie der Ruhe und der Natur lauschen.
Langsam stand ich von meiner unbequemen Pritsche auf, im Stillen verfluchte ich meinen Gastgeber, der mir anscheinend feindlich gesinnt war, und begann mich anzuziehen.
Während ich Hemd und Hose überstreifte, dachte ich über die Gründe meiner Reise nach, wegen der ich mein beschauliches Heimatschloss, dass mir als jüngster Prinz von Lienid zustand, verlassen hatte und hier an den Hof  Königs Murgon gekommen war.
Murgon herrschte über dass kleine Königreich Sunder und lag fortwährend mit den anderen Königreich in Streit. Neben seinen Nachbarn Estill und Western mit ihren Königen Thigpen und Birn grenzte auch das Land Middeluns unter der Regentschaft Randas an sein Land, doch dieses verhielt sich relativ neutral. Ich hatte sogar davon gehört, dass Bauern an den Grenzen Middeluns Bauern aus Estill und Western geholfen hatte, doch dieses Gerücht war nie bestätigt worden.
Dann gab es noch das Reich Nander, das von einem König namens Drowden beherrscht wurde und sich meistens nicht aus den Kriegen heraushalten konnte.
Außerdem gab es noch das Königreich Monsea, dass ebenso wie Lienid abseits der andren Länder lag und sich um sich selbst kümmerte. Ihr König Leck galt als ein friedlicher und hilfsbereiter Herrscher aber ich traute ihm nicht. Und mein Gefühl trug mich eigentlich nie.
Denn ich war beschenkt. Ich hatte ein Auge von der Farbe strahlenden Goldes und ein zweites, das schimmerte wie Silber. Die meisten Menschen hatten Angst vor meinen Augen, aber in Lienid wurde ich akzeptiert. Hier in den anderen Länder wurde ich gemustert , doch sobald ich die Leute ansah, schauten sie weg. Den Beschenkten kam man lieber nicht in die Quere. Man erkannte sie an ihren unterschiedlichen Augenfarben und mied sie wo man konnte.
Meine Augen hatten mir auch meinen Spitznamen Bo eingebracht, da in Lienid Bäume wuchsen, deren Blätter sich im Herbst Golden und Silbern färbten. Er wurde Bo Baum genannt und schon bald hatte ich den Namen übernommen. Ich zog ihn meinem eigenen Namen, Prinz Greening Grandemalion, eindeutig vor. Prinz Greening Grandemalion, wie sich das anhörte. Meiner Meinung nach eindeutig merkwürdig.
Ich stieß leise die Luft aus und lachte in mich hinein. Mein Name war nicht merkwürdiger, als meine ganze Gabe. Menschliche Energien spüren. Wissen ob man jemanden vertrauen kann. Lügen erkennen. Die Gedanke der Menschen über einen selbst hören. Das war sogar bei einem Beschenkten nicht alltäglich. Es gab Gaben wie Kochen, Tanzen oder sogar Gedankenlesen. Aber meine Gabe war anders.
Und genau daher musste ich sie verstecken. Schon als kleines Kind, als meine Gabe zum ersten Mal zum Vorschein getreten war, hatte meine Mutter mir eingeschärft sie nicht zu offenbaren. Da die königliche Familie von Lienid allesamt gute Kämpfer waren und mein angeborenes Talent durch meine Gabe noch verstärkt wurde, hatte wir die Tarnung als beschenkter Kämpfer entwickelt, Nur mein Großvater und meine Mutter wussten von meiner Gabe, denn obgleich mein Vater ein weiser und gerechte König war, würde ihn nichts daran hindern mich  und meine Gabe auszunutzen.
Doch jetzt würde meine Gabe mir nützlich sein.
Langsam schlich ich zwischen den Flügel des Tores hindurch und umkurvte dabei die Wachposten m Tor. Ich konnte nicht verstehen, wie König Murgon meinen Großvater, den ich suchte, entführt haben konnte, wenn seine Wachmänner so unaufmerksam waren. Während ich über die Felder wanderte und die strahlende Schönheit der Sterne bewunderte, überlegte ich zum wiederholten Mal, ob Murgon nicht im Namen von jemand anderen gehandelt haben könnte. Während ich mit ihm geredet hatte, hatte ich noch nichts von ihm erfahren und hier kam ich auch nicht weiter. Langsam machte ich mich auf den Weg zurück und ließ meine Gedanken dabei schweifen. Langsam entspannte ich mich und als ich wieder in den Schlosshof schlüpfte war ich so ruhig wie schon lange nicht mehr. Dann spürte ich mit einem mal eine Person mit einer Energie, wie ich sie noch nie gespürt hatte. Ich merkte wie weit entfernt sie war und doch hatte sie eine einzigartig riesige Energie. Ich duckte mich ins Dunkel und verfolgte die Person mit meinen Gedanken. Ich wusste nicht was sie dachte, aber ich merkte wie sie sich mehreren Personen näherte und diese ebenso schnell wieder verließ. Ich überlegte und kam zu dem Schluss, dass sie auf mich zu kam. Sie wollte vom Hof verschwinden, doch vorher wollte wissen wer sie war und warum sie hier bei Nacht herum schlich. Noch nie hatte mich jemand so sehr fasziniert wie diese Person. Ihre Schritte kamen näher und schon bald, war sie auf einer Höhe mit mir. Als sie neben mir war, packte ich sie von hinten und spürte ihre Überraschung. Dann schneller als ich es jemals für möglich gehalten hatte, packte sie meinen Arm, lähmte ihn und warf mich über ihre Schulter. Ich konnte nur mit viel Geschick auf den Beinen landen, wandte mich aber sofort wieder der Person zu. Sie war weiblich, dass hatte ich eindeutig fühlen können, als ich sie gepackt hatte und ich hatte nur von einer Person gehört, die zu so etwas fähig war. Noch nie hatte mich jemand so leicht und so schnell  geworfen, geschweige denn, so beherrscht wie sie
Sie musste die Beschenkte Lady Katsa sein. Ich hatte Gerüchte über sie gehört. Überall wo ich hingekommen war, hatte man mich gewarnt, mich nicht mit König Randa anzulegen. Denn er hatte eine Nichte, eine Sklavin und Mörderin. Denn sie war Beschenkt mit der Gabe des Tötens.
Ich spürte ihre Präsens ganz deutlich vor mir und sagte zu ihr:
„Ich habe von einer Dame mit dieser besonderen Gabe gehört. Ich kann mir nicht vorstellen, was diese Dame so fern von zu Hause vorhaben könnte, um Mitternacht hier im Schlosshof von König Murgon.“
Ich spürte ihr Erstaunen über meinen Akzent und mir wurde noch deutlicher bewusst, dass ich sie nicht vorbei lassen durfte. Noch nicht. Langsam bewegte ich mich zwischen sie und die Mauer. Dabei ließ ich mit meinen Augen ihren Schatten keinen Moment aus den Augen. Mein Körper spannte sich automatisch an und ich spürte, dass ihrer das selbe tat. Sie schwankte vor Anspannung leicht hin und her.
Dann hörte ich ihre Gedanke um einen neuen Punkt kreisen, während sie mich im Fackelschein musterte. Sie wollte vorbei; um jeden Preis, aber sie wollte mich nicht töten, wenn es nicht notwendig war. Sie dachte an einen anderen Lienid und in mir keimte Hoffnung auf meine Großvater auf. Wusste sie wo er war? Hatte Murgon ihn entführt? Hatte er ihr eine Nachricht geschickt? War sie wegen ihm gekommen? Gab es den Rat wirklich?
In der Hoffnung sie zu einer verräterische Aussage zu verlocken, auch wenn ich wenig Hoffnung hatte, fragte ich sie:
„Haben Sie nichts zu sagen, Lady? Sie glauben sicher nicht, dass ich Sie ohne eine Erklärung weitergehen lasse?“
Ich versuchte spielerisch zu klingen und ihre Reaktion gab mit Recht. Langsam streckte ich die Arme und machte mich bereit, falls sie versuchen würde zu fliehen. Doch dann antwortete sie mit und in ihrer Stimme lag ein kleiner Zauber:
„Sie sind ein Lienid“.
Ich antwortete ihr:
„Sie haben gute Augen“
Sie war immer noch misstrauisch und ich hörte eine leise Frustration in ihrer Stimme als sie sagte:
„Nicht gut genug, um die Farbe Ihrer Augen zu erkennen.“
Da lachte ich.
„Ich glaube, ich kenne die der Ihren“
Und ich war mir inzwischen sicher, dass sie es war.
„Sie sind der Richtige, um von fern von zu Hause zu reden. Was macht ein Lienid am Hof von König Murgon?“, fragte sie mich.
Da wieder merkte ich wie ihre Gedanken zu einem anderen Lienid wanderte und ich schwor mir, als nächstes am Hofe Königs Randas nach meinem Großvater zu suchen. Doch das wollte ich ihr nicht erzählen, daher sagte ich:
„Ich nenne Ihnen meine Gründe, wenn Sie mir Ihre sagen.“
Ich spielte mit ihr, aber achtete immer noch genau auf sie und ihren Körper.
Sie antwortete mir:
„Ich werde Ihnen gar nichts sagen, und Sie müssen mich vorbei lassen.“
In ihrer Stimme lag eine Herausforderung, auf die ich gar nicht anders antworten konnte:
„Muss ich das?“, sagte ich mit leiser Ironie und gleichzeitig fragend.
„Wenn Sie es nicht tun, muss ich sie zwingen“, antwortete sie.
„ Meinen Sie, dass Sie das können?“
Wie aus dem nichts, schoss ihre Hand hervor, aber ich konnte ihr leicht ausweichen.
Dann wieder eine. Wieder wich ich aus, aber schon jetzt merkte ich, dass sie schneller war als ich. Ich wusste nur nicht, wie viel schneller.Sie machte eine Pause und warf ein:
„Ich weiß, dass ich es kann.“
Sie klang so sicher, dass ich schmunzeln musste, als ich antwortete:
„So! Aber sie könnten Stunden dafür brauchen.“
In Wahrheit war ich mir sicher, dass sie leichtes Spiel mit mir haben würde, doch das konnte ich ihr so nicht sagen.
Sie dachte eine Weile nach und die Satzfetzen ihrer Gedanken, verrieten mit, dass sie nichts Böses im Schilde führte. Was konnte es schon schaden? Sobald ich an ihrem Hofe war, konnte ich dank meine Gabe mehr herausfinden, als wenn ich sie hier stellte. Vielleicht half sie ja wirklich meinem Großvater und dann verriet ich ausgerechnet die Person, die mir helfen könnte.
„Ich vertrauen Ihnen“, sagte ich daher und trat beiseite.
Ich spürte ihr Misstrauen ganz deutlich, aber sie trat langsam vor. Dann hörte ich in ihren Gedanken ihren Angriff voraus, spürte aber gleichzeitig schon, wie sie sich bewegte und sackte zugleich nieder. Ich sah noch, wie sie etwas aus ihrem Ärmel holte und bevor ich weg sackte, handelte mein letzter Gedanken von ihrem grünen und ihrem blauen Auge, die ich im Licht der Fackeln sah. Sie waren unvergleichlich schön.





An alle die die Geschichte und/oder das Buch (Die Beschenkte, von Kristin Cashore) gelesen habe :
Soll Bo, wenn er von Murgon ausgefragt wird, ob er den Schatz entwendet hat, gefoltert werden?
Und soll ich die Geschichte weiter schreiben, oder interessiert es keinen?
Ich würde mich wahnsinnig über einige Rückmeldungen freuen.
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