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Das Date

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
13.04.2012
13.04.2012
1
7.209
6
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
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13.04.2012 7.209
 
Titel: Das Date
Anime/Manga: Fairy Tail
Pairing: Gajeel x Levy
Genre: Romantik
Disclaimer: Die Welt sowie die Charaktere gehören © Hiro Mashima, nur die Idee und deren Umsetzung gehört mir. Juan wurde allerdings frei von mir erfunden und gehört daher mir.
Geschrieben im Zeitraum vom: 08.04.2012 – 09.04.2012
Kapitelanzahl: One Shot
Hinweis: Die FF spielt zwischen dem Edolas Arc und dem Tenrou Jima Arc und kann mit der Original-Story verbunden werden.
Persönliche Anmerkung: nur mal ne nette kleine FF. Ich versuche die Charaktere IC zu treffen und hoffe dass diese OS mir besser gelingt als die vorige. (Spezialauftrag: „Shall we Dance?!“) *drop*

Ich wünsche Gute Unterhaltung!
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Das Date


Levy kommt, mit einem ganzen Stapel Bücher auf dem Arm und ein Liedchen summend, die Treppe von der Gilden-Bibliothek hoch und steuert auf einen nahe stehenden Tisch zu um ihre Fracht dort abzulegen. Sie will Mirajane noch eine Liste schreiben auf der alle Bücher, die sie sich ausleiht und mit nach Hause nimmt, aufgelistet sind. Doch die Scriptmagierin kommt nie bei diesem Tisch an.
Mit erschrockenem Aufschrei stolpert sie über eine Kante im Dielenboden nach vorne. Die Bücher fallen ihr klatschend zu Boden und ihr selbst geht es nicht besser. Mit einem leisen Ächzen richtet sie sich, auf dem Haufen Bücher, wieder auf und reibt sich den Knöchel mit dem sie umgeknickt ist.
Gajeel, dessen Blick schon auf ihr ruhte, als sie aus der Tür kam, legt sein Eisenstück zurück auf den Teller und will sich erheben. Aus dem Augenwinkel sieht er, dass Jet und Droy ebenfalls schon auf dem Sprung sind um ihr zu helfen. Zum ersten Mal, sollte keiner von den Dreien schnell genug sein.
„Ist alles in Ordnung schönes Fräulein?“, erklingt eine, sehr sanfte und männliche, Stimme neben Levy und sie wendet sich sofort zu jener Person um. „Ja, danke…“, antwortet sie schnell und stutz als sich eine Hand in ihr Blickfeld schiebt ehe sie überhaupt die Möglichkeit hat, der Person ins Gesicht zu sehen. „Kannst du aufstehen?“, fragt der junge und Gutaussehende Mann ruhig und hilft ihr beim aufstehen. Als Levy nickt, sich nochmals bedankt und beginnt ihre Bücher einzusammeln, bückt er sich mit runter und geht ihr geschickt zur Hand.
„Du bist… eine Scriptmagierin, habe ich Recht?“, fängt er ein Gespräch an, nachdem er sich die Buchtitel überflogen ist. „Ja bin ich…“, antwortet Levy kurz und besieht sich jedes Buch einzeln ob es wohl keinen Schaden davongetragen hat. „Interessierst du dich dafür?“, schaut sie nun zu ihm auf und nimmt das letzte Buch dankend entgegen, ehe sie es auf den Tisch legt.
Sie schätzt den Mann auf um die zwanzig Jahre, er ist ein wenig größer als sie und durchschnittlich in der Statur. Sie hat den dunkelblonden mit den strahlenden blauen Augen hier noch nie gesehen, daher nimmt sie an dass er einfach nur ihre Gilde besichtigt.
„Ja sehr! Bücher und alte Schriften sind meine große Leidenschaft… besonders die Schriftliche Magie begeistert mich ungemein!“, sprudelt er wie ein Wasserfall los. „Ich habe vor ein Buch über diese Magie zu schreiben, allerdings habe ich keine Ahnung davon. Daher dachte ich, ich könnte hier ein paar Informationen sammeln…“, redet er munter drauf los und stutzt mit einem mal. Levy hat ihm ruhig zugehört, während sie die Bücher noch einmal sortiert und noch mal auf Schaden überprüft.
„Oh tut mir leid! Ich hab mich noch gar nicht vorgestellt und texte dich hier einfach so zu, dabei bist du sicher sehr beschäftigt! Da ist nun wohl die Begeisterung mit mir durch gegangen, ich bin noch nie einer Scriptmagierin gegenüber gestanden…“, erwähnt er, wird nun leicht nervös und senkt seinen Blick verlegen.
Levy schaut ihn ein wenig verwundert an und lächelt versöhnlich. Sie hat noch nie jemanden so schnell reden hören. Es hatte sogar den Anschein dass er nicht mal Luft geholt hätte. „Kein Problem“, antwortet sie auf seine Entschuldigungen und schaut auf die Hand die er ihr hinhält. „Ich bin Juan! Juan Rochers. Freut mich dich kennen zu lernen!“, spricht er mit sanfter, gefasster Stimme während er ihr die Hand schüttelt und sie ebenfalls anlächelt.
„Freut mich auch, ich bin Levy, Levy McGarden“, stellt sich Levy nun ihrerseits vor und Juans Augen weiten sich. „Etwa DIE Levy McGarden aus Team Shadow Gear?!“, strahlt er sie erfreut an. „Genau die“, lächelt Levy mit deutlichem Rotschimmer um die Nase. Aus irgendeinem Grund breitet sich ein warmes Gefühl in ihrer Brust aus.
„Wow… ich hab schon viel über dich im Weekly Sorcerer gelesen…“, schaut er sie ehrfürchtig an. „Stimmt es das euer Team in einer Dreiecksbeziehung lebt?“, platzt es ihm heraus und entschuldigt sich sofort dafür. „Tut mir leid, ich bin zu indiskret…“, senkt er seinen Blick verlegen und Levy lächelt wieder verzeihend. „Glaub nicht alles was du da drinnen liest…“, kommt es von ihr ein wenig zerknirscht. Dieser Reporter hat das damals doch tatsächlich geschrieben.
„Darf ich dich um einen Gefallen bitten?“, umfasst Juan nun Levys Hände und schaut ihr tief in die Augen. Eine wilde Strähne seines dunkelblonden Haares fällt ihm dabei in die Augen und Levy bekommt einen Klos im Hals. „Er sieht gar nicht übel aus… und nett scheint er auch zu sein…“, denkt sie sich im Geheimen. „Kommt drauf an…“, antwortet sie und hört sich seine Bitte an. „Würdest du mir etwas über die Schriftliche Magie erzählen? Es wäre mir für mein Buch sehr hilfreich“, bittet er sie und schaut ihr dabei tief in die Augen.
„A…also eigentlich… ich wüsste da jemand Anderen der sich noch besser damit auskennt…“, wendet Levy ihren Blick zur Theke, an der Fried soeben auf einem Barhocker platz genommen hat. „Fried Justine, er ist ein wahrer Meister in dieser Magie. Vielleicht solltest du ihn fragen? Ich könnte auch ein gutes Wort für dich einlegen“, schlägt Levy ihm vor. Es ist so ungewohnt und neu dass ein anderer Mann, außer ihren beiden Teamkollegen, Interesse an ihr zeigt. Levy fühlt sich ziemlich unsicher, da sie ja noch nie einen Freund hatte und durchaus auch ihre schüchternen Seiten hat. „Was denke ich denn da?“, ruft sie sich in Gedanken zur Ordnung. „Er will nur etwas über meine Magie erfahren, mehr nicht“, denkt sie sich und nimmt sich vor sich nicht immer so etwas einzubilden.
„Gute Idee, aber vorher würde ich zu gerne ein paar Eindrücke von dir hören. Ich will mich ungern vor ihm blamieren wenn ich überhaupt keine Ahnung von der Materie habe…“, begründet Juan und es klingt auch noch ziemlich logisch während er seinen Dackelblick auf Levy wirken lässt. „Ich bitte dich, du wärst mir eine große Hilfe… und mir wäre es eine Ehre…“, spricht er leise und schaut sie über ihre Hände hinweg, die er vor seinem Gesicht erhoben hat, mit einem seltsamen Blick an.
„A…also gut. Aber wir sollten gleich loslegen, es ist sehr kompliziert“, gibt Levy sich, leicht errötet, geschlagen. „Danke! Ich werde mich bestimmt irgendwie revanchieren!“, kommt es begeistert von Juan der ihre Hand zu sich zieht und einen leichten Kuss auf ihren Handrücken haucht. „Ich darf dich bestimmt auf einen Kaffee einladen? Also bitte nicht weglaufen!“, hat er ihre Hände losgelassen und ihr zugezwinkert, ehe er schon zur Theke eilt und angebotenen Kaffee bestellt, nachdem Levy überrascht genickt hat.
Sie ist mehr als überrascht. Sie fühlt sich ziemlich überrumpelt, immerhin hat er ihre Hand geküsst und sie spürt nur zu deutlich wie die Hitze in ihre Wangen steigt und ihre Knie ein wenig weich werden. Zögernd lässt sie sich auf der Bank nieder und greift zu einem Buch das sich am besten eignet um ihm ein paar Grundlegende Dinge zu erklären. Sie fühlt sich fehl am Platz und doch, schmeichelt es ihr sehr wie sich jemand um sie bemüht.
Einen Gang weiter wurde die Szene von zwei Augenpaaren aufs Genaueste beobachtet. Jet und Droy können es nicht fassen und stehen mit offenen Mündern da. Sie finden keine Worte, wagen jetzt aber auch nicht rüber zu gehen und ihr ins Gewissen zu reden. Der Blick, mit dem dieser Juan, Levy ansieht, gefällt den Beiden nämlich überhaupt nicht.
Gajeel hat sich nicht von seinem Platz fort bewegt und hat einfach weiter gegessen. Dabei waren seine Augen immer wieder auf Levy und diesem „Knilch“, für den er keine bessere Bezeichnung gefunden hat, gerichtet. Ihm gefällt genauso wenig wie dieser Typ, Levy ansieht. Im Grunde ist ihm schon ein Schauer über den Rücken gelaufen als dieser Juan, Levy ein „schönes Fräulein“ genannt hat. Und dann schmeichelt dieser Schleimer ihr auch noch mit einem Handkuss. Das Levy sich auch noch auf diese abgeklatschte Masche dieses schmierigen Typen einlässt, lässt ein seltsames loderndes Gefühl in Gajeel aufkeimen. Diese seltsame Art von Wut beginnt langsam in ihm zu köcheln und zu wuchern.
„Sag mal Gajeel, isst du die Teller eigentlich immer mit?“, wird Gajeel nun auf Lily aufmerksam, der neben ihm auf dem Tisch sitzt. Lily ist noch nicht lange sein Partner und so interessiert er sich auch sehr für seine Magie. Die Szene vor ihnen ist ihm natürlich auch nicht entgangen und er meint eine gewisse Veränderung an Gajeel bemerkt zu haben, sobald dieser Juan begonnen hat mit Levy zu sprechen.
Gajeel stutzt und schaut auf den Teller in seiner Hand. An dem Teller fehlt eindeutig ein Stück und sein Zahnabdruck überführt ihn nur zu deutlich als Täter. Wortlos aber mit grimmiger Miene lässt er den Teller scheppernd auf den Tisch fallen. „Mirajane wird sich freuen wenn du ihr Geschirr aufisst…“, kommentiert Lily nur und kassiert ein: „Ach halt den Rand“, von Gajeel der aus irgendeinem Grund ziemlich genervt wirkt.

Im laufe ihrer Gespräche hat Levy festgestellt das Juan ziemlich nett zu sein scheint. Er ist witzig und aufgeschlossen, was ihr sehr gefällt. Zudem ist er sehr aufmerksam, zuvorkommend und charmant. Sie würde lügen, wenn sie sich durch sein großes Interesse an ihrer Magie und schließlich an ihr selbst, nicht geschmeichelt fühlen würde. Er weiß so viel über Bücher und sie haben sogar herausgefunden das er einige von denen gelesen hat die auch in ihrem Regal zuhause stehen.
Levy hat sich, nachdem sie ihm einiges über die Schriftliche Magie erzählt hat, noch sehr köstlich mit ihm amüsiert und sogar die Gelegenheit erhalten um zu klären wie ihre Beziehung im Team Shadow Gear wirklich aussieht. Juan hat das Thema des Öfteren scherzend angeschlagen, sie damit geneckt, aber nicht beleidigt. Eher das Gegenteil war der Fall. Er kann so gut mit Worten umgehen das er sogar das wie einen Flirt an sie ausgerichtet hat.
Sie hat sich, soweit sie sich erinnern kann, noch nie mit einem anderen Mann so gut und so entspannt unterhalten wie mit ihm. Jet und Droy sind ein ganz anderes Thema, sie kennt sie von Kindesbeinen an, da war sie nie schüchtern oder ähnliches. Juan ist aber etwas ganz anderes. Oft war sie verblüfft wie viel er doch schon über ihre Magie weiß und wie klug er im Allgemeinen ist. Ehe sie sich versieht, hat sich ein seltsames Gefühl in ihrer Brust breit gemacht und sich insgeheim gewünscht das sie noch viel länger mit ihm reden könnte. Diese Gelegenheit sollte sie auch bekommen.
Juan hat sie gebeten ihm heute ein paar ihrer Magischen Schriften vorzuführen und sie hat mit Freuden eingewilligt. So wartet sie wie verabredet im Park auf ihn und winkt ihm zu als er am Tor auftaucht und die Treppen hinunter eilt.
„Hallo Juan!“, ruft sie ihm entgegen und entdeckt mit überraschtem Gesicht den kleinen Korb den er dabei hat. „Ich freu mich dich zu sehen, ich hab uns auch eine kleine Stärkung mitgebracht. Magie anzuwenden macht bestimmt hungrig“, hat er sie angelächelt und den Korb kurz angehoben. Levy lächelt dabei leicht verlegen und muss um eines mehr feststellten das er auch fürsorglich ist.
Während er den Korb im Schatten eines Baumes abstellt, legt Levy ihre Tasche beiseite. Sie verlieren keine Zeit und beginnen gleich mit ihrem Wissensaustausch. „Können wir anfangen? Hast du Papier und Stift?“, erkundigt sie sich bei ihm, während sie ihn über ihre Schulter hinweg ansieht, nachdem sie sich einen guten Platz für ihren Standort gesucht hat. „Alles parat!“, strahlt Juan sie an und lässt sich auf einer Bank in ihrer Nähe nieder.
Er schlägt seinen Block auf und beginnt sich bei jeder Bewegung die Levy macht, Notizen zu machen. Levy erklärt ihm nebenher verschiedene Grundtechniken, wie zum Beispiel die verschiedenen Hand und Armhaltungen sowie die verschiedenen Magie-Konzentrationen. Mit vor staunen, offenem Mund schaut er Levy begeistert zu, wie sie ein paar Worte in der Luft erscheinen lässt und wie sie glitzernd wieder verschwinden. Der Wind spielt dabei mit ihrem Haar und ihr Blick ist hoch konzentriert. Aus Juans Sicht, ist sie die Heldin in einem seiner Fantasy-Bücher. Seine Mimik verrät dass er von ihrer Magie, und von Levy selbst sehr fasziniert ist.
Aber nicht nur er, folgt ihrem Schauspiel, ihrer Darstellung ihrer Magie, den verschiedenen Worten und milderen Attacken. Jet und Droy sitzen hinter einem Gebüsch und verfolgen das Tun der Beiden im Park auf das genaueste. Gestern hatten sie keine Möglichkeit mehr mit Levy zu sprechen weil dieser Juan bis zum Abend an ihr geklebt ist. Als Levy dann ziemlich müde von dieser Sitzung nach Hause gehen wollte, haben sie es vermieden sie damit zu nerven.
„Was er wohl vorhat?“, flüstert Droy seinem Freund zu, der an seinen Lippen knabbert und die Augen geweitet auf Levy gerichtet hat. „Vielleicht ist er ja ein Spion oder so?“, überlegt er und zieht die Luft scharf ein.  „Sieh mal! Was macht er denn jetzt?!“, fährt er auf und Droy klappt der Kiefer runter.
Juan ist ganz nah an Levy herangegangen und scheint ihr die Wange zu streicheln während er ihr tief in die Augen sieht. „Will er etwa...? D…Das geht mir ein wenig zu schnell!“, spricht Jet seine Befürchtungen aus das er sie etwa küssen will. „Ich glaub nicht dass sie uns um Erlaubnis fragen würde…“, wirft Droy niedergeschlagen ein, ehe Beide erleichtert aufseufzen.
Levy hat scheinbar nur etwas ins Auge bekommen und Juan hat ihr geholfen es zu finden und vorsichtig zu entfernen. „Eines muss man zugeben… er ist mit uns nicht zu vergleichen…“, äußert Jet seine Erkenntnis und ist doch ein wenig niedergeschlagen dabei. „Stimmt, vielleicht sollten wir uns eine Scheibe von ihm abschneiden? Er scheint bei Levy jedenfalls erfolg zu haben…“, spricht Droy seine größten Befürchtungen aus. Er hat mit eigenen Augen gesehen wie offenherzig und fröhlich Levy gestern Abend noch mit ihm geredet hat. Vielleicht hat sie sich ja in ihn verliebt?
„Ich werd das Gefühl trotzdem nicht los das er was im Schilde führt…“, kommt es hartnäckig von Jet der sich schon verschiedene Verschwörungstheorien zurrecht gelegt hat, für die er ihn beschuldigen kann.
„Führt er ja auch…“, erklingt plötzlich eine tiefe aber leise Stimme zwischen ihnen. Jet und Droy fahren erschrocken herum und blicken in Gajeels Profil der auf einmal zwischen ihnen durch die Büsche späht. „W… wo kommst du denn her?!“, fragen ihn beide synchron, erhalten aber keine Antwort von dem Dragon Slayer.
„Juan Rochers, 19 Jahre alt, seine Familie kommt aus der Mittelschicht, hat eine hohe Schule besucht und eine Blütenweiße Weste“, beginnt Gajeel wie von einer Liste aufzuzählen. „Der hat keinen Dreck am Stecken… der will nur eins…“, endet er und ignoriert die verwunderten Blicke von Jet und Droy.
„Sag mal… woher weißt du das alles?“, kommt es von Droy nun interessiert. „Ich hab meine Quellen“, antwortet Gajeel nur knapp und grinst verschlagen. Aus irgendeinem Grund glaubt Droy ihm nicht ganz. Vor seinem geistigen Auge, sieht er Gajeel in einem Gebüsch oder Baum vor Juans Zuhause hocken und ihn absolvieren. Droy würde ihm sogar zutrauen bei ihm durchs Fenster zu steigen, um etwas über ihn in Erfahrung zu bringen.
„Und was führt er nun im Schilde? Was hast du noch raus gefunden?!“, flüstert Jet ihm interessiert zu, und rückt etwas näher an ihn heran. „Hey, willst du vielleicht die Plätze tauschen oder was? Rück ein Stück, da kriegt man ja Platzangst…“, grummelt Gajeel ihm zu und linst ihn zerknirscht an, bringt seinen Gesprächspartner damit wieder auf Abstand.
„Rein gar nichts, der Schleimer ist sauber…“, antwortet Gajeel nun und ihm ist deutlich anzuhören das er diesen Typen ebenso wenig ausstehen kann wie sie Beide.
„Dann macht er sich also wirklich an Levy ran…“, seufzt Droy niedergeschlagen. „Was machen wir jetzt?“, wendet sich Jet an seinen Freund und hofft das dieser eine Idee hätte. „Gar nichts macht ihr!“, fährt Gajeel nun zwischen ihnen auf und duckt sich ein wenig runter. „Mist…“, knirscht er kurz, denn Levy schaut nun genau in ihre Richtung. „Du bist zu laut…“, funkelt Jet ihn belehrend an. „Ich bin auch kein Profi-Stalker wie ihr!“, antwortet Gajeel bissig und schaut Jet aus schmalen Augen an.
„Ist doch ne´ gute Partie, dieser Bücherheini und sie. Haben wenigstens viel gemeinsam. Dagegen könnt ihr nicht anstinken“, kommt es von Gajeel nun provokant und erntet von Beiden missfallene Blicke. Es scheint ihm Spaß zu machen sie zur Schnecke zu machen. Im nächsten Moment seufzen die Beiden synchron. Denn Gajeel hat leider Recht. Gegen einen wie Juan, können sie gleich einpacken und nach Hause gehen.
„Ihr scheint’s zu gefallen“, fügt Gajeel seinen Worten noch zu, ehe er sich wieder rücklings davonschleicht und sich entfernt. Er hat gesehen was er sehen wollte. Levy geht es gut und sie scheint mit der Situation einverstanden und zufrieden. Jet und Droy schauen ihm noch kurz nach. Jet meint einen seltsamen Unterton in Gajeels letzter Bemerkung vernommen zu haben, aber er meint er habe es sich nur eingebildet. Schweigend und nachdenklich blicken sie wieder in den Park, wo Juan und Levy sich nun unter den Baum, in den Schatten, gesetzt haben und Juan den Korb beginnt auszuräumen. Levy strahlt über das ganze Gesicht und auf ihren Wangen liegt ein deutlich roter Schimmer. Immer wieder hallt ihr und Juans Lachen über den Park.


Seit dem Treffen im Park sind nun drei Tage vergangen und von Juan war keine Spur mehr. Nur kurz hatte Jet, Levy auf ihn angesprochen doch ihre Antwort war ziemlich knapp. „Er ist im Moment sehr beschäftigt, aber er will wieder einmal vorbei schauen“, erklärte Levy und mehr hatte sie von Juan nicht mehr erzählt.
Jet hat das Gefühl, das etwas vorgefallen wäre. Jedenfalls ist Levy in den letzten drei Tagen ziemlich ruhig und in Gedanken gewesen. Am Ende hatte er sie verletzt? Oder ist ihr zu nahe gekommen ohne dass sie es wollte? Droy hat ähnliche Befürchtungen und kann nur für Juan beten das er sie nicht verletzt hat. Bei dem Gedanken daran schweift sein Blick kurz zur Theke und bleibt auf dem Rücken des Dragon Slayers hängen der sich gerade wieder eine Portion Eisen gönnt. Juan hätte ziemlich schlechte Karten wenn er Levy etwas antun würde, dessen ist er sich sicher.
Gajeel selbst, hat Levy in den letzten drei Tagen beobachtet ohne aufzufallen. Sie wirkt eigentlich ganz normal auf ihn, außer das sie doch ein wenig in Gedanken ist. Jedenfalls beruhigt es ihn ungemein das dieser Knilch sich endlich ein paar Tage nicht blicken hat lassen. „Vielleicht war es ein Fehlalarm?“, denkt er sich im Geheimen und hofft dass er Recht behält.
Gajeel hat seine Gedanken kaum zu Ende geführt, als er Juans Stimme ein Stück hinter sich wahrnimmt und gezwungen ist sich umzudrehen. Juan steht, ordentlich wie immer vor Levy und hält ihr einen Strauß Blumen hin. „Teuerste Levy, ich würde heute gerne mit dir Ausgehen“, platz er heraus und Levy wird dabei ziemlich rot im Gesicht. „A…als Dankeschön… für deine Hilfe und…“, beginnt Juan nun zu stammeln und drückt Levy, die sich von ihrem Platz erhoben hat, den Strauß in die Hand. „Und außerdem… finde ich dich sehr nett…“, redet er weiter und schaut ihr verliebt in die Augen. „Bitte sag ja… ich würde mich freuen… ich… würde dich gerne noch viel besser kennen lernen!“, bringt er seinen Satz stotternd und dann eilig zum Abschluss ehe er geduldig auf ihre Antwort wartet.
„A…also ich…“, beginnt Levy unsicher zu stammeln als sie ihre Stimme wieder erlangt hat. „Ja!“, platz sie heraus. „Ja… ich würde gerne mit dir ausgehen…“, versucht sie ihre Stimme unter Kontrolle zu bekommen und schaut ihm ebenfalls in die Augen. „Super! Ich freue mich! Dann heute um acht?“, legen sich Juans Hände an ihre Schultern. „Ja, heute um acht“, lächelt Levy und mittlerweile scheint sich ihr Herz ein wenig zu beruhigen.
Nachdem sie sich das Restaurant noch ausgemacht haben, ist Juan wieder gegangen. Selbstverständlich nicht, ohne ihr noch einmal tief in die Augen zu sehen, ihr einen Kuss auf den Handrücken zu hauchen und ihr ein „Ich freue mich auf heute Abend“, ins Ohr zu säuseln. Levy schaut ihm ein wenig unsicher nach, ehe ihr Blick verträumt auf die Blumen in ihren Händen fällt. Im nächsten Moment bricht sie in Panik aus.
„Oh mein Gott!“, entfährt es ihr. „Was soll ich nur anziehen?! Was mach ich mit meinen Haaren?!“, sprudelt es aus ihr heraus, während sie ihre Bücher auf dem Tisch in Windeseile zusammenpackt und schon durch den Torbogen der Gilde verschwunden ist.
Zurück bleiben Jet und Droy denen Tränen in die Augen steigen. „Nein… das ist nicht Wahr?! Das ist einfach nicht wahr!!“, beginnen sie zu schreien und fallen sich in die Arme. „Levy-chan hat ein Date!!“, rufen sie entsetzt aus und bedauern dass dieses Date nicht mit einem von ihnen stattfindet.
Gajeel hat sich wieder seinem Essen zugewandt und lässt sich nichts anmerken. Lediglich Lily meint das sein Partner seine Eisenstücken viel aggressiver kaut als sonst. Der Exceed beginnt zu kombinieren und vermutet das was er schon länger im Verdacht hat. „Der Typ ist dir ein Dorn im Auge, stimmts?“, kommt Lily gleich auf den Punk weshalb Gajeel sich beinahe an seinem letzten Bissen verschluckt.
„Blödsinn! Außerdem, was geht’s mich an?!“, antwortet er nur knapp und knöpft sich das nächste Eisenstück vor. Lily meint in Gajeels Augen richtig zu sehen wie er sich Juan in diesem Eisenstück vorstellt. „Was hältst du von einer kleinen Trainingseinheit? Ich würde gerne versuchen meinen wahren Körper an eure Welt zu gewöhnen“, unterbreitet Lily ihm mit ruhiger Stimme diesen Vorschlag. „Gute Idee…“, kommt es knapp von Gajeel der sich sofort dafür begeistern lässt.

Nachdem Levy am Vormittag von Juan zu einem Date eingeladen wurde, ist sie so schnell wie möglich nach Hause gelaufen und hat ihren Kleiderschrank entleert. Nun liegen all ihre Klamotten in ihrem Schlafzimmer verteilt und sie probiert das ein oder andere Kleid an. Wenn sie hier nichts finden würde, würde sie sich noch schnell ein Neues kaufen gehen, Zeit hätte sie noch genug.
„Mein erstes Date…“, lächelt sie verträumt und hängt ein paar Sachen bereits zurück in den Schrank. Sie ist sehr aufgeregt und sie hat überhaupt nicht damit gerechnet dass Juan sie das fragen würde. Gut, sie ist immer auf seine leichten Flirts eingegangen die er beim Treffen im Park gemacht hat, doch sie hatte sich nichts dabei gedacht. Sie findet ihn ganz nett und anständig. Vielleicht wäre es wirklich nicht so schlecht ihn ein wenig besser kennen zu lernen.
Mit einem triumphierenden Lächeln, beäugt sie sich im Spiegel und schaut an sich herab. Sie trägt ein Oranges Kleid mit feinen Trägern. An diesen Trägern befinden sich transparente Rüschen die wie kleine Flügel wirken und lassen es verträumt aussehen. Sie wirkt darin wie eine kleine Elfe und im Nu hat sie auch die passenden Schuhe und die kleine Handtasche dazu gefunden. Ihr Outfit steht, nun braucht sie sich nur noch Gedanken um ihre Frisur zu machen.
„Was Jet und Droy wohl sagen wenn sie mich so…“, inmitten ihrer Gedanken bricht sie ab. Sie geht nicht mit Jet und Droy irgendwo hin etwas essen. Sie geht mit Juan auf eine Verabredung. Nur er und sie, zu zweit. An einem Tisch in einem noblen Restaurant und vermutlich noch mit Kerzenlicht. Levy wird nachdenklich und lässt sich auf einen kleinen Hocker sinken. Sie hat die Gesichter ihrer beiden Freunde nur zu genau gesehen und gedeutet. Sie sind eifersüchtig, sagen aber kein Wort weil sie wollen dass sie Glücklich ist. Ein seltsames, drückendes Gefühl beginnt in ihr zu wuchern.
Ist sie nun deswegen egoistisch, weil sie mit einem anderen Mann ausgeht? Aber was haben die zwei erwartet? Sie werben und umschwärmen sie seit Jahren und dass sie keine Gefühle für sie hegt, hat sie ihnen schon zigmal verständlich gemacht. Mit der Zeit ist Levy es gewohnt geworden das die Beiden sich ihretwegen zanken und konkurrieren. Es ist nichts Besonderes mehr, es ist selbstverständlich und allgegenwärtig. Das sie endlich ein anderer Mann interessant findet, schmeichelt ihr sehr und es fühlt sich gut an.
Aber… da ist noch jemand der sie ständig ansieht, sie beobachtet. Bei dem Gedanken beginnen ihre Wangen rot zu schimmern und ihr Herz schlägt einen schnelleren Takt an. Seit geraumer Zeit schon, spürt sie seinen stechenden Blick auf ihr, immer wenn er meint sie würde es nicht bemerken. Es ist seltsam, denn auch sie beobachtet ihn seit längerem. Damals, als er zur Gilde kam, hat sie ihn beobachtet um ihm aus dem Weg gehen zu können. Zu oft hatte sie damals wieder von ihm und diesem Ereignis geträumt. Später dann, hat sie angefangen nach ihm zu suchen, sobald sie in die Gilde kam. Er war in letzter Zeit ziemlich oft und lange auf Missionen. Erst seit einer Woche ist er fast täglich in der Gilde gewesen und sie hat seinen Blick nur wieder zu deutlich gespürt. Ist er etwa auch an ihr interessiert? Wenn ja, warum gibt er sich nicht zu erkennen? Fühlt er sich immer noch Schuldig wegen damals? Dabei hat sie es ihm doch schon verziehen. Es war doch nur ein Auftrag, doch scheinbar konnte sie ihm das nicht verständlich machen. Vielleicht sollte sie anfangen sich um seine Aufmerksamkeit zu bemühen?
Levy stutzt in ihren Überlegungen. Gerade vorhin hat sie sich noch darüber gefreut ein Date zu haben. Ihr erstes Date! Und jetzt werden ihre Gedanken und Gefühle erst von Jet und Droy und zu guter letzt auch noch von „ihm“ abgelenkt. Levy fühlt sich unsicher und mies zugleich. Hat sie Juan falsch Hoffnungen gemacht? Sie weiß doch eigentlich schon länger, das sie in jemand anderen verliebt ist. Doch dieser jemand, ist so schwer für sie zu erreichen. Vielleicht, sollte sie es aber auch einfach nur einmal versuchen sich ihm zu nähern?
Levy zweifelt ob sie zu ihrer Verabredung gehen soll. Doch sie entscheidet sich doch dafür. Einfach nicht aufzutauchen wäre unhöflich und sie will es Juan wenigstens erklären warum sie so agiert.
Am Abend, fünf Minuten vor acht, steht sie vor besagtem Restaurant und hat die Hand bereits am Türgriff ehe sie noch mal zögert. Kurz schaut sie prüfend an sich herab. Das hellorange Kleid steht ihr vorzüglich und ihr Haar trägt sie einfach so wie immer und hat es mit einem gelben Haarband gebändigt. Sie hatte sich heute dazu entschlossen ein wenig Make-up für das Date aufzutragen. Nicht viel, nur ein wenig. In Anbetracht der Tatsachen ist es nun nur ihr alltägliches, schimmerndes Lipgloss geworden.
Sie schluckt einmal schwer ehe sie sich überwindet, die Tür öffnet.

Mit einem angestrengten Ächzen geht Gajeel zu Boden und bleibt im feuchten Gras liegen. „Alles in Ordnung?“, kommt Lily nun auf ihn zu, der ihn mit seinem letzten Schlag wohl zu hart erwisch hat. „Ja ja…“, kommt es von Gajeel nur, der einfach liegen bleibt und den ersten Stern am Himmel ausmacht. Die Abenddämmerung senkt sich langsam über die Lichtung auf der sie den ganzen Tag gemeinsam trainiert hatten. „Du bist heute nicht so in Form wie? Normalerweise lande ich nicht so viele Treffer gegen dich“, beginnt Lily zu reden während er in seine kleine Gestalt zurückwandelt. Gajeel antwortet ihm darauf nicht und Lilys Blick verengt sich leicht.
Lily hat Gajeel beim Wort genommen und ist damals bei ihm eingezogen. Bei seinem Kampf gegen ihn in Edolas hat er bemerkt dass sie ein paar Dinge gemeinsam haben. Sie waren Beide Einzelgänger und schon ein paar mal enttäuscht worden, doch ganz kann Lily, seinen Partner nicht verstehen. Denn obwohl Gajeel so verpicht darauf war, ihn zu seiner Katze zu machen, sein Partner zu werden, ist es verdammt schwer an ihn heran zu kommen. Der Dragon Slayer ist ziemlich verschlossen und brütet meist alleine vor sich hin als sich jemanden anzuvertrauen.
Als sie zum Training aufgebrochen waren, hat Gajeel sich noch kurz verabschiedet weil er etwas zu erledigen hatte, er ist ihm dann aber bald nachgekommen. Nach beginn des Trainings war Gajeel zur Höchstform aufgelaufen und hat sogar einen der geschützten Bäume im Wald umrasiert. Auf Lily hat er eher den Eindruck gemacht als würde er einen Krieg gegen einen Imaginären Gegner ausfechten. Nur nach und nach ist das Training gleichmäßiger und kontrollierter geworden. Nun liegt Gajeel ausgepowert im Gras und schaut ziemlich gleichgültig in den angehenden Nachhimmel.
„Oh Mann… eiferstüchtig bist du einfach nicht auszuhalten…“, kommentiert Lily nachdem er Gajeel eine Zeitlang beobachtet hat. Lily hatte mit seiner Vermutung heute Vormittag Recht und er hat auch recht getan dieses Training vorzuschlagen. Wer weiß wer ansonsten Gajeels Laune abbekommen hätte?
„Was redest du da für einen Scheiß?!“, fährt Gajeel auf und setzt sich augenblicklich auf. „Du hast wohl noch nicht genug Dresche kassiert?!“, setzt er dem nach und ballt seine Faust in Lilys Richtung. „Ja ja, streits nur ab. Ich bin eine Katze, ich rieche so was 10 Meilen gegen den Wind…“, kommt es grinsend von Lily der seine Arme vor der Brust verschränkt. Gajeel sagt dazu nichts mehr, er lehnt sich auf seine Arme zurück und schaut über die Lichtung. „Wow, wir haben ziemlich zugelangt…“, meint er dann und versucht vom Thema abzukommen. Die Lichtung sieht aus als hätte ein Taifun gewütet.
„Du magst sie sehr, hab ich Recht?“, fragt Lily und denkt nicht mal daran sich ablenken zu lassen. Gajeel linst nur zerknirscht in Lilys Richtung. Er weiß, er würde so schnell nicht Ruhe geben. „Ich bin dein Partner, mir kannst du alles anvertrauen. Ich schweige wie ein Grab…“, hängt Lily seinen Worten noch nach und Gajeel zweifelt keinen Moment an der Richtigkeit seiner Worte.
„Möglich… ein wenig vielleicht…“, gibt Gajeel nicht so ganz wahrheitsgetreu zur Antwort. Aber Lily will ihm das durchgehen lassen. Es war schon viel dass er überhaupt zugegeben hat, dass sie ihm nicht ganz egal ist. Den Rest hat er ja heute im Training mitbekommen. Denn nicht nur einmal hat Gajeel einen Stein oder Baum einen bestimmten Namen gegeben.
„Lass uns für heute Schluß machen…“, erhebt sich Lily nun und Gajeel stimmt dem zu. Er hat genug für heute, zumal es ihm ohnehin nicht gelungen ist, sich von dieser einen Sache abzulenken.
Zuhause wird schnell geduscht und sich umgezogen, ehe sie sich überlegen wo sie heute etwas zu Abend essen würden. „Wir könnten ja in der Gilde essen…“, macht Lily den Vorschlag und erntet nur einen nicht so begeisterten Blick von Gajeel. Er hat keine Lust mit anzusehen wie Jet und Droy sich dort die Augen aus dem Kopf heulen. Obwohl, er kann sich auch vorstellen dass die Beiden, ihrer Angebeteten bis ins Restaurant folgen und sie beobachten. Immerhin wissen sie ja wo sie hingehen.
Kurz und eher unbewusst schweift sein Blick zur Uhr. Zehn vor Acht. „Meinetwegen“, antwortet er Lily dann darauf und macht sich fertig. Alles ist besser als sich hier zu verkriechen und seinen Gedanken zu erliegen. Was macht er sich eigentlich vor? Selbst wenn Levy kein Date hätte, würde sie nie etwas für ihn empfinden. Dazu hat er ihr zu viel Leid zugefügt, als das er das überhaupt erwarten oder hoffen könnte. Gegen seine Gefühle wird ihm auch noch etwas einfallen. Vielleicht sollte er einfach wieder eine längere Mission annehmen um Abstand zu ihr zu gewinnen. Wenn er sich in der Gilde aufhält, ertappt er sich immer wieder dabei wie sein Blick nach ihr sucht. An diesem Abend, wird er ihr nicht mehr über den Weg laufen und vielleicht ist es sogar besser so. Er könnte ihr Glückliches Gesicht, nach diesem Daten, nicht mit ansehen.

Nachdem Levy das Restaurant, zehn Minuten nachdem sie es betreten hat, wieder verlassen hat, ist sie ein Stück spazieren gegangen. Sie fühlt sich nach der Aussprache mit Juan sehr erleichtert und ein undeutbares Lächeln ziert ihre Lippen. Jet und Droy, die im toten Winkel zu ihrem Tisch gesessen haben und sich so gut es geht versteckt hielten, hat sie sehr wohl bemerkt. Sie wusste einfach dass sie da sein würden. Die Beiden waren immer da und es wäre eher seltsam gewesen wenn sie nicht da gewesen wären. Im Park vor drei Tagen, waren sie doch ebenfalls anwesend, nur waren sie an dem Tag aus irgendeinem Grund lauter als sonst. Seufzend bleibt sie am Geländer zum Park stehen und stützt ihre Unterarme darauf ab. Ihre Wangen färben sich wieder leicht rot, während sie runter in die Parkanlage blickt. Amüsiert kichert sie kurz auf als sie sich an das Gespräch mit Juan zurück erinnert.
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„Levy, ich freue mich das du gekommen bist…“, begrüßt Juan sie freundlich und erhebt sich höflich. „Juan… hör mir bitte zu. Ich… muss dir etwas gestehen…“, beginnt Levy und nestelt am Riemen ihrer Tasche. „Ich… habe mich sehr über deine Einladung gefreut, ganz ehrlich. Aber… ich werde nicht bleiben“, bringt sie es über sich und schaut ihm dabei niedergeschlagen in die Augen. Sie hat nun doch ein schlechtes Gewissen.
Juan lächelt wehmütig und seufzt leise. „Um ehrlich zu sein, habe ich mir schon so etwas gedacht…“, erhebt sich Juan nun vollständig von seinem Platz und fasst ihre Hände. „Levy, du bist das netteste Mädchen dem ich je begegnet bin und ich würde alles dafür tun dein Freund zu sein. Aber ich verstehe deine Situation…“, beginnt er zu erklären während er seine leicht traurig wirkenden, blauen Augen niederschlägt.
Levy schaut ihn leicht verwirrt an. „Von welcher Situation redet er?“, denkt sie sich im Geheimen und lässt ihn ausreden. „Ich habe eingesehen dass ich gegen meine Konkurrenz keine Chancen habe, immerhin seid ihr alle Magier und seid allein dadurch schon sehr verbunden“, erzählt er weiter und schaut ihr dabei wieder in die Augen. „Redet er etwa von Jet und Droy?!“, schießt es Levy durch den Kopf. Sie war eigentlich der Meinung dass sie es ihm deutlich genug erklärt hätte das da nie etwas laufen würde. „Daher habe ich beschlossen aufzugeben. Du würdest niemals mit mir Glücklich werden… und ich wäre immer eifersüchtig weil ich dir niemals so nahe sein würde wie sie…“, endet Juan und sein Gesichtsausdruck ist mit einemmal erleichtert. Levy lächelt scheu und erkennt das er wohl im Grunde Recht hat. Sie weiß nicht ob sie Glücklich wäre mit jemandem wie ihn. Er ist einfach nicht der Richtige, doch das hat sie am Nachmittag ja schon herausgefunden.
„Danke Juan…“, kommt es leise von Levy und doch macht sich ein seltsames Gefühl in ihrem Herzen breit. Sie fühlt sich, als hätte sie gerade einen Korb bekommen, und das obwohl nicht mal eine Beziehung in Aussicht war. „Danke dass du mich verstehst…“, hängt sie ihren Worten an, verzichtet aber darauf ihm noch mal das mit ihrer vermeintlichen Dreieckbeziehung zu erklären. Auf dieser Story würde sie wohl sitzen bleiben.
„Ich wünsche dir viel Glück mit deinem zukünftigen Freund…egal für welchen der drei du dich entscheidest“, hat Juan sie aufrichtig angelächelt. Levy ist unter seinen Worten zusammengezuckt und hat ihn ungläubig angesehen. „Drei?!“, entfährt es ihr worauf Juan sie irritiert ansieht.
„Ja, deine zwei Teamkollegen die uns auf Schritt und Tritt verfolgen und dieser finstere, schaurige Typ…“, zieht Juan die Augenbrauen hoch. „Finster und schaurig?“, hackt Levy halblaut  nach. „Doch nicht etwa?!“, schießt es ihr durch den Kopf und die Erkenntnis trifft sie wie ein Schlag ins Gesicht. „Stell dir vor, sie haben mich alle drei aufgesucht und mich ermahnt dich bloß nicht zum weinen zu bringen weil ich dann etwas erleben würde“, kratzt Juan sich am Hinterkopf und lächelt verlegen. „Aber ich verstehe sie gut, sie lieben dich nun mal“, nimmt er ihre DREI Verehrer in Schutz. „Dieser Große, langhaarige hat mir sogar gedroht mich bis ans Ende der Welt zu verfolgen und mich tausend Tode sterben zu lassen wenn ich dir was antue“, grinst Juan nun amüsiert, macht zugleich aber doch einen verstörten Eindruck. „Ich schätze er liest zu viele Bücher…“, grinst er scherzend und schaut Levy mit einem sanften Lächeln an. Was er in ihrem Gesicht sieht, sagt mehr aus als tausend Worte es könnten.
Levys Wangen tragen diesen verräterischen Rotschimmer, ihre Augen glänzen und scheinen in die Ferne zu sehen. „Oh nein, ganz im Gegenteil… dieser finstere, schaurige Typ macht sich nicht viel aus Büchern…“, antwortet Levy ihm und verabschiedet sich mit einem aufrichtigen Lächeln.
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Allein bei der Vorstellung wie Gajeel, Juan gedroht hat, könnte sie einen Lachkrampf bekommen. Wieder sind ihre Wangen deutlich rot als sie an ihn denkt. Immer wieder fragt sie sich warum er sich ihr gegenüber nicht offenbart, immerhin macht er doch sonst nicht so einen schüchternen Eindruck, eher das Gegenteil ist der Fall. Vielleicht… wäre sie ja die erste in seinem Leben zu der er solche Gefühle hätte? Oder hat er seit damals nur einen sehr ausgeprägten Beschützerinstinkt entwickelt? Das er, indem er sie immer beschützt, seine Schuld wieder gut machen will, hat sie schon lange kapiert. Sie würde sich wünschen dass er ähnlich wie sie empfinden würde. Leise seufzt sie und schaut mit Gedankenverlorenem Blick in die Ferne. Sie bemerkt nicht das zwei Personen den Weg entlang kommen und an ihr vorbeikommen.
„Ich dachte du hättest ein Date?“, erklingt nun Gajeels Stimme neben ihr und reißt sie aus ihren Gedanken. Ein wenig erschrocken wendet sie sich zu ihm um und stutzt. Es ist das erste Mal das sie ihn in Zivilkleidung sieht. Das rote Shirt und die schwarze Hose stehen ihm.
„Ja schon… woher weißt du überhaupt davon?“, fragt sie ihn beiläufig, obwohl sie die Antwort ohnehin schon kennt. „Rate wer jetzt vermutlich in der Gilde sitzt und sich die Augen ausheult…“, antwortet Gajeel nur mit einem Grinsen, welches Levy mit einem verstehenden Lächeln quittiert.
„Mein erstes Date… und ich hab es platzen lassen“, beginnt sie erneut und lächelt leicht verlegen. Wenn er wüsste weshalb, und was sie grade für Gedankengänge hinter sich hat, würde er ihre Röte im Gesicht verstehen können.
„Warum das? Dieser Süßholzraspler war doch ganz in Ordnung…“, hackt Gajeel nun doch interessiert nach und lehnt sich neben ihr ans Geländer. Lily hat sich ebenfalls auf das Geländer gesetzt und mustert die Beiden genau. Levy kann bei seiner Bezeichnung für Juan nur schmunzeln. Gajeel ist deutlich anzuhören dass er diesen „Süßholzraspler“ doch nicht so in Ordnung fand. Da macht Levys Herz einen Sprung. „Er würde auf mich verzichten nur damit ich Glücklich bin?“, tobt es hinter ihrer Stirn während ihr Blick wieder in den Park nach unten gleitet.
„In Ordnung schon, aber na ja… keine Ahnung…“, beginnt Levy sich zu erklären und wundert sich noch das er sie überhaupt fragt. „Er redet mir zu viel über Bücher und davon weiß ich selbst genug…“, schaut sie hinauf zu den Sternen. „Dazu ist er, denke ich, ein Softy… wenn ich mal einen Freund habe, dann darf der ruhig richtig rangehen“, grinst sie Gajeel kurz frech an und hängt noch ein „Außerdem steh ich mehr auf den dunklen Typ…“, an.
Ein wenig verdattert erwidert er ihren Blick und bemüht sich, sich nichts anmerken zu lassen. „Du hast ja schon ziemlich genaue Vorstellungen“, grinst Gajeel, um über seine leichte Verlegenheit hinweg zu täuschen. Er hat bei Levys Aufzählungen, jedes mal in seinem Kopf, ein Häkchen gesetzt und ihre Vorstellung trifft so ziemlich genau auf ihn zu. Dazu hat er sie, während sie gesprochen hat, sehr genau gemustert. Das Kleid steht ihr sehr gut und lässt sie noch zierlicher und niedlicher erscheinen. Der Wind, der sacht mit ihrem Haar spielt, hat ihren Duft zu ihm rüber getragen und jagt wohlige Schauer über seinen Rücken. Ihre Lippen glänzen bei jedem Wort das ihren schönen Mund verlässt. Ihre Erscheinung verschlägt ihm fast den Atem. „So putzt sie sich also für ein Date heraus?“, hat er im Geheimen gedacht und einen leichten Anflug von Neid verspürt.
„Ja sicher, ich nehm doch nicht jeden…“, hat sie ihn wieder frech angegrinst, ihm aber dann ein Lächeln geschenkt. Ein Lächeln das ihn wie ein Faustschlag von Lily trifft. Er wendet seinen Blick sofort ab und starrt runter in den Park. Wenn sie seine röte im Gesicht mitbekommen würde, wäre sein ganzer Ruf im Eimer. Lily der ihn im Profil mustert, kann sich ein amüsiertes Grinsen nicht verkneifen.
„Hey Gajeel… isst du eigentlich auch etwas anderes außer Eisen?“, bricht ihre klare Stimme das aufgekommene Schweigen. Gajeel wendet ihr fragend den Blick zu, antwortet aber noch nicht. „Wenn ja… dann… könnten wir ja noch etwas gemeinsam essen gehen?“, kommt es von Levy, die ihren ganzen Mut zusammengenommen hat, mit etwas leiserer Stimme. „Ich hab noch nicht zu Abend gegessen und am Rand der Stadt hat ein neues Restaurant aufgemacht das ich schon immer ausprobieren wollte…“ hängt sie dem fast schon Rechtfertigend an.
„Na ja, gegessen haben wir noch nicht… was meinst du?“, wendet sich Gajeel, Hilfe suchend zu Lily um und hofft darauf das dieser seinen Blick richtig versteht. „Also von mir aus könnt ihr gerne gehen“, antwortet Lily vollkommen ungerührt und Gajeel entgleist beinahe das Gesicht. „Er hat es nicht verstanden…“, seufzt er innerlich und schenkt Lily einen vielsagenden Blick.
„Du kommst nicht mit?“, spricht Levy den kleinen Exceed nun an und dieser schüttelt den Kopf. „Nein danke, ich bin in der Gilde noch mit Happy und Charle verabredet“, redet dieser sich geschickt raus und breitet seine Flügel aus. Grade noch im rechten Moment erhebt er sich in die Luft und entgeht Gajeels Hand, die ihn am Schwanz packen wollte.
„Also dann, guten Appetit!“, hat Lily sich verabschiedet. Gajeel steht der Schweiß auf der Stirn. „Diese verfluchte Katze kann mich doch nicht hier mit ihr allein lassen?!“, schießt es Gajeel durch den Kopf während er Lily hilflos nachsieht. Als ob Lily seine Gedanken gehört hätte, wendet er den Blick über seine Schulter und winkt Gajeel noch mit seiner Hand, mit dem Daumen nach oben zu, ehe er um die nächste Ecke verschwindet.
„Der lügt ja wie gedruckt…“, knirscht er leise in sich hinein. Gajeel weiß nichts von irgendeiner Verabredung, die Lily mit den anderen beiden Katzen hätte. Unschlüssig verharrt er ein paar Sekunden. „Jetzt oder nie!“, denkt er sich im Geheimen und beschließt die Chance zu nutzen.
„Gehen wir also“, gibt er sich einen Ruck und wendet sich Levy zu, die ihn zufrieden anlächelt. Aus irgendeinem Grund macht Gajeel auf einmal einen leicht nervösen Eindruck auf sie, aber sie kann sich auch irren. „Ja, gehen wir!“, strahlt sie ihn an, schnappt sich einfach seinen Arm und zieht ihn mit.
„A…aber das ist jetzt kein Date verstanden?!“, kommt es von Gajeel schnell, aber wenig überzeugt. „Wenn du es nicht so bezeichnen willst ist das ok!“, hat sie gelacht und nicht mal im Traum daran gedacht seinen Arm los zu lassen.
Nun kommt Levy doch noch zu ihrem ersten Date. Aus ihrer Sicht, ist es nun auch noch mit dem Richtigen.


Ende
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Ich hoffe es hat gefallen? ^-^ Die FF ist zwar nichts Besonderes aber mir hat die Idee so gut gefallen. Und es muss ja nicht jede FF damit enden das sie sich küssen oder sich gar die Kleider vom Leib reißen. ^-^ (obwohl ich gewisse Ideen zu letzterem hätte… *neugierigmach*)
Danke fürs lesen und in dem Sinne, bis zur nächsten FF! ^-^
 
 
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