Der Wunsch einer Verliebten

von shegora
KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Claire Hershel Layton
05.05.2012
05.05.2012
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Der Wunsch einer Verliebten
 
 
Als ich ihn das erste mal sah, hatte ich mich sofort in ihn verliebt. Vor allem sein Charakter war es der mich immer wieder überraschte. Er war so anders, als die anderen. Viel reifer und höflicher. Er würde sein Studium dieses Jahr beenden, genauso wie ich. Nur das er Archäologie studierte und ich Biologie. Ich beobachtete ihn oft von meinem Tisch in der Kantine aus oder manchmal schlich ich ihm absichtlich hinterher nur um in seiner Nähe zu sein. Auch verbrachte ich viel Zeit in der Bibliothek, da ich wusste, dass man ihn dort fast immer antreffen konnte. Ich nahm mir das Buch mit dem Titel Archäologie, berühmte Funde vergangener Kulturen und setzte mich ein paar Tische entfernt von ihm hin. Ich schlug das Buch auf und tat so als würde ich es interessiert durchstudieren, doch in Wirklichkeit bewunderte ich ihn die ganze Zeit. Oft waren es Stunden die ich so mit ihm verbrachte. Während ich an nichts anderes als an ihn denken konnte, war er so tief in sein Buch versunken, dass hinter ihm eine Bombe explodieren konnte und er davon wohl nichts merken würde. Damit meine Beobachtungen nicht auffielen, starrte ich wieder ins Buch. Ich nahm mir fast immer dieses Buch und inzwischen konnte ich es schon fast auswendig, da ich es ja schon oft genug überflogen hatte und ich zugeben musste, dass manche Sachen darin wirklich interessant waren. Ich blätterte um, laß einen Satz und schaute wieder hoch um meinen Angebeteten weiter zu beobachten. Ich erschrak, denn plötzlich stand er vor mir. Er sah mich mit festem Blick an und räusperte er sich. „Ähm, ich hätte eine Frage“, sagte er plötzlich ein wenig verunsichert. „J-ja?“, stotterte ich. „Oh mein Gott! Er redet mit mir! Mit MIR! Oh nein! Was ist wenn er gemerkt hat das ich ihn beobachtet habe?“, dachte ich aufgeregt. „Ich wollte nur fragen ob du dieses Buch noch lange brauchst, weil, nun ja ich würde es mir auch mal gerne nehmen, aber irgendwie hast du es ständig ausgeborgt“, sagte er verschmitzt. „S-sicher natürlich, sagte ich wie aus der Pistole geschossen. Hier!“, und ich reichte ihm das Buch. „Danke“, sagte er und nahm die Lektüre, doch anstatt sich wieder an seinen Tisch zu setzen, setzte er sich gleich neben mich auf einen freien Platz und schlug die erste Seite auf. Ich wurde leicht rot, er schien es aber nicht zu bemerken, denn er war schon wieder im Buch versunken. Ich kam mir ohne Buch ziemlich blöd in einer Bibliothek vor und wollte schon aufstehen, doch in dem Moment räusperte er sich wieder. Leicht zusammenzuckend drehte ich meinen Kopf zu ihm. „Ähm, interessierst du dich stark für Archäologie?“ „Nein eigentlich nicht so“, gab ich zu. Mein Gesicht musste inzwischen die Farbe einer Tomate angenommen haben. „Achso und ich dachte weil du ständig dieses Buch hier ausleihst...“, murmelte er. „Äh, ich, also... eigentlich liebe ich Biologie weißt du?, sagte ich um den Peinlichkeitspegel ein wenig zu senken. Und Biologie hat ja auch mit Gestein zu tun und darum hatte ich das Buch.“, schlussfolgerte ich. „Achso“, sagte er und grinste ein wenig. „Er hat doch nicht bemerkt das ich ihn gerade angelogen habe oder?“, dachte ich nervös. „Mein Name ist übrigens Hershel.“, sagte er freundlich. „Weiß ich“, dachte ich. „Ein schöner Name, sagte ich. Ich heiße Clair.“ „Schön deine Bekanntschaft zu machen, Clair“, sagte er und ich musste lächeln. In Gedanken flog ich gerade durch den siebten Himmel. Das war meine erste große Liebe und auch meine einzige. Ein Jahr später starb ich an einem Laborunfall. Vor diesen Unfall hatten wir beide noch eine wunderschöne und unvergleichliche Zeit miteinander. Wir liebten uns wie sich niemand sonst lieben konnte. In dem Moment als ich starb, wünschte ich mir nur eines. Ich wollte mich von ihm verabschieden. Ihn ein letztes mal sehen. Als die Zeitmaschine explodierte zerriss sie meinen Körper, doch gleichzeitig wurde ich 10 Jahre in die Zukunft geschickt. Dort traf ich ihn wieder und wir retteten sogar London aus einer Katastrophe. Und am Schluss konnte ich ihm sagen wer ich war, da ich mich zuvor als meine Schwester ausgab. Ein letztes mal konnte ich mit ihm Zeit verbringen, so wie früher in der Bibliothek, als er auch noch nicht wusste wer ich war. Und ein letztes mal küssten wir uns, bevor ich durch meinen zerrissenen und eigentlich schon toten Körper nun wirklich starb. Ich sah wie sich mein Körper langsam auflöste und wusste dass meine Zeit nun gekommen war. Ich tröstete meinen Liebsten mit einem kleinen lächeln und verschwand. „Ich liebe dich“, waren meine letzten Gedanken.


Danke an alle die sich Zeit genommen haben meine Geschichte zu lesen :)
 
 
2012-05-05T13:47:29<!--EndFragment-->
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