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Have a Drink on me

von TammyBoo
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
01.05.2012
10.05.2012
3
3.742
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01.05.2012 1.228
 
Kapitel 1
Friends will be Friends


Lichter blinkten. Hellblau die einen, golden die anderen.
Steve Rogers konnte sein eigenes Gesicht in dem mattschwarzen Metall ausmachen, in welchem die Lichter eingelassen waren. Sein Spiegelbild hatte die Brauen zusammen gezogen und wirkte rechtschaffen verwirrt. Unschlüssig, welche der vielen Tasten zu drücken waren, atmete er schließlich tief durch.
"Okay ...", murmelte er, aufmunternd an sich selbst gerichtet. Er hatte gegen Nazis gekämpft, Chitauris in Schach gehalten, 70 Jahre im Ewigen Eis überlebt.
"Wie man heutzutage aufs Klo geht, weißt du aber noch, Cap. Oder?"
Steve zuckte fast unmerklich zusammen. "Natürlich. Solange sie nicht von dir konstruiert wurde ...", gab er automatisch zurück und erntete ein Lachen.
"Schwarz?"
Tony schob sich neben ihn und drückte ein paar der leuchtenden Tasten. Sofort fing die Maschine an zu gluckern.
"Pulver?", hakte Steve nach und warf Tony Stark einen zweifelnden Blick zu, als sich dieser wieder von der kleinen Küchenzeile abwandte.
"Zieht er automatisch. Eigentlich würde er das alles automatisch machen, aber Pepper bevorzugt Handarbeit.", erwiderte er und machte eine wegwerfende Handbewegung.
"Ah."
Steve betrachtete das Ding, das selbst in dieser für ihn so neuen Zeit wie Science Fiction wirkte. Die Kunst des Kaffeemachens hatte sich im Prinzip nicht sonderlich verändert... Nur hatte es Tony geschafft diesen Vorgang hinter einer Fassade zu verstecken, die gerade zu heraus schrie, das ihr Konstrukteur einer der größenwahnsinnigsten, genialsten Techniker der Westlichen Hemisphäre war.
Schlicht war anders.
Praktisch, in Steves Augen, erst recht.

"Wo befindet sich Miss Potts derzeit?"
Tony ließ sich wieder auf seinen angestammten Platz inmitten seiner Terminals fallen und rief mit einer Handbewegung einige Hologramme auf, die er stirnrunzelnd betrachtete.
"Thailand. Glaube ich."
Steve lehnte sich gegen die Wand neben der Höllenmaschine, die sich als Kaffeeautomat tarnte, und zog eine Braue hoch.
"Du glaubst."
"Geschäfte. Verträge. Stark Enterprises fördert einige humanitäre Projekte. Sie kümmert sich drum."
"Hm."

Ein Pling hielt ihn davon ab, weiter nachzubohren. Er warf einen Blick neben sich, und stellte fest das in einer Ausgabe knapp unter dem Bedienfeld auf einmal zwei Tassen standen. Der Kaffeeduft zog durch den Raum, der Tonys Allerheiligstes darstellte. Garage, Werkstatt, Labor und Wohnraum in einem.
Er hatte wohl in jedem seiner Imobilien eine solche Zuflucht eingerichtet.

Steve nahm die Tassen und kam an Tonys Arbeitsplatz.
"Du solltest dich bei ihr entschuldigen."
"Für was?"
Tony hatte gerade nach seinem Kaffee gegriffen, als er in der Bewegung inne hielt und Steve anstarrte.
"Für was immer du getan hast."
"Ich wüsste nicht, was ich getan haben sollte, damit Pepper nach Thailand oder sonstwohin verschwindet!", murmelte Tony und nahm endlich die Tasse, um sie neben sich zu stellen. Mit zusammen gezogenen Brauen wischte er einige der Hologrammbilder zur Seite.
"Vielleicht solltest du noch Blumen und ein paar Pralinen drauf legen.", schlug Steve vor und blieb stehen. Vorsichtig schnupperte er an dem Kaffee, ehe er einen Schluck nahm und den Mann vor sich weiter ansah.
"Wer hat dich eigentlich geschickt, um Dr. Phil zu channeln?"
Tonys Blick war weiter auf die Schaltkreise und Pläne gerichtet, die um ihn herum in der Luft hingen.
"Was denkst du?"
"Das niemand so bekloppt ist, dich mit einem Beziehungstherapeuten zu verwechseln.", stellte Tony fest.

Steve runzelte die Stirn, nahm dann einen letzten Schluck und stellte seine Tasse weg.
"Du weißt wie du mich erreichst.", murmelte er und verließ den Raum.
Tony starrte auf die Hologramme, bis er hörte, wie die Tür zufiel.
"Verdammt!", zischte er und griff nach dem ersten, das ihm in die Finger geriet.
Die Tasse explodierte in tausende kleine Scherben, als sie auf der Wand aufkam.
Wirklich besser fühlte sich Tony Stark dadurch aber auch nicht.

~*~


Als er das Anwesen verließ und sich auf sein Motorrad schwang, da war er sich sicher, das etwas nicht in Ordnung sein konnte. Tony hatte sich schon die letzten Wochen nicht wie er selbst verhalten. Und jetzt ...

Es vibrierte in der Innentasche seiner Jacke. Zum Glück hatte er sich daran bereits gewöhnt, so das er routiniert das Mobiltelefon heraus holte und auf das Display sah.
"Wie gehts ihm?"
Es war Sharons Stimme. Er fuhr sich über das Gesicht.
"Nicht ein dummer Spruch. Was ist deine Prognose?"
"Hm. Schwer zu sagen."
"Ja. Miss Potts hat sich jeden Kontakt in dieser Sache verboten."
"Sollte ich es einmal von Frau zu Frau versuchen?"
"So wie ich Miss Potts kenne, wird sie das nicht unbedingt dazu bewegen, über private Angelegenheiten Auskunft zu erteilen. Wir werden wohl warten müssen, bis Tony von selbst zu sich kommt."
"Schwierig. Die Angriffe in Europa..."
"Thor kümmert sich in Norwegen darum und ruft uns, wenn er Hilfe braucht. Und wenn das der Fall ist, fühle ich mich auch besser, wenn ich weiß das ich mich auf Tony verlassen kann."
"Dann lass dir was einfallen."
"Aye Ma'am."
Sie unterbrach die Leitung, und er steckte das Handy weg.
Die Maschine startete und der Motor schnurrte auf. Im nächsten Augenblick befand er sich auf der Straße nach NYC.

Das es mehr war als nur die Sorge, wie Tony im Falle, das sich die Krise in Norwegen auch auf die USA ausweitete, schlagen würde, konnte er Sharon nicht sagen. Er wusste ja selbst nicht, warum er so besorgt war.
So ... nervös, fast schon.
Er spürte instinktiv, das etwas nicht stimme. Zudem mochte er nicht der Experte in Liebesdingen sein, weiß Gott nicht, aber das etwas zwischen Pepper und Tony vorgefallen war, das hatte er schnell heraus gehabt. Nur was ...

Das Grün der Landschaft wurde spärlicher, je näher er der Stadt kam. Der Fahrtwind erinnerte ihn daran, das er wieder einmal nicht an den Helm gedacht hatte.
Safety first? Vorbildfunktion?
Er wurde nachlässig, durchfuhr es ihn, und presste die Lippen zusammen.

Steve war Stratege. Er hatte einen kalten, analytischen Verstand, der für die meisten Situationen in Sekundenschnelle einen passenden Plan ausspuckte.
Aber wie sollte er in das Herz eines Mannes blicken?

Wieder vibrierte es in seiner Tasche, aber dieses Mal tat es ein kurzer Griff seitlich des Bremshebels, und das Blue Tooth sprang an.
Noch so eine Erfindung.
"Es gibt einen Banküberfall an der Ecke Lexington und Devereaux."
Wieder Sharons Stimme.

Er erwiderte nichts. Banküberfälle waren normalerweise Sache der Polizei. Sie würde ihm schon sagen, warum sie ihn deswegen kontaktierten.

"Der Täter ist als Joseph Gellar identifiziert worden. Auch bekannt als 'The magnificent Gellar'. Tritt auf Kindergeburtstagen als Magier auf."

In jeder Zeit gab es Menschen, die so verzweifelt waren, das sie durch Kriminalität versuchten, Geld und Ansehen zu gewinnen. Aber das Mitgefühl, das Steve für diesen Gellar empfand, verflog während Sharon fort fuhr.

"Zeugen, die aus dem Gebäude fliehen konnten, erzählten das er den Tresor mit Hilfe einer Energiequelle gesprengt hat. Es gab Verletzte, die von Trümmern der Tür getroffen wurde. Er selbst blieb wohl durch ein Schutzschild davon verschont. Und jetzt hat er sich im Schalterraum mit einigen Geiseln verschanzt."
"Forderungen?"
"Keine."
"Bin in 10 Minuten dort."
Damit war es jetzt an ihm, die Verbindung zu unterbrechen.
 
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