Die Fanfiction ohne Sinn

von Bacille
GeschichteHumor, Horror / P16
06.04.2012
20.08.2013
6
9.963
 
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Dieses Kapitel
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06.04.2012 1.775
 
Dieses schöne *wasauchimmer* basiert auf den tollen Büchern eines gewissen 'Anonymus'.  Leider kann ich ihm noch nicht mal einen Fanbrief schreiben... Tja, das sagt jetzt herrlich wenig über die Geschichte aus...     Also, wer das Buch ohne Namen/Staben/Gnade gelesen hat, sollte damit etwas anfangen können. Alle anderen allerdings auch. Wenn sie Ballereien mögen. Oder Blut. Oder Quentin Tarantino (was da ja nich unbedingt ausschließt). Okay, ich komm mal zur Story: Ein Mädchen das nicht mehr ganz bei Trost ist rennt durch Santa Mondega und trift dort allerhand strange Gestalten. Das wars. Ich glaub die Kurzbeschreibung wird länger als das Buch an sich... Wie auch immer, das war jetzt die sinnfreiste KB die ich je gemacht habe, und das will schon was heißen (ich glaub es ist auch die längste...) ich hör dann mal auf zu labern...

Ich wollte es mir nicht gleich in der ersten Nacht mit meinem Zimmernachbarn verscherzen. Ich hatte Storys aus Santa Mondega gehört, und dachte mir, wenn dein Zimmernachbar die ganze Nacht durch schreit hat das einen Grund, den man besser nicht hinterfragt.
In der zweiten Nacht war es auch völlig ruhig, und in der dritten, vierten, fünften, sechsten, siebten, achten, neunten, zehnten und elften auch.
Dann ging es wieder los.
'Vielleicht hat der Albträume oder so.' dachte ich bei mir, und wusste, dass das ein Grund für die Schreie sein konnte. Als ich eines Tages den Vermieter, einen mürrischen, ungepflegten Mann nach meinem Zimmernachbar fragte, sah er mich nur mit großen Augen an, als wäre ich völlig verrückt geworden. Genauso reagierten auch alle anderen die ich fragte. Höchst eigenartig.
Einmal habe ich ihn gesehen, ein großer Typ im langen Mantel, das Gesicht unter der Kapuze verborgen. Ich wollte ihn auf den allnächtlichen Krach ansprechen, doch er war weg, bevor ich auch nur 'Guten Tag' sagen konnte.
Da ich (verständlicherweise, oder nicht?) unter einem gewissen Schlafmangel litt, sah ich jeden Morgen wie ein Geist aus. Das war in dieser Stadt allerdings auch völlig egal. Hier wimmelte es nur so von irgendwelchen Monstern. Da war es gut, sich anzupassen. Apropos anpassen, Waffen sollte man auch immer mit sich tragen. Ich hab ein Faible für Messer jeglicher Art, aber meistens trage ich auch eine Smith&Wesson mit mir 'rum, manchmal ist die Knarre dann doch schneller als das Messer.
Das erste Mal hörte ich vom Bourbon Kid, als ich mich (ebenfalls zum ersten Mal) in eine der finsteren Bars begab. Es war die Tapioca, und mir wurde gesagt der Besitze, Sanchez, dulde keine Vampire oder Werwölfe in seinem Laden. Das war doch schonmal eindeutig etwas positives. Wieso ich von Vampiren, Werwölfen, Vogelscheuchen, und all den anderen Dämonen weiß? Sag ich lieber nicht. Vielleicht komm ich drauf zurück.
Ich betrat das Tapioca und setzte mich an den Tresen.
„Was?“ grummelte Sanchez.
„Hätt' gern 'n Glas Bourbon.“ nuschelte ich. Er starrte mich an.
„Hier bestellt niemand Bourbon, Süße.“ ich sah auf.
„Warum denn nicht?“ fragte ich. Bourbon ist doch das Beste... Sanchez sah mich an, als käme ich vom Mond.
„Noch nie was vom Bourbon Kid gehört?“ fragte er völlig außer sich.
„Nö.“ antwortete ich gelassen. „Wer is'n das?“
„Das ist ein Massenmörder sondergleichen. Er tötet einfach so aus Spaß. Er hat vor ein paar Jahren meine ganze Bar niedergeschossen.“ erzählte er aufgeregt.
„Aber du lebst ja noch.“ stellte ich fest. Der Barmann reckte die Brust.
„Der Barkeeper wird nie erschossen.“ Ich hob zweifelnd eine Augenbraue, und er sank wieder ein Stück zusammen.
„Ich sag dir kleine, diese Mann ist ein Monster. Und wenn du kein Mädchen wärst, würde ich dir keinen Bourbon ausschenken.“ er griff hinter sich, und füllte ein Glas mit einer mattgelben Flüssigkeit.
„Versuch nich', mich zu bescheiß'n.“ drohte ich. Ich weiß doch wohl wie Bourbon aussieht. Definitiv nicht so. Ich rührte das Glas nicht an. Stattdessen zog ich eine Zigarette hervor, schob sie zwischen meine Lippen, und zog einmal fest daran, um sie zum qualmen zu bringen.
„Was'n jetzt mit meim Bourbon?“ Sanchez schob das Pisse-Glas, zu mir herüber.. Ich zog eins meiner Wurfmesser, und warf er durch die Luft. Es überschlug sich dreimal, dann landete es genau zwischen Sanchez' Daumen und Zeigefinger. Er erstarrte.
„Beim nächsten Mal ist deine Hand weg.“ kommentierte ich teilnahmslos, und völlig verständlich. Ich kling nämlich nicht immer so besoffen. Er starrte mich an.
„Ich wollte nur testen was du drauf hast.“ sagte er, und gab sich cool. „Die neuen in dieser Stadt werden erstmal gründlich unter die Lupe genommen.“
Ich nickte. Als Sanchez sich immer noch nicht bewegte, dachte ich, ich sollte ihn freundlich darauf hinweisen.
„Gib mir endlich meinen Bourbon du Depp!“ sagte ich genervt. Er erwachte aus seiner Starre, und brachte mir endlich das ersehnte Getränk. Ich kippte das Zeug runter, und sah Sanchez an. Sanchez seinerseits sah mich an, als erwarte er, dass ich gleich zum Massenmörder mutieren würde, der ja nun definitiv nicht war.
„Erzähl mir mehr von dem Typen.“ sagte ich.
„Nunja...“ Sanchez hatte sich immer noch nicht ganz von dem Schrecken erholt. „...Niemand weiß wer er ist, oder woher er kommt. Es heißt, er hat seine Mutter umgebracht, nachdem er eine Flasche Bourbon weggeext hat. Wenn er jetzt auch nur ein Glas von dem Zeug trinkt wird er zum grausamsten Killer der Geschichte, kleine. Wenn er anfängt herumzuballern bleibt keiner am Leben. Er hat hundert Leute in 5 Minuten kaltgemacht. Es heißt, er bringt Leute um, einfach, weil sie ihn schief ansehen. Er ist ein Monster.“
„Klingt nach'm interessanten Typen.“ bemerkte ich, und verfiel wieder in meine Nuschelei. „Du weiß nich zufällig, wo ich ihn fin' kann?“ fragte ich Sanchez, der mich bereits zum vierten Mal erschrocken/überrascht anstarrte.
„Selbst wenn ich's wüsste, würde ich's dir nich sagen, kleine. Das ist ein hundsgemeiner Fiesling, von dem du dich besser fernhältst.“ Ich zuckte die Schultern.
„Okay. Wie viel für den Bourbon?“ fragte ich.
„Geht auf's Haus.“ antwortete Sanchez. „Aber nur wenn du jetzt verschwindest.“ Ich seufzte, packte meinen schwarzen, rot gefütterten Mantel, und ging.

Sanchez wusste nicht was er von dem Mädchen halten sollte, die einfach in seine Bar gestapft kam, und Bourbon trank. Sie sah nicht alt aus, sechzehn oder siebzehn. Sanchez hatte kein Problem damit, Minderjährigen Alkohol auszuschenken, je eher sie die schönen Seiten des Lebens kennenlernten, desto besser fand er. Er war doch tief im inneren ein netter Typ.
Er dachte weiter über die Kleine von eben nach, während er Gläser (ohne sie zu spülen natürlich) ins Regal sortierte. Sie hatte auf jeden Fall einen Tollen Körper gehabt, das stand fest, auch wenn das unter der weiten Kleidung schwer zu sehen war. Sanchez war darin Experte. Ihr Gesicht war auch sehr schön gewesen, bis auf die lange Narbe die von der Stirn über rechtes Auge und Wange bis zum Mundwinkel lief. Der Makel war von einigen Ponysträhnen ihrer leicht merkwürdigen Frisur verdeckt gewesen: sie hatte ziemlich kurze, wild vom Kopf abstehende Haare gehabt, zwei lange Strähnen fielen über ihr rechtes Auge, und verdeckten die Narbe. Im Nacken ringelte sich ein  kompliziert geflochtener Zopf aus dem Gewirr von Haaren, der ihr bis zum perfekt geformten Hintern fiel. Während Sanchez ihr mit seinen Gedanken noch hinterher hing bestellte schon der nächste ein Glas Bourbon. Was war denn los heute.
„Was habt ihr alle mit Bourbon?“ brüllte Sanchez. Dann sah er den Kunden. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen im Umhang wie immer saß an seinem Tresen der Bourbon Kid.
Das kam jetzt wirklich ungelegen fand Sanchez.
„Bourbon ist leider aus.“ sagte er so freundlich wie es ihm möglich war.
„Das Mädchen eben hatte doch auch welchen?“ bemerkte der Kid.
„Sie hatte den letzten Rest.“ sagte Sanchez und hob entschuldigend die Hände. Der Bourbon Kid zog völlig teilnahmslos eine seiner Scorpions und richtete sie auf Sanchez.
„Hör mal, ich hab verdammt nochmal echt schlechte Laune grade.“ Sanchez schluckte.
„Ich schau mal nach, ob ich noch hinten welchen habe.“ sagte er.
„Das will ich dir auch geraten haben, Freundchen.“ empfahl der Killer.
Sanchez ging ins Hinterzimmer. Er nahm eine Flasche Bourbon aus einem Regal und betrachtete sie nachdenklich. Wenn er jetzt raus gehen, und dem Kid welchen einschenken würde, war klar, dass er wieder alle erschießen würde, nachdem er das Zeug getrunken hatte. Es gab aber eine geringe Chance für Sanchez zu überleben. Wenn er dem Kid keinen Bourbon geben würde, würde dieser ihn wahrscheinlich aufsuchen und aus eben diesem Grund als erstes kaltmachen, und dann alle anderen.
„Wird's bald?“ ertönte die Stimme des Bourbon Kid von draußen.
„Du hast Glück Kumpel, ich hab noch eine Flasche.“ rief er nach zurück.
„Dann komm verflucht nochmal her damit!“ kam die Antwort. 'Lieber nicht', dachte Sanchez, lies die Flasche stehen, und verschwand durch das Fenster nach draußen.

In dieser Nacht wurde es mir dann echt zu bunt (beziehungsweise zu laut). Die Schreie von nebenan erreichten ungeahnte Dimensionen, und so sehr ich mir auch mein Kissen über den Kopf drücke, hören konnte ich sie trotzdem. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass ich ziemlich gute Ohren habe. Nachdem ich mich gefühlte Stunden von der einen Seite auf die andere gewälzt hatte war ich mit den Nerven am Ende. Ich konnte ja auf keinen Fall weiter so als Halbtote durch die Gegend laufen. Ich klopfte also leise und höflich gegen die Wand -  das schreien hörte abrupt auf. Zufrieden legte ich mich wieder hin, und war grade fast eingeschlafen, da ging es schon wieder los. Wollten die mich vielleicht verarschen? Ich klopfte wieder gegen die Wand, diesmal etwas lauter. Wieder hörte das Schreien auf, doch quasi sofort setzte es wieder ein. Ich klopfte schon weit weniger leise und höflich gegen die Wand... keine Reaktion. Ich hämmerte wie eine Wilde gegen die Wand, so lange bis auf einmal meine Tür aufgerissen wurde und mein geehrter Nachbar im Rahmen stand. Er hielt eine Waffe auf mich gerichtet, was mich nicht weiter störte.
„Was zum Teufel ist den los?“ brüllte der Typ.
„Ich kann verflucht nochmal nicht schlafen!“ beschwerte ich mich. Der Typ sah mich an.
„Ist das irgendwie mein Problem?“ fragte er genervt.
„Ja, weil wenn ich keinen Schlaf bekomme werde ich echt ungemütlich.“ stellte ich klar. „Es ist mir völlig egal, was du da drinnen treibst, tu es nur leise! Oder von mir aus tagsüber.“ ich legte mich ins Bett und zog die Decke hoch. Eine Weile stand mein Nachbar noch in der Tür und sah mich verwundert an. Dann ging er.
„Tür zu.“ rief ich ihm nach, aber er kam nicht zurück. Für den Rest der Nacht hatte ich meine Ruhe.
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