A sudden Nightmare makes for sweet dreams

KurzgeschichteRomanze / P12
Kyoko Mogami Ren Tsuruga
19.04.2012
19.04.2012
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19.04.2012 1.717
 
die Idee hierzu hatte kein gutes Timing. EIGENTLICH sollte ich Mathe auf die Klassenarbeit morgen lernen. Stattdessen habe ich das hier fabriziert.
Drückt mir also die Daumen, dass ich Mathe nicht zu sehr in den Sand setze, okay?
Ansonsten viel Spaß beim Lesen. Ich habe meine wertolle Lernzeit hierfür geopfert, ich hoffe es hat sich gelohnt :)

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Kyoko Mogami riss ihre Augen auf.
Wo war er?
Ihr Herz hämmerte gegen ihren Brustkorb, als wollte es herausspringen. Ihr Blick irrte in der Dunkelheit umher, ohne etwas zu finden an dem er sich festnageln konnte.
Sie versuchte sich verzweifelt zur Ruhe zu zwingen und sich zu erinnern, wo sie war.
Sie war in Ren Tsurugas Wohnung. Sie war hier, weil sie ihm Abendessen kochen wollte. Yashiro hatte sie gebeten, seinem Schützling, der offenbar den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte, wenigstens eine warme Mahlzeit aufzuzwingen.
Sie erinnerte sich daran, dass sie gekocht hatte. Curryreis mit Hühnchen war es gewesen und Tsuruga-san hatte ihre Kochkünste gelobt.
Dann war sie, wie sie entsetzt und beschämt feststellte, aufgrund von Schlafmangel in der letzten Nacht, auf seinem Sofa eingeschlafen!
Wäre sie in einem ruhigeren Gemütszustand gewesen hätte sie den Anstand besessen, bei der Vorstellung der von ihr begangenen Unhöflichkeit vor Scham im Boden zu versinken. So konnte sie allerdings nicht umhin, diesem Zustand denkbar wenig Bedeutung beizumessen und sich stattdessen daran zu erinnern, was danach geschehen war.
Sie erinnerte sich, dass der Raum plötzlich in rotes Licht getaucht war. Ein Loch war durch die Decke gebrochen, sodass sowohl Kyoko als auch Tsuruga-san sich der blutroten Gewitterwolken über ihnen und der auf sie rieselnden Kiesel bewusst wurden. Plötzlich hatte sich blutroter Regen vom Himmel ergossen und das Mädchen hatte verzweifelt zusehen müssen, wie jeder Tropfen der ihren Senpai berührte dafür sorgte, dass dessen Haut aufplatzte und sein eigenes Blut über sein Gesicht rann, während ihre eigenen Beine am Boden wie festgeklebt waren.
Sie erinnerte sich an ihren Schrei, als er, ohne ihren Augenkontakt zu lösen, auf dem Boden zusammen gebrochen war.
Bei der Erinnerung schluchzte Kyoko auf.
Sie versuchte sich zusammen zu reisen. Um sich zu orientieren streckte sie beide Hände auf, doch ihre Handflächen berührten nichts als die ledrige Struktur des Sofas.
Wo war Tsuruga-san?
Auch wenn ihr durchaus klar war, dass sie offensichtlich geträumt hatte (Tsuruga-san wohnte nicht im Dachgeschoss, um die Decke aufzureißen hätten die Wolken erst einmal etliche Wohnungen über ihm entfernen müssen) konnte sie nicht umhin eine gewisse Panik zu verspüren, auch wenn ihr selbst vollkommen schleierhaft war warum.
Sie dachte nur eins: Hoffentlich ist er in Ordnung.
Sie erinnerte sich daran, dass nicht weit vom Sofa entfernt ein Lichtschalter war. All ihrend Mut zusammennehmend (schließlich ging es hier um ihren hochverehrten Senpai) stand sie auf und schlich auf wackeligen Beinen durch den Raum. Nicht einmal die höchste Konzentration konnte allerdings verhindern, dass sie auf dem Weg gegen Möbelstücke stieß. Sie unterdrückte einen Schmerzensschrei als sich die Ecke des Couchtischs in ihr unschuldiges Knie bohrte. Noch immer raste ihr Herz und das Bild des blutüberströhmten Ren Tsurugas wollte nicht aus ihrem Kopf verschwinden. Auch wenn sie wusste, dass es lächerlich war, der reine Gedanke mit ihm könnte etwas nicht in Ordnung sein sorgte dafür, dass sie nur noch panischer wurde.
Sie würde nur kurz nachgucken müssen. Nur ganz kurz.
Mit schweißnassen Händen und eiskalten Fingerspitzen tastete sie die Wand ab. Suchte den Lichtschalter. Fand ihn.
Als das gelbliche Deckenlicht aufflammte entschlüpfte ihr ein erleichtertes Aufatmen. Die Wohnung war ordentlich (mal abgesehen von ein paar auf ihrem Weg verschobenen und umgestürzten Einrichtungsgegenständen) und nirgendwo war eine Spur Blut zu sehen.
Dennoch wollte ihr Herz sch nicht beruhigen, ihr Atem nicht langsamer werden.
Sie beschloss, sich noch ein wenig weiter vorzuwagen.
Vorsichtig schlich sie zu Tsuruga-sans Schlafzimmertür und streckte die Hand nach der Türklinke aus. Sie tat einen tiefen Atemzug der sie beruhigen sollte, es aber nicht tat, denn drückte sie die Klinge herunter und spähte in das dunkle Zimmer.
Ihre Augen brauchten ein wenig, um sich an die Schwärze zu gewöhnen, die von dem durch den Türspalt kriechenden Licht nur ein wenig gemindert wurde. Nichtsdestotrotz sah sie das schwarze Viereck, dass sein Bett war, und die Umrisse seiner Gestalt darauf liegen.
Kurz fiel ihr auf, dass er sie einfach auf seinem Sofa hatte schlafen lassen und ins Bett gegangen war. Doch sie beachtete diese Tatsache nicht weiter, denn noch immer war nicht sicher ob es ihm gut ging.
So leise wie möglich tapste sie ins dunkle Zimmer, dieses Mal dank des leichten Lichteinfalls von der Zimmertür her ohne irgendwo gegen zu stoßen.
Als sie vor dem Bett stand, konnte sie Tsuruga-san schon besser sehen. Er lag auf dem Rücken, das Gesicht zur Decke gerichtet, und schien zu schlafen.
Doch noch immer wollte ihr ihr Albtraum keine Ruhe lassen. Noch immer war sie unruhig und besorgt, auch wenn sie sich selbst lächerlich und furchtbar respektlos vorkam. Sie konnte nicht gehen ohne sicherzugehen, dass es ihm wirklich gut ging.
Also kletterte sie langsam und vorsichtig auf das riesige Bett und krabbelte zu dem riesigen Mann hinüber, der relativ weit am Rand lag. Bei solch einem großen Bett und unter dem Stress, dem sie zu diesem Zeitpunkt ausgesetzt war, war es kein kurzer Weg.
Erst als ihr Gesicht nur noch dreißig Zentimeter von dem seinen entfernt war sah sie sein Gesicht. Er schlief tatsächlich, friedlich wie ein Baby. Und er war vollkommen unversehrt.
Erleichtert atmete sie aus. Es war doch nur ein Traum gewesen. Nur ein dummer Traum.
Sie lachte leise angesichts ihrer eigenen Dummheit.
Dann hielt sie inne, denn der Schauspieler bewegte sich leicht im Schlaf. Seine Lippen öffneten sich leicht und sein Kopf drehte sich ein wenig in ihre Richtung.
Plötzlich dem gesamten Charme eines schlafenden Ren Tsurugas ausgesetzt bemerkte Kyoko wider willen, wie lang seine dunklen Wimpern waren und wie weich seine Haare wirkten.
Plötzlich flatterten seine Lider und - Kyoko bekam fast einen Herzanfall vor Schreck - er öffnete die Augen.
Für einen Moment starrten sie sich nur an, das Mädchen festgefroren wie ein Häschen im Scheinwerferlicht.
Dann setzte sich der Schauspieler mit einem Ruck auf.
„Kyoko?“ fragte er und konnte den Schock in seiner Stimme nicht ganz verbergen. Genau so wenig wie sie den Schock leugnen konnte, als er sie plötzlich mit ihrem Vornamen ansprach.
„Tsuruga-san?“ fiepte sie erschrocken. Dann weiteten sich ihre Augen als ihr klar wurde, was sie gerade tat und wo sie war.
„Oh Gott es TUT MIR LEID!“ rief sie aus, in einer Lautstärke die Ren Tsuruga zusammen zucken lies. „Es war nur dass ich diesen furchtbaren Albtraum hatte und ich dachte Ihnen wäre etwas passiert und ich musste einfach nachsehen und deshalb und weil es so dunkel war bin ich so nah dran gekommen und Sie aufgeweckt ich bin so unwürdig es tut mir so leid Sie dürfen mich bestrafen wie auch immer es ihnen gefällt!“
Seine Augen weiteten sich halb amüsiert, halb überfordert angesichts ihres Ausbruchs. Er bekam nicht alles mit von dem was sie sagte, aber die Tatsache dass sie anscheinend hier war weil sie sich Sorgen um ihn gemacht hatte, lies ihn warm ums Herz werden.
„Mogami-san“ sagte er beschwichtigend (nun wieder bei ihrem Nachnamen angekommen) und streckte eine Hand aus um sie auf ihren Arm zu legen und sie zu beruhigen (dass es genau den Gegenteiligen Effekt hatte konnte er nicht ahnen, plötzlich raste ihr Herz wieder ebenso stark wie noch vor wenigen Minuten, wenn auch aus völlig anderen Gründen.) „Kein Problem, wirklich. Wenn du Angst hattest ist es wirklich in Ordnung dass du hierher gekommen bist. Ich habe ohnehin nicht tief geschlafen.“ Eigentlich war das eine Lüge, aber sie schien es ihm zu glauben, denn sie beruhigte sich.
„Tut mir Leid“ wiederholte sie flüsternd, doch er schüttelte nur den Kopf.
„Du siehst, mir geht es gut.“ sagte er „Alles heil.“
Sein Kouhai nickte beschämt. „Natürlich. Es war dumm von mir.“
Eine kleine Stille folgte, in der sie ihn verlegen anstarrte und er darauf wartete, dass sie etwas sagte. Auf einmal riss sie sich aus ihrer Trance „Oh nein tut mir leid!“ rief sie erneut aus „Sie wollen weiterschlafen und ich halte sie hier auf mit meinem unsinnigen Gerede!“
Sie setzte an, aus dem Bett zu springen, als sie sein Kichern hörte.
„Wie oft muss ich es noch sagen Mogami-san, du musst dir keine Sorgen machen. Du störst mich nicht. Eigentlich habe ich gerade Lust auf etwas Gesellschaft“ ihre Augen weiteten sich erneut und er versuchte schnell auszureden, bevor ihn der Mut verlies „Warum bleibst du nicht noch ein wenig bei mir und überzeugst dich davon, dass es mir auch gut geht?“ fragte er mit einem vorsichtigen Lächeln. Er versuchte mit aller Kraft, denn „König der Nacht“, der in ihm darum kämpfte, bemerkt zu werden, zu unterdrücken, in dem Wissen er würde ihr damit Angst einjagen.
Einem Moment lang sagte Kyoko Mogami gar nichts. Sie wollte es nicht zugeben, doch sein Einladung verursachte bei ihr ein undefinierbares und sehr starkes Flattern im Bauch und sie konnte nicht leugnen, dass sie genau das wollte: Hierbleiben und aufpassen, dass es ihm gut ging.
Sie riss sich zusammen und antwortete mit dem Blick auf die Bettdecke gerichtet und knallrot im Gesicht (was er aufgrund der Dunkelheit nicht sehen konnte): „Okay.“
Er hob ohne ein Wort (aber ein breites Grinsen unterdrückend) die Decke hoch und das Mädchen kroch nervös darunter.
Sie drehte sich auf die Seite und schaute ihren Mentor an. Es ging ihm absolut gut. Jetzt, da sie ihn noch näher sah, war sie sich dessen sicher.
Und plötzlich fühlte sie sich absolut ruhig. Seine Präsenz direkt neben ihr schien alles Böse dieser Welt auszusperren. Selbst wenn sie es versucht hätte, sie hätte nicht an eine negative Sache denken können, wenn sie so neben ihm lag, umgeben von dem besonderen Duft, der ihn immer umgab.
„Gute Nacht, Tsuruga-san.“ murmelte sie leise, bevor sie die Augen schloss und sich ein wenig an ihn kuschelte.
„Gute Nacht, Mogami-san...“ sagte Ren leise und schaute auf das Mädchen neben ihm.
Auch wenn sie wohl besser schlafen würde als je zuvor. Er war sich sicher, er würde in dieser Nacht kein Auge zubekommen.
Aber das war es wert.

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So, das war es für heute. Jetzt geh ich ins Bett. Gute Nacht allerseits, träumt schön. Ich träume von Reviews ;)