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...pretend that airplanes in the night sky are like shooting stars? I can really use a wish right now...

GeschichteAllgemein / P12
Amerika England Preussen Russland Spanien Süd-Italien
24.04.2012
06.09.2013
17
23.590
 
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24.04.2012 2.047
 
Hallihallo und ein neues Kapitel ist da <3  Es ist wegen eines Wunsches Alphrad Malkowitsch gewidmet aber natürlich wünsche ich euch allen Spaß und Freude beim lesen! Ich habe dieses Kapitel dem Lied "I ran away" von Coldplay gewidmet, da ich über die Ivasion der Roten Armee ( also der "Streitmacht" der russischen Kommunisten) 1940 in Litauen geschrieben hatte.

(Einen Link kann ich euch leider nicht geben, da ich kein Video dazu finde:()

Stalin und Hitler hatten 1939 den Hitler-Stalin-Pakt geschlossen, der unter anderem die Zusammenarbeit bei der Eroberung Polens und des Ostens beinhaltet, beide trieben ihr Unwesen, unterwarfen den Ostblock. Unter anderem natürlich Litauen, woraufhin viele Litauer u.a. auch anch Amerika flüchteten. Kurz drauaf hintergang HItler Stalin und griff Russland an, die Kriegserklärung kam erst, als die deutschen Flugzeuge über Moskau waren.
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I ran away from you, that's all I ever do
Though I started here,
I ran away from you I'm gonna come on in and see it through
I ran away from you, that's all I ever do
And when I heard you call to come back to me
I know why I should stay,
I don't have the stomach to


Es raschelte, es rauschte, es flog vorbei wie ein Vogel der aus seinem Käfig ausbricht und in den großen, weiten Himmel fliegt, um frei zu sein. Er rannte, lief um sein Leben, um ihm nciht in die Hände zu fallen, ihm, der ihn schon immer gedemütigt und unterdrückt hatte, ihm, der liebte und hasste, ihm, der ihn als Spielzeug sah. Litauen wollte nicht mehr bei ihm bleiben, bei dem er lange Zeit gewohnt hatte, den er als kleiner Junge getroffen hatte, mit dem er hatte Freunde werden wollen, er wollte nur noch weg, zu Russlands Feind Amerika.

Erschöpft trugen ihn seine Beine weiter, ließen grüne Bäume, das Meer, Berge, menschliche Silhouetten, Schiffe, Straßen vorbei rauschen, die Landschaft veränderte sich, während er die Straßen zu Alfreds Haus entlang raste in der Hoffnung Schutz bei dem zu finden, den er am meisten mochte.Natürlich fühlte er sich schuldig, einfach wegzulaufen, Eduard und Raivis einfach alleine zurückzulassen, aber er konnte nicht anders, die Rote Armee war in seinem Land eingefallen, alle flüchteten solange sie konnten.

Die Russen wollten den Faschismus und Kommunismus stärken, ihn verbreiten, hatten sich mit Hitler verbündet, sodass Osteuropa in Armut und Elend versank, in einem zweiten Mittelalter. Wer war denn solch ein Narr und verweilte in seinem Haus, um verschlungen zu werden, um den Krieg ins bloße, nackte Antlitz zu blicken?

Sein Atem war stockend, rasselnd, er wusste, dass ihm nicht mehr genug Kraft blieb, aber er musste die letzten Meter bewältigen, er hatte Angst. Angst vor dem Dämonen, der wie ein dunkler Schatten über ihm schwebte, es war seine einzige Chance zu entkommen. Ivan war der Mann, dessen Landsleute vom Mittelalter in den Kommunismus, in die Diktatur gerutscht waren, die nicht wussten, was eine Demokratie war, was Freiheit war, da sie immer nur Herrschende erlebt hatten, die eine Alleinherrschaft angestrebt hatten – Lenin, Stalin. Sie regierten über Jahre hinweg seitdem sie die Oktoberrevolution, die im Jahre des Herrn 1917 begonnen hatte, gewonnen hatten, es war schrecklich anzusehen und Litauen war ihnen zum Opfer gefallen.

„Amerika! Amerika! Alfred“, schrie er mit letzter Kraft, wobei seine Stimme immer leiser, schwächer, verzweifelter wurde.


Everyone I know says I'm a fool to mess with you
And everyone I know says it's a stupid thing to do
I have your love on call and yet my day is not so full
There might be nothing left to do and so I ran away from you



„Alfred Foster Jones!“

Angst beherrschte ihn, ließ sein Herz wie wild in seiner Brust schlagen, sodass Toris fürchtete, dass es seine Brust zerreißen und zerfetzen würde, jeder hatte ihm doch gesagt er sei ein Narr, dass er sich mit Ivan Braginski, dem großen Russland, anlegte. Er wusste doch, dass er nach ihm rief, ihn zurückhaben wollte, ihn, damit Russlands Macht vergrößert, ausgeweitet wurde, aber Toris war nicht mutig genug, um sich seinen Zorn auszusetzen, die harten Schläge auf seinem Gesicht, seiner Brust, seiner ganzen Haut zu spüren.

Es war eine eigenartige Art der Liebe, die er anders empfand als er vielleicht tun sollte, und jeder sagte ihm er wäre dumm, verrückt, dass er weglief, obwohl er keinen anderen Weg erkannte, da nichts übriggeblieben war außer dem letzten Atem, der immer wieder von ihnen ausgestoßen wurde, ohne Worte, und sie bis zum Ende des Weges der Welt fristeten. Deshalb war er auch weggelaufen.



I'm gonna come on in and my eyes are closed
I can feel it there, the sun's so close




„Lithuania? Litauen? Toris?“, rief eine überraschte Stimme, die dem jugendlich erscheinenden Amerikaner namens Alfred F. Jones gehörte, ihm, der seine einzige Zuflucht in diesem Moment war, der ihm ermöglichen konnte frei zu sein.

„Alfred...!“, flüsterte er erleichtert, als er vor Erschöpfung in Alfreds  Arme fiel, er war froh es geschafft zu haben, den Klauen dieser russischen Bestie entkommen zu sein, den Gefahren des Faschismus, dem Elend, auch wenn er noch immer ahnte, dass viele unter der Fremdherrschaft leiden würden.

Als er gerade weggelaufen war, war er blind gewesen, er war umher geirrt, in einem Labyrinth, in dem er keinen Faden gefunden hatte, der ihn aus der Blindheit hätte führen, aus der Gefahr hätte bringen können  bis er ganz genau gefühlt hatte, dass er so nah am Ausgang gewesen war. Es war wie das Eintauchen in das warme Sommerlicht gewesen, das Leben hatte getobt, hatte ihm zugerufen, dass er nah sei, Wärme hatte ihn umfangen und er hatte sich der Sonne so nah wie noch nie gefühlt, er war glücklich gewesen, dass er etwas so unglaubliches wie noch nie vollbracht hatte.

Langsam hob Alfred ihn auf, strich dem schwachen Litauen ein paar dunkle Strähnen aus dem blassen Gesicht von Angst, Hunger und Leid gezeichnet. Obwohl er es nie vor anderen zugegeben hätte, er sorgte sich um ihn, er wusste, dass Russland sein Unwesen trieb, aber die Erschöpfung, die Toris ausgezehrt hatte, zeugte von gefährlicheren Machenschaften innerhalb Europas, einer Gefahr, die alle betreffen könnte.  Zaghaft legte er ihn in sein Bett, deckte ihn zu, damit sein Freund schlafen konnte ohne zu frieren, und holte Wasser und Tücher, um den Fieber- und Angstschweiß  aus der totenbleichen Stirn wegzuwischen , um sich um ihn zu kümmern.

Toris zitterte, wälzte sich umher, gefangen in Albträumen, in denen die Rote Armee, Russland selbst, Hitler ihn und die anderen Kleinstaaten verfolgten bis er aus dem unruhigen Schlaf zitternd und schwer atmend erwachte. Es war früher Morgen, als es gerade dämmerte. Das weiße Licht des Mondes fiel schwach in das ungewohnte Zimmer, erleuchtete  einen
wuchtigen Schrank, ein Regal, in dem Waffen gestapelt waren wie ungewöhnliche Bücher über Archäologie, Videospiele und übernatürliche Phänomene.

Trotz der Unbekanntheit des Raumes, fühlte er sich wohl, es war gemütlich eingerichtet mit witzigen Bildern, Teppichen und dem großen,  gemütlichen Bett, in dem er lag. Als letztes fiel sein Blick auf einen Schaukelstuhl neben dem Fenster, das er zuerst erblickt hatte.

Verwundert, dass er ihn und die darauf sitzende Person nicht direkt bemerkt hatte, sah er genauer hin, doch erkannte keinerlei Bewegungen, sie war groß und schien einen Mantel oder eine dicke Jacke zu tragen, sodass seiner Kehle ein spitzer Schrei entfuhr, den er nie von sich erwartet hätte, da nur ein einziger Gedanke in seinem Kopf zu existieren schien: Er war da. Russland.

Verängstigt versuchte er aus dem Bett zu krabbeln, einen Weg zwischen den unzähligen Decken und Kissen zu finden, aber er kam nicht voran, fiel andauernd hin, krallte sich fest und schaute sich hektisch auf der Suche nach einem geeigneten Versteck oder einer Waffe um. Plötzlich wurde das Zimmer von einer warm leuchtenden Lampe erhellt, zeigte, was sich in der Dunkelheit verbarg wie die gefürchtete Gestalt, die ihn erschrocken hatte.

Sie war aufgesprungen und hatte sich vor ihn gestellt, redete mit beruhigenden Worten auf ihn ein. Alfred. Verschwitzt und immer noch zitternd entspannte sein Körper sich und blieb schlapp, schwer atmend liegen, er verarbeitete seine Schreckensvision vom Eiskönig, dem verhassten Eroberer und Peiniger, und weinte, ließ all seinen Frust, seine Furcht, seine Anspannung davon gleiten.

„Toris... alles ist gut, du bist in den USA nicht Russland oder Litauen.Du bist in Sicherheit“, flüsterte er und nahm den weinenden Litauer  behutsam in den Arm. Nie hätte Alfred erwartet, dass dieser so reagiert hätte.

Wie lange sie da saßen, wussten sie nicht, sie waren sich nur der Situation, in der sie sich befanden, der Träume und der Visionen bewusst, die immer noch in Toris Kopf so klar wie zuvor schwebten und ihn nicht mehr losließen.




I'm gonna come on out and burn the sky
A star arose in my own cage
I'm stuck in line and in a cage
Just a single little star, I sing for




„Hier ist dein Kaffee.“

Alfred stellte eine dampfende Tasse des braunen Getränks vor Toris, der in sich zusammen gesunken im Nachthemd am Tisch saß und ihn aus dankbaren Augen anschaute, hin. Noch immer sah er müde aus, dunkle Augenringe zierten sein Gesicht, ließen ihn noch blasser und kränker erscheinen, auch war er ausgemergelt, dürr und knochig wie der Tod selbst. Dabei war er diesem doch gerade erst entkommen. Schwach lächelte er, er war es nicht mehr gewohnt, Freundlichkeit von einem großen Land zu erhalten.

Ein Stuhl wurde mit einem metallenen Geräusch auf den schönen Fliesen gezogen, während Toris einen tiefen Schluck nahm und die Wärme, die aus der Tasse empor stieg, durch einen Blick in ebendiese genoss, als er wieder aufblickte, dass Alfred ihm gegenüber in einer Art Nachtanzug mit übergeworfener Bomberjacke saß und ihn hinter seiner Brille lächelnd beobachtete. Er fühlte sich in der modernen Küche mit ihm sehr wohl, nichts erinnerte an die dunkel erscheinenden, russischen Küchen, er war in Amerika, dort, wo alles modern und heimisch wirkt, bei seinem Freund.

„Geht es dir besser?“

„Ja... danke, Al, danke, dass ich hier bleiben darf...“, antwortete er ihm leise ohne auch nur seinen Gedanken nachzuhängen, er wollte es nicht, er wollte nicht an seine Vergangenheit denken, denn er war wie ein Vogel im Käfig aufgewachsen und als Phoenix würde er ausbrechen, ist so ausgebrochen, ein schillernder Stern, dessen Stunde jetzt geschlagen hatte, damit er leuchtete und seine Farben überall verbreitete, er brauchte den Russen nicht. Dafür sang er immer seine Lieder, für das, was er Freiheit nannte.



Everyone I know says I'm a fool to mess with you
And everyone I know says it's a stupid thing to do
I have your love on call and yet my day is not so full
There might be nothing left to do and so I ran away from you




Selbst, wenn ihn jeder einen Narr nannte und ihn für verrückt erklärte, er war bei Alfred und das war, was zählte.

„Das ist kein Problem, Dude, denn ich bin der Hero und dein Homie“, lachte er mit seinem heroischen Lachen, dass Toris an ihm so liebte, es brachte ihn  immer zum Lachen. „Du kannst so lange bleiben wie du willst, fühl' dich wie zu Hause, alright?“

Er stand auf und klopfte ihm auf die Schulter und drückte ihn danach für einen Moment, was Toris leicht erröten lies, er war es nicht gewohnt, aber genoss es.

„Hast du Hunger? Ich mache dann was zum Futtern“, fragte er und ging zum Kühlschrank, um Eier, Bacon und weiter famose Dinge herauszuholen, ohne eine Antwort abzuwarten.

„ Ja, ziemlichen Hunger...“, murmelte er und errötete, als sein Magen sich wütend meldete.

Während er gelaufen war, hatte er nicht bemerkt, wie hungrig er gewesen war, aber nach dieser anstrengenden Nacht und der abgefallenen Anspannung, hatte er Bauchschmerzen und wünschte sich noch einmal etwas essen zu dürfen, auch, wenn es nur die mageren Portionen waren, die durch Missernten bedingt waren.

Die Zeit verstrich schnell, als Alfred am Herd arbeitete und der ganze Raum von wunderbaren Gerüchen gefüllt wurde, die in seinem Mund ein ganzes Meer entstehen ließen, sie schwiegen, es war aber nicht schlimm, es war angenehm.

„Danke.“

Der Blonde drehte sich um und blinzelte ihm einmal mit einem freundlichen Lächeln zu.

In diesem Moment wusste Toris, das ihn und Alfred mehr verband als Freundschaft.
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