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Tomb Raider: Too Close

von Hela
KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16
Kurtis Trent Lara Croft
22.04.2012
24.04.2012
3
3.219
1
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22.04.2012 1.258
 
Tomb Raider: Too Close

By Moonlight



Für gewöhnlich hatte die Aristokratin noch nie einen leichten Schlaf gehabt, schließlich war sie dafür auch viel zu müde gewesen. Doch als es polterte riss sie die Kastanienbraunen Augen auf. Zu erst rührte sie sich nicht und horchte stattdessen. Vielleicht hatte sie sich dies nur eingebildet. Nachts hörte man gerne dinge, die vielleicht gar nicht da waren. Dann wiederholte sich das Poltern und sie schob langsam die Decke von sich. Ihre nackten Füße berührten sanft den Boden und sie schlich rüber zu dem Wandmechanismus, der ihre beiden 9mm-Pistolen relativ sicher verwahrt waren. Sie legte die beiden kleinen Hebel um, nahm die eine Waffe entgegen und entsicherte diese. Sie brauchte nicht auf die Uhr zu schauen um zu wissen, dass es spät genug war. Ebenso wusste Lara auch, dass weder Winston noch Zip solch einen Krach anstellten.
Die Brünette war eigentlich ziemlich ruhig und ging bedacht vor. Nicht wie irgendjemand, der einfach Panik schob. Sie öffnete eine Tür, die wieder zurück in den Flur führte. Wenn tatsächlich jemand eingebrochen war, aus welchem Grund auch immer, würde diese Person garantiert nicht die Geheimgänge nutzten. Somit würde Lara dieser Person wenn überhaupt auf einem direkten Weg begegnen.
Da der Flur doch etwas länger war, legte sie einen Gang höher und sprintete Leichtfüßig über den dunkelroten Teppich. Die riesigen Etagenfenster waren nicht bedeckt, dadurch fiel das helle Mondlicht hinein und tauchte alles in einen sanften Grauton.
Letztendlich erreichte sie die Tür, die zu der Treppe führte. Allmählich bekam sie kalte Füße und das wirklich. Obwohl sie sich eigentlich unauffällig wie möglich bleiben wollte, schabte sie mit den Füßen über den Teppich unter ihr und erzeugte somit durch die Reibung Wärme.
Und schon ging es weiter. Ab hier ging die Countess of Abbington wieder still und unbemerkt ihren Weg nach unten in die Halle. Wenn es hier irgendjemanden gab, der etwas stehlen wollte oder sonstiges, musste er sich früher oder später hier aufhalten. Mit etwas Glück hatte Lara sich auch einfach verhört und litt einfach unter der Tatsache, dass sie seit ‘nem gefühlten Jahr nichts aufregendes mehr erlebt hatte. Zumindest nicht aufregend genug.
Ihr Blick wanderte im Mondlicht beschienenen Raum umher. Als sie eine Präsenz verspürte und es schließlich auch noch rascheln hörte, war ihr vollkommen klar, dass jemand dort war. Schnell drehte sie sich auf dem Absatz und fixierte mehrere Punkte mit ihrer Waffe. Nur ein genaues Ziel fand sie nicht.

Vorsichtig ging sie einige Schritte zurück und stoppte ungewollt. Etwas kühles berührte ihren Nacken und wanderte zu ihrer Wange. Das kalte Eisen einer Pistole drückte ihren Kopf leicht nach links. Als die Brünette nach rechts schauen und sich der Waffe widersetzten wollte, wurde der Druck nur stärker. Auf eine bekannte Art und Weise, war es wie ein Déja Vu nur an einem anderen Ort. Sie war so sehr auf die Waffe konzentriert, dass sie leicht zuckte, als sie eine Berührung an ihrer Schulter spürte. Sie spürte regelrecht wie ihr Herz in der Brust einen Satz machte und mindestens um das dreifache anfing zu schlagen. Wieder versuchte sie einen Blick zu erhaschen, obwohl sie ganz tief in ihrem Inneren schon längst wusste um wen es sich handelte. Die Hand auf ihrer Schulter strich langsam ihren Arm hinunter zu ihrer Hand und entnahm ihr die Pistole. Sie hatte nur die eine Waffe, deswegen war Lara einen Augenblick etwas starr als die Hand des, definitiv, Mannes hinter ihr wieder über ihren Bauch und zur anderen Seite ihrer Hüfte fuhr. Kurz schluckte sie und bracht ein ungewolltes stöhnen heraus als sie herumgewirbelt wurde. Sofort erblickte sie die blauen Augen Kurtis Trents. Der einzige Unterschied zu diesem Moment und dem im Louvre war, dass er die Waffe runter nahm und einfach grinste. Sie verstand gerade nicht was daran lustig war! Einerseits war sie erleichtert, dass es kein Einbrecher war- Moment, er war ein Einbrecher. Während er ihr noch in das Gesicht starrte und die Waffe wieder in die Halterung steckte, holte sie plötzlich aus und schlug ihm mit der rechten Hand in das Gesicht. Er fluchte laut und taumelte etwas zur Seite.
“Verdammt!”
Kurtis schüttelte sich und schaute kleinlich zu ihr hinauf. “Was sollte das denn?!”
Lara hatte die Augen weit aufgerissen und den Finger erhoben, als versuchte sie einem kleinen Jungen benehmen beizubringen. “Du verschwindest Spurlos, meldest dich nicht auf irgendeine Weise, brichst nach etwa drei Jahren in mein Haus ein und erwartest eine freundliche Begrüßung?! Habe ich schon erwähnt das es Mitternacht ist?!”, rief Lara in einem Flüsterton aus. Eigentlich könnte es ihr ziemlich egal sein, ob sie jemand hörte.
Sie sah ihm an, dass er mit dieser Reaktion tatsächlich nicht gerechnet hatte.

Kurz seufzte sie und wischte sich über die Augen.
Als sie ihn da so sah, wie er sich die linke Hälfte seines Gesichts hielt, bemerkte sie, wie wenig er sich verändert hatte. Sie fragte sich, ob er das selbe von ihr dachte. Kaum merklich schüttelte sie den Kopf und überlegte was sie tun sollte. Ihr Blick wanderte kurz zu Boden und wieder zurück auf ihn. Er hatte sich inzwischen an den Druck gewöhnt der sich in seiner Gesichtshälfte ausübte. Kurtis räusperte sich und wagte es schließlich seine Stimme zu erheben. “Bist du erst hier hergezogen?”, fragte er und schaute auf eine hölzerne Kiste neben ihn. Lara fixierte ihn wieder eindringlich und sie spürte wie unbehaglich ihm dabei wurde. “Nein”, antwortete sie knapp darauf und wandte sich von ihm ab um sich auf das Sofa zu setzten. Er folgte ihr ohne einen Kommentar zu ihrem Handeln. “hmh”, machte er darauf und setzte sich ebenso auf das Sofa ihr gegenüber.
“Wo warst du?”, fragte Lara schließlich und beugte sich leicht nach vorne. Er hingegen lehnte sich zurück und schaute kurz an die Decke. Er holte Luft und rieb sich über den Nacken. “Ich bin Untergetaucht.”
“Wieso? Ich meine, die größte Bedrohung haben wir doch beseitigt.”
Lara sah wieder Bilder von Paris und Prag. Und von diesem Eckhardt und nicht zu vergessen dieses ungeheuerliche Vieh. - Der Schläfer.
Er gab keine direkte antwort. Stattdessen schob er seine Ärmel nach oben und klopfte sich etwas staub von seinem schwarzem Hemd. Lara meinte zu wissen, was er damals getragen hatte. Doch dem war jetzt nicht mehr der Fall. Lediglich die Hose ähnelte der, die er in ihrer Erinnerung anhatte, nur einen Farbton dunkler. Sie legte kurz den Kopf in den Nacken und schüttelte ihn. Warum merkte sie sich solch einen Schwachsinn. Kurtis hatte sich erfolgreich von der Frage hinweg geschwiegen und wagte es schließlich wieder ihr in das Gesicht zu schauen.
Die Archäologin erhob sich und der braunhaarige folgte ihr mit seinem Blick. Sie ging in Richtung Treppe. Auf der ersten Stufe blieb sie stehen und schaute über ihre Schulter zu ihm. “Komm”, forderte sie ihn auf und ging weiter hinauf. Kurtis sprang regelrecht auf und folgte ihr die Treppe hinauf. Wo sie ihn wohl hinführte?

Lara war ihm einige Meter voraus. Er war auch viel zu sehr damit beschäftigt sich den Flur genauer anzuschauen, sodass er gar nicht die Möglichkeit gehabt hätte sie zu überholen. Interessante Gemälde zierten die neu errichtete Wand. Hier und da standen noch ein paar Kisten und sogar ein Farbtopf stand auf einem teurem Mahagonitisch. Plötzlich stand er direkt neben ihr und musste ein paar Schritte zurück, da es doch etwas sehr nah gewesen war. Seine Aufmerksamkeit galt nun wieder ganz ihr. Sie hob eine Augenbraue und legte die Hand auf den Türknauf und drehte diesen herum.
Interessiert richtete er seinen Blick auf die Tür und das was sich nun offenbarte.
Ihr Schlafzimmer.
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