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Der Kuss des Kjer - Oneshot-Reihe

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
06.04.2012
11.08.2014
13
10.328
 
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
06.04.2012 887
 
Und auch hier kommt mal wieder ein Oneshot :)
Ich habe das Buch gerade verliehen, wenn etwas nicht mit dem Buch übereinstimmt sagt es mir bitte, dann änder ich es ab :)

Idee: Phantoms Cerberus

Vorschlag: Wie näherten Naísee und Kedar sich einander an und was dachten sie dabei?



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Mit einem leisen Seufzer schritt die junge Frau durch den Palastgarten, während die fast vollkommene Stille sich wie eine Decke um sie legte, nur durchbrochen vom leisen Knirschen des Sandweges unter ihren Füßen und dem leisen Rauschen der Blätter, die sich im Wind bewegten.
Es hatte seine Vorteile, Königin der Kjer zu sein und alle des Gartens zu verweisen, weil man seine Ruhe wollte, war einer davon.
Wobei es jemanden gegeben hätte, dessen Gesellschaft sie geschätzt hätte.
Doch dieser Mann war nicht ihr Ehemann, weshalb sie die Gedanken mit einem energischen Kopfschütteln verscheuchte.
Denn selbst, wenn sie nicht verheiratet wäre – Kedar war kein Mann ihres Volkes und allein das war Grund genug, sich selbst jeden Gedanken an ihn zu verbieten.
Es spielte keine Rolle, dass er charmant und liebenswürdig war und das er sie, im Gegensatz zu ihrem Ehemann, mit Respekt, Hochachtung und Anstand behandelte.
Und das er sie zum Lachen brachte. Das er ihr zuhörte und sie wirklich zu verstehen schien.
Das der Anblick seines Lächelns ein Kribbeln in ihr auslöste und seine Stimme...
„My Lady?“
Ertappt zuckte Naisee zusammen und drehte sich dann zu Kedar um, der scheinbar wie aus dem Nichts hinter ihr aufgetaucht war. Er lächelte sie entschuldigend an: „Verzeiht, ich wollte Euch nicht erschrecken.“
Seine Stimme war sanft und weich wie flüssiger Honig und als er ihr seinen Arm anbot, nahm sie dankend an, woraufhin sie eine Weile schweigend gemeinsam durch die Gärten schlenderten.
„Verzeiht mir meine Unverschämtheit, aber...“ Kedar zögert und sie nahm aus dem Augenwinkel war, wie er flüchtig seine Lippen mit der Zunge befeuchtete, bevor er fortfuhr: „Sagt, bedrückt Euch etwas?“
Naísee hätte beinahe aufgelacht.
Der junge Prinz war seit knapp einem Mondlauf Gast im Palast und er kannte sie jetzt schon besser als ihr Gemahl – und er interessierte sich mehr für sie und ihre Gefühle als ihr Gemahl.
Als sie ihm nicht sofort antwortete, blieb Kedar stehen und nahm behutsam ihre Hand.
Ihr Herz flatterte in ihrer Brust wie ein junger Vogel, als sie zu ihm aufblickte.
„Prinz Kedar...“, begann sie, unterbrach sich jedoch selbst, als sie merkte wie schwach ihre Stimme klang. Abgesehen davon wusste sie nicht, was sie sagen sollte – nicht nur, weil sie die Berührung seiner Hand überdeutlich spürte, sondern weil es in ihren Augen keine Entschuldigung für das Verhalten ihres Gatten gab – oder ihres eigenen.
Erst jetzt fiel ihr auf, dass ihr Blick noch immer auf ihren miteinander verschränkten Händen ruhte und blickte schnell auf.
Ihre Blicke trafen sich und das Kribbeln in ihrem ganzen Körper schien sich zu verstärken.
Er hob ihre Hand an, so behutsam, als fürchtete er, sie zu zerbrechen, bevor er einen sanften Kuss auf ihren Handrücken hauchte, wobei er den Blickkontakt aufrecht erhielt.


Haffren kam auch in dieser Nacht nicht zu ihr – vermutlich war er bei einer seiner Huren.
Naísee warf einen zweifelnden Blick auf ihr Spiegelbild.
Kedar und sie hatten sich noch lange unterhalten und sie hatte sich unglaublich wohl bei ihm gefühlt – aber sie war Verheiratet. Sie war die Königin der Kjer und er war ein Nirvard.
Entschlossen schüttelte sie den Kopf  und ging zur Tür, öffnete sie -
Und stand Kedar gegenüber, der die Hand halb erhoben hatte und offenbar gerade anklopfen wollte.
Ihre Blicke trafen sich und ehe Naísee noch etwas sagen konnte hatte Kedar den letzten Abstand zwischen ihnen überbrückt und schob sie sanft zurück in ihr Gemach, schloss die Tür hinter sich ab und versiegelte ihre Lippen dann mit den seinen.
Dieser eine Kuss war so unendlich sanfter und...schöner als jeder, den sie von ihrem Ehemann bekommen hatte, dass sie jeden weiteren Zweifel zur Seite schob und ich ihm hingab.
So lange hatte sie versucht, ihre Sehnsucht nach diesem Mann zu unterdrücken, ihn als kindische Laune abzustempeln – und jetzt vergaß sie alle Vorbehalte, genoss jede Sekunde.
In dieser Nacht hatte sie zum ersten Mal erfahren, warum man sagte, dass man sich beim Beischlaf liebte.
Seine Versprechen waren süß und voller Hoffnung.
Sobald der Frieden hergestellt war, wollte er versuchen sie voll und ganz für sich zu gewinnen. Er wollte sie zu seiner Frau machen.
Vermutlich wussten sie beide, dass das kindische Träume waren.
Doch in dieser Nacht war das egal.
In dieser Nacht gab es niemanden auf der Welt außer ihnen.


Als Kedar am nächsten Morgen aufwachte war das erste, was er wahrnahm, der warme, weiche Körper der Frau in seinen Armen.
Ein Teil von ihm schimpfte sich selbst einen Narren, dass er seiner Sehnsucht nachgegeben hatte und mit ihr das Bett geteilt hatte.
Und dennoch – während er still dalag und ihren leisen, gleichmäßigen Atemzügen lauschte konnte er nicht anders, als glücklich zu sein.
Sie hatte mehr verdient als diesen aufgeblasenen Gockel, der sich selbst König schimpfte.
Und er wollte ihr so sehr all das geben, was sie verdient hatte und noch mehr – doch er war ein Prinz und er konnte nicht einfach die Königin des Landes rauben, mit dem sie gerade in Friedensverhandlungen standen.
Nicht einmal, wenn diese Königin geraubt werden wollte.


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Und das wars :)
Ich hoffe, es hat euch gefallen^^

Liebe Grüße :))

DreamerInHeaven
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