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One For All - All For Love

von Miya
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Aramis Athos Porthos
16.04.2012
11.04.2013
47
57.191
2
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16.04.2012 1.197
 
Kapitel 43

Aramis sackte zu Boden und griff nach dem Dolch, welcher bis zur Hälfte in seinem Oberkörper steckte. Der brennende Schmerz, den er dabei empfand, breitete sich rasch aus, dass er bald das Gefühl hatte nicht mehr richtig atmen zu können.
„Aramis…Nein…“ Noch immer total unter Schock, was gerade vor ihren Augen passierte, kroch Danielle auf allen Vieren zu ihrem verletzten Freund. Athos und Porthos bemerkten erst einige Zeit später, dass der Musketier und die junge Frau am Boden knieten, mussten sich allerdings noch einiger Angriffe der englischen Soldaten erwehren, bevor sie zu ihren Freunden durchdrangen. Athos kniete sich neben Aramis und besah sich der Wunde, während Porthos leicht humpelnd durch seine Beinverletzung die verbliebenen Soldaten versuchte auf Abstand zu halten.
„Wir müssen hier weg. Aramis, kannst du aufstehen?“, fragte Athos, der keinen Ausweg aus dieser misslichen Lage sah. Mit aller Kraft, die der Gläubige noch aufbringen konnte, stellte er sich auf seine Beine, musste allerdings von Athos gestützt werden, da ihm kurz darauf die Kräfte schwanden sich allein auf den Beinen zu halten.
„Was ist mit dem Kardinal?“, fragte Danielle, wusste sie doch, wie nah sie an ihrem Ziel waren.
„Ihm wird sicher nicht verborgen geblieben sein, dass wir ihm dicht auf den Versen sind und hat womöglich schon längst das Weite gesucht.“, vermutete Athos, als Porthos gerade dabei war den letzten noch lebenden Soldaten mit einem gezielten Schuss in den Brustkorb zu töten, als dieser gerade die Flucht ergreifen wollte.
Vor den Augen der vier Überlebenden bot sich ein einziges Schlachtfeld.
Überall lagen die leblosen Körper der englischen Soldaten. Einige wenige stöhnten noch auf vor Schmerz, doch auch sie sollte bald der Tod ereilen. Daran gab es keinen Zweifel.
Doch auch die Musketiere waren schwer mitgenommen. Danielle und Porthos ging es noch am Besten, blieb die junge Frau doch gänzlich unversehrt und hatte Porthos lediglich ein wenig mit seiner Beinverletzung zu kämpfen, die er mit seinem Kopftuch abgebunden hatte. An Athos’ Lippen klebte getrocknetes Blut, als er einen harten Faustschlag eines Soldaten einstecken musste und ein anderer traf ihn mit seiner Pistole am linken Oberarm, doch es war ein glatter Durchschuss und würde mit den richtigen Medikamten in einigen Wochen wieder verheilt sein. Schließlich war es nicht die erste Kugel, die den Musketier während seiner Zeit unter Kommandant De Treville traf.
Aramis hingegen war bleich wie der Tod selbst und das Atmen fiel im immer schwerer. Besorgt sah Athos zu Porthos und mit einem stummen Nicken beschlossen sie ihren Freund aus dem Palast zu bringen.
„Heißt das, es war alles umsonst? Die Gefangenschaft? Das Warten auf den richtigen Moment? Und dann entwischt uns Richelieu erneut?“ Danielle war fassungslos, auch wenn sie sich um Aramis’ Wohlbefinden ebenso sorgte, wie die anderen beiden.
„Es wird sich erneut die Möglichkeit bieten.“
„Nein. Das glaube ich nicht. Richelieu ist kaltblütig und gerissen und sollte Aramis sterben…“
„Er wird nicht sterben.“, unterbrach Athos sie unsanft.
„Ich will nicht, dass all dies umsonst ist.“ Sie wandte sich von ihm ab und lief davon, in die Richtung, aus der kurz nach ihrer Ankunft und vor Henris Erscheinen leise Stimmen zu hören waren. Athos wollte ihr hinterher, vergaß er doch für einen kurzen Moment, dass es nur ihm zu verdanken war, dass Aramis auf beiden Beinen stand, als jener schwer aufkeuchte und Athos somit in seiner nächsten Bewegung innehielt.
„Bring du Aramis hier weg. Ich folge ihr.“, versprach Porthos, klopfte seinen Freunden kurz auf die Schulter und rannte der jungen Blondine so schnell er konnte, nach.

Noch während sie durch die schwach mit Fackeln beleuchteten Gänge eilte, wurde Danielle ihr unkluges Verhalten klar und doch kam ihr nicht in den Sinn umzukehren.
Sie wollte vor ihren Freunden nicht als wankelmütig gelten und beschloss weiter nach dem Kardinal zu suchen und in Gewahrsam zu nehmen. Doch sie wusste, wie gering ihre Chancen waren, aber sie hatte keine andere Wahl.
Ihre Schritte verlangsamten sich, als sie glaubte etwas oder jemanden gehört zu haben und lauschte einige Zeit, doch es schien nur Einbildung zu sein. Bis sie hinter sich Schritte wahrnahm, die sich ihr zügig näherten. Sie versteckte sich im Schatten eines Ganges, als sie ihren Verfolger erkannte.
„Porthos?“, kam es überrascht über ihre Lippen, als er auch schon direkt vor ihr stand.
„Denkst du etwa, ich gönne dir den Spaß allein, den Kardinal dingfest zu machen?“
Danielle lächelte, wenn auch gequält und gemeinsam mit dem Musketier an ihrer Seite, bahnten sie sich ungestört ihren Weg, bis sie an eine kleine Holztür kamen, welche angelehnt war. Danielle passte gerade noch so hindurch, ohne sich den Kopf anzuschlagen, im Gegensatz zu Porthos, der um einige Zentimeter größer war als sie.
Gleich darauf fanden sich beide im Freien wieder und erblickten in der Ferne eine Anlegestelle mit einem Boot mit einem darin sitzenden Bootsführer.
„Worauf der wohl wartet?“, flüsterte Danielle.
„Wohl eher auf wen.“, fügte Porthos hinzu, als sie rechts von sich Stimmengemurmel hörten.
„Los, komm mit.“, wies Porthos sie an, sich hinter einer halbhohen Hecke in der Nähe des Bootes zu verstecken.
Geduldig warteten sie, dass die Stimmen näher kamen und bald erkannten sie im fahlen Mondlicht den Kardinal und zwei Wachen, die ihn zum Boot begleiteten. Leise zog Porthos seine Pistole aus dem Gürtel, füllte etwas Schießpulver in die dafür vorgesehene Öffnung und reichte Danielle die Waffe.
Mit klopfendem Herzen nahm sie die Pistole entgegen, als Porthos eine zweite unter seinem Musketiergewand vorholte und diese ebenfalls mit Schießpulver befüllte und ging ebenfalls in Anschlag und visierte die Herannahenden an.
„Wenn ich ‚jetzt’ sage, schießt du.“, wies er Danielle an, die bereits die Wache links vom Kardinal anvisiert hatte. Porthos tat es mit der zweiten Wache und auf sein Kommando ertönte Sekunden später ein lauter Knall und beide Wachen fielen ruckartig zu Boden.
Kardinal Richelieu wandte sich erschrocken um, sah jedoch nicht, aus welcher Richtung die Schüsse kamen und rannte schnellen Schrittes auf das kleine Boot zu. Der Wartende im Boot war jedoch so erschrocken und voller Furcht, dass er das Weite suchte und in der Dunkelheit verschwand und das Boot und den Kardinal allein zurückließ.
„Stehen bleiben!“, schrie Porthos aus Leibeskräften, dass seine Stimme in der Nacht wie ein nicht enden wollendes Echo widerhallte. Mit kurzen, schnellen Schritten traten er und Danielle aus ihrem Versteck hervor, doch hatten sie beide nicht damit gerechnet, dass der Kardinal ebenfalls eine Pistole unter seinem Gewand hervorzog.

Sie standen sich zu dritt gegenüber. Danielle und Porthos ihre Pistolen geladen auf den Kardinal gerichtet und Richelieu mit seiner auf die Musketiere gerichtet.
„Ergebt Euch, Kardinal.“, befahl Porthos, doch Richelieu gab sich keine Blöße und begann sogar zu lächeln.
„Wenn Ihr schießt, ist sie tot.“ Mit diesen Worten visierte er für beide Musketiere sichtbar Danielle an. Die junge Frau schluckte hart und auch Porthos schien leicht verunsichert, auch wenn dies für den Kardinal kaum sichtbar war.
Eisige Stille kehrte ein und niemand gab auch nur einen Laut von sich.
„Tötet mich, Kardinal. Es wird Eure letzte Tat gewesen sein.“ Danielle bedachte den Kardinal mit kühnem Blick, hatte sie doch gelernt den Tod nicht zu fürchten, sondern ihm stolz ins Auge zu blicken.
„Ihr seid wahrhaft mutig, Mademoiselle.“
Dann durchschnitt erneut der Knall eines gelösten Schusses die Stille der Nacht…
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