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Black Like Coffee

von xDawnx
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Hinata Hyuga Kiba Inuzuka Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
09.04.2012
03.08.2012
15
131.805
85
Alle Kapitel
302 Reviews
Dieses Kapitel
29 Reviews
 
 
09.04.2012 6.799
 
Hallo und seid herzlich Willkommen zu Black Like Coffee!Ja, ich hatte diese Fanfic schon seit ein paar Wochen angekündigt und hier ist sie nun in ihrer vollen Pracht! :D Ich muss sagen, dass ich es genossen habe, an BLC zu schreiben und ich denke und hoffe, dass man dies auch lesen kann.

Ich geb mir bei all meinen Werken natürlich Mühe, aber diese liegt mir besonders am Herzen, weswegen ich mich hier auch noch einmal ein Quäntchen mehr Mühe gegeben hab, höhö :D Freut euch auf die Lemons, yum, die gefallen mir nämlich besonders >D

Über Feedback freue ich mich immer, also seid nicht schüchtern und teilt mir ruhig mit, was ihr hiervon halten :D Außerdem lerne ich gerne neue SasuNaru/NaruSasu Freunde kennen, da ich leider kaum Leute kenne, die das Shipping mögen und mit denen ich mich austauschen kann T^T

Die Idee von einem heterosexuellen Naruto, der sich in einen schwulen Sasuke verliebt (und Sasuke mit einer orangen Katze), ist nicht von mir, sondern von Rasengan22, deswegen ist ihr die FF auch gewidmet. Ich hab mir den Plot lediglich ausgeliehen und eine eigene Geschichte daraus gemacht :]

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Titel: Black Like Coffee

Shipping: NaruSasuNaru

Nebenshipping: KibaHina

Warnings: M/M, M/W, Anal, Oral, Dirty Talk, Language, HJ, AU

Genre: Yaoi, Romance, Humor, AU

Kapitelanzahl: 15

Beta: InfernalMirror / Anyi

Summary: Nach anfänglichen Schwierigkeiten – die einen verschütteten Kaffee und einen Schlag in die Fresse beinhalten – werden aus Naruto und Sasuke Freunde. Freunde, das ist alles, was sie waren. Doch als der heterosexuelle Naruto erfährt, dass Sasuke schwul ist, ändert sich auf einmal alles. Gefühle, die immer als freundschaftlich angesehen wurden, werden auf einmal hinterfragt und Chaos entsteht; Naruto ist komplett verwirrt, Sasuke distanziert wie eh und je, Sakura benimmt sich wie ein verliebter Teenie und Kiba trägt mit seinen überflüssigen Kommentaren auch nicht wirklich dazu bei, Ordnung in Narutos Gefühlschaos zu bringen.

Disclaimer: Mir gehören weder Naruto und dessen Charakter, noch verdiene ich Geld beim Schreiben dieser Fanfic.

Coffee Junkies - die Oneshot-Sammlung zu BLC

Coffee Break - die Mini-Fortsetzung von BLC, bei der es um einen Rollentausch geht

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Kapitel 1: Lass die Fäuste sprechen


„Naruto-san.“

„Nnnh…“

Naruto-san.“

„Ngooah…“

„Naruto-san!“

„Gah!“ Mit einem gurgelnden Schrei schreckte Naruto Uzumaki auf, als ihn plötzlich etwas Hartes an der Schläfe traf. „Was zur…“ Verwirrt  und orientierungslos blickte er sich um und wusste zuerst nicht, wo er sich  befand. Doch als er nach vorne sah und in die wütenden blauen Augen von  Suzumiya-sensei, seiner Lehrerin, blickte, wurde ihm mit einem Schlag bewusst,  wo er gerade war.

Im Berufskolleg. Im Klassenraum. Und so, wie Suzumiya-sensei ihn ansah, wohl auch bald im Grab.

„Ähm…“ Mit einem verlegenen Grinsen richtete sich Naruto gerade in seinem Stuhl auf, legte eine Hand in den Nacken und rieb ihn nervös.  „Hi? Hab ich Ihnen schon gesagt, wie gut Sie heute aussehen?“ Ein paar seiner Klassenkameraden fingen an zu lachen, doch er ignorierte sie. Er musste schließlich aufpassen, damit er nichts sagen würde, was seine Lehrerin nur noch wütender werden ließ.

„Ihr Kleid“, fuhr Naruto in seinem Versuch fort, Suzumiya-sensei zu besänftigen, „Es betont wirklich sehr gut Ihre… Uh…“ Er  starrte auf ihre riesigen Brüste, welche in ihrem engen, weit ausgeschnittenen  Kleid noch viel größer und gigantischer aussahen, als sie es eh schon waren. Durften Lehrerinnen so wirklich rumlaufen? Da war es doch kein Wunder, dass sich keiner auf den Unterricht konzentrieren konnte... „Ihre… Uh… Also…“ Unbeholfen gestikulierte er mit den Händen herum und stieß dabei ausversehen seine Wasserflasche vom Tisch.

„Augen“, beendete er seinen Satz schließlich und bückte sich, um seine Flasche wieder aufzuheben. „Ihre Augen.“ Er nickte, wie um seine Aussage damit noch einmal zu bestätigen.

„Augen?“, wiederholte Kiba Inuzuka, Narutos bester Freund, mit einem breiten Grinsen, „Meinst du die Augen oben oder die unten?“

„Klappe, Köter!“, zischte Naruto ihm wütend zu und trat ihm unterm Tisch gegens Bein, „Sie weiß ganz genau, welche Augen ich meine!“

„Ja“, stimmte Suzumiya-san zu, „Sie meinen meine Brüste.“

Naruto verschluckte sich an seiner Spucke und lief rot an, während Kiba in lautes Gelächter und Gejaule ausbrach. „Das… Das haben Sie  gesagt, Sensei“, erwiderte er schließlich, die Lippen zu einem schiefen Grinsen verzogen.

Seine Lehrerin seufzte und strich sich eine blonde Locke hinters Ohr. „Nun, Naruto-san. Können Sie mir vielleicht sagen, was in den letzten Minuten vorgefallen ist?“

„Natürlich!“ Naruto nickte eifrig, die Augen groß. „Ich bin auf dieser Insel gewesen, so riesengroß und einsam, wissen Sie? Ein bisschen wie in der Fernsehserie LOST. Gott, ich liebe LOST.“ Seine Miene wurde verträumt, während er an seine Lieblingsserie dachte, doch dann winkte er schnell mit der Hand ab. „Wie auch immer. Ich dachte, ich wäre alleine auf dieser großen Insel, aber dann war da auf einmal Pamela Anderson! Pamela  Anderson, Mann! Und-“

„Ich wollte nicht wissen, was in Ihrem Traum passiert ist, Naruto-san“, unterbrach Suzumiya-sensei ihn barsch, „Sondern im Unterricht.“

„Traum?“ Irritiert runzelte der Blonde die Nase und kratzte sich am Hinterkopf. „Huh, hab ich geträumt?“

„Natürlich.“ Suzumiya-senseis Stimme klang von Sekunde zu Sekunde genervter. „Oder sehen Sie hier etwa irgendwo Pamela Anderson?“

Naruto öffnete den Mund um ‚Ja‘ zu sagen, beschloss aber dann, es lieber sein zu lassen, da er seine Lehrerin wirklich nicht zur Weißglut bringen wollte. Obwohl sie Pamela Anderson wirklich ähnlich sah mit ihrem blonden Haar und den monströsen Brüsten. Er drehte sich zu Kiba und  nickte mit dem Kopf in die Richtung von Suzumiya-sensei, ein Schmunzeln auf den Lippen.

Kiba, der seinen Freund auch ohne Worte verstehen konnte, biss sich mit einem Schnauben auf die Unterlippe. Seine Wangen wurden prall und sein Körper fing wegen der Anstrengung, nicht laut loszulachen, an zu zittern. Naruto ging es genauso. Er legte sich eine Hand auf den Mund, um sich das Lachen zu verkneifen, doch dann streifte sein Knie leicht Kibas und das war‘s.

Sie fingen gleichzeitig an zu lachen; lang und laut. Kiba hatte die Arme um seinen Bauch geschlungen und er war nach vorne gebeugt. Tränen glitzerten in seinen Augen. Naruto schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, der Kopf in den Nacken geworfen.

„Jungs!“ Sakura Haruno, ihre gemeinsame Freundin, trug einen grimmigen Ausdruck im Gesicht, als sie die zwei ermahnte. „Seid leise, das ist überhaupt nicht witzig!“ Sie nahm ihr Buch – Grafik und Gestaltung – in die Hand und schlug zuerst Kiba, dann Naruto damit auf dem Kopf.

„Aww!“ Mit einem Schmollen rieb sich Naruto die schmerzende Stelle. Sakura sah vielleicht zierlich aus, aber sie hat verdammt viel Kraft in ihren Armen und das Buch, mit denen sie ihn geschlagen hatte, war auch alles andere als leicht. „Du kannst so eine Spaßbremse sein, Sakura-chan!“

„Wie alt waren Sie doch gleich nochmal, Naruto-san?“, fragte seine Lehrerin ihn mit einem lauten Seufzen und massierte sich die Schläfe.

„Ich bin 22!“, erwiderte Naruto mit einem Strahlen, „Vor ein paar Tagen erst geworden.“

„Sie sind wirklich sehr reif für Ihr Alter.“ Ihre Stimme triefte nur so vor Sarkasmus. Als in diesem Moment die Schulglocke ertönte, schüttelte sie den Kopf. „Heute gibt es keine Hausaufgaben“, rief sie, um über den Krach von eifrigen Schülern, die ihr Unterrichtsmaterial in ihre Rucksäcke warfen,  gehört zu werden. „Naruto-san.“

Naruto, der gerade seinen alten, zerfledderten Wolfskin-Rucksack um seine linke Schulter geschlungen hatte, blickte auf. „Ja?“

„Wenn ich Sie noch einmal dabei erwische, wie Sie in meinem Unterricht schlafen, dann wird es Ärger geben, haben wir uns da verstanden?“

„Heh, ja.“ Naruto rieb sich den Nacken. „Tut mir leid, wird nicht wieder vorkommen.“

„Er hat einen Kater“, mischte sich Kiba in das Gespräch ein und schlang seinen Arm um die Schultern des Blonden, „Wir waren gestern noch ein bisschen feiern und so.“

„An einem Schultag Alkohol trinken.“ Suzumiya-sensei schüttelte den Kopf und strich ihr Kleid glatt, bevor sie ihre Tasche nahm und in Richtung Tür ging. „Sie beide sollten wirklich Prioritäten setzen, sonst werden Sie meine Klasse nicht bestehen.“

„Schlampe“, murrte Kiba, als sie weg war und strich sich durchs Haar, „Als ob wir die einzigen wären, die in ihrer Klasse schlecht sind.“

„Sie hat uns voll auf dem Kieker!“, stimmte Naruto mit einem Jammern zu und verschränkte die Arme hinterm Kopf, „Wir machen gar nichts, aber dennoch behandelt sie uns wie Dreck. Ich mein, hallo? Sie hat mich mit Kreide  beworfen!“ Er verzog das Gesicht und rieb über die Stelle, während sie den  Klassenraum verließen und raus in den Gang gingen. „Deswegen könnte ich sie  bestimmt verklagen!“

„Du willst mich verklagen?“, ertönte Sakuras Stimme von rechts und Naruto sah sich um, um sie hinter ihnen herlaufen entdecken zu können. „Wegen dem Klaps mit dem Buch?“

„Nein, dich doch nicht, Sakura-chan!“ Grinsend winkte er ab. „Dich würde ich deswegen doch niemals verklagen. Du weißt doch, wie es mich anmacht, wenn du handgreiflich wirst.“ Er wackelte mit den Augenbrauen und lachte erheitert, als Sakura leicht errötete und ihn schubste.

„Perversling“, beschimpfte sie ihn, ihren Schulordner an ihren Oberkörper gepresst.

Naruto zwinkerte sie nur an und holte dann sein Handy hervor, um einen Blick auf die Uhrzeit erhaschen zu können. „Hey, Leute. Der Bus kommt erst in zehn Minuten, können wir davor noch kurz in die Cafeteria?“  Er sah fragend vom einem zum anderen. „Ich bin immer noch total müde, vielleicht kann ein Kaffee mich ein wenig aufwecken.“

„Das hast du davon, wenn du an einem Dienstagabend trinken gehst“, erwiderte Sakura mit einem Seufzen und strich sich eine rosa Haarsträhne hinters Ohr, „Aber klar, ich könnte auch einen Kaffee vertragen.“

„Ich kann leider nicht.“ Kiba schüttelte den Kopf. „Ich fang doch heute meinen neuen Job an, schon vergessen?“

„Ah, stimmt ja!“ Naruto kratzte sich an der Wange, die Nase leicht gerunzelt. „Hatte echt ganz vergessen, dass das heute war. Viel Spaß beim Regale einräumen und so.“

„Mann, ich hoffe, ich kann auch noch was anderes machen!“, stöhnte Kiba und stopfte die Hände in die Hosentasche, „Ich bin viel zu gut für so eine Drecksarbeit!“

„Du wolltest den Job, Kiba“, erinnerte Sakura ihn, „Also beschwer dich jetzt auch nicht.“

„Ja, aber…“ Der Braunhaarige schob die Unterlippe hervor und seufzte dann. „Wie auch immer, ich muss mich langsam auf den Weg machen, damit ich meine Bahn erwische. Bis morgen, Leute!“

„Bis morgen!“, erwiderten seine Freunde und winkte ihm nach.

„Und nochmal viel Spaß, Köter! Du wirst es brauchen!“, rief Naruto ihm noch hinterher, ein Grinsen auf den Lippen, als Kiba ihm den Mittelfinger zeigte. „Hach, er freut sich wirklich, was?“

„Ich kann ihn wirklich nicht verstehen.“ Sakura runzelte die Stirn, als sie in die Cafeteria eintraten und sich auf den Weg zum Heißgetränkeautomaten machten. „Wenn er den Job nicht hätte machen wollen, dann hätte er sich nicht bewerben sollen.“

„Du kennst Kiba doch“, erwiderte Naruto schulterzuckend und holte seine Geldbörse hervor, um ein paar Yen in den Automaten zu werfen. „Er  jammert über alles.“

„Nein“, verbesserte Sakura ihn, die Augen auf den Pappbecher gerichtet, der langsam mit brauner Flüssigkeit gefüllt wurde. „Er jammert über vieles. Du bist derjenige, der über alles jammert.“

„Das stimmt nicht!“, stritt Naruto sofort lauthals ab. Sakura sah ihn einfach nur mit eindringlichem Blick an. „Okay, vielleicht ein bisschen“, murrte er schließlich leise und griff nach drei Tütchen Zucker, um  diese in seinen Kaffee zu schütten.

Sakura verzog darauf angewidert das Gesicht. „Wie kannst du nur so etwas trinken?“, wollte sie wissen, während sie beobachtete, wie Naruto noch etwas Milch dazu tat und dann mit einem Holzlöffelchen umrührte.

„Ich mag halt einfach süße Dinge“, erwiderte Naruto mit einem Schulterzucken und führte den Pappbecher an seine Lippen, um einen  Schluck zu nehmen. Er zuckte zusammen, als die heiße Flüssigkeit seine Zunge berührte und ließ den Becher dabei fast fallen. „Fuck! Heiß!“

Das Mädchen seufzte nur und schüttelte den Kopf, bevor sie ihre Geldbörse aus der Tasche nahm und einen Schein in den Kaffeeautomaten schob. „Trottel.“

Vorsichtig legte Naruto den Becher auf einem Tisch ab und streckte dann seine Zunge heraus. Behutsam tastete er sie ab und wimmerte leise, als ihn dabei Schmerz durchzuckte.

„Sakura!“, beschwerte er sich, „Ich hab mir die Zunge verbrannt!“ Zumindest wollte er dies sagen, aber da seine geschändete Zunge ihm immer noch aus dem Mund hing, klangen seine Worte viel eher nach „Sahura! Ish hahe miha tie Chunge herbrannt“.

Sakura wusste nicht, ob sie weinen oder lachen sollte. „Ich weiß, Naruto“, sagte sie und gab ein Tütchen Zucker und etwas Milch in ihren Becher.

„Wo bleibt das Mitleid?“, wollte Naruto wissen, als er seinen Pappbecher wieder in die Hand nahm. Diesmal pustete er, bevor er einen Schluck nahm.

„Wegen so etwas bekommst du kein Mitleid von mir.“ Sakura nahm sich einen Plastikdeckel mit einer kleinen Trinköffnung und stülpte ihn über ihren Becher. „Du solltest dir auch einen nehmen“, riet sie Naruto, als sie sah, dass er keinen Deckel hatte, „Sonst passiert noch ein Unglück.“

„Ach was!“ Grinsend schlürfte Naruto seinem Kaffee und winkte dann ab. „Ich pass schon auf.“

„Naruto.“ Sakuras Stimme war warnend. „Ich kenn dich und ich rate dir, einen Deckel mitzunehmen. Bei deiner Tollpatschigkeit wirst du früher oder später etwas verschütten, dessen bin ich mir sicher.“

„Oh? Ist das eine Herausforderung?“ Mit einem Schmunzeln hob Naruto eine blonde Augenbraue. Er mochte - nein, er liebte Herausforderung und er würde jede annehmen, egal wie lächerlich sie auch sein mochte. „Ich bin mir sicher, dass ich nichts verschütten werde.“

Sakura seufzte nur und nahm dann selbst einen Schluck von ihrem Kaffee. „Wenn du meinst. Sag nachher aber nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“ Sie warf einen Blick auf ihre silberne Armbanduhr. „Komm, wir sollten uns beeilen, sonst verpassen wir noch den Bus.“

Naruto stimmte ihr mit einem Nicken zu und so verließen sie die Cafeteria mit eiligen Schritten und machten sich auf den Weg zur Bushaltestellte.

Das Konoha Berufskolleg für Grafik- und Mediendesign lag glücklicherweise sehr zentral und war demnach einfach zu erreichen. Mehrere  Buslinien sowie die Straßenbahn hielten in der Nähe des Kollegs und so brauchten die beiden auch nicht lange, bis sie an der Bushaltestelle angekommen waren.

Sakura warf erneut einen Blick auf die Uhr, während sie sich durch die Schülermengen quetschten. „Gut, wir haben noch ein paar Minuten“, meinte sie, als sie an einer relativ leeren Stelle zum Stehen kamen.

„Ach was.“ Naruto vergrub eine Hand in der Gesäßtasche seiner zerlöcherten Jeans, während er die Autos, die an ihnen vorbei fuhren, beobachte. „Unser Bus kommt immer zu spät, das weißt du doch.“

„Na und?“ Sakura sah ihn finster an. „Es ist dennoch besser zu früh da zu sein, als nachher den Bus zu verpassen und eine halbe Stunde lang auf den nächsten zu warten.“

Naruto gab ein lautes, schlürfendes Geräusch von sich, als er an seinem Kaffee nippte. „Aber der Bus wird nicht zu früh kommen. Wie lange sind wir jetzt schon hier auf der Schule? Ein Jahr und ein paar Zerquetschte?“  Nachdenklich runzelte er die Stirn. „Joa, sollte hinkommen. Auf jeden Fall, in dieser Zeit, Sakura-chan, ist der Bus da jemals pünktlich gewesen?“

Sie presste die Lippen zusammen, antwortete aber nicht.

„Na?“ Grinsend zog der Blonde eine Augenbraue hoch und beugte sich näher zu ihr. „Na? Na?“

„Nein“, brachte Sakura schließlich durch zusammengebissene Zähne hervor, „Bis jetzt war er noch nie pünktlich.“

„Na, siehst du.“ Naruto sah befriedigt aus, dass sie ihm in dem Punkt zustimmte. „Hab ich doch gesagt.“

„Aber es gibt immer ein erstes Mal.“ Sakura strich sich ein paar Haarsträhnen aus den Augen und nahm dann einen kleinen Schluck. „Wer weiß, vielleicht kommt er ja heute pünktlich?“

Naruto holte sein Handy hervor und warf einen Blick auf das Display. „Dann sollte er jetzt kommen.“ Er schob sein Handy wieder in die  Hosentasche und schirmte seine Augen mit der Hand ab, um sich dann von links nach rechts umzusehen. „Ich kann ihn nicht erkennen.“ Grinsend drehte er sich zu Sakura. „Du?“

Sie rollte mit den Augen. „Jaja, ist ja gut. Ich bin dennoch lieber etwas zu früh hier. Es beruhigt mich.“

Naruto zuckte nur mit den Schultern und ging einen Schritt vom Straßenrand weg, als ein Bus einfuhr. Es war eine andere Buslinie, nicht ihre, und Naruto war mehr als nur froh darüber. Denn der Großteil der Schüler, die um sie herum standen, nahmen diesen Bus, deshalb waren schlussendlich nur noch knapp zehn Leute da, mit denen sie sich ihren Wagen teilen  mussten, und das war durchaus angenehmer.

Das Fahrzeug verschwand wieder. Naruto stöhnte laut und  streckte sich, als die Bushaltestelle leerer wurde. „Atmen!“, rief er begeistert und zog sein oranges Shirt, das beim Strecken etwas hochgerutscht war, wieder nach unten. „Ich kann wieder atmen, Sakura-chan!“

Sie schnaubte nur und stellte sich dann neben ihn. Sakura sah auf die Uhr und seufzte, da ihr Bus nun schon zwei Minuten Verspätung hatte.

Naruto lächelte sie an und hielt ihr seinen Kaffeebecher unter die Nase. „Bis jetzt habe ich noch nichts verschüttet!“, meinte er stolz, „Keinen einzigen Tropfen.“

„Noch“, betonte Sakura, „Aber freu dich nicht zu früh. Wir müssen noch mit dem Bus fahren und es wäre wirklich ein Wunder, wenn du dabei nichts verschütten würdest.“

„Wunder gibt es immer wieder!“, sang Naruto lauthals, hakte seinen Arm mit Sakuras ein, und schaukelte langsam von links nach rechts. „Heute oder morgen können sie geschehen!“

Sie rollte mit ihren grünen Augen, aber dennoch schlich sich ein kleines Lächeln auf ihre Lippen, als sie ihm mit einem „Trottel“ auf dem Hinterkopf schlug.

Naruto schloss die Augen, während er sich über den Hinterkopf rieb. „Du bist so ein Mannweib“, murrte er leise vor sich hin, „Nicht nur, dass du andauernd gewalttätig bist, du bist auch noch so flach wie ein Bügelbrett.“

Sakuras linke Augenbraue zuckte gefährlich und sie ballte eine Hand zur Faust. „Was hast du gerade gesagt, Naruto?!“, fragte sie knurrend nach. Ihre Stimme versprach Mord und Totschlag und sie jagte Naruto einen unangenehmen Schauer über den Rücken.

„Dafür hast du einen geilen Arsch!“ Defensiv hob er beide Hände in die Luft und ging vorsichtshalber einen Schritt zurück. „Einen echt tollen Arsch. Ich steh eh mehr auf Ärsche als auf Brüste, weißt du?“

Sakura sah ihn lange an, schnaubte dann schließlich und strich sich ein paar Haarsträhnen hinters Ohr

Naruto atmete erleichtert aus, weil er dem Zorn der Sakura Haruno gerade noch einmal entkommen konnte und nippte an seinem Kaffee, der Blick auf die Straße gerichtet. „Ah, da kommt unser Bus!“, rief er, als er ihn auf sie zukommen sah. „Und diesmal nur…“ Er blickte auf die Uhr. „Nur sechs Minuten zu spät! Wow, heute kommt er aber echt früh, huh?“

Sakura stimmte mit einem Summen zu und wartete, bis der Bus vor ihnen anhielt, dann stieg sie hinein. Naruto folgte ihr nach.

„Aww Mann, heute ist es voll!“, beschwerte er sich, nachdem er sich umgesehen hatte und stellte sich dann mit Sakura in den Mittelteil des Busses, wo bereits mehrere Leute standen „Ich will sitzen! Ich kann nicht so lange stehen!“

„Beschwer dich nicht.“ Sakura war neben ihn, in einer Hand der Kaffee, die andere um die Metallstange vor dem Fenster geschlungen. „Ich muss viel länger fahren als du und demnach auch viel länger stehen.“

„Mmh.“ Nachdenklich legte der Blonde den Kopf schief und hielt sich ebenfalls fest, als der Bus losfuhr. „Vielleicht hast du deswegen so einen tollen Arsch? Weil du so oft stehst?“

Sakura errötete leicht, als sie bemerkte, wie einer der Passagiere ihr wegen Narutos Kommentar auf den Arsch starrte. „Klappe!“, fuhr  sie Naruto an und drehte sich dann um, „Und du hör auf zu glotzen, bevor ich dir die Nase breche!“

Naruto lachte, als er den geschockten Gesichtsausdruck des Spanners sah. „Du solltest lieber tun, was sie sagt“, riet er ihm mit einem Schmunzeln, „Sie hat einen verdammt guten rechten Haken.“

„Verdammt richtig!“ Sakura ballte die Hand zur Faust und ihre Knöchel knacksten dabei bedrohlich. Der Typ schluckte sichtbar, murmelte eine Entschuldigung vor sich hin und verschwand dann in den vorderen Bereich des Busses.

„Ich glaub, der hat sich in die Hose gepisst vor Angst!“, meinte Naruto lachend. Der Bus hielt an und er stieß dabei mit jemandem zusammen, machte sich aber nicht die Mühe, sich umzudrehen oder zu entschuldigen. „Du bist echt die Beste, Sakura-chan! Genau deswegen liebe ich dich!“

Sakuras Augen weiteten sich leicht bei seinen Worten, bevor sie verlegen den Kopf zur Seite drehte und aus dem Fenster sah. Naruto konnte sehen, dass ihre Wangen leicht gerötet waren und er musste lächeln.

Er und Sakura kannten sich schon seit dem Kindergarten, also inzwischen schon über zehn Jahre. Anfangs hatte sie ihn nicht gemocht, weil Naruto ihr zu laut und nervend gewesen war, aber über die Zeit hatte sich zwischen ihnen eine echte Freundschaft entwickelt.

Und mehr. Naruto wusste nicht mehr genau, wann seine Gefühle für sie angefangen hatten, sich zu verändern, aber bevor er sich versehen hatte, hatte er sich in das rosahaarige Mädchen verliebt. Er hatte auch keinen Hehl aus seiner Verliebtheit gemacht, er hatte sie mehrmals nach einer Verabredung gefragt, aber sie hatte immer und immer wieder abgelehnt. Jahrelang. Bis…

Bis sie schließlich Ja gesagt hatte. Naruto war überrascht gewesen, hatte sein Glück zuerst nicht glauben können. Ihre Verabredung war toll gewesen und scheinbar war er nicht der Einzige gewesen,der das so gesehen  hatte, denn als er sie um ein erneutes Treffen gebeten hatte, hatte Sakura ohne mit der Wimper zu zucken zugesagt.

Sie waren vier Mal miteinander ausgegangen, bis Naruto sie vor ihrer Haustüre schließlich zum ersten Mal geküsst hatte. Und Sakura hatte den Kuss erwidert. Von dem Tag an waren sie ein Paar gewesen, aber leider hatte ihre Beziehung nicht allzu lange angehalten.

Nach knapp einem halben Jahr war beiden bewusst geworden, dass ihnen eine Freundschaft doch lieber war und dabei hatten sie es auch belassen. Bei besten Freunden. Naruto hatte aber dennoch nichts bereut und er war froh, dass Sakura das erste Mädchen gewesen war, dass er geküsst und mit welchem er schließlich auch Sex gehabt hatte.

Sie sah immer noch aus dem Fenster, also stieß Naruto seine Schulter leicht gegen ihre und blickte sie mit funkelnden Augen an. Sakura lächelte und schubste ihn sanft zurück. „Trottel“, murmelte sie dabei leise.

„Heh.“ Naruto grinste nur und nahm die Hand von der Metallstange, um sich über den Nacken zu reiben, doch das war ein Fehler gewesen. Ein riesengroßer Fehler, denn in genau diesen Moment hielt der Bus abrupt an, um nicht in einen Fahrradfahrer zu rasen.

Naruto verlor sein Gleichgewicht durch diese plötzliche Bremsung und versuchte noch verzweifelt, sich an irgendetwas oder jemanden festzuhalten, doch es war bereits zu spät. Mit einem gewürgten Schrei kippte er nach hinten und Naruto war sich sicher, dass er hinfallen würde, doch dann knallte sein Rücken gegen etwas Hartes und er stolperte ein paar Schritte  rückwärts, bis er sein Gleichgewicht wieder einigermaßen zurück erlangt hatte.

„Fuck“, fluchte er leise und rieb sich mit einem Stöhnen den schmerzenden Hinterkopf. Er hörte ein Grunzen hinter sich und drehte sich dann schnell um, wollte sehen, wer oder was ihm vor seinem Fall gerettet hatte.

Es war ein Kerl. Ein Kerl mit dunklen – ob schwarz oder dunkelblau konnte Naruto nicht genau sagen – Haaren und ebenfalls dunklen  Augen. Zwei kinnlange Haarsträhnen umrahmten sein blasses, oval geformtes Gesicht, und das Haar seines Hinterkopfs war etwas kürzer und stachelig. Er war schlank, aber muskulös gebaut. Er war etwas größer als Naruto und er schätzte ihn etwa auf sein Alter.

Schwarze, kalte Augen starrten ihn an und für einen Moment wusste Naruto nicht, was er sagen sollte, also blickte er zurück. Erst als er einen Muskel in der Wange des anderen Kerls zucken sehen konnte und bemerkte, wie angespannt dessen Kiefer doch war, öffnete er den Mund.

„Oh… Äh, fuck, sorry, Mann!“, entschuldigte er sich hastig, ein verlegenes Grinsen auf den Lippen. „Der Bus hat auf einmal angehalten, wie du sicher mitbekommen hast, heh, und ich konnte mich irgendwie nicht mehr festhalten und hehe… Tja.“ Er fuchtelte beim Reden mit dem Armen herum und erst jetzt fiel ihm auf, wie verdächtig leicht sich der Kaffeebecher in seiner Hand auf einmal anspürte.

Seine Augen weiteten sich leicht und er starrte in den Becher. Leer. Bis auf wenige Tropfen war er komplett leer. Naruto fluchte  erneut und sah an sich herunter, suchte sich nach Kaffeeflecken ab, konnte aber  keine finden. Er wollte gerade erleichtert ausatmen, da bemerkte auf einmal auf, dass der dunkelhaarige Typ, dessen Körper ihn vor einem Sturz gerettet hatte, etwas in den Händen hielt.

Es war ein Buch. Ein dickes Buch. Naruto konnte von diesem Blickwinkel aus keinen Blick auf den Buchrücken oder das Buchcover erhaschen, aber dafür konnte er etwas anderes sehen. Braun. Die ganzen Seiten waren übersät mit hellbraunen Flecken.

Naruto blinzelte. Kaffeebecher leer. Keine Flecken auf seiner Kleidung, aber dafür braune Flecken in dem Buch. In dem Buch, welches nicht ihm gehörte.

„Fuck“, sagte Naruto, als ihm alles klar wurde. „Shit! Scheiße, Mann, tut mir echt leid!“ Er biss sich auf die Unterlippe, während er dem Anderen einen entschuldigenden Blick zuwarf und streckte die Hände nach dem Buch aus, um besser sehen zu können, wie groß der Schaden wirklich war.

„Lass mich-“, fing er an, doch bevor er seinen Satz beenden konnte, schlug der Unbekannte das Buch bereits mit einem lauten Knall zu und drückte es gegen seine Brust und außer Narutos Reichweite.

Langsam hob Naruto den Blick und sah ihn an. Sein Kiefer war immer noch angespannt und die Lippen zu einer dünnen Linie zusammengepresst. So fest zusammengepresst sogar, dass sie langsam weiß wurden. Seine dunklen Augen  waren zu Schlitzen verengt und seine Augenbrauen zuckten gefährlich.

Naruto schluckte langsam, als ihn ein ungutes Gefühl überkam  und er zwang sich, in die kalten Augen des Anderen zu sehen. „Hör zu, Mann“, begann er langsam, „Das mit deinem Buch tut mir echt leid. Das war keine Absicht. Wenn du willst, dann-“

Es passierte so schnell, dass Naruto nicht reagieren, nicht einmal realisieren konnte, was geschah. In einem Moment stand er noch vor dem Unbekannten und wollte sich bei ihm entschuldigen, im nächsten Moment war er bereits mehrere Meter rückwärts gefallen, sein Blut pochte ihm laut in den Ohren und er fühlte einen unglaublichen, beißenden Schmerz in seinem Kiefer.

Er spürte etwas Warmes auf seinem Kinn und leckte sich langsam über die Lippen, wobei er einen kupfernen, unverkennbaren Geschmack wahrnehmen konnte – Blut.

„Naruto“, konnte er Sakura geschockt flüstern hören, doch er ignorierte sie. Stattdessen drehte er den Kopf, bis er wieder zum Dunkelhaarigen sehen konnte. Dieser hatte das Buch fest in seiner linken Hand umschlossen. Seine rechte Hand dagegen war zu einer Faust geballt und war noch immer in er Luft.

„Du hast mich geschlagen“, sagte Naruto langsam und er hob die Hand, um mit den Fingerspitzen vorsichtig über die linke Seite seines  Kiefers zu streichen. Er musste sich auf die Zunge beißen, um nicht aufzustöhnen, als ihn bei dieser sanften Berührung ein unglaublicher Schmerz durchzuckte.

Der Unbekannte antwortete nicht, aber sein rechter  Mundwinkel zuckte gefährlich, dann wurde sein Gesicht wieder ausdruckslos. Er entspannte seine Hand und ließ sie fallen.

„Du hast mich geschlagen“, wiederholte Naruto und kam einen Schritt auf ihn zu. Er konnte es nicht glauben. Er hatte sich bei dem Typen entschuldigen wollen, hatte ihm sogar anbieten wollen, ihm ein neues Buch zu kaufen und was tat er? Was tat dieser unverschämte, verfickte Bastard? Er schlug ihm eine rein!

Er konnte es nicht fassen. Er konnte es einfach nicht fassen! Was für ein Arschloch! Naruto knirschte mit den Zähnen, als ihn plötzlich eine so große Wut überkam, dass ihm schwindelig wurde. Er fühlte sich wie benommen, als sich der Zorn immer weiter und weiter in ihm ausbreite, bis er sich kaum mehr beherrschen konnte.

Seine Schultern zitterten vor lauter Wut, die er in sich staute und die raus wollte. Er knackste mit den Knöcheln, als er kurz vor dem Dunkelhaarigen zum Stehen kam, die Zähne gefletscht. „Du hast mich geschlagen, du Bastard!“

Der Andere schien unbeeindruckt von seinem Zorn. Die einzige Reaktion, die er zeigte, war das Hochziehen einer feinen Augenbraue. Das war’s. Dieser Mangel einer angebrachten Reaktion war das, was das Fass zum Überlaufen brachte und deswegen krallte Naruto seine Hand mit einem Knurren in den Kragen des Dunkelhaarigen und zog ihn zu sich.

„Das war ein Fehler“, zischte er leise, die Augen zu Schlitzen verengt, „Ein großer Fehler, du Wichser. Das hättest du lieber nicht gemacht.“

Mit diesen Worten holte er mit der Faust aus und schlug zu. Der Andere war leider schneller als erwartet. Obwohl Naruto ihn festhielt, damit er keine Chance hatte auszuweichen, konnte er es dennoch rechtzeitig schaffen, seinen Kopf zur Seite zu drehen, sodass Narutos Knöchel seine blasse Wange bloß streiften.

Naruto fauchte und holte nochmal aus, doch noch bevor er erneut zuschlagen konnte, rammte sich ein Knie zwischen seine Beine. Mit einem Röcheln ließ er den Kragen los und taumelte ein paar Schritte rückwärts, beide Hände mit schmerzerfüllter Miene auf seinen Schritt gedrückt.

„Hn.“ Sein Angreifer schmunzelte und klopfte sein Shirt ab, so als hätte Narutos Berührung ihn verschmutzt.

„Arschloch...“, konnte Naruto zwischen zusammengebissenen Zähnen hervorbringen, immer noch in seiner vornübergebeugten Position. Es tat weh. Es tat höllisch weh. Viel mehr als der Kinnhaken und er musste sich wirklich anstrengen, die Tränen, die in seinen Augen brannten, vom Fallen abzuhalten.

„Naruto…“ Er spürte Sakuras Hand auf seiner Schulter und neigte den Kopf zu ihr. Sie sah besorgt aus. „Lass es sein. Er ist es nicht wert und wir sind hier mitten im Bus, ihr könntet ausversehen irgendjemanden verletzten.“

„Keine Sorge, Sakura-chan.“ Naruto legte seine Hand auf ihre und drückte sie sanft, bevor er sie von seiner Schulter entfernte. Er schenkte ihr ein breites Grinsen. „Der Einzige, der verletzt wird, ist dieser Bastard.“

Und damit stürmte er los. Sein Gesicht war entschlossen, seine rechte Hand zur Faust geballt. Und diesmal konnte er einen Treffer landen. Der Dunkelhaarige schien nicht damit gerechnet zu haben, dass Naruto so schnell wieder angreifen würde, und reagierte demnach viel zu langsam, als er Naruto auf ihn zu rennen sah.

Seine Faust rammte sich in seinen Magen und Naruto grinste  zufrieden, als der Andere bei diesem Schlag ein würgendes Geräusch von sich gab. Es war ziemlich schwer, sich in einem so engen, kleinen Raum zu prügeln. Sakura hatte wirklich Recht, er musste aufpassen, dass er keine Unschuldigen verletzte. Aber so wie es aussah, achtete der Andere auch darauf, dass seine Schläge nur Naruto trafen, weswegen glücklicherweise auch kein anderer Passagier verletzt wurde.

Über die Lautsprecher konnte Naruto wahrnehmen, wie der Busfahrer ihnen mehrmals befahl, sofort aufzuhören und sogar damit drohte, sie rauszuschmeißen, doch sie ignorierten es beide, waren viel zu in ihren Kampf vertieft.

Er hörte Sakura im Hintergrund brüllen, dass sie den Schwachsinn beenden sollten, aber auch sie ignorierte er. Er wollte gerade zu einem Schlag ins Gesicht seines Gegners ansetzen, da blieb der Bus plötzlich mit quietschenden Reifen stehen.

„Woah!“ Total überrascht von der plötzlichen Bremsung flog Naruto nach vorne und knallte so gegen den Dunkelhaarigen. Er krallte sich an ihm fest, um nicht hinzufallen oder ihn bei einem Sturz wenigstens mitzureißen.

Der Andere grunzte und stolperte, fiel allerdings nicht hin. Naruto bewegte sich für einige Sekunden nicht und versuchte stattdessen erst einmal, wieder zu Atem zu kommen. Seine Hände waren in die Seiten des Dunkelhaarigen gekrallt, seine Wange ruhte auf seiner Brust. Irgendwie befriedigte es ihn, das schnell klopfende Herz des Anderen zu hören. Das zeigte ihm, dass er genauso aus der Puste war von ihrem Kampf wie er selbst.

Naruto schluckte mit einigen Schwierigkeiten und konnte dabei Blut schmecken. „Fuck“, fluchte er leise.

„Raus!“, ertönte plötzlich eine wütende Stimme und erst jetzt fiel dem Blonden auf, wie still es doch gerade im Bus war. „Sofort raus!“

Naruto richtete sich langsam auf, grunzte, als der Dunkelhaarige ihn von sich weg stieß und sah sich dann um, um herauszufinden, wer gerade gesprochen hatte und wen die Person damit gemeint hatte.

„Guck dich nicht so blöd um, Blondchen, ich mein dich!“, sprach die zornige Stimme weiter und Naruto blinzelte überrascht, bevor er nach vorne sah und feststellen konnte, dass es der Busfahrer war, dem die Stimme gehörte.

„Du und der andere Idiot, mit dem du dich geprügelt hast. Verlasst sofort meinen Bus!“

Die Türen des Busses öffneten sich mit einen Knarzen und Naruto guckte nach draußen. Sie standen an keiner Bushaltestelle, deswegen war es für ihn auf die Schnelle schwer, ihren Standort zu bestimmen. Er wusste nur, dass er hier noch nicht raus musste und genau das sagte er dem Busfahrer auch.

„Mir egal!“ Der Busfahrer stand von seinem Sitz auf, das Gesicht zu einer wütenden Fratze verzerrt. „In meinem Bus prügelt man sich nicht! Also verlasst ihr sofort mein Fahrzeug oder ich ruf die Polizei!“

„Was?!“ Naruto riss die Augen auf. „Das können Sie doch nicht ernst meinen?!“ Er sah den Fahrer an, doch dieser sah nicht so aus, als würde er Witze machen. Er blickte zu Sakura, unsicher, was er nun machen sollte, doch seine Freundin wirkte genauso verunsichert wie er.

„Hn“, ertönte schließlich eine Stimme und Naruto drehte sich um, um zu sehen, wie der Dunkelhaarige sich die Falten aus der Kleidung strich und dann ohne ein weiteres Wort zu sagen den Bus verließ.

Naruto sah noch einmal zum Fahrer und dann zu Sakura, ehe mit zusammengepressten Lippen ebenfalls den Bus verließ.

Er hatte gerade erst den zweiten Fuß nach draußen gesetzt, als der Bus auch schon wieder losfuhr.

Mit grimmigem Blick sah er dem Fahrzeug nach. „Arschloch“, murrte er und zeigte dem Bus den Mittelfinger, bevor er sich umsah, um herauszufinden, wo zur Hölle er gerade war. Sie waren in der Innenstadt, so viel wusste er, aber da es dort so viele Kreuzungen und Wege gab, war er unsicher, welchen er jetzt nehmen sollte.

Er fuhr zwar nun schon seit über einem Jahr mit dem Bus, aber da er bis jetzt nie wirklich aufgepasst hatte, welche Route dieser nahm, konnte er dem Fahrzeug auch nicht folgen, da er einfach nicht wusste, wann und wo er abbiegen musste.

Sein Blick fiel auf den Dunkelhaarigen, welcher ebenfalls nach links und rechts guckte, so als wüsste er auch nicht, wo er war. Das Wissen, dass der Bastard auch keine Ahnung hatte, wo sie gelandet waren, besänftigte ihn wenigsten ein bisschen.

„Das ist alles deine Schuld!“, murrte Naruto, als er sich neben ihn stellte, die Hände hinterm Kopf verschränkt. „Du hättest mir keine reinhauen und mich so provozieren sollen, Bastard!“

Der Andere sah ihn aus den Augenwinkeln an, dann schnaubte er und setzte sich in Bewegung, ohne ihn weiter zu beachten.

„Hey!“, rief Naruto ihm nach, „Ich rede mit dir! Bist du behindert oder was?!“ Doch er bekam keine Antwort. Knurrend sah er dem Anderen  nach, bis er schließlich um eine Ecke abbog und verschwand. „So ein Pisser.“

Er seufzte und sah sich dann noch einmal um, bis ihm endlich klar wurde, wo er war und welchen Weg er nach Hause nehmen konnte. Er war glücklicherweise nicht allzu weit entfernt von seiner Wohnung, in knapp zehn bis fünfzehn Minuten Fußweg sollte er da sein. Und so machte er sich dann auf den Weg.

Er war gerade erst ein paar Schritte gegangen, als sein  Handy anfing zu vibrieren. Naruto nahm es aus seiner Hosentasche und blickte auf sein Display: Sakura. Er musste lächeln, als er auf den grünen Knopf drückte und sich das Handy dann ans Ohr hielt.

„Sakura-cha-“

„Du bist so ein Idiot!“, wurde er von einem lauten Schrei unterbrochen.

Naruto zuckte zusammen und nahm das Handy für einen Moment von seinem Ohr, um es leicht zu massieren. Verdammt, das hatte wehgetan. Sakura konnte wirklich laut sein, wenn sie wollte. „Sakura-chan!“, wimmerte er in den Hörer, als sie aufgehört hatte zu schreien, „Denkst du nicht auch, ich wurde schon genug bestraft?“

Sakura schnaubte. „Wahrscheinlich“, erwiderte sie. Für ein paar Sekunden herrschte Stille, bis er sie seufzen hörte. „Du bist wirklich ein Trottel“, sagte sie, die Stimme nun sanft, „Musste das wirklich sein, Naruto?“

„Natürlich!“ Naruto furchte die Augenbrauen. „Du weißt doch, dass ich mir nichts gefallen lasse und der Kerl hat mich geschlagen! Einfach geschlagen, Sakura-chan, ohne Grund!“

„Naja, einen Grund hatte er schon“, korrigierte Sakura ihn langsam, „Du hast Kaffee über sein Buch geschüttet. Aber ich muss dir schon zustimmen, das war kein Grund, einfach zuzuschlagen.“

„Eben!“ Naruto nickte eifrig, erfreut darüber, dass sie ihm da zustimmte. „So ein Arschloch!“

„Du hättest aber dennoch nicht zurückschlagen sollen,  Naruto.“ Ihre Stimme klang streng. „Du bist kein kleiner Junge mehr. Meinst du nicht auch, die Zeiten, sich wegen jeder Kleinigkeit zu prügeln, sind vorbei?  Du bist erwachsen! Du bist 22!“

„Na und?“ Er zog einen Schmollmund. „Ich lass mir eben nichts gefallen, das weißt du. Und außerdem… Auch Leute in meinem Alter prügeln sich noch. Du bist auch 22 und schlägst mich immer!“

„Das ist was Anderes“, brummte sie. „Ich verhau dich nicht, ich geb dir nur liebevolle Klapse.“

„Liebevolle Klapse!“, wiederholte Naruto laut, „Oh ja, ich möchte dich an den liebevollen Klaps von vor drei Wochen erinnern. Weißt du noch? Den Klaps, den du mir auf die Schulter gegeben hattest und sie mir dabei ausgerenkt hast?“

Für ein paar Sekunden herrschte Schweigen auf der anderen Seite, bis Sakura hustete. „Wie auch immer“, meinte sie schnell, um das Thema zu wechseln, „Du solltest dennoch aufhören, immer so jähzornig zu sein und Gewalt mit Gewalt bekämpfen zu wollen.“

„Sagt die Richtige“, murrte Naruto leise. Er hob die Hand, um sie auf seinen Kiefer zu legen und stöhnte leise, weil der Schmerz immer noch da war. „Fuck.“

„Was ist los?“, wollte Sakura sofort wissen, die Stimme leicht besorgt.

„Nichts, Kiefer tut nur weh wie sau.“ Naruto grinste schief und musste erneut stöhnen, weil auch das wehtat. „Aww, Sakura-chan! Ich kann niemandem mehr mein wunderschönes Lächeln schenken! Mein Kiefer tut dafür zu sehr weh!“

Sie seufzte leise. „Dann kühl ihn am besten mit Eis, wenn du zuhause bist, hörst du?“

Naruto nickte. „Werd ich machen.“ Plötzlich ertönte ein Piepen und er seufzte auf. „Mist, Akku ist fast leer. Ich muss mir echt ein neues Handy kaufen, das kann doch nicht sein, dass der Akku immer so schnell leer ist!“

„Das ist wirklich seltsam“, stimmte Sakura ihm zu. „Also. Wir sehen uns dann morgen.“

„Jepp“, bestätigte der Blonde, „Geht dein Internet immer noch nicht?“

„Leider!“ Sakura klang verzweifelt. „Gott, ich weiß schon gar nicht mehr, wie man Internet schreibt, solange ist es her, seitdem ich das letzte Mal online war.“

„Ja, du fehlst mir, Kiba und den Anderen total beim Skypen!“ Naruto zog die Mundwinkel herunter, während er sich über die Augenbraue rieb. „Wie lange hast du jetzt schon Probleme mit deinem Anbieter?“

„Schon über einen Monat! Ich werd da nachher noch einmal anrufen und den Pennern ein wenig Feuer unterm Arsch machen.“

Naruto musste lachen. „Oh ja, darin bist du gut!“ Sein Handy piepte erneut und er verzog das Gesicht. „Also, bis morgen dann, Sakura-chan, tschau!“

„Bis dann.“

Naruto wartete, bis sie aufgelegt hatte, dann machte er sein Handy aus – er wollte das nervende Piepen nicht den ganzen Weg bis nach Hause  hören – und schob es wieder in seine Hosentasche. Er seufzte und blickte in den Himmel.

Es war Mitte Oktober und dafür, dass es bereits Herbst war und die meisten Bäume kahl waren oder kaum noch Blätter trugen, war es noch überraschend warm. Normalerweise hätte er zu dieser Zeit bereits eine Jacke getragen, aber dieses Jahr schien die Kälte noch etwas auf sich warten zu lassen und deshalb reichte ihm ein Hoodie.

Er vergrub die Hände in dessen Taschen, als sein Magen knurrte. Er verzog das Gesicht. „Hunger“, klagte er leise und sah sich dann um. Er war zwar fast zuhause, hatte dort aber nicht mehr allzu viele Lebensmittel und beschloss deswegen, in die Bäckerei hier in der Nähe zu gehen.

Naruto lächelte, als er den Kurs änderte und anstatt weiter geradeaus zu gehen, was ihn zu seiner Zwei-Zimmer-Wohnung führen würde, nach links abbog in Richtung Bäckerei Hyuuga.

Es war eh schon viel zu lange her, seitdem er sich das letzte Mal mit seiner Freundin Hinata getroffen hatte und er freute sich sehr, sie bei einem Besuch bei der Bäckerei ihrer Familie endlich wiederzusehen.

Die Tatsache, dass ihre Bäckerei die besten Taiyaki in ganz  Konoha anbot, war dabei natürlich ein netter Bonus.

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Und so fing es an! :D Wirklich ein sehr freundlicher Geselle, dieser schwarzhaarige Kerl, von dem wir alle natürlich keeeine Ahnung haben, wer das sein könnte 8D Übrigens! Ich selber hasse Kaffee, obwohl ich in zwei Monaten 21 werde und also kein kleines Kind mehr bin oder so :x Ich… Keine Ahnung, mir ist es einfach viel zu bitter xDD Deswegen find ichs gut, dass dieses braune Gesöff verschüttet wurde, muhahaha!!! >D *hust*

Im nächsten Kapitel von Black Like Coffee: Nach einem langen Gespräch mit seiner Freundin Hinata beschließt Naruto, sich bei dem Typen zu entschuldigen, falls er ihn wiedersehen wollte. Doch mit dessen arroganter Art fällt es Naruto nicht gerade leicht, eine Entschuldigung über seine Lippen zu bekommen…


Bis dann <3
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