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One For All - All For Love

von Miya
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Aramis Athos Porthos
16.04.2012
11.04.2013
47
57.191
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16.04.2012 1.299
 
Kapitel 40

Es dauerte nicht lange, da klopfte es an der Tür und ohne auf ein Zeichen aus dem Inneren von Danielles Schlafgemach abwartend, trat der Herzog von Buckingham ein und blickte auf die junge Frau vor ihm auf dem Boden, wie sie den Kopf über die Waschschüssel geneigt hatte und mit aschfahler Gesichtsfarbe.
„Geht es Euch nicht gut, Mademoiselle? Wünscht Ihr, dass ich einen Arzt rufen lasse?“, fragte er, doch Danielle wies in ab, wollte sie doch nur allein sein mit sich und ihren Gedanken.
Doch da übermannte sie erneut eine Welle der Übelkeit, dass sie sich ein weiteres Mal in die Schüssel übergab, dass der Herzog letztendlich doch einen Arzt rufen ließ, welcher die Französin kurze Zeit später untersuchte und ihr ein Medikament aus verschiedenen Kräutern verschrieb, welches gegen die Übelkeit helfen sollte.

Es war mitten in der Nacht, als der Arzt das Zimmer Danielles endlich verließ und sie allein im Bett lag. Statt des Ballkleides trug sie nun ein weißes Spitzennachthemd und döste sanft vor sich hin, als es an ihrem Fenster klopfte.
Aus ihrem Traum hochgeschreckt, richtete sie sich zügig auf und sah direkt in das breit grinsende Gesicht von Porthos, welcher mit seiner Hand gestikulierte, dass sie das Fenster öffnen sollte.
Halb wach, halb schlafend erhob sich Danielle und wankte etwas unsicher zum Fenster und blickte erstaunt an Porthos herab, wie er auf einer großen Holzleiter stand und über die Fensterbank ins Innere kletterte und kurz darauf schon in ihrem Schlafgemacht stand.
„Wo habt ihr die denn geklaut?“, fragte Danielle überrascht und warf erneut einen Blick aus dem Fenster, wo sie im halbdunkeln auch Aramis und Athos entdeckte.
Beim Anblick des blonden Musketiers krampfte sich alles in ihr zusammen und doch ließ sie sich nicht lange bitten, als Porthos sie bat sich schnell umzuziehen, ehe sie doch noch entdeckt wurden.
Mit einigen Griffen in den Kleiderschrank des Zimmers, hatte Danielle ihre Männerkleidung zusammengesucht und sich übergezogen. Dann kletterte sie gemeinsam mit Porthos die Leiter hinab, welche sich allerdings als nicht all zu stabil erwies, da die letzten Stufen am unteren Ende der Leiter beim hinabklettern unter Porthos’ Gewicht entzweibrachen und er etwas ungeschickt zu Boden fiel.
Aramis half seinem Freund auf die Beine und mit schnellen Schritten schlichen sich die vier Musketiere davon. Außerhalb des Palastgrundstückes standen bereits vier Pferde, welche die vier Franzosen zügig bestiegen und davonritten.

Einige Straßen weiter bogen sie, geführt von Porthos, in die Gasse, in welcher sie derzeit Unterschlupf fanden und wurden herzlich von der älteren Dame in Empfang genommen, die allem Anschein nach bereits gewartet hatte.
„Porthos, mein Lieber, da seid Ihr ja endlich. Ich habe mich schon gesorgt, ob Euch etwas zugestoßen sei.“
„Mir und etwas zustoßen? Aber doch nicht dem großen Porthos.“, entgegnete dieser mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
„Und Ihr müsst Danielle sein.“, begrüßte sie die vierte Person im Bunde. Die junge Blonde hatte seit ihrer erfolgreichen Befreiung noch kein Wort geredet. Geschweigedenn, dass sie Athos in die Augen blicken konnte, nach dem, was sie über ihn erfahren hatte.
Er hatte Recht gehabt damals in Paris, als er ihr mit wenigen Worten versuchte begreiflich zu machen, dass er vor ihrer Begegnung ein anderer Mensch gewesen war und er nie wieder darüber reden wollte.
Sicher hatte er damals nur so gehandelt, weil er sich von der Liebe verraten gefühlt hatte und doch empfand Danielle Unbehagen gegenüber dem Mann, den sie doch so liebte.

„Du bist so still, meine Liebe.“, sprach Athos Danielle auf ihr Schweigen an, nachdem sie Aramis, Porthos und ihre Gastgeberin in ihre Schlafgemächer zurückgezogen hatten und nur noch sie beide in der Küche des Hauses zurückblieben.
„Fühlst du dich nicht wohl?“, erkundigte er sich und fühlte sanft mit der Handaußenfläche die kühle Stirn seiner Geliebten und ihm entging nicht, wie sie unter seiner Berührung kurz zusammenschrak.
Danielle, so rede doch endlich.“, bat er mit ernster Miene.
„Henri ist hier. Er war auch beim Ball.“
Bei diesen Worten begannen Athos’ Augen aufzulodern vor Eifersucht, erinnerte er sich doch nur zu gut an die erste und letzte Begegnung mit Danielles einstigem Verlobten.
„Er ist wegen mir hier.“
„Deshalb solltest du nicht mit in den Tower.“, mutmaßte Athos und erhielt ein stummes, zustimmendes Nicken der Frau ihm gegenüber.
Sanft legte sich seine eine Hand auf die ihre, welche sie auf dem Küchentisch übereinanderliegend ruhen hatte.
Für einen kurzen Moment sah Danielle auf und in Athos’ sanftmütige Augen, dass sie für einige Sekunden zweifelte, ob Henris Worte der Wahrheit entsprachen oder er sie lediglich verunsichern wollte, wusste er doch um die Gefühle Danielles dem Musketier gegenüber.
Womöglich wollte er sie nur auseinanderbringen, um anschließend leichteres Spiel bei ihr zu haben, doch mochte sie nicht so wirklich daran glauben, als Athos sie aus ihren Gedanken riss, indem er näher zu ihr heranrückte und ihren Kopf bestimmend in seinen Hände nahm und sie eindringlich anschaute.
„Was bedrückt dich?“, fragte er und ließ nicht zu, dass sie sich aus seinem Griff befreien konnte, während er eine Antwort abwartete.
„Henri und ich haben uns eine Weile unterhalten, als wir allein waren und er hat mir einiges erzählt…über den Grafen de la Fére.“
Athos’ Miene war keinerlei Regung zu entnehmen, als wäre sein Gesicht zu Stein geworden.

Die Stille zwischen den Liebenden erfüllte den gesamten Raum, bis Athos endlich zu reagieren schien, indem er wissen wollte, was er ihr erzählt habe.
Mit vor Unsicherheit bebender, zittriger Stimme begann Danielle zu erzählen, was man ihr erzählt hatte.
Von dem Grafen, dessen Herz zu Stein wurde, nachdem er von seiner angetrauten Ehefrau auf so schändliche Art verraten wurde. Sie erzählte davon, wie der Graf seine Frau zwang sich ihrer Kleider zu entledigen, bevor er sie an einem Baum aufknüpfen wollte.
Er ihr eigenhändig den Strick um den Hals legte, bevor er dem Pferd, auf welchem sie saß, einen kräftigen Klaps gab und dieses raschen Trabes davonritt und die wehrlose Frau am Strick hing und um ihr Leben bangte, welches aus ihrem Körper entwich.
Und auch, wenn Danielle wusste, dass Sabin damals überlebt hatte, so beunruhigte sie, dass ihr so geliebter Musketier zu solch einer Tat fähig war.
„Ich habe für meine Sünden bezahlt, Danielle. Dafür, dass ich diese Tat begangen habe, habe ich alles aufgegeben. Ich wollte alles hinter mir lassen.“
„Henri erzählte mir, dass du nach dieser Sache sehr hart mit deiner Dienerschaft umgegangen seist.“
Athos senkte betrübt den Blick, was Danielle augenblicklich verriet, dass Henri die Wahrheit gesagt hatte, als er ihr auch berichtete, wie Graf de la Fére jene Bedienstete auspeitschen ließ, welche stets treu seiner Ehefrau gedient hatten.
Dass Athos diese Taten zutiefst bereute, blieb Danielle nicht verborgen, als sie ihn so betrachtete, den Kopf demütig gesenkt.

„Da ist noch etwas, Athos…als wir nach England kamen.“
Nach einer kurzen Pause, als Athos dennoch seinen Blick nicht vom Tisch nahm, fuhr Danielle zögernd fort.
„Ich dachte, ich sei schwanger.“
Nun ruckte der Kopf des Blonden doch nach oben und blickte angespannt in Danielles Gesicht.
„Vergangene Nacht, bevor ihr mich aus dem Palast geholt habt, hat mich ein Arzt untersucht, da mir nach der Begegnung mit Henri erneut ganz elend war.“
Athos versagten die Worte, dass er nur stumm zu der Frau neben ihm blickte und sie abwartend ansah, bis sie ihm endlich erzählte, dass es nur der Stress der vergangenen Wochen gewesen sei, welcher ihr etwas auf den Magen geschlagen hatte und sie kein Kind von ihm erwartete.
Doch anstatt der Erleichterung, die sie hoffte zu empfinden, wenn sie es ihm sagen würde, war Danielle nun umso mehr angespannt, als Athos sie weiterhin nur schweigend ansah und scheinbar nichts dazu zu sagen hatte.
Nach einiger Zeit fand Athos seine Sprach jedoch wieder und sprach endlich wieder zu ihr, ehe sich bald darauf seine Lippen fest gegen die ihren pressten und sie sich in einem innigen Kuss verloren.
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