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Ich will dir folgen

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
03.05.2012
21.07.2012
4
6.981
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
03.05.2012 1.586
 
Fandom: SPOOKS
Genre: Allgemein
Rating: P12
Pairing: Lucas North + Harry Pearce
Kapitelanzahl: 2x2
Eigencharakter: keiner

Und nun das dritte Kapitel.
Mit dem vierten wird diese kleine Geschichte dann beendet. :D
LG und viel Spaß.

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Spooks: Ich will dir folgen

Teil 2: Das eigene Spiegelbild

Kapitel 1: Ich kann dir helfen




Harry geriet ins Stocken. Noch nie war ihm eine solche Frage gestellt worden und das schon gar nicht von einem Agenten. Für Lucas schien es jedoch nichts Besonderes zu sein. Für ihn war es nur eine Information, die er brauchte um sich selbst besser verstehen zu können. War er schwul, hatte er einen Vertrauten, jemand der ihn verstehen und ihm zur Seite stehen würde. Jemand, der bei ihm blieb, bis seine Erinnerungen wieder zurückkehrten. Ein Jemand, nach dem sich Lucas sehnte.

„Lucas, es tut mir leid. Wir sind Freunde, aber wir sind nicht mehr. – Ich wünschte, ich könnte dir diesen Halt geben, doch wir kennen uns nur durch die Arbeit und jetzt solltest du nicht mehr darüber nachdenken. Du solltest dich lieber ausruhen. Ich überlasse dir das Bett, ich muss eh noch eine Arbeit beenden.“ Harry löste sich aus der Umarmung und wollte Lucas stehen lassen, der ihn wehleidig ansah. Es musste eine Welt für ihn zusammenbrechen, als das kleine bisschen Hoffnung in tausend Splitter zersprang, die Harry nicht wieder zusammenführen konnte. Dennoch versuchte er es und fühlte sich schrecklich als er sich in sein eigenes Bett legte und Lucas aufforderte das gleiche zu tun.
Was hatte ihn nur dazu bewogen neben einem Mann zu schlafen?

Für Harry war es Neuland, das er nicht erkunden wollte und sich darum wie ein wachender Hund bereit hielt einen Eindringling von sich fernzuhalten. Lucas musste es spüren, denn er hielt sich bewusst zurück und schlief neben dem Älteren in aller Ruhe ein. So ruhig war er im Krankenhaus nie gewesen. So friedlich hatte Harry Lucas noch nie gesehen. Seinen Agenten hatten immer wieder alte Geschichten belastet, waren es Frauen oder Feinde – oder beides in einer Person. Trotzdem hatte er seine Entscheidungen ohne Gefühle getroffen. Er war seinem Land und Harry treu gewesen, der sich mit jedem Ticken der Uhr schlechter fühlte. Er wusste, dass er den Jüngeren nicht ewig hier verstecken konnte, doch wohin sollte Lucas stattdessen? Konnte Harry ihn wirklich gehen lassen und riskieren, dass er alleine ins Stolpern geriet? Zu Fall kommen würde durch einen wissenden Spion, der sich rächen konnte ohne dass Lucas eine Chance hatte? Jeder würde es ausnutzen können und das schlechte Gewissen nahm nun Überhand, weshalb Harry sich herum drehte und seine Hand nach Lucas ausstreckte. Er wollte den Jüngeren wecken, doch plötzlich klingelte sein Handy. Das kleine Telefon war nie ein Bote für etwas Gutes und so war es auch dieses Mal als Ruth´ Stimme ihm von einer Notsituation berichtete.

Harry stieg aus dem Bett und zog sich seine Schuhe an. Seine Jacke wollte er als Nächstes nehmen, doch Lucas hielt sie in seinen Händen und hockte damit auf seiner Betthälfte: „Kannst du dieses Ding nicht abschalten? Ich will nicht, dass du gehst, Harry. Ich weiß nichts über diesen Job, aber du sagst er ist gefährlich und er macht dich unglücklich. Harry, bleib hier. Ruh´ dich aus und lass deine… unsere Kollegen arbeiten.“

„Es tut mir leid, Lucas, aber das kann ich nicht.“ Harry bat um seine Jacke, doch als Lucas sie ihm zuwarf, stellte er eine Bedingung: „Dann nimm mich mit. Wenn es gefährlich ist, dann geh nicht allein. Lass mich mit dir kommen, Harry.“

„Das kann ich auch nicht tun, Lucas. Es tut mir leid, aber du musst hier bleiben. Ich weiß, dass du dir genauso Sorgen um mich machst wie ich um dich und deshalb musst du auch verstehen, dass du nicht mitkommen kannst. – Ich weiß, dass es nicht viele Dinge gibt, die du in deiner Lage verstehen kannst, aber das kannst du. Lucas, ich vertraue dir. Bitte vertrau du mir auch. – Ich komme zurück und ich erkläre dir alles, wenn du es wissen willst. Du musst dir jedoch bewusst sein, dass es dich verändern kann und… versprich mir einfach, dass du manche Dinge auf sich beruhen lassen wirst.“ Harry zog seine Jacke an, steckte das Handy ein und ging um das Bett herum auf die Tür zu, die Lucas ihm versperrte: „Rede mit mir, Harry. Rede mit mir!“

„Lucas, bitte sei nicht kindisch. Lucas! Geh mir jetzt aus dem Weg. Lucas, ich muss mich um die Bombe kümmern.“ Harry biss sich auf die Zunge und ging zurück auf das Bett zu, auf dem er sich niederließ: „Ich hätte das nicht sagen dürfen. Du bist raus und das ist besser so. Ich möchte nicht, dass du wieder für mich arbeitest und dich dieser Gefahr aussetzt. Ich möchte nicht noch einen Freund verlieren.“

„Harry… bitte sag mir, was meine Arbeit war. Wer bin ich?“ Lucas ging vor Harry in die Hocke und Harry schloss seine Augen, um einen Moment durchzuatmen. Dann griff er nach seinem Telefon und wählte eine Nummer. Sie würde nicht erfreut sein von ihm zu hören, doch sie war fähig seinen Befehl auszuführen, weshalb sie ihm nicht ausweichen durfte: „Ruth…? Ich schaffe es nicht zum Hauptquartier. – Stell mir jetzt keine dummen Fragen. Die Einsatzleitung liegt in deinen Händen. Dimitri und Beth sind fähige Agenten und wenn doch etwas schief läuft, dann halte ich beim Minister den Kopf dafür hin. – Tu einfach, was ich dir sage, Ruth.“


„Also schön, jetzt bin ich für dich da, Lucas. Du kannst mich alles fragen, auch wenn ich es nicht gerne beantworten werde. Ich will, dass du mir auch weiterhin vertrauen kannst, aber ich habe Angst, dass du es nicht mehr tun wirst.“ Harry ließ seinen Kopf sinken und faltete seine Hände, bis Lucas diese festhielt und sein Atem rasselte. Er fror und Harry wartete darum nicht bis Lucas etwas sagte, sondern zog den Jüngeren wieder ins Bett und deckte ihn zu. Ein Wort kam dabei nicht über seine Lippen, doch das würde sich ändern, wenn Lucas die Kraft hatte eine Frage zu formulieren, die ihm sichtlich unter den Fingernägeln brannte: „Harry… ähm… wieso sagst du dieser Ruth nichts von mir?“

„Ruth vertraut dir nicht und sie würde dich am liebsten in die Wüste schicken.“ Harry hatte versprochen ehrlich zu sein und es tat ihm nicht einmal weh offen zu sprechen. Es ehrleichterte sein Herz, doch schnürte es sich wieder zu wenn er daran dachte welche Fragen ihn noch erwarteten. Er sah Lucas an und hoffte, dass es nicht zu schlimm sein würde, doch die nächste Frage überrumpelte ihn dennoch: „Du hast mit dieser Ruth, die mir nicht vertraut… du hast ihr verheimlicht, dass ich hier bin und doch vertraust du so sehr, dass sie deine Agenten führt? Bin ich auch einer deiner Agenten? Und was heißt das, Harry?“

„Es heißt, dass du mein bester Agent warst. Wir haben für England spioniert und unser Land gerettet. Wir haben in diesem Dienst beide viel verloren, aber wir haben einander als Freunde gefunden. – Ich vertraue dir Lucas… und ich möchte dich nicht zurück gehen lassen, weil ich dich nicht als einen der vielen Agenten verlieren will, die täglich ihr Leben aufs Spiel setzen.“ Harry ergriff Lucas´ Hand und sah in die Augen seines hilflosen Agenten, der nicht wusste, was ihm geschah: „Harry… du bist der einzige Mensch, dem ich vertrauen kann. Du bist der einzige Freund, den ich habe. – Bitte, sei ehrlich zu mir. Hatte ich durch diesen Job einen Unfall? Hätte ich für England sterben sollen? Und diese Bombe? Wäre ich jetzt da, wenn ich noch in deinem Dienst stehen würde? Würdest du mich auch mit Ruth arbeiten lassen und ihr vertrauen, dass alles gut werden wird?“

„Ich… was…?“ Harry fühlte sich vor den Kopf gestoßen. Wie sollte er Lucas´ Frage beantworten? Wie sollte er erklären, was er dachte, wenn er es sich nicht selbst erklären konnte? In seinem Kopf bildete sich ein großes NEIN, das aus dem Nichts kam und das er hinausschreien wollte. Woher kam es jedoch? Woher kam die Gewissheit, dass er woanders sein würde, wenn die Lage anders war? Woher wusste er, dass er seine Einheit anführen würde, sich für jeden Einzelnen einsetzen würde, wenn Lucas noch einer von ihnen war?

„Lucas, ich… ich wäre da. Ich würde in meinem Büro sitzen und den Auftrag überwachen. Ich weiß, dass ich dich in der ersten Reihe sehen würde, weil du schaffen würdest alles zum Guten zu wenden. Daran glaube ich. Darauf vertraue ich. – Aber ich will dich nicht in dieser Gefahr wissen. Ich will, dass du diese Chance nutzen kannst und dass du ein neues Leben hast. Du sollst frei sein und leben können.“ Harry drückte Lucas´ Hand und sein Druck wurde erwidert. Lucas wirkte nachdenklich, aber ein Lächeln umspielte seine Lippen: „Harry… ich kann das nicht allein. Du willst selbst frei sein und ein Leben beginnen, deshalb wünschst du es dir für mich. Du kannst den Weg nicht alleine gehen und du brauchst mich dafür. Du brauchst einen Freund, der dir sagt, was der richtige Weg ist. – Geh jetzt besser, Harry. Rette England. Dann reden wir weiter über die Zukunft… die Vergangenheit macht mir Angst, weil ich sie nicht verstehe.“

„Danke Lucas.“ Harry drückte Lucas´ Hand noch einmal stärker und ließ diese dann los, um sich auf den Weg zu machen. Lucas hingegen blieb allein und schloss die Augen zur Ruhe. Er wollte in eine seiner traumlosen Nächte verfallen, aber vor seinen Augen tanzten in diesem Traum Gespenster umher. Die meisten der Gesichter kannte er nicht, doch da war eines, das war ihm sehr wohl bekannt.

„Harry…“


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