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...pretend that airplanes in the night sky are like shooting stars? I can really use a wish right now...

GeschichteAllgemein / P12
Amerika England Preussen Russland Spanien Süd-Italien
24.04.2012
06.09.2013
17
23.590
 
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Dieses Kapitel
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24.04.2012 1.584
 
Vlad = Rumänien
Damyan= Bulgarien
Song: "Just be friends" by Vocaloid
http://www.youtube.com/watch?v=VoPzP-MwcLI
Alice P Jones  gewidmet, da sie sich das gewünscht hat:)
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“[...]Just be friends It's time to say goodbye[...]”


Da! Er hatte ihn schon wieder bemerkt! Damyan seufzte und versteckte sich inmitten der dichten Krone, die der mächtige, alte Baum mit Stolz trug, bettete sich in die Sicherheit, die er ihm gebar. Wie lange sollte das alles noch weitergehen? Obwohl er und Vlad schon seit Jahrhunderten Freunde waren, aber auch Kriege gegen einander geführt hatten, wusste er nicht, was ihre Beziehung eigentlich war, welcher Natur sie war. Sie war eine Seifenblase, die dauernd ihre Form änderte, aber nicht zum Zerplatzen gebracht werden konnte, wie sollte er sie also verstehen?

Ihre Grenzen waren schließlich undeutlich. Wieder wagte er einen Blick, schob zaghaft die lebendigen, frei wirkenden Blätter zur Seite, sie schienen zu kichern, zu tuscheln, ihn zu verspotten aber auch zu ermutigen. Sein Herz raste, hämmerte nur gegen seinen Brustkorb, sodass er nichts mehr hörte, außer dem Pochen seines Herzens. Er blickte ihn an. Vlad betrachtete ihn mit seinen tiefen roten Augen, ein freundliches Grinsen zierte sein Gesicht und Damyan... Damyan errötete bis sein Gesicht der Mohnblume am Fuße des Baumes glich.

“Hey Damyan! Cum merge ? Ce faci?”, fragte er kichernd, trat leichten Fußes näher und hielt sich an einem der liefer gelegenen Ästen des Baumes fest. Die Eiche war stark.  

“Ich... ich hatte dich nur beobachtet, um... meine Spionagefähigkeiten zu verbessern...”

Er guckte weg, er konnte dem aufmerksamen Blick nicht standhalten, er liebte ihn, aber... er durfte es ihm nicht mehr sagen, es war das Ende, sie sollten nicht so eine Beziehung aufrechterhalten, es  klappte nicht mehr... So sehr Damyan sich auch sträubte wie ein wildes Pferd, das gefangen werden sollte, damit er diesen Zustand nicht realisierte, es funktionierte nicht.

“Du solltest dich um andere Dinge kümmern, du kannst es nicht”, lachte Vlad, woraufhin er Dunkelhaarige schnaubte und die Blätter betrachtete – den Zweig hatte er immer noch nicht losgelassen. “Wusstest du eigentlich, dass Geliebte sich früher an Eichen trafen, weil sie beständig wirken?”

Der Wind fuhr durch die Blätter, flüsterte Dinge in einer anderen Sprache, die er nicht verstand, es war geheimnisvoll. “Das sind Dinge, die du in romantischen Gedichten gelesen hast, hm? Deutschland hatte mir welche der alten Balladen gezeigt... sie standen für die Vergänglichkeit des Lebens. Das ist gar nicht romantisch.”

Er brummte und blickte auf den Jungen am Boden, der seinen kleinen Zylinder polierte und wieder aufsetzte. Wie konnte er nur solche Dinge romantisch finden? Oder gar süß? Dennoch musst er letztlich lächeln, er konnte ihm nicht böse sein, da er immer einen Platz in seinem Herzen haben würde. Als Freund und Geliebter.

“[...]What the heck is this? Drips from my cut finger
Is this what we really hoped for?[...]”


Es tat ihm weh ihn wieder zu sehen, wenn er ehrlich war, eigentlich hatten sie einander geliebt. Eigentlich waren sie glücklich gewesen. Eigentlich hätten sie zusammen bleiben sollen. Eigentlich. Doch irgendwann waren wir es nicht mehr, wir wurden unglücklich, waren verletzt, wir konnten nicht glücklich werden, es war unmöglich, obwohl sie gemeinsam gelitten hatten, gekämpft hatten. Vielleicht war auch das der Grund , warum es nicht klappte, einiges an einander... veränstigte sie. Traurigkeit spiegelte sich in seinen wunderschönen Augen, er konnte sehen, wie sehr er litt, wie unglücklich er doch war, es aber nicht sagte. Wann war es Damyan noch mal eingefallen?

In einer seiner schlaflosen Nächte. Ihre Beziehung war blutbefleckt, geflickt, bestickt, neu gestrickt, verzwickt. Sie war der Grenze des zerreißens nah, doch – doch würden sie beide nie etwas sagen, um einen Freund nicht zu verlieren. Sie würden ein altes Ehepaar, das dahin vegetierte bis der Freund Tod sie holen würde. Vielleicht nur Freunde sein... Das wäre das Beste. Dann würde ihre Freundschaft nicht zerstört.


“[...]I knew it at the bottom of my heart, the hardest choice would be the best[...]
In the slowly decaying world, I'm struggling but it's the only way[...]
"No matter what we do, life is just like that" I mumbled[...]”



Plötzlich saß er neben ihm auf dem Ast, lehnte sich ihm entgegen, küsste ihn sanft, ohne Hast, während eine Träne den Weg über Vlads Wange suchte. 'Es ist falsch!', schrie eine raue Stimme in ihm, zerrte an den stählernen Ketten, die sie festhielten – sie bröckelten.

Es war hart für ihn, er kämpfte bis zum Schluss, er musste es ihm sagen, was hielt sie denn noch zusammen? Zufälle, Gegebenheiten, die es für die beide gemütlicher machte, sie waren schließlich nicht alleine, sie waren Freunde. Sie waren nicht glücklich. Als der freche Wind wiederkehrte, ihre Haare zerzauste, mit listigen Stimmen zischte und ihnen die Wahrheit wie Medizin einflößte, zerbrach er die Ketten, die sein Gewissen zügelten.

Damyan konnte nur diese Erinnerungen einer ehemals glücklich Zeit begraben, das schöne, verblassende Lächeln Vlads und das darauf folgende Lächeln seinerselbst, ihr Glück verstecken. Es war hart, sein Herz fühlte sich an, als ob es zerbersten würde, aber seine Entscheidung war gefallen. Sanft löste er sich von seinem Geliebten, dessen Küsse immer intensiver, verzweifelter geworden waren, und drückte ihn so weit von sich, dass er in sein Gesicht sehen konnte. Aus den roten Augen rannen Tränen, ließen die Ränder seiner Augen verschwimmen.

Dabei waren sie doch als er angekommen war bereits getrocknet gewesen... Rumänien wusste es. “Wir können so nicht weiter machen, Vlad... Du bist unglücklich, es zerreißt mir das Herz, aber...”, flüsterte der Bulgare und sah die Trauer zurückhaltend auf seine Hände. Es zerriß ihm seine Seele.


“[...]Because it'd never bloom again
It's tiny but already dead on my palms
Our time stopped long ago[...]”


Sie konnten sich nur trennen, sie konnten nur Freunde sein, es gelang nicht auf anderem Wege, egal wie schwer es eigentlich war.  Rumänien konnte es nicht fassen, aber er fühlte sich leer, Schmerz und Liebe füllten sein Inneres, aber der Schmerz übermannte ihn immer und immer wieder, ließ ihn aus heiterem Himmel in Tränen ausbrechen oder erfüllte ihn nur mit dieser unbändigen Trauer, er war nicht mehr glücklich. Wann hatte er sich zuletzt wie an einem sonnigen Sommertag im Kornfeld gefühlt?

Am Anfang ihrer Liebe. Sie war eine eine gelbe Rose mit roten Spitzen gewesen, die aber verwelkt war, je älter sie geworden war, wie sehr doch die Blätter recht hatten, Freiheit war die einzige Perspektive für sie beide, damit Glück und Leben... wieder ihre Körper erfüllen konnte. Wie sehr es doch weh tat. Anfangs waren diese wertvoller als alles auf der ganzen welt gewesen, zerbrechlich, aber leidenschaftlich, aber ihre Scherben schnitten in sein Fleisch, zerfetzten seine Seele und sein Herz. Er liebte ihn doch!

“[...]The bond between us has come apart and is dying away in everyday
Goodbye, my sweetheart, it's over
We have to leave without turning back[...]”


Immer wieder musste er sich an ihr erstes Treffen erinnern, sie kamen nicht direkt miteinander aus, da  Damyan merkwürdige Geschichten über ihn gehört hatte, aber sie waren mit Mutter Russland befreundet, wenn man es eine Freundschaft nennen konnte. Irgendwann jedoch sprach Bulgarien mit ihm, sie wurden Freunde,  Vlad hatte schon immer sein Lächeln geliebt, doch als er sich daran erinnerte, versetzte es ihm auch einen Stich und riss alte Wunden wieder auf. Wie viel Leid sie einander doch immer angetan hatten!

Er liebte den Dunkelhaarigen immer noch, er wollte nicht von ihm getrennt sein, aber es war unmöglich mit ihm zusammen zu bleiben. Tränen verwehrten ihm eine klare Sicht, er war nicht in der Lage vollkommen klar zu denken. Das einzige, das in seinem Kopf herumspukte war 'Ich liebe dich doch, bleib, egal wie weh es tut', eine Lüge für seine Seele.

Immer weiter entfernten sie sich von einander, nichts schien mehr zu existieren in dem Moment, in dem er diese worte ausgesprochen hatte, es existierte nur gähnende Leere, Stille, die sie einbettete und nicht freigeben wollte. Es war ein Auf-Wiedersehen. Für immer.
Er wünschte, dass er einen Wunsch frei hätte, dass er noch einmal in die Tage zurückkehren konnte, als sie noch gemeinsam glücklich gewesen waren. Er wünschte, dass er noch einmal gebore würde, um ihn wieder so wie damals zu sehen, wie damals...  

“Довиждане, моя любов”, sagte Damyan ihm und küsste ihn liebevoll auf die Stirn, bevor er hinunter kletterte und eiligen Schrittes davonlief.  

“Te iubesc...Îngerul meu ...”, flüsterte er, als er seinem ehemaligen Partner hinterherblickte. Nur seine Tränen wussten es und nahmen es mit in die Erde, als sie im grünen Gras aufschlugen und versickerten. Wie sehr er doch seine Freiheit jetzt verfluchte!  

“Te iubesc...Îngerul meu ...”

"[...]It's all over." - Just be friends.


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Cum merge ? Ce faci? = Wie geht's? Was machst du da?
Довиждане, моя любов = Auf Wiedersehen, mein Liebling
Te iubesc...Îngerul meu ... = ich liebe dich..., mein Engel...

Eiche= in der Romantik stand sie als Vanitassymbol für das Leben, als auch für Standhaftigkeit

Die Romantik war eine Epoche, die von den Napoleonischen Kriegen, den Einheitsgedanken der Völker (besonders in Deutschland) und Revolutionen geprägt war, die Leute zogen sich in die Gefühlswelt zurück. Viele Gedichte handelten vom Herzschmerz, dem Tod/Verlust des Geliebten oder auch in einem Gedicht von Goethe (Glaube ich zumindest) wartete der/die Geliebet an einer Eiche auf den Partner, der aber kurz darauf schon wieder gehen musste.

GRÜNE Blätter und Gras:= Grün als Farbe für Leben, Freiheit, Frühling

Die gelbe Rose mit roten Spitzen steht für Freundschaft als beginnende Liebe;)
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