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One For All - All For Love

von Miya
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Aramis Athos Porthos
16.04.2012
11.04.2013
47
57.191
2
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Dieses Kapitel
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16.04.2012 1.080
 
Kapitel 45

Die vier Musketiere erreichten Paris am 25.08.1626 und noch am selben Tag reichte Danielle bei Kommandant De Treville Urlaub ein, um zu ihrer Mutter zu reisen.
Nach allem, was sie erlebt hatte, hoffte die junge Frau inständig, dass ihre Mutter sie mit offenen Armen empfing und der Streit vergessen war.
Mit heftig klopfendem Herzen näherte sich Danielle auf ihrem Pferd dem Hof der Mutter, doch war etwas anders an diesem Nachmittag. Die Tiere waren an diesem sonnigen Tag nicht auf der Weide und das Gras wuchs bereits bis über die Hälfte des Holzzaunes.
Danielle zügelte ‚Artemis’ Galopp und schritt nur langsam auf das Grundstück ihrer Familie zu.
Was war hier nur los, fragte sich Danielle. Sie stieg von ‚Artemis’, betrat den Hof und klopfte an die Haustür, doch niemand öffnete, dass Danielle die Tür selbst öffnete.
Im Inneren des Hauses war es still und dunkel.
Die Fenster mussten schon lange nicht mehr geputzt worden sein, denn das Sonnenlicht drang kaum durch die Glasscheiben.
„Mama?“, rief Danielle in die Stille, doch nichts tat sich.
„Mama!“, rief sie erneut, als sie wieder aus dem Haus trat und sich auf dem Hof umsah. Doch niemand antwortete ihr.
Da kam aus der Ferne eine Kutsche näher mit zwei Pferden davorgespannt.
„Mademoiselle. Mademoiselle Grévin.“
Danielle erkannte den älteren, bärtigen Mann. Es wohnte nur unweit des Hofes ihrer verwitweten Mutter und hatte sie wohl heranreiten sehen.
„Monsieur Dupont, wie geht es Euch?“
Als kleines Kind hatte Danielle oft mit dem Hund des älteren Mannes gespielt und freute sich sehr ihn noch immer bei bester Gesundheit anzutreffen.
„Gut, mein Kind, gut.“, antwortete er höflich, seine Miene jedoch war bedrückend ernst.
„Wo ist Mama?“
„Komm mit. Ich bringe dich zu ihr.“ Mit diesen Worten stieg Monsieur Dupont wieder auf den Kutschbock und trieb die zwei vorgespannten Pferde an sich in Bewegung zu setzen. Danielle folgte ihm, indem sie wieder aufsattelte und hinter ihm herritt.
Es überkam Danielle schon sehr bald ein ungutes Gefühl, als sie dem Älteren durch ihr Heimatdorf folgte und sehr schnell bemerkte sie, wo er sie hinführte.
Ihre Vorahnung sollte sich schon wenige Minuten später bewahrheiten, als er mit seiner Kutsche direkt vor der kleinen Kirche und dem anliegenden Friedhof anhielt und abstieg.
Erste Tränen rannen Danielle über die Wangen, welche sie mit einer flinken Bewegung wegwischte, bevor sie von ‚Artemis’ stieg, um Dupont zu folgen.

Er führte sie direkt zum Grab ihres Vaters. Es war lange her, dass Danielle diesen Ort aufsuchte, als ihr Blick auf das Holzkreuz direkt daneben entdeckte. Darauf stand in geschwungenen Buchstaben der Name ihrer Mutter.
Marie-Élise Grévin.
Danielle fiel vor dem Grab ihrer Mutter auf die Knie, bekreuzigte sich schluchzend und faltete die Hände zum Gebet. Tränen rannen ihr unaufhörlich über die Wangen und in ihrer Brust schmerzte es, als würde man ihr das Herz bei lebendigem Leib herausreißen wollen.
„Mama, vergib mir.“, kam es mit erstickter Stimme über Danielles Lippen.
„Sie hat einen Brief für Euch hinterlassen, Mademoiselle.“, unterbrach Dupont sie einige Minuten später und fügte hinzu, dass er diesen bei sich Zuhause aufbewahrt hatte.
Schweren Herzens und mit Wehmut verließ Danielle mit Monsieur Dupont den Friedhof und ritt mit ihm zu seinem Haus, wo er ihr den großen Umschlag überreichte.
Es befand sich ein Testament darin, in welchem geschrieben stand, dass sie als Alleinerbin über das Grundstück verfügte, welches ihre Mutter bis zu ihrem Tod bewirtschaftet hatte.
Und ein Abschiedsbrief an ihre Tochter, in welchem die Mutter schrieb, wie stolz sie auf Danielle war und wie sehr sie sie für ihren Mut bewunderte für ihr Vaterland einzustehen.

Ich werde deinem Vater berichten, was für eine tapfere Tochter er hat und wir werden gemeinsam auf dich warten, bis wir wieder vereint sind.
Ich liebe dich von Herzen, mein Kind.


Mit diesen Zeilen endete der Brief.
Danielle blieb in dieser Nacht bei Monsieur Dupont, der sich sehr über die Gesellschaft in seinem Haus freute.
Doch bereits am nächsten Morgen machte sich Danielle auf, um das Grundstück ihrer Eltern zu verkaufen. Sie wusste, dass sie dafür nicht viel bekam und es schmerzte sie sehr all die Erinnerungen, die sie mit dem Hof verband, wegzugeben.
Ihre Zukunft sah Danielle jedoch nicht an diesem Ort, sondern in Paris.
Bei den Musketieren.
Und Bei Athos, sofern er sie noch wollte.

Seit ihrer Rückkehr hatten sie kaum Zeit miteinander verbracht und auch von ihrem überstürzten Aufbruch zu ihrer Mutter hatte sie ihn nicht unterrichtet. Überhaupt hatte sich einiges zwischen ihnen verändert und Henri, auch wenn er nicht mehr lebte, hatte seinen Anteil daran und Athos’ Eifersucht bezüglich des Herzogs von Buckingham tat sein übriges.
Zurück beim Korps der Musketiere wurde Danielle herzlich von Porthos und Aramis empfangen, waren sie nicht minder überrascht gewesen, als sie von Danielles Beurlaubung erfahren hatten.
Doch anstatt fröhlicher Erzählungen, berichtete Danielle vom Tod ihrer Mutter und dass sie laut Arzt an einem schwachen Herzen gestorben war. Aramis sprach für die Verstorbene ein Gebet, während Porthos Danielle mit ein wenig humorvoller Zerstreuung half über den Kummer hinwegzukommen.
Am späten Nachmittag nach ihrer Rückkehr kam auch Athos hinzu, hüllte sich jedoch in Schweigen und sprach mit nur wenigen Worten sein Beileid aus, bevor er sich wieder zurückzog.

Nach dem Abendessen mit Aramis und Porthos suchte Danielle Athos’ Unterkunft in der Pariser Innenstadt auf. Sie war sich nicht sicher, ob sie ihn dort auch antraf, doch das Glück war auf ihrer Seite, als die ältere Dame des Gasthauses sie höflich empfing und darüber in Kenntnis setzte, dass Athos auf sein Zimmer gegangen war.
Danielle bedankte sich und ging eiligen Schrittes hinauf und klopfte wenig später an Athos’ Zimmertür.
„Wer ist da?“, drang Athos’ Stimme durch die geschlossene Tür.
„Danielle.“, gab sie knapp als Antwort, bevor sie leise Schritte vernahm und sich die Tür kurz darauf öffnete. Mit einer flüchtigen Handbewegung bat Athos sie herein.
Verunsichert nahm Danielle auf einem Stuhl Platz, während Athos stehenblieb und sie mit ernster Miene betrachtete.
„Verzeih, dass ich ohne ein Wort abgereist bin. Ich habe Zeit gebraucht.“
Athos schüttelte unauffällig den Kopf, während er den Worten seiner Geliebten lauschte und näher an sie herantrat.
„Auch ich habe viel nachgedacht, Danielle.“ Die Art, wie er zu ihr sprach, ließ sie schlimmes vermuten, dass sie kaum noch wagte ihn direkt anzusehen. Da kniete er sich direkt vor sie, griff sanft nach ihrer Hand und küsste liebevoll den Handrücken.
Röte schoss der jungen Frau ins Gesicht und ihr Herz begann erneut heftig in ihrer Brust zu klopfen.
„Ich habe beschlossen das Musketierkorps zu verlassen.“
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