Der Kuss des Kjer - Oneshot-Reihe

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
06.04.2012
11.08.2014
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06.04.2012 735
 
Dies ist der erste Oneshot. Er entstand aus der Frage heraus, was Ahmeer wohl denken und fühlen könnte, wenn er Lijanas das erste Mal nach Jahren an der Seite von Mordan wieder sieht.


An der Seite seiner Gemahlin ritt er, umgeben von seinen Wachen, durch das gewaltige Schlosstor.
Sein Onkel hatte Frieden mit den Kjer geschlossen und nun war es seine Aufgabe mit dem neune König das Brot zu brechen.
Er spürte die alte Wut in sich auflodern.
Seine Gemahlin ritt mit fest aufeinander gepressten Lippen neben ihm her.
Sie war nur seine zweite Wahl und das wusste sie ganz genau.
Auch wenn sie weitaus fügsamer war als Lijanas... er begehrte sie nicht auf die selbe Art.
Und heute würde er sie wieder sehen.
Dieser verfluchte Kjer, der sie zu seiner Hure gemacht hatte...
Der Hass auf ihn durchströmte seine Adern.
Er saß ab, überreichte die Zügel seines Pferdes einem Stallburschen und beobachtete, wie seiner Gemahlin vom Pferd geholfen wurde.
Dort hätte jetzt Lijanas stehen sollen.
Wo sie jetzt wohl war?
Er hatte keine Gerüchte über sie hören wollen.
Mit Sicherheit hatte dieser widerwärtige Kjer sie längst fallen gelassen.
Er konnte sie förmlich vor sich sehen, wie sie ihn auf Knien anflehte, er würde sie mit nach Anschara nehmen.
Und es würde ihm ein Vergnügen sein, sie abzuweisen.
Sie hätte seine Königin werden können.
Sie hatte ihre Wahl getroffen.
In diesem Moment sah er sie.
Sie trat aus den großen Flügeltoren, die zum Thronsaal führten.
Ein Kleid der Kjer umschmeichelte ihre zarte Figur.
Er hätte nur zu gern gesagt, sie sehe aus wie eine Kjer Hure doch... so sehr er sich auch dagegen sträubte: Sie sah aus wie eine Königin.
Aus den Augenwinkeln nahm er den feindseligen Blick wahr, den seine Gemahlin ihr zusandte.
Aus dem Briefwechsel, den sein Onkel mit dem neuen König geführt hatte, war herausgegangen, dass die Unfreien ihre Rechte zurückerhalten hatten und Entschädigungszahlungen an die Überlebenden von Sajidarra und Tejidannar gezahlt worden waren.
Er schnaubte.
Nicht genug, dass seine Mutter die Nivard damals getäuscht und ihren Sohn, seinen Vetter, vom Kreuz hatte holen lassen...das Volk war nun nicht mehr ganz so hasserfüllt dem Kjer gegenüber.
Dieser trat in diesem Moment ebenfalls heraus und legte einen Arm um die Taille der Heilerin.
Ahmeer kniff die Augen leicht zusammen und reichte seiner Gemahlin dann seinen Arm.
Beim näherkommen fiel ihm die starke Wölbung unter ihrem Kleid auf.
Also trug sie sein Kind unter dem Herzen.
Als der Kjer, Mordan, sie näher kommen sah, spannte er sich an und zog Lijanas noch etwas näher an sich.
Notgedrungen neigten er und seine Frau die Köpfe.
„König Mordan..."
Die Worte kamen nur schwer über seine Lippen.
Der grauhaarige Soldat, der damals mit Lijanas fort geritten war, runzelte die Stirn.
„Ist es bei den Nivard nicht üblich, die Königin ebenfalls zu begrüßen?"
Königin.
Sie war seine Gemahlin.
Ein Klos bildete sich in seinem Hals, als er den Kopf neigte.
„Königin Lijanas..."
Kurz sah er etwas in ihren Augen aufblitzen.
Die Amme war neben seine Gemahlin getreten, seinen Sohn auf dem Arm haltend.
Er jedoch sah die ganze Zeit sie an.
Sie wäre für ihn bestimmt gewesen.
Verfluchter Kjer.
Sein Blick traf den des Blut...nein, des Königs.
Und Ahmeer wusste, dass er ihn noch immer hasste.
Doch er sah auch, dass er das Schwert nicht gegen ihn erheben würde.
Um des Frieden willens.
Für Lijanas.
Die Frau, die sie beide liebten.
Die Frau, die er bekommen hatte.
Doch warum?
Warum diese abstoßende Bestie?
Was sah sie in ihm?
In diesem Moment tapste ein Knabe aus dem Thronsaal, vielleicht drei Winter alt, und klammerte sich an Lijanas Kleid.
Also hatten sie bereits einen Erben.
Er musterte das Kind.
Er hatte das Haar seines Vaters.
Abscheu kroch in ihm hoch.
Dieses Kind war wieder der Natur.
Ein Mischling.
Doch als der König ihn und seine Gemahlin hineinbat lächelte er höflich.
Der Frieden musste gewahrt werden.
Vorerst.
Doch sein Blick haftete auf dem Rücken des Jungen.
Er würde für seinen Vater büßen müssen.
Ein Grinsen stahl sich auf seine Lippen.
Er würde büßen müssen... irgendwann... und dann würde er Lijanas zeigen, das man ihn nicht einfach so verließ.


Und das wars :)
ich hoffe, es hat euch gefallen :)
Nun seid ihr gefragt: Über welchen Charakter in welcher Szene würdet ihr gerne etwas lesen? :)
Ich werde versuchen alle Vorschläge zu bearbeiten :)
Ich bin gespannt :)

Liebe Grüße

DreamerInheaven
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