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One For All - All For Love

von Miya
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Aramis Athos Porthos
16.04.2012
11.04.2013
47
57.191
2
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75 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
16.04.2012 966
 
hallo meine liebe leserschaft,

als kleines osterpräsent von mir, kommt heute das drittletzte kapitel dieser story. danach folgen lediglich noch kap 45 und kap 46 und dann war es das auch schon mit meiner story rund um athos, porthos und aramis. ich wünsche euch wie immer viel spaß beim lesen und wer einen osterhasen findet, darf ihn behalten. ^_~
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Kapitel 44

Danielle zitterte am ganzen Leib. Ihre Augen waren weit aufgerissen und starrten in die des Kardinals. Doch es war nicht seine Waffe, welche die Stille der Nacht durchschnitt.
Kraftlos sackte Richelieu zu Boden, die Pistole fiel neben ihn in das duftende Gras, woraufhin Porthos leicht humpelnd einige Schritte tat, um jene an sich zu nehmen und verstaute sie an seinem Gürtel.
„Ihr seid verhaftet.“, drang Athos’ Stimme durch die Dunkelheit und der Musketier schritt zielgerichtet auf den verwundeten Kardinal zu. Blut durchtränkte den roten Samtumhang Richelieus.
„Wo ist Aramis?“, fragte Porthos, während er das Seil nahm, welches Athos ihm reichte, um den Kardinal zu fesseln.
„Er wartet hinter der nächsten Mauer, aber wir sollten uns beeilen. Es geht ihm zusehends schlechter.“ Mit diesen Worten trat Athos vor Danielle, ergriff ihre Hand und führte sie, während Porthos den Kardinal etwas unsanft packte, ihm auf die Beine half und ihm den Weg wies.
„Lieber Gott…Aramis!“ Danielle löste sich aus Athos’ Griff und kniete schon kurz darauf neben dem schwer verletzten Musketier. Sein Gesicht war blass und Schweiß bildete sich auf seiner Stirn.
„Er hat Fieber!“, sprach sie voller Sorge, als sie seine Stirn sanft berührte, um ihm den Schweiß wegzuwischen. Athos trat neben sie, beugte sich leicht über seinen verwundeten Freund und hob ihn mühsam über die Schultern. Mit schmerzverzerrter Miene trug Athos Aramis nun auf dem Rücken, der schon bald darauf das Bewusstsein verlor.
So schnell es ihnen möglich war, schritten sie über das Grundstücks des Palastes.
Doch es wartete am Haupttor, durch welches sie hinaus in die Freiheit entfliehen wollten, noch eine weitere Überraschung auf die vier Musketiere und ihren Gefangenen.
„Ihr seid gegangen, ohne Euch zu verabschieden.“, sprach Buckingham Danielle an und trat langsam näher.
Athos, zusehends damit beschäftigt den bewusstlosen Aramis nicht fallen zu lassen, stellte sich dennoch in den Weg, die Augen wachsam auf den englischen Edelmann gerichtet.
Sein kalter Blick verriet, dass er den Kuss zwischen dem Herzog und Danielle nicht vergessen hatte.
„Verzeiht, aber wir haben es etwas eilig.“, sprach Athos mit ruhiger Stimme, dass es Danielle eiskalt durchfuhr.
„Dessen bin ich mir durchaus bewusst, Musketier. Allein der armselige Zustand Eures Freundes lässt darauf schließen, dass er dringend einen Arzt benötigt.“
„Lasst uns gehen. Viele Eurer Soldaten sind schwer verletzt oder sogar schon tot. Ihr habt verloren, also macht den Weg frei.“ Danielle trat näher an Athos heran, während ihr Blick dem des Herzogs keine Sekunde auswich.
„Für den Moment.“, ergänzte Buckingham ruhig. Er machte Athos, Aramis, Porthos und Richelieu den Weg frei. Als Danielle jedoch an ihm vorbeischreiten wollte, ergriff er ihre Hand, um sie davon abzuhalten weiterzugehen.
„Monsieur!“ Zornfunkelnd blickte Danielle dem Engländer in die Augen.
„Für den Moment ist das Glück auf Eurer Seite, aber es wird der Tag kommen, an dem sich das Blatt wendet, Mademoiselle.“ Unter seinem schwarzen Umhang zog Buckingham den Degen D’Artagnans hervor, woraufhin Danielle erschrocken zurückwich. Hatte sie doch den Verdacht, dass der Herzog sie damit womöglich angreifen würde.
Stattdessen reichte er ihr die Waffe, welche sie nur zögernd entgegennahm.
„Den werdet Ihr brauchen, wenn wir uns eines Tages wiedersehen.“
Athos hatte längst bemerkt, dass Danielle nicht mehr bei ihm war und wollte ihr schon zu Hilfe kommen, doch Porthos hielt ihn davon ab, wohlwissend, dass Buckingham ihr nichts Böses tun wollte.
Mit einem sanften Handkuss verabschiedete sich der Herzog von Buckingham von der jungen Französin und kehrte wieder ins Innere des Palastes zurück.

Die Vier Musketiere indes hatten London schon bald hinter sich gelassen und waren dank der Hilfe von Porthos Bekanntschaft einen Tag später mit Kardinal Richelieu auf einem Schiff von Dover unterwegs nach Calais.
Schon kurz vor Dover wurde verkündet, dass Waffenstillstand zwischen England und Frankreich herrschte. Somit war eine problemlose Überfahrt vor allem für den immer schwächer werdenden Aramis gewährt.
An Bord des britischen Schiffes kümmerten sich gleich drei Ärzte um das Wohl des Musketiers und versuchten die Schmerzen sofern es ihnen möglich war, zu mindern.
Danielle war erleichtert, als sie zwei Tage später endlich in Calais anlegten. Der starke Seegang verhinderte, dass sie schon eher an Land gehen konnten.
Kaum hatten sie wieder französischen Boden unter den Füßen, wurde Aramis mit einer Trage in das nächstbeste Ärztehaus gebracht.
Dort wurde er mehrere Wochen lang behandelt, ehe sich Besserung einstellte und er nicht immer wieder das Bewusstsein verlor.
Athos und Porthos hatten sich indes längst von ihren Verletzungen erholt und hatten den Kardinal schon vier Tage nach ihrer Ankunft in Calais nach Paris überführt, um ihm dem König und dem Gericht vorzuführen.

Danielle hingegen wachte Tag und Nacht an Aramis’ Seite, fütterte ihn, machte ihm kalte Umschläge, um das Fieber zu senken, las ihm aus der Bibel vor und tat alles, damit es ihm bald besser ging.
Die Ärzte waren gerührt von der Fürsorge der jungen Frau und erleichtert darüber, dass ihre Gesellschaft dem Patienten so gut tat.

Es war der Morgen des 17.08.1626, als Aramis das erste Mal ohne Hilfe aufstehen konnte und mit Danielle durch die Gänge spazierte.
Athos und Porthos kamen gerade aus dem Gasthaus, welches sie in Calais bewohnten, um nach ihrem Freund zu sehen und so sollte es nicht mehr lange dauern und schon eine weitere Woche später reisten die vier Musketiere bei bester Gesundheit gemeinsam zurück nach Paris.

Richelieu wurde indes der Prozess gemacht, auch wenn es sich bis zum Geburtstag des Königs am 27. September hinziehen sollte, bis das Urteil über seine Straftaten beschlossen wurde.
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