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Der Idiot und Ich

von Votis
Kurzbeschreibung
OneshotLiebesgeschichte / P12 / Het
Daniel "Dan" Kuso OC (Own Character)
18.04.2012
18.04.2012
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‚Wer wohl heute mein Gegner sein wird? Ist ja eigentlich auch egal, ich werde sowieso gewinnen’ dachte ich mir, als ich ungeduldig in der Kampf-Arena auf meinen Gegner warte.
Doch von dem fehlt weit und breit jede Spur!
Wenn er innerhalb der nächsten Minute nicht auftaucht, wird er disqualifiziert und ich gewinne kampflos. Doch so einen „Sieg“ will ich nicht! Wo bleibt denn da bitte der Spaß?!
Doch plötzlich ertönt ein lauter Schrei.
Ein Junge mit braunen Haaren kommt in die Arena gesprintet.
„Ja und ich bin pünktlich“ verkündet er.
„Ach tauchst du auch endlich mal auf?! Wie lange sollte ich bitte schön noch warten!?“ schreie ich ihm wütend hinüber, während er sich von einigen Fans bejubeln lässt.
Jetzt erst dreht er sich zu mir um und sagt: „Oh hi wer bist du denn?“
Der Typ treibt mich in den Wahnsinn! „Ich werde heute dein Gegner sein. Nicht nur, dass du zu spät zum Kampf kommst, nein du hast noch nicht mal die Höflichkeit, dich vorzustellen!“
„Oh sorry ich hatte noch keine Gelegenheit. Ich bin Dan“ lacht er nun.
‚Von wegen keine Gelegenheit! Der Typ ist einfach nur ein unhöflicher Idiot. Dieser Kampf wird nicht lange dauern’ ist mein einziger Gedanke.
„Können wir jetzt endlich anfangen?“ gebe ich gereizt zurück.
„Sicher von mir aus kann´s los gehen“ antwortet er.
Und so beginnt der Kampf in einer gut gefüllten Arena. Ich bin hier nun mal eine bekannte und erfolgreiche Bakugan-Spielerin, aber auch dieser Dan scheint nicht unbekannt zu sein.
Aber im Moment weiß ich echt nicht, weshalb.

Unser Kampf dauert jetzt schon einige Stunden, doch es gelingt keinem von uns, die Lebensanzeige des Gegners auf Null zu bringen.
Immer, wenn eine Seite einen Treffer landet, kontert die andere sofort mit einem neuen Angriff. ‚Vielleicht hab ich den Typen ja unterschätzt? So schlecht ist der ja gar nicht’ denke ich mir.
Auch sein Bakugan scheint besonders zu sein: ein Pyrus Dragonoid, das er ständig „Drago“ ruft. Die beiden sind ein starkes Team, das muss ich zugeben, doch das sind mein Partner und ich auch!
Und so geht der Kampf nun wieder in die nächste Runde.

Wieder einige Stunden später ist immer noch nichts entschieden, doch unsre Lebensanzeigen sind beide sehr niedrig.
Es wird also nicht mehr lange dauern.
Die Zuschauer sind mittlerweile alle gegangen, weil es aufgrund der Länge des Kampfes schon tiefste Nacht sein muss.
Wir beide spielen jetzt die jeweils letzte Fähigkeit, die uns noch bleibt. Keine Seite gibt in diesem erbitterten Match nach. Doch dann ist es endlich vorbei.
Beide Lebensanzeigen zeigen Null.
Ich kann´s nicht fassen! All die Mühen und dann nur ein Unentschieden!?
Ich gehe zur Mitte der Arena, wo mein Bakugan in seiner Ballform liegt und hebe es auf. Genauso Dan.
„He gutes Spiel, das müssen wir bald wiederholen“ lacht er mich an und reicht mir dabei seine Hand. „Absolut, wir müssen ja noch rausfinden, wer von uns stärker ist“ sage ich und erwidere seinen Händedruck.
Erst jetzt merke ich, wie erschöpft ich wirklich bin.
Wen wundert’s nach so einem Kampf?
Total entkräftet sinke ich zu Boden.
Doch Dan scheint es nicht anders zu gehen.
Wir beide sitzen völlig fertig am Boden, doch wir können uns nicht helfen. Wir müssen die ganze Zeit lachen.
So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr bei einem Kampf…

Spät nachts komme ich schließlich nach Hause.
Meine Eltern schlafen wohl schon.
Hoffentlich wird das keinen allzu großen Ärger geben.
Ich schleiche dich in mein Zimmer und schalte den PC an.
Ich bin neugierig und will wissen, ob schon jemand etwas über unseren Kampf geschrieben hat. Natürlich finde ich nichts.
Weshalb auch?!
Es ist mitten in der Nacht und keiner hat das Match bis zum Schluss gesehen.
Doch dann bekomme ich eine Mitteilung, dass sich mein Ranglistenplatz verbessert hat.
Ich freue mich darüber und schaue nach, wo ich jetzt stehe: Platz 2.
‚Und bald schon bin ich die Nummer Eins!’ ich mein Gedanke, da sehe ich, wer derzeit den ersten Platz belegt: Dan!
‚Oh das erklärt so einiges!’
Ich knalle mir die Handfläche gegen die Stirn.
Wie konnte ich das nicht merken!?
Ich habe tatsächlich gegen Dan, den Champion im Bakugan-Interspace, gekämpft und beinahe gewonnen!
Das reicht echt für einen Tag!
Ich schalte den PC wieder auf und lege mich schlafen.

Es vergehen einige Tage, an denen ich Dan nicht mehr begegnete.
Heute soll ein neuer Schüler in meine Klasse kommen.
Alle sind total aufgeregt und stellen typische Fragen wie „Ob es wohl ein Junge oder ein Mädchen ist?“ oder „Hoffentlich ist er/sie nett“.
Nur mich interessiert der ganze Rubel nicht, ich kann die ganze Zeit nur meine Revange gegen Dan denken.
Das nächste mal werde ich ihn so was von schlagen!
Da betritt die Klassenlehrerin den Raum und alle setzten sich auf ihre Plätze.
„So meine Lieben, wie ihr ja schon wisst, bekommen wir heute einen neuen Schüler. Ich will euch auch gar nicht weiter auf die Folter spannen. Komm herein“ erklärt sie.
Die Tür geht auf und ein Junge mit braunen Haaren betritt das Zimmer.
„Hi ich bin Dan Kuso, freut mich, euch kennen zu lernen“ stellt er sich vor.
Ich traue meinen Augen und Ohren nicht, doch da steht wirklich Dan!
‚Na prima, schon wieder so ein Hau-dir-die-Hand-gegen-den-Kopf-Moment’ scherze ich ironisch, als die Lehrerin sagt: „Setz dich doch bitte auf den freien Platz dahinten. Ich bin sicher, sie wird dir nachher auch gern die Schule zeigen.“ Sie deutet auf den leeren Stuhl neben mir und sieht mich dabei eindringlich an.
„Ja aber gerne doch“ antworte ich, auch wenn mir die Vorstellung nicht sonderlich gut gefällt.
„Hi lang nicht gesehen“ sagt Dan, als er sich neben mich setzt.
„Tag“ gebe nur von mir und der Unterricht beginnt.
In der Pause zeige ich Dan die Schule, obwohl ihn eigentlich nur die Cafeteria interessiert hat.
Dann kann ich ihm endlich die Frage stellen, die mir schon lange auf der Zunge brennt: „Sag mal hast du irgendwann mal Zeit für eine Revange?“
Verwundert blickt er mich an, anscheinend hatte er nicht damit gerechnet, dass ich jetzt darauf zu sprechen komme.
„Ähm nein tut mir leid, aber es findet bald ein Teamturnier statt und da will ich mitmachen. Dafür muss ich erst noch nach einem Partner suchen, was schwierig ist, meine Freunde haben schon alle einen und mit jemandem anzutreten, den ich nicht kenn, will ich eigentlich nicht unbedingt.“
„Ok dann werde ich dein Partner für das Turnier und danach krieg ich meine Revange!“
Halt Moment mal, was habe ich da gesagt?!
Die Idee gefällt mir nicht wirklich und ich weiss gar nicht, warum ich das jetzt gesagt habe.
Die Worte kamen einfach so aus meinem Mund.
„Also gut jemand besseren find ich wohl nicht“ antwortet er lachend.
„He was soll DAS denn bitte schön heißen!?!“ schreie ich ihn wütend an, während der Arme keine andere Möglichkeit sieht, als davonzurennen und sich vor mir in Sicherheit zu bringen, während ich ihn durch das Schulgebäude jage (was uns, nebenbei erwähnt, ziemlichen Ärger mit unserer Lehrerin gebracht hat).

Einige Tage später beginnt der Wettkampf!
Wir haben uns nicht wirklich gemeinsam vorbereitet.
Das Turnier ist mir persönlich ja so was von egal, ich will die Sache einfach nur schnell hinter mich bringen, doch ich wüsste gern, wie Dan darüber denkt.
Unsere Gegner sind nicht wirklich stark, aber dies sind ja auch nur Vorrundenkämpfe. Wir gewinnen diese ohne große Mühe.
Die Hauptrundenkämpfe sind um einiges schwieriger und wir müssen perfekt zusammenarbeiten, um schließlich den Sieg davontragen zu können.
Doch schließlich ist es geschafft und wir gewannen das Turnier!
Während Dan noch einigen Fans zuwinkt, bin ich schon dabei, die Arena zu verlassen und sag zu ihm: „Sei morgen um die gleiche Zeit hier, dann kämpfen wir!“
„Ja ist gut“ antwortet er mit einem merkwürdigen, etwa einem traurigen (?) Unterton in der Stimme. Einerseits interessiert es mich nicht, was in Dan vorgeht, andererseits will ich auch, dass er in Höchstform, wenn wir gegeneinander kämpfen.
Also versuch ich so freundlich wie möglich zu klingen und sage: „He jetzt mach dir vor Angst nicht ins Hemd, nur weil ich vorhabe, mein Bestes zu geben. Und das erwarte ich im Übrigen auch von dir.“ Mit diesen Worten war ich dann auch schon verschwunden.

Einen Tag später warte ich bereits ungeduldig auf Dan.
Doch dieser Typ macht keine Anstalten, zu erscheinen!
‚Na super das hätte ich mir ja auch denken können, dass er wieder zu spät kommt!’
Doch da kommt eine völlig abgehetzte Person, die mir nur allzu gut bekannt ist, in die Arena gelaufen: Dan!
„Du bist zu spät“ knurre ich wütend, doch er kratzt sich nur verlegen am Hinterkopf und lacht: „Ach was ich bin auf die Sekunde genau pünktlich.“
„Na wenn du meinst“ gebe ich einfach nur entnervt zurück und verdrehe dabei die Augen.
Es hätte ja eh keinen Sinn, näher darauf einzugehen.
„Können wir dann anfangen?“ frage ich.
„Aber sicher“ gibt Dan kampflustig zurück.

Der Kampf dauert zwar nicht so lange wie unser erster, doch ist trotzdem nervenaufreibend.
Ich kenne seine Schwachpunkte aus dem vorherigen Match und habe ihn beim Teamturnier sehr genau beobachten können, doch natürlich hat er jede Menge neue Techniken auf Lager, die ich nicht kenne und so ist es schon wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Auch das Ergebnis ist das Gleiche: wieder ein Unentschieden.
‚Das ist doch zum Haare raufen’ denke ich, da sagt Dan plötzlich: „Verdammt schon wieder!?? Lass uns das bald wiederholen.“
„Aber gerne doch“ gebe ich diesmal lachend zurück.
Irgendwie freue ich mich über seine Aussage, auch wenn ich nicht weiss, wieso.

In den nächsten Wochen kämpfen wir sehr oft gegeneinander, aber es endet immer gleich.
Aber auch außerhalb des Bakugan-Interspace unternehmen wir mittlerweile oft etwas gemeinsam.
Ich würde sogar sagen, dass wir richtige Freunde geworden sind und ich freue mich immer total, wenn wir uns treffen.
Dan ist zwar ein Idiot, diese Meinung von ihm habe ich immer noch, aber er ist auch total witzig und bringt mich oft zum Lachen.
Auch heute messen wir uns wieder im Kampf.
„Bereit?“ fragt Dan.
„Aber sicher doch!“ gebe ich selbstsicher zurück.
„Dürfte ich vielleicht auch mitspielen? Mein Bakugan hier braucht etwas Auslauf“ ertönt plötzlich eine unbekannte Stimme.
‚“Auslauf“ was für ein merkwürdiger Ausdruck’ denke ich mir, als ich einen Spieler entdecke, der jedoch einen großen Mantel mit Kapuze trägt, so dass ich sein Gesicht nicht erkennen kann.
In seiner Hand hält er ein Bakugan.
Wenn ich dieses so betrachte, bekomm ich da ein ganz mieses Gefühl.
Irgendwas stimmte mit dem definitiv nicht!
Etwas verunsichert blicke ich zu Dan.
Wie wird er sich entscheiden? Er sieht so ernst aus, so kenne ich ihn gar nicht.
Wahrscheinlich hat er es auch bemerkt.
„Also was ist nun? Nehmt ihr meine Herausforderung an oder kneift ihr?“
Noch einmal blicke ich zu Dan, nicke ihm dabei zu.
„Ok wir akzeptieren“ verkündet er laut.
So beginnt der Kampf.
Unser Gegner spielt zuerst sein Bakugan.
Es ist wirklich gigantisch!
So einen Powerlevel habe ich noch nie erlebt.
Doch ich versuche, mich davon nicht einschüchtern zu lassen und spiele nun mein Bakugan.

Der Kampf dauert nun schon eine ganze Weile.
Für mich und Dan sieht es nicht besonders gut aus, obwohl wir zu zweit sind, aber wir kämpfen tapfer weiter.
Da kommt mir eine Idee, die uns vielleicht retten könnte.
„He Dan ich glaub, ich weiss, wie wir ihn kriegen können.“
„Wirklich wie denn?“
„Also wenn er seinen Powerlevel mit einer Fähigkeit steigert, spiele ich meine Schildbrecher-Fähigkeit. Du musst dann Dragos Powerlevel steigern und ihn schlagen, aber unser Timing muss ganz genau stimmen, sonst können sich unsere Bakugan für eine Weile nicht bewegen und dann war´s  das für uns“ erklärst ich meine Strategie.
„In Ordnung ich vertraue dir, du machst das schon“ antwortet Dan und ich spiele den„Schildbrecher“.
Unser Gegner ist vollkommen überrascht, weshalb sein Powerlevel denn nun sinkt und nicht steigt, da hat Dan seinen Zug schon gemacht und wir schaffen es, die Lebensanzeige unseres Gegners auf Null zu reduzieren.
Er ärgert sich tierisch darüber und ist fluchend ganz plötzlich verschwunden.
Vielleicht hätten Dan und ich das auch besser tun sollen, denn durch den heftigen Kampf stürzt die Arena jetzt ein!
Ein Brocken der zerbrochenen Tribüne fällt direkt auf mich zu und ich habe keine Chance mehr, auszuweichen.
Da stößt Dan mich mit aller Kraft zur Seite.
Völlig schockiert sehe ich, wie er von dem Stein getroffen wird!
Dan liegt am Boden und hat eine große Platzwunde am Kopf.
Ich bin ziemlich verzweifelt und mache mir Vorwürfe, dass das hier alles nur meine Schuld ist und ich jetzt eigentlich dort liegen sollte.
Aber nein, ich muss mich jetzt zusammenreißen!
Schnell versorge ich Dan´s Wunde dank erster Hilfe, aber es nützt nicht viel, er muss unbedingt zu einem Arzt.
Irgendwie schaffe ich es, ihn aus dem Bakugan-Interspace zu bekommen und rufe einen Krankenwagen.
Meine Nerven waren zu diesem Zeitpunkt vollkommen am Ende!

Wenig später im Krankenhaus ist Dans Wunde versorgt.
Er liegt nun in einem der gemütlichen Krankenhausbetten und scheint zu schlafen.
Als mich die Krankenschwester fragte, wie das passiert sei, erzählte ich schnell, dass wir im Steinbruch gespielt hätten und er sich dort verletzt habe, was natürlich eine ordentliche Strafpredigt mit sich zog.
Nun sitze ich neben seinem Bett und versuche, nicht zu weinen, immerhin ist es meine Schuld, dass er verletzt wurde.
Plötzlich bewegt sich Dan und wacht auf.
„Du bist wach!“ rufe ich glücklich und erleichtert.
„Ja…“ murmelt er vor sich hin.
Dann herrscht eine merkwürdige Stille zwischen uns.
„Es tut mir leid. Ich sollte jetzt dort liegen nicht du, “ meine ich betrübt.
„Ach Quatsch, was redest du denn da! Was wär ich denn für ein Mann, wenn ich zulassen würde, das du verletzt wirst!?“
„Du bist kein Mann, du bist ein Idiot!“ schreie ich und kann nun meine Tränen endgültig nicht mehr zurückhalten.
„He was ist denn? Bitte weine nicht“ stammelt Dan etwas hilflos.
Ich versuche mich zu beruhigen und frage ihn: „Warum hast du das gemacht? Das war total dumm und gefährlich!“
Er lässt sich viel Zeit, bis er leise antwortet: „Weil ich dich liebe.“
Ich starre ihn fassungslos an.
Dan liebt mich.
Das hätte ich nie und nimmer erwartet.
Aber was ist mit mir?
Ja ich lieb ihn ebenfalls! Dieses Gefühl wenn er bei mir ist, wenn er mich zum Lachen bringt und die Angst, wenn er verletzt ist…
„Ich liebe dich auch“ gebe ich glücklich zurück und wische mir die letzte Träne vom Gesicht.
„Kannst du mir dann einen Gefallen tun?“, fragt Dan, „ Küss mich, dann geht’s mir gleich besser.“ Dieser Aufforderung komme ich  natürlich gern nach.
Ja Dan ist ein riesen Idiot, aber vor allem ist er mein Idiot…
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