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One For All - All For Love

von Miya
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Aramis Athos Porthos
16.04.2012
11.04.2013
47
57.191
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16.04.2012 957
 
Kapitel 41

Die Tage vergingen, während sich die vier Freunde weiterhin bei Porthos’ alter Bekanntschaft versteckten.
Danielle ging es zusehends besser und auch ihr Appetit kehrte langsam wieder und doch machte sie sich Sorgen, wie es weitergehen sollte.
Es war der Morgen des 10.07.1626, als Aramis, Porthos und Athos zu dritt in der Küche vor einem reich gedeckten Tisch saßen und sich an den frischen Brötchen bedienten, welche die Dame des Hauses gerade servierte.
Einzig Danielle kam erst spät an diesem Morgen aus dem Zimmer, welches die Hausherrin ihr seit der Nacht des Balls zur Verfügung gestellt hatte.
In ganz London hingen Zettel mit Portraits der entflohenen Häftlinge des Towers mit einem beträchtlichen Kopfgeld, welches auf sie ausgesetzt wurde.
Tot oder lebendig, lautete die Aufschrift, doch keiner der drei Musketiere schien sich dadurch in irgendeiner Weise bedroht zu fühlen, ging es ihnen in ihrem kleinen Versteck doch sichtlich gut.
„Wann gedenkt ihr endlich wieder zu handeln? Der Kardinal läuft immernoch irgendwo hier frei herum und plant mit Buckingham womöglich eine Intrige nach der nächsten. Wir müssen endlich etwas tun. Ihn ausfindig machen und in Frankreich dem Gericht übergeben, damit er seine gerechte Strafe erhält.“, sprach Danielle mit bestimmendem Unterton, wollte sie doch endlich aus diesem Land raus und wieder in ihr geliebtes Frankreich, welches sie so sehnlichst vermisste.
„Es ist doch sonst nicht eure Art, einfach nur herumzusitzen und die Zeit totzuschlagen.“
Porthos stopfte sich in seiner Gier gerade ein halbes Brötchen komplett in seinen Mund und war somit verhindert auf Danielle zu reagieren und auch Athos grinste nur in sich hinein, während Aramis sich den Mund mit einer Serviette abwischte und die junge Französin bat, sich doch endlich zu setzen, war sie doch die ganze Zeit, während sie sprach in der Küche auf und ab gegangen.
„Du hast noch viel zu lernen, Danielle. Wir waren in den vergangenen Tagen alles andere als untätig. Ganz im Gegenteil. Es gibt sogar erfreuliche Nachrichten.“
Danielle betrachtete aufmerksam das markante Gesicht des Musketiers und hörte geduldig zu, als er ihr berichtete, dass sie angeblich wussten, wo sich der Kardinal in London aufhielt.
„Er war die ganze Zeit in deiner Nähe in Buckinghams Palast.“
„Aber das kann nicht sein!“, entfuhr es Danielle, hatte sie in der kurzen Zeit nicht ein einziges Mal etwas verdächtiges bemerkt, was auf den Kardinal oder dessen Anwesenheit hinweisen hätte können.
„Auch wenn wir hier in England sind, so haben wir auch hier unsere Quellen.“, fügte Athos zu und grinste sie verschwörerisch an.
„Und das heißt?“
„Das heißt, dass wir uns noch heute auf den Weg machen den Kardinal zu überführen.“, erklärte nun wieder Aramis.
„Aber erst bei Nacht.“, setzte Porthos hinzu und spuckte dabei einige Brötchenkrümel quer über den Tisch, da er noch nicht untergeschluckt und mit halbvollem Mund geredet hatte.
Aramis schüttelte über dieses rüde Benehmen seines Freundes nur den Kopf und Athos und Danielle versuchten ebenfalls das Verhalten des kräftig gebauten Musketiers zu ignorieren.

Und so vertrieben sich die vier Musketiere auf die unterschiedlichste Weise die Zeit, bis die Nacht einkehrte und sie im Schatten der Dunkelheit den Weg zu Buckinghams Palast einschlugen.
Aramis und Porthos begnügten sich mit einem Kartenspiel, während Athos und Danielle sich in ihr Zimmer zurückzogen. Allerdings nicht zum reinen Vergnügen, wie Porthos andeutete, als sich die Zimmertür hinter Athos und Danielle schloss.
Trotz der Unterhaltung zwischen den Liebenden bezüglich Athos’ Vergangenheit war zwischen ihm und Danielle eine Distanz entstanden, welche beiden zu schaffen machte und es schien fast so, als würden sie bei ihrer Rückkehr getrennte Wege gehen.
Somit hätte Henri sein Ziel erreicht und die junge Blonde wäre für den einstigen Verlobten wieder zu haben und genau dies hatte jener in der Ballnacht vor Danielles Flucht auch bezwecken wollen.
Sie und auch Athos wussten um die Hintergedanken. Dazu hatte man nicht einmal sonderlich intelligent sein müssen, um dahinter zu kommen und doch fiel es Danielle schwer in Athos noch den Musketier zu sehen, in den sie sich verliebt hatte, dachte sie doch ständig an die Grausamkeiten, von denen Henri berichtet hatte.

Die Uhr schlug gerade Elf, als sich die Musketiere in den Palast schlichen und sich an den Wachposten vorbeischlichen.
Für Porthos hieß vorbeischleichen allerdings, dass die Wachmänner niedergeschlagen wurden, um sich Zugang zum Inneren des Gebäudes zu verschaffen.
Athos, Aramis und Danielle folgten ihrem Freund leisen Fußes und gemeinsam schlichen sie durch die Gänge und machten sich auf den Weg in die Kellergewölbe.
Die Steintreppe, welche nach unten führte, war gewunden und schien endlos zu sein, als unter ihnen leises Stimmengemurmel zu vernehmen war.
Mit einem verschwörerischen Blick sahen sich alle Vier kurz gegenseitig an, bevor sie weiter nach unten schritten und den Stimmen folgten, welchen sie immer näher kamen.
Da sprang aus einer dunklen Ecke Henri mit gezogenem Degen und knapp einem dutzend Soldaten hinter ihm.
„Wir dachten uns bereits, dass ihr früher oder später hier erscheinen würdet.“, grinste Henri spottend, bevor er sich ganz auf Danielle konzentrierte, die ebenso wie ihre drei Freunde, auch nach dem Degen an ihrem Gürtel griff und mit erhobener Klinge dem Feind gegenüberstand.
„Wie könnt Ihr noch an seiner Seite stehen, nach allem, was ich Euch über ihn offenbart habe?“ Henri war sichtlich enttäuscht, hatte er sich doch weitaus mehr davon versprochen, als er mit Danielle unter vier Augen gesprochen hatte.
„Ich habe dem König und Frankreich ewige Treue geschworen.“, entgegnete die junge Frau festen Willens und wich keinen Schritt zurück, als Henri auf sie zutrat.
„Dann tut es mir Leid für Euch!“ Und mit diesen Worten und einem kurzen Wink mit der noch freien Hand, wies Henri die Soldaten zum Angriff an und erhob den Degen gegen die Frau, die er einst heiraten sollte und versuchte sie mit harten, schnellen Schlägen in die Knie zu zwingen.
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