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One For All - All For Love

von Miya
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Aramis Athos Porthos
16.04.2012
11.04.2013
47
57.191
2
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16.04.2012 920
 
Kapitel 42

Ein erbitterter Kampf war zwischen den Männern Buckinghams und den Musketieren entbrannt. Dabei stand es alles andere als gut für die Franzosen, waren sie doch in deutlich in der Unterzahl.
Immer mehr wachhabende Soldaten kamen, um Henri und ihre Landsmänner zu unterstützen, dass es immer unwahrscheinlicher wurde, dass die Musketiere noch siegten und dennoch gaben sie nicht auf.
Klingen prallten klirrend gegeneinander und schon bald mussten Danielle und ihre Freunde gegen drei oder noch mehr Engländer gleichzeitig kämpfen und niederstrecken. Anfangs gelang ihnen dies auch mit regem Erfolg, doch je länger der Kampf andauerte, umso erschöpfter wurden sie.
Die Tatsache, dass schon bald einige schwerverletzte oder getötete Soldaten auf dem kalten Boden des Kellergewölbes lagen, erleichterte die Situation nicht sonderlich. Wenn es im unteren Bereich des Palastes doch recht weitläufig war und sich der Kampf auf den gesamten Untergrund ausweitete, so waren die leblosen Körper doch mehr als nur hinderlich.
Mit einem weiten Ausfallschritt versuchte Porthos seine Gegner wieder auf Abstand zu bringen und hatte genug Zeit, um seine Pistole aus der Gürtelschlaufe zu ziehen und einen der fünf Gegner, die auf ihn zugestürmt kamen, mit einem gezielten Schuss ins Herz zu töten. Die anderen vier schreckten bei dem ohrenbetäubenden Knall nur für wenige Sekunden zurück, griffen dann jedoch mit lautstarkem Gebrüll erneut an und versuchten den wackeren Musketier in die Enge zu treiben. Einer von ihnen schaffte es sogar Porthos am Bein eine Schnittwunde mit dem Degen zuzufügen und doch gelang es keinem von ihnen ihn zu entwaffnen oder gar zu töten.

Aramis und Athos hatten es nicht minder schwer, mussten auch sie mit mehreren Gegnern gleichzeitig kämpfen. Aramis hatte sich einen zweiten Degen angeeignet, als er einen Soldaten mit einem tiefen Stich in den Bauch getötet hatte und dieser kraftlos zu Boden sank und kämpfte beidhändig gegen die drei Soldaten, die sich ihn als Gegner auserkoren hatten. Mit einigen gezielten Hieben entledigte er sich erst einem und dann einem weiteren Soldaten und eilte, nachdem auch der dritte schwer verletzt am Boden liegen blieb, seinem Freund Porthos zu Hilfe.
Athos, der es mit ebenfalls drei Soldaten zu tun hatte, konnte sich allerdings nicht so leicht seiner Gegner entledigen, wie sein gläubiger Freund, hatte er doch immer auch ein Auge auf Danielle, die verbittert mit Henri kämpfte.
Er war ihr einziger Gegner, was den blonden Musketier misstrauisch machte, aber auch zeigte, in wiefern dieser Angriff abgesprochen sein musste. Die drei Musketiere sollten von Danielle und Henri ferngehalten werden und genau dies schien zu gelingen, wenn sich Henri und seine Gegnerin auch nur unweit von den anderen bekämpften.
„Gebt auf, Mademoiselle. Ich verspreche, dass Euch nichts geschehen wird.“, versprach Henri, doch in ihrer Sturheit, die sie eindeutig von ihrem Vater geerbt hatte, lehnte sie jedes noch so verlockende Angebot Henris ab und schlug zur Untermalung, dass sie nie aufgeben würde, immer härter zu, dass sie schon bald beide Hände am Griff ihres Degens hatte und mit aller Wut, welche sich in ihr aufgestaut hatte, nach Henri schlug, der so überrumpelt von ihrem aufkeimenden Temperament war, dass er einige Schritte zurücktaumelte, stolperte und über einen leblosen Soldaten fiel.
Danielle trat langsam auf Henri zu, der verzweifelt versuchte, nach seinem fallen gelassenen Degen zu tasten.
„Mir scheint, es ist eher an Euch aufzugeben, Monsieur de Larivay.“, kam es mit bebender Stimme über Danielles Lippen.
„Rührt Euch noch einen Zentimeter und Ihr werdet die Klinge meines Degens zu spüren bekommen.“, drohte sie, schritt näher auf Henri zu und richtete die Klinge ihrer Waffe auf Henris Brustkorb und drückte die Spitze leicht in den Stoff seines Mantels.
„Ihr wagt es nicht.“, fauchte Henri zornig und versuchte unauffällig immer weiter nach seinem Degen zu tasten, welcher nur noch wenige Millimeter von ihm entfernt lag.
Herausfordernd blickte Henri Danielle in die Augen.
Die junge Frau ließ sich von ihm jedoch nicht provozieren und blickte ihm ruhig ins Gesicht. Da wurde sie von einem zurückgedrängten Soldaten geschubst, als dieser vor Aramis zurückweichen wollte.
Ihr Degen bohrte sich so tief in den Brustkorb Henris, dass sie spüren konnte, wie die Klinge durch seinen Körper hindurchglitt und den Boden berührte.
Mit weit aufgerissenen Augen starrte Henri Danielle an, den Mund leicht geöffnet und nach Luft japsend. Der Soldat, welcher gegen Danielle gestolpert war, taumelte seitwärts und suchte das Weite.
Aramis würdigte den Flüchtenden keines Blickes mehr, als er die Szene direkt vor seinen Augen bemerkte. Er umklammerte Danielles Hand, welche den Griff des Degens fest umschloss und zog die Klinge aus Henris schwächer werdendem Körper.
„Was hab ich getan?“, wisperte sie schockiert, hatte sie doch nie vorgehabt Henri wirklich zu töten.
„Danielle, es war ein Unfall.“, versuchte Aramis sie zu beruhigen, doch sie schenkte ihm kaum Beachtung, ließ sich neben Henri auf die Knie fallen und bat immer wieder flüsternd um Vergebung. Der Boden direkt unter und neben Henri begann sich blutrot zu verfärben.
„Vergebt mir.“, wisperte Danielle erneut, als sie das viele Blut bemerkte.
„Danielle…“, röchelte Henri, während seine Gesichtszüge sich immer mehr versteinerten.
„Ja…ja, ich bin bei Euch.“ Zitternd ergriff Danielle nach der Hand, welche ausgestreckt dalag.
„Fahrt zur Hölle.“ In diesem letzten Aufbäumen von Leben in dem sterbenden, männlichen Körper, zog Henri einen kleinen Dolch mit der noch freien Hand aus seinem Gürtel und zielte damit auf Danielles Herz.
Doch bevor er sie treffen konnte, hatte Aramis sie zur Seite gestoßen und der Dolch bohrte sich in Aramis’ Rippen, wo die Waffe steckenblieb.
Henris Griff löste sich und die Hand fiel leblos zu Boden, während der Blick des Franzosen leer zur Decke führte.
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