Zehn Dinge, über die man niemals lesen wird

von sunXmoon
Aufzählung/ListeHumor, Parodie / P16
21.04.2012
21.04.2012
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Es gibt nichts, was es nicht gibt, zumindest wenn es um Fiktion geht. Dennoch scheinen einige Dinge tabu zu sein. Ein Wunder, wenn man bedenkt, worüber schon alles geschrieben wurde, welch düstere Gedanken man zu Papier gebracht und welch unaussprechlichen Sehnsüchte man geteilt hat. Ein Wunder, das es wert ist, näher betrachtet zu werden. Darum urteilt selbst über die:



Zehn Dinge, über die man niemals lesen wird



1) Eine Frau verliebt sich in einen verheirateten Mann, doch seine Ehe ist weder unglücklich noch war sie eine Vernunftheirat und seine Gattin ist auch kein berechnendes Biest, das ihn in sein Verderben treibt. Er erwidert diese Liebe daher nicht und die Verschmähte schwört aus lauter Frust den Männern ab und lebt von da an mit ihrer Katze in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung.


2) Ein großer, breitschultriger, umwerfend attraktiver Mann verliebt sich in eine unwiderstehlich schöne Frau und als sie miteinander schlafen wollen, ist sie enttäuscht von seiner geringen Ausstattung und der Abend endet in unbefriedigtem Frust.

Alternativ dazu:

3) Dasselbe Szenario, diesmal ist der Mann allerdings reichlich ausgestattet, wie man es aus diversen Liebesromanen gewöhnt ist und die beiden schlafen miteinander. Die Frau findet an seiner unglaublichen Größe jedoch kein Gefallen, weil es einfach nur verflucht wehtut.


4) Der Held ist extrem gutaussehend, behandelt aber jeden um sich herum wie Abfall. Die Frau, die ihm bei der Rettung der Welt helfen soll, streitet sich oft mit ihm und findet ihn generell doof, weil er ein Arschloch ist. Sie ändert diese Meinung allerdings auch nicht, nachdem er ihr das Leben gerettet hat und/oder sie von seiner tragischen Vergangenheit erfährt, weil das ihrer Meinung nach kein Freibrief ist, sich wie ein Idiot zu benehmen. Statt sich doch noch auf den Helden einzulassen, kommt sie am Ende mit seinem etwas schüchternen, aber freundlichem Begleiter zusammen und ist glücklich.


5) Der Bösewicht wurde besiegt und bei der darauffolgenden Feier betrinkt der Held sich bis zur Blödsinnigkeit, stürzt eine Treppe hinunter und bricht sich das Genick. Er geht in die Geschichte ein als der trotteligste und kurzlebigste Held, den es je gegeben hat.


6) Der Bösewicht ist kein größenwahnsinniger Irrer, sondern handelt mit Bedacht und Überlegung. Er lässt den Helden nicht erst auf sein Schloss schleifen, sondern sofort ermorden. Er überträgt seine Kräfte nicht auf leblose Gegenstände, deren Aufenthaltsort er nicht kennt. Es gibt keine geheimen, uralten Eingänge in seinem Schloss und jedes Abflussrohr ist zu klein, als dass ein Mensch hindurch kriechen könnte. Der Held wird besiegt, alle Hoffnung vernichtet und der Bösewicht regiert viele Jahre lang, bis er schließlich friedlich an Altersschwäche stirbt.


7) Nachdem dem attraktiven Held hunderte von Frauen verfallen sind, holt er sich schließlich eine Geschlechtskrankheit, die ihn nicht nur abschreckend für weitere Eroberungen macht, sondern zudem extrem schmerzhaft und peinlich ist, bis er ihr schließlich erliegt, ohne besonders viel zur Rettung der Welt beigetragen zu haben.


8) Der Held soll einen weisen Mann aufsuchen, der angeblich Rat weiß und dafür bekannt ist, dass er nicht in Rätseln spricht, sondern genaue Angaben macht und auch nichts verschweigt. Der weise Mann stirbt jedoch nicht kurz nach dem Besuch des Helden, nachdem er ihm die wichtige Botschaft auf dem Totenbett zugeraunt hat, sondern schon Wochen zuvor an einer Grippe.


9) Der Held wird auserwählt, die Welt zu retten und beginnt, eine Gruppe von Abenteurern um sich zu sammeln und Waffen zu besorgen. Es nimmt ihn allerdings niemand so richtig ernst, weil der Held ein stadtbekannter Geisteskranker ist, der sich die dunkle Bedrohung sowie seine Rolle als Auserwählter nur einbildet. In Wirklichkeit lebt das Land schon seit vielen Jahren in Frieden und der hiesige König ist mit dem des benachbarten Königreiches eng befreundet.


10) Bei dem Helden handelt es sich um einen Schmied/ einen Hobbit/ einen Mann ohne besondere Herkunft und Ausbildung, der bisher ein beschauliches Leben führte und dem plötzlich eine besondere Aufgabe übertragen wird. Der Beinahe-Held weigert sich aber, weil ihm dieser plötzliche Rauswurf aus seinem bisherigen Leben zu viel ist und er damit nicht umgehen kann (oder er zu feige ist) und überlässt die Aufgabe Leuten, die stärker, erfahrener und besser ausgebildet sind und die das Gewünschte dreimal so schnell und mit weniger Verlusten erledigen können.