Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

//Energetic//

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Lara Croft Winston Smith Zip
10.04.2012
09.05.2013
12
39.454
 
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
10.04.2012 3.067
 
Damit es vielleicht ein bisschen interessanter wird,
hier Kapitel Nr. 2 ! :D
Viel Spaß damit, und ich hoffe wirklich, dass es euch gefällt!^^
LG xxAsokaSanxx

PS: Ein paar Rückmeldungen wären nicht schlecht ;)








//KAPITEL 2//



Lara kam auf die Beine und schaute an sich herunter.
Stimmt, ihre Waffen hatte sie ja abgelegt. Mit einem Ruck griff sie unter ihr Bett und fischte eine Desert Eagle heraus.
Man konnte Waffen eben über all gut verstauen, dachte sie triumphierend und würde – falls es denn so war – dem Einbrecher eine gehörige Lektion erteilen.
Natürlich war es manchmal üblich, dass selbst bei Croft Manor eingebrochen wurde. Nach dem Lara sich jedoch durch ein sehr gutes Alarmsystem hatte sichern lassen, traute sich niemand mehr, was sie in diesem Moment etwas stutzen ließ.
Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es beinahe Mitternacht war. Eine kurze Gänsehaut überkam sie.
Die Richtige Zeit für Vampire. Falls sie es denn wirklich gab, denn so ganz überzeugt war Lara nicht.
Natürlich wollte sie ihrer Freundin Inna helfen, verriet ihr jedoch nicht, dass sie eigentlich nicht daran glaubte und schnell eine logische Erklärung für die Morde finden wollte. Immer hin war sie Archäologin und keine FBI Agentin.
Sie erreicht die riesige Treppe, die hinunter ins Foyer führte und entdeckte erst einmal nichts. Der Kamin war aus, Zip nicht mehr hinter den Rechnern und…da war doch etwas! Jetzt war sich Lara sicher, dass sie etwas gesehen hatte.
Eine schnelle und raubtierartige Bewegung, die unmöglich von einem Menschen stammen konnte.
Lara hob ihre Waffe hoch und zielte in die Dunkelheit. „Ist da jemand?!“ rief sie und ging die Stufen hinab, bis sie unten am Treppenansatz gekommen war und ihre nackten Füße den kalten Marmor berührten.
Erneut regte sich etwas in der Dunkelheit, diesmal langsamer. Eine dunkle Gestalt kam auf Lara zu.
Langsam. Doch die Archäologin wartete geduldig, bis die Gestalt in den Schein des Mondes getreten war und ihr den für einen Moment den Atem raubte.
Es war definitiv kein Tier, es war ein Mann. Aber dieser Mann schien so anders zu sein. Nicht menschlich.
Die helle Haut hob sich deutlich von seiner schwarzen Kleidung ab und passte so gar nicht zu seinen stechenden Grünen Augen, die Lara musterten wie eine Beute. Sein Haar war Blond und kurz, erinnerte beinahe an einen Engel.
„Wer sind Sie?“ fragte Lara stirnrunzelnd. Sie kannte diesen Kerl ganz und gar nicht und hoffte für ihn er wollte nichts Böses.
„Lady Croft, mein Name ist Eric Anthony Russell. Ich muss mit Ihnen sprechen.“ „Ich bin ganz Ohr.“ Antwortete Lara und zielte immer noch auf ihn.
Der Kerl namens Eric Anthony Russell grinste bitter und schaute nach Rechts wo sich die Sofas Befanden.
„Geht das auch, wenn keine Pistole auf mich gerichtet ist?“ fragte er dann, Lara ließ die Desert Eagle trotz allem nicht sinken, ging stattdessen – mit Blick auf den Neuankömmling – auf die Sofas zu und bat ihn Platz zu nehmen, was er nach wenigen Sekunden auch tat, auch wenn er in das Loch einer Pistole schauen musste. „Ich bin ganz Ohr.“ Wiederholte Lara und schaute ihr Gegenüber abwartend an.
„Es tut mir Leid Sie noch zur Späten Stunde aufsuchen zu müssen, aber das was ich Ihnen Mitteilen will hat äußerste Priorität. Die Morde…“
„…Wollen Sie mir jetzt auch weismachen, dass es Vampire waren?“ sprach Lara dazwischen und bemerkte wie Eric die Augenbrauen hob. „Sie wissen also…davon?“ „Sollte es etwa stimmen?“ fragte sie stattdessen und sah wie Eric nach einer Antwort suchte, wahrscheinlich keine fand.
Er öffnete den Mund um weiter zureden, wurden jedoch wieder unterbrochen, als dieses Mal jemand anders das Wort ergriff. Inna.
„Lara, was ist passiert? Hast du auch den Knall gehört?“ fragte die junge Freundin besorgt und total verschlafen als sie die Treppe hinunter kam und wenig später bemerkte, dass Lara gar nicht alleine war.
„Wer ist das?“ fragte sie erneut und wies mit dem Kopf auf Eric, dieser ununterbrochen zu Inna schauend.
„Inna, das ist Eric Anthony Russell. Ein Verrückter Einbrecher nehme ich an, der mir etwas über Vampire erzählen will.“ Lara hob provokant die Augenbrauen, ihre Waffe immer noch in der Höhe.
„Sie wissen etwas über Vampire?“ „So gut wie kein anderer.“ Darauf wusste keiner mehr etwas zu sagen, so dass er erneut das Wort ergriff: „Sie können mir vertrauen, Lady Croft. Ich komme in friedlicher Absicht. Es stimmt. Die Morde da draußen…werden tatsächlich von Vampiren ausgeübt. Es handelt sich um einen Geheimbund, die danach trachten eine uralte Prophezeiung wahr zu machen. Verrückt, ich weiß.“
Nach seiner Erzählung sahen Lara und Inna wirklich so aus, als würden sie gleich auflachen und nach einem Besseren Witz fragen wollen.
Aber es schien sein Ernst zu sein.
Nur langsam ließ Lara ihre Waffe sinken und entlud sie zur Bestätigung. „Na also.“ Schnaubte Eric amüsiert und erzählte weiter: „Dieser Bund war zurzeit sehr Groß in Amerika, jetzt kommen sie nach Europa, entführen junge Mädchen und verkaufen sie als Blutware und zur Prostitution. Dabei wissen die jungen Menschen nicht mal richtig was ihnen passiert. Sie werden durch Drogen gefügig gemacht.“
„Mein Gott.“ Keuchte Inna und stand auf, damit sie ungeduldig im Foyer herum tigern konnte. Sie hatte doch recht gehabt. Mit allem! Sie war nicht verrückt gewesen. Es gab sie wirklich! Vampire.
„Und Sie suchen mich auf, damit ich mich um diese Kerle kümmern soll?“ „In der Tat. Natürlich springt noch etwas für Sie raus, wenn Sie möchten.“
„Bitte.“ Lara winkte ab. „Kein Geld. Ich bin nicht zu kaufen.“ Doch Eric schüttelte den Kopf. „An Geld hatte ich gar nicht gedacht. Lassen Sie mich weiter erzählen.“ Eric schaute kurz zu Inna, die mitten in ihrer hastigen rum Rennerei stehen geblieben war, dann wieder zu Lara. „Wo sich die Kerle befinden kann ich Ihnen leider nicht sagen. Sagen kann ich Ihnen aber, dass sie vorhaben eine Prophezeiung zu erfüllen. Sie ‚opfern’ das Blut der jungen Mädchen auch, um damit den Trank der Unsterblichkeit zu bekommen, damit sie wirklich unsterblich sind. Auch wenn man in der Geschichte etwas anderes gehört hat, kann man Vampire auf die eine oder andere Art töten. Jedenfalls, sind sie auf der Suche nach dem Kelch der Qualen, der der Sage nach das Blut der Jungfrauen sammelt und zum Trank der Unsterblichkeit umwandelt. Finden sie den Kelch sind wir alle erledigt.“
„Sie sprechen immer von ‚ihnen’. Wer sind diese Kerle?“ verlangte Lara zu wissen und verschränkte die Arme vor der Brust.
Erics Blick verfinsterte er sich. Er kannte diese Kerle nur zu gut, denn das Resultat mit deren Begegnung trug er seid 100 Jahren mit sich.
„Der Anführer heißt Ian Gordon und ist das Größte Arschloch was sie kennen lernen werden. Er ist der Kopf der Bande und verrückt genug diesen Kelch zu finden. Lady Croft, Sie dürfen nicht zulassen, dass er ihn findet!“ erklärte Eric noch einmal dringend und schaute der Archäologin in die Augen.
Also musste Lara Croft mal wieder das Universum retten? Klang doch Prima! Und zwar vor verrückten – eigentlich mystischen – Vampiren, die die Welt erobern wollten.
Lara hatte gelernt so etwas ernst zu nehmen und nicht ins Lächerliche zu ziehen. Immer hin hatte sie selbst gegen den Gott Seth gekämpft und eine Midgardschlange daran gehindert, die Welt zu zerstören.
Ja, in Laras Welt drehte sich alles um Mythen, Sagen und Legenden. Deshalb nahm sie die Vampirsache ernst und würde wohl nach dem Kelch der Qualen suchen müssen. Wenn sie es nicht machte, wer dann?
Wenn jetzt schon unschuldige Menschen daran litten, dann musste sie erst recht etwas unternehmen und der Sache ein Ende setzen.
„Natürlich werde ich es nicht zulassen. Ich finde den Kelch der Qualen.“ Beschloss Lara und stand auf. Eric ebenfalls und sah die Brünette dankbar an. „Sie haben vollsten Respekt von mir Lady Croft.“
„Nennen Sie mich Lara.“ Erwiderte diese nur und schaute einmal zu Inna, dann wieder misstrauisch zu Eric. Seine Augen waren immer noch stechend grün, die Haut so blass wie vor hin. Sie konnte es sich nicht nehmen und musste ihre Neugier befriedigen: „Eine Frage noch: Sie selbst sind ein Vampir, richtig?“
Eric antwortete nicht. Nickte nur stumm. Er war zu Lara Croft gekommen, da er sich letzte Hilfe von ihr erhofft hatte.
Seit er damals Ian Gordon zum Opfer gefallen war, hatte er sich immer nach Rache gesehnt und endlich würde er sie bald bekommen.
Die Große Archäologin und Abenteurerin von der er gehört hatte, würde es schaffen. Würde ihn diese Rache endlich erfüllen.
„Und du lässt diesen Bastard tatsächlich rein?!“ platzte es wütend aus Inna und alle Köpfe drehten sich zu ihr. Lara wurde die Tatsache bewusst, dass einer ihren Freund getötet hatte. Natürlich war das kein leichtes Unterfangen, nun schon wieder einem Vampir begegnen zu müssen.
Beruhigend hob Lara die Hände und öffnete den Mund zu einer Antwort, Eric kam ihr dazwischen. „Bastard? Ja genau so fühle ich mich manchmal. Was ist Ihr Grund mich so zu nennen, Miss?“
„Euresgleichen hat einen Freund von mir getötet.“ Erneut herrschte Stille, wobei Lara die Beiden kritisch musterte.
Sie musste sehen, dass sie diesen Auftrag ohne Inna machte. Denn Innas Wunden waren zu frisch.
In Situationen wie dieser würde sie leicht beirrbar und verletzbar sein. Man sah es ihr an, dass sie gleich zusammen klappen und in die Knie gehen würde. Deshalb schritt Lara ein: „Am Besten gehen Sie jetzt. Sie haben mich gehört, Ich kümmere mich um diese Kerle.“
Eric schien wie in Trance gewesen zu sein, als Lara geredet und er ständig Innas Verzweifelten Gesichtsausdruck mit hatten Ansehen müssen.
Jetzt schüttelte er hastig den Schädel um Klaren Kopf zu bekommen und antwortete: „Ja, ich zähle auf Sie, Lara. Und Ich danke Ihnen! Auf Wiedersehen.“ Als er zur Tür ging, blieb er jedoch stehen: „Sie sehen, Lara. Es gibt die eine Hälfte der fürchterlichen schrecklichen Bastarde da draußen. Aber Sie sehen hier drinnen ist ein Verbündeter zu Ihnen gekommen. Auch bei den Vampiren gibt es seine Unterschiede.“ Auch wenn er Lara ansprach meinte er dennoch Inna und schaute sie ein letztes Mal an, dann verschwand er durch die Tür und ließ die beiden Frauen stehen.
Laras Kopf lief auf Hochtouren. Sofort musste sie Nachforschungen anstellen und es war besser so schnell wie möglich, damit sie den Kelch finden konnte.

~

Eine Kugel schoss in Sekundenschnelle an ihm vorbei und knallte in die morse Tempelwand. Der Tempel war doch schon renovierungsbedürftig, wollten sie den Absturzvorgang etwa verschnellern?
Nathan Drake der Abenteurer und Schatzjäger machte sich gerade daran zu schaffen, deutlich in der Überzahl auf ihn schießenden Söldnern zu entkommen. Gerade noch versteckten sich er und sein Freund Victor Sullivan hinter einem Abgestürzten Brocken, der einst an der Decke gehangen hatte.
Nach dem sie in dem Tempel gefunden hatten wonach sie suchten, waren sie in Sekundenschnelle von mehr als zehn Söldnern umzingelt worden. Eigentlich sah es sehr schlecht aus, aber Eigentlich war Nathan Drake auch nicht der geborene Feigling und Pessimist.
Er würde sich nicht einfach so ergeben, damit das Artefakt in den Falschen Händen lag. Er würde schon irgendwie heraus kommen, so wie ihm das Schicksal immer irgendwie geholfen hatte. Diesmal schaute er jedoch hilfesuchend zu Sully, der seinen Revolver lud. „Und jetzt?“ meinte Nate und wartete auf seine Antwort.
„Jetzt machen wir sie zur Schnecke.“ Erwiderte dieser Siegessicher. „Wie wär’s wenn wir ihnen ein Geschenk geben?“ fragte Nathan grinsend und griff nach einer Granate. Auch Sully grinste und sah mit an, wie Nathan die Granate entsicherte und mit einem „Das ist für euch, Jungs!“ hinüber warf.
Die Söldner standen wie belämmert da und nur wenige erkannten die Gefahr rechtzeitig. Es gab einen Knall und der ganze Tempel fing zu beben an.
„Verschwinden wir!“ rief Nate über den Lärm hinweg und er und sein Freund liefen geradewegs in die Freiheit.
Unter den Söldnern gab es kaum überlebende und die die überlebt hatten, konnte nicht Mal mehr richtig stehen und wanden sich vor Schmerz auf dem Boden. Die Decke begann zu bröckeln und es würde nur noch Sekunden dauern, bis alles zusammen fallen würde. „Schneller!“ hetzte Drake und schaute ständig nach hinten zu Sully.
Er war nicht mehr der jüngste, musste sie dennoch beeilen, wenn beide hier das überleben wollten.
Ständig mussten sie ihre Richtung ändern, da ihnen immer etwas in den Weg kam und die Freiheit wurde immer verlockender besonders, als sie von weitem das Licht der Freiheit erblickten.
„Wir haben’s gleich!“ trieb Nate seinen Freund weiter an und mit einem Letzten Großen Schritt, entkamen sie dem einstürzenden Tempel und waren draußen.
„Ich hoffe, das war es wert! Wir hätten fast unser Leben da drinnen gelassen!“ ließ Sully raus und stützte sich an seinen Beinen ab um nicht gleich völlig vor Erschöpfung umzukippen. „Natürlich war es das Wert! Sieh nur was ich da habe.“ Nate holte ein Tuch hervor, doch was in diesem Tuch eingewickelt war, bekam Sully wenige Sekunden später zu sehen. „Unglaublich!“
„In der Tat.“ Bestätigte Nate, als die Beiden Männer, das Goldene Etwas betrachteten. Es war rund, aus Gold und hatte einige unlesbare Schriften darauf, die Nate nicht mal als Latein deuten würde.
Er hielt das Artefakt ins Licht der Sonne und grinste triumphierend. Wieder einmal war es ihm gelungen ein Seltenes Artefakt zu finden, nach dem alle geglaubt hatten, es sei unmöglich. Nicht unmöglich für ihn anscheinend. Noch immer befanden sich die beiden im Herzen von Peru, waren total erschöpft und sehnten sich wohl nach nichts anderes außer einem Bett. „Komm, verschwinden wir von hier.“ Meinte Sully müde.
Darauf hin warf Nate kurz einen Blick hinter sich zu dem eingestürzten Tempel, schüttelte den Kopf und folgte seinem Freund.
Er hatte an etwas Komisches gedacht, weshalb er seinen Kopf geschüttelt hatte. An etwas sehr Komisches.
Natürlich kannte auch er die Archäologin Lara Croft und ihren Ruf. Jetzt aber hatte er das Artefakt und sie nicht.
Ob sie sich auch nach der Suche gemacht hatte? Immer hin hätte sie dieses Artefakt bestimmt interessiert. Nathan hörte auf mit Grübeln, da es ihm eigentlich egal war was eine gewisse Lara Croft trieb. Er hatte schließlich gefunden wonach die meisten gesucht hatten, also was kümmerte ihn Lara Croft?
Er wusste es selbst nicht, weshalb er immer wieder den Kopf schüttelte bis die nervige Fliege namens Lady Croft in seinen Gedanken verschwand.
Dann lief der Abenteurer schneller, da Sully ihn schon fast abgehängt hatte. Das hatte man davon wenn man so viel dachte und nicht bei der Sache war.

„Nein Lara! Ich komme mit!“ beschwerte sich Inna, der es gar nicht passte, dass Lara vorhatte sie im Croft Manor zu lassen, da sie dort nach Laras Meinung am Sichersten war. „Es ist zu gefährlich! Ich möchte nicht, dass du so endest wie die Mädchen.“ Verteidigte sich Lara und hatte bereits eine Hand auf den Türknauf gelegt.
Es war ein herrlicher Nachmittag draußen und Lara hatte vorgehabt nach Serbien zu fahren. Natürlich wollte Inna mit. Immer hin war es ihre Heimat.
Trotzdem konnte Lara nicht riskieren, dass ihrer Freundin etwas passierte. „Lara, ich kenne mich in Serbien aus wie kein anderer! Ich finde die Beste Bibliothek für dich!“ „Ich weiß, aber…“
„Kein Aber!“ unterbrach sie Inna. „Wir gehen nach Belgrad. Dort finden wir sicher Informationen über Vampire und den Kelch der Qualen.“ Ohne ein weiteres Wort stürmte Inna nach draußen.
Lara seufzte. In Serbien konnte sie Inna auch nach Hause fahren. Ja, das war eine Gute Lösung. Wenn sie dort ihre gewünschten Informationen gefunden hatten, würde Lara aufbrechen und nach dem Kelch der Qualen suchen.
Hier in England hätte sie natürlich auch in eine Bibliothek gehen können, aber sie schlug es direkt in den Balkan, denn dort hatten Vampire ihren Ursprung und nach Erics Erzählungen war die ganze Geschichte kein Witz, auch wenn das Lara lieber wäre.
Mit kurzen Blick auf das Portrait, das ihre Eltern zeigte – sie musste einfach ein neues hin hängen, als es bei der Explosion völlig abgebrannt war – verließ sie ihr zu Hause und ging zu Inna, die schon neben Laras Audi R8 wartete.
Sie beide würden den Flug direkt nach Belgrad nehmen und dort ein Auto mieten. Wenn sie genug Infos hatten, hieß es für Inna dann, nach Hause zu ihrem Vater. Jetzt würde ihr Lara das natürlich nicht sagen.
Wortlos stiegen beide in das Auto und fuhren davon. Erst nach wenigen Minuten ergriff erneut Inna das Wort: „Schon verrückt, irgendwie.“
„Was?“ „Na das alles. Das es tatsächlich Vampire gibt und wir davon wissen. Meinst du es sollte so sein?“ Inna schaute zu Lara rüber und erwartete irgendeine Reaktion, doch die Angesprochene blieb ruhig und gelassen, wie immer.
„Wir wissen davon, weil Eric uns vertraut hat. Und dieses Vertrauen hat er mit bedacht gewählt. So etwas Wichtiges kann man keinem dahergelaufenen Trottel anvertrauen. Wir bringen das zu Ende und dann ist der Spuk vorbei.“
„Ja, da hast du recht.“ Gab Inna zu und beide sagten nichts mehr, bis sie den Flughafen erreicht hatten, der sie Richtung Balkan fliegen würde, in Innas Geburtsstadt Belgrad. Natürlich war es ein einzigartiges Land, was Lara zugeben musste.
Doch man sah deutlich, dass es herbe gekennzeichnet worden war, von den vielen Kriegen, die hier einst auf diesem Gebiet geherrscht hatten.
Eines der Gründe weshalb Innas Familie ihr zu Hause fluchartig verlassen musste, nur um dann wiederzukommen und zu sehen, dass ihre Existenz zerstört worden war. Krieg war niemals eine gute Lösung.
Und zu den Schuldigen gehörten stets zwei Seiten. Lara aber wollte keine Politikerin sein und schüttelte den Kopf. Lieber war sie weit weg von allem Geschehen und grub nach irgendwas, das sie interessierte.
Was irgendwelche Politiker zu sagen hatten, war ihr niemals so richtig wichtig gewesen. Selbst im Flugzeug unterhielten sich die beide nur ganz wenig und Lara glaubte Inna sei irgendwie traurig.
Weshalb? Die Frage brannte Lara auf der Zunge und schon war sie ausgesprochen: „Was ist Los, Inna? Du siehst so abwesend aus. Ist alles in Ordnung?“
Inna wendete ihren Blick nicht von dem runden Fenster ab und antwortete trotzdem: „Ich sehe immer noch das Gesicht vor mir, Lara. Von Ivan, meinem Besten Freund. Ich kann nicht glauben, dass er…tot…ist.“
Lara merkte, dass ihre Freundin kurz davor war zu weinen. Verständlich. Immer hin war es ein herber Schlag wenn eine geliebte Person vor den Augen starb. Wie hatte sich Lara damals gefühlt, als sie ihre Mutter wohl für immer verloren hatte? Das Gefühl war unbeschreiblich.
Sie legte eine Hand auf die Schulter der 25-Jährigen und suchte nach Worten, die Trösten konnten, aber es war beinahe unmöglich. Also blieben sie beide erneut stumm und ließen den Stunden ihren Lauf.


~

FORTSETZUNG FOLGT...
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast