Star Trek - Andere Perspektiven

von Toth
CrossoverAbenteuer, Humor / P12
20.04.2012
13.01.2017
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Bevor der werte Leser die ersten Zeilen des ersten Kapitels liest und von einem WTF-Moment erschlagen wird: Keine Panik, das ist Star Trek. Zumindest zu 80%. Es ist nur ein eigenes Schiff mit eigener Crew und eigenen Abenteuern, welche im Serienformat gepostet werden. Zumindest, wenn ich mich endlich dazu antreiben kann, die nächste Episode zu schreiben. Was vielleicht auffält ist mein exzessiver Gebrauch von anderen Franchises im Holodeck. Darum an dieser Stelle: Mir gehört absolut gar nichts, das ist nur eine zum Spaß und zur Unterhaltung geschriebene FF. Star Trek gehört Paramount, Stargate gehört MGM, alle anderen Franchises gehören vielen anderen Besitzern, denen ich hiermit versichere, dass man stolz darauf sein kann, dass es in über 300 Jahren noch populär ist. ;)
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Es war ein angenehm kühler Abend. Einige Wolken kreuzten am Himmel und das Meer aus Lichtern ließ den Anschein eines ganz normalen Abends erwecken. Doch selbst die sanften Wellen, die gegen die gewaltige Stadt brandeten, konnten nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass sämtliche restlichen Bewohner der Stadt extrem nervös waren, obwohl es nur noch Militärs waren. Dann kam der Befehl, die Lichter abzuschalten. Gebannt starrten die Soldaten in den sternenklaren Himmel, krampfhaft ihre Waffen umklammert.

„Immer daran denken, kurze gezielte Salven!“, brüllte ein allzu eifriger Unteroffizier, bevor er sich an eine der Railguns setzte, doch man ignorierte ihn, denn jedem war sein Job bereits klar. Irgendwo da oben, da war ein Feind, viele Jäger hatte er ausgeschickt, wohlwissend, dass diese nie zurückkommen würden, doch sie sollten die Verteidigung von Atlantis überprüfen und Teams absetzen, die so viel Schaden wie möglich anrichten.

„Achtung, sie kommen!“, brüllte wieder der Unteroffizier, während vier Leuchtraketen in den Himmel geschossen wurden.

Dem ein oder anderen ging der Gedanke durch den Kopf, dass das ja irgendwie auch ganz schön aussieht. Sie revidierten ihre Meinung in dem Augenblick, als plötzlich im Schatten der Raketen Dutzende von schwarzen Punkten erschienen, die mit aberwitziger Geschwindigkeit auf die Stadt zurasten.

Während in der Stadt die Soldaten mit aller Kraft Salve um Salve in den Schwarm feuerten, rannte Major Sheppard in diesem Augenblick so schnell wie möglich zum sogenannten Stuhlraum, in einem Turm am Rande der Stadt.

„McKay, werfen sie ihn an!“, brüllte er den Kanadier an, der völlig ermüdet am Naquadah-Generator werkelte.
„Dauert noch eine Minute!“, antwortete dieser.
„Wir haben keine Minute!“
„Hören sie, dieser Generator kann den Stuhl nur in einem kontrollierten Überlastungsmodus mit Strom versorgen!“
„Jetzt werfen sie das verdammte Ding schon an!“
„Das versuch ich ja gerade…“

Die Schlacht fegte weiter über der Stadt und die beiden waren so sehr mit dem Stuhl beschäftigt, dass sie nicht merkten, dass sich auch zwei Marines im selben Raum befanden. Lieutenant Peter Samuels blickte in den nächsten Korridor hinaus. Bis auf Waffengeräusche und dumpfe Einschläge gab es dort nichts.

Er erlaubte sich ein kurzes Aufatmen, dann blickte er zu dem Soldaten neben ihm. Dieser Marine, Lieutenant Alex Newman, war gezwungenermaßen sein Zimmergenosse geworden, doch mittlerweile hatten sie sich angefreundet. Seit ein paar Wochen waren sie schon im Dienst, doch sie hatten noch keine allzu großen Abenteuer erlebt. Nun waren sie hier.

„Wraith!“, brüllte Samuels, als ein ganzer Trupp davon  in den Gang vor ihnen einbog und zu feuern begann.

Von ihren Deckungen aus belegten sie die Angreifer mit Sperrfeuer, doch die ach so bösen Aliens wollten einfach nicht sterben. Langsam aber zielstrebig rückten sie immer weiter vor.

„McKay, sie sollten nun endlich diesen verdammten Reaktor in Gang kriegen!“, rief Newman dem Wissenschaftler zu, der ihn ignorierte und weiterhin damit herumhantierte.
„Was ist da denn los?“, fragte nun Sheppard die Marines und erhob sich vom Stuhl.
„Es sind zu viele!“, rief Samuels, während er vor einer Reihe von Geschossen hinter eine Säule flüchtete.

Sheppard ging stattdessen in Richtung Gang und zückte eine Handgranate. Kaum hatte er diese in den Korridor gepfeffert und eine Explosion fegte die Wraith von den Beinen, da wendete er sich wieder an die Soldaten:

„Was ist das Problem?“, meinte der Major.

Die beiden Marines zuckten nur verunsichert mit den Schultern, bis sie bemerkten, dass die Hälfte der Wraith sich gerade wieder aufrichtete. Einige gezielte Salven später war allerdings sichergestellt, dass sie das nicht noch einmal tun.

Kaum hatte sich die Situation wieder entspannt, da tauchte plötzlich inmitten des Schlachtgeschehens etwas Unglaubliches auf:

Eine Tür, zugegeben eine große Tür innerhalb eines riesigen silbernen Rahmens, in dem eine fremdartige Konsole mit Touchscreen eingelassen wurde.

Kaum war sie erschienen, da öffnete sie sich und eine Frau in einer merkwürdigen blauschwarzen Uniform trat herein. Man konnte sogar einen kleinen Blick auf den hellen und freundlichen Gang hinter der Tür werfen. Die Frau wirkte stark gestresst, hatte allerdings noch genug Zeit, um über die Uniformen der beiden Marines die Nase zu rümpfen.

„Alex, ich soll dir ausrichten, dass die Einsatzbesprechung vorverlegt wurde und du in 5 Minuten in der Beobachtungslounge erwartet wirst.“
„Oh, nein… ich bin doch gerade erst wieder angekommen…“

Der Soldat ließ den Kopf hängen und lief fluchend durch das Tor. Anschließend wandte sich die Frau an Lieutenant Samuels:

„Ach ja, wann fängt nochmal deine Schicht an?“
„Äh, ich habe noch 10 Minuten Zeit!“
„Schön für dich!“

Mit diesen Worten ging auch sie in den rätselhaften Gang hinaus, anschließend löste sich das Tor in Luft auf.

„Was… zur Hölle… ist hier los?“, begann Major Sheppard, McKay saß nur mit offenem Mund da, eingefroren in der Bewegung, die er gerade ausführte.
„Äh, würden sie mir abkaufen, wenn ich sage, dass das nicht das war, wonach es aussah?“
„Ich bin mir noch nicht einmal sicher, wonach es überhaupt aussah… Wo kommen sie eigentlich her?“

Der Major deutete auf den Sticker auf dem rechten Ärmel der Uniform des Lieutenants. Es war nämlich keine Flagge, sondern eine abgeänderte Version des UNO-Wappens, nur mit einer Darstellung der Milchstraße statt der Erde. Mit einem überspielenden Grinsen riss sich Samuels das Ding vom Ärmel und stopfte es  in die Hosentasche.

„Naja… Es hört sich zwar merkwürdig an, aber wir befinden uns nicht auf Atlantis… ehrlich gesagt, es gibt nicht einmal ein Atlantis, das ganze hier ist nur eine 350 Jahre alte Fernsehsendung!“
„Also ich fühle mich ziemlich real!“
„Natürlich, zwar ist der Schauspieler, der sie verkörpert hat ziemlich tot, aber sie befinden sich hier auf dem Holodeck eines Raumschiffes!“

Nun erhob sich auch Rodney:

„Das ist doch lachhaft, wir sind doch keine Hologramme?“
„Sie wollen einen Beweis?“

In diesem Moment krachte ein Wraith-Jäger in eines der näheren Gebäude. Das ganze Hochhaus erbebte

„Ach, bei dem Krach kann man sich doch gar nicht richtig unterhalten… Computer! Wraith entfernen!“

Mit einem Mal herrschte Stille. Erst verschwanden die Geräusche der Dartjäger abrupt, dann verhallten auch die letzten Geschosse. Rodney rannte zum nächsten Fenster. Völlig irritiert sagte er nur „Sie sind alle weg…“ und wusste nicht, ob er nun entsetzt oder erleichtert sein soll.

„Was ist das für ein Schiff?“, meinte Sheppard.
„Ein Schiff der Vereinigten Föderation der Planeten. Der… Der… Der USS Meredith McKay, NCC-71224!“

Alle beide blickten sofort auf den Wissenschaftler, der immer noch wie eine Salzsäule in der Ecke stand und nur „Nach mir?“ hauchte. Lieutenant Samuels nickte. Sheppard hatte alle möglichen Fragen, doch die erste, die er laut stellte, war:

„Meredith?“

Und diese war an McKay gerichtet.

„Wieso nicht Rodney?“, protestierte dieser.
„Wenn, dann nimmt man den Vornamen! Für das Rodney hat der Platz nicht gereicht…“
„Meredith?!“
„Nicht mal ein R Punkt?“

Der Lieutenant schüttelte den Kopf. Auch in Rodneys Kopf waren einige Fragen an den Marine. Doch er hatte ebenso eine an die erste Stelle verlegt:

„Er hat doch keins, oder?“

Er deutete auf Sheppard.

„Hey! Meredith…“
„Man nimmt auch lieber Wissenschaftler!“, antwortete Samuels verneinend.
„Na wenigstens etwas…“
„Äh, sagten sie nicht, dass das hier nur eine Fernsehsendung ist? Wer benennt ein Raumschiff nach einem Charakter aus einer Fernsehsendung?“
„Naja, die Typen auf der Utopia-Planetia-Flottenwerft haben nun einmal einen sehr, sehr merkwürdigen Humor… Und nachdem ihnen die ganzen coolen Schiffsnamen à la Intrepid, Constellation oder Galaxy ausgegangen sind, da… nun ja…“

Immer noch standen die beiden ziemlich verwirrt da und blickten weiterhin den Marine an. Der zuckte mit den Schultern:

„Naja, wir können ja das Gespräch später fortsetzen, langsam muss ich los. Computer! Ausgang!“

Schon wieder erschien das Tor im Raum, die Tür öffnete sich automatisch, als der Soldat darauf zu ging. Nachdem sie wieder verschwunden war, schauten sich McKay und Sheppard noch ein letztes Mal irritiert und auch ein wenig entsetzt an.

„Meredith?!?“

In diesem Augenblick kehrte Samuels doch wieder zurück und rief nur mit einigen leicht zerstreuten Handbewegungen:

„Fast hätte ich es vergessen… Computer! Programm speichern und beenden!“

Bevor Samuels wieder ging, löste sich Atlantis in Nichts auf, nur noch eine schwarze, sterile Halle mit gelbem Karomuster blieb übrig.
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