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Der Abend danach

von Desii
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
05.04.2012
23.08.2012
12
15.755
 
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Dieses Kapitel
7 Reviews
 
05.04.2012 975
 
So, und hier jetzt Kapitel 5.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle meine Leser und Review-Schreiber! Mit so einem tollen und zahlreichen Feedback hätte ich niemals gerechnet.

Und noch ein Hinweis in anderer Sache: Seit einigen Tagen gibt es das erste inoffizielle "Countdown"-Fan-Forum: http://countdown-diejagdbeginnt.forumprofi.de/
Neue Countdown-Verrückte sind gerne gesehen! :-)

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Als Leo und Brenner eine halbe Stunde später das Restaurant „Rheinblick“ am Friedrich-Ebert-Ufer erreichten, war die untergehende Sonne einem sternenklaren Himmel gewichen. Der hell strahlende Mond spiegelte sich als Sichel über dem Rhein und tauchte ihn in schimmerndes Dunkelblau.

Leo steuerte ihren Mini auf den an das Restaurant angrenzenden Parkplatz, wo nur ein paar vereinzelte Autos standen. Es war Donnerstag und die meisten Menschen hoben sich einen solchen Restaurant-Besuch wahrscheinlich eher für das Wochenende auf. Eine fast schon andächtige Stille lag über dem Platz, nur vereinzelt drangen Stimmen und Geräusche der am gegenüberliegenden Rheinufer stattfindenden Kirmes durch die Nacht.  

Als das Geräusch des laufenden Motors erstarb, entstand im Auto eine undefinierbare Stille - keiner der beiden sagte etwas. Brenner war derjenige, der sie als erster durchbrach. Mit einer fast schon theatralischen Geste stieg er aus dem Auto, schloss betont leise die Tür und lief um den Wagen herum,  um Leo die Tür zu öffnen und ihr beim Aussteigen zu helfen. Er grinste sie durch die Scheibe hindurch an und forderte sie mit einer einladenden Handbewegung und einer gespielten Vorbeugung auf, auszusteigen.

„Ruhig, Leo, ganz ruhig, es ist nur Brenner“, versuchte sie sich innerlich zu beruhigen. „Ach verdammt, was heißt hier nur Brenner – ausgerechnet Brenner“.  Sie hatte das Gefühl, dass ihr Herzschlag in diesem Moment das einzige war, was man in der Stille an diesem Ort hätte hören können. Wenn das schon so anfing, wollte sie an den weiteren Verlauf des Abends gar nicht erst denken. Sie gab sich innerlich einen Ruck und atmete noch einmal kaum hörbar durch.

Brenner öffnete Leos Autotür und hielt ihr seine Hand hin. Er schien ihre Anspannung bemerkt zu haben: „Na komm schon, Leo. Vor mir brauchst du doch nun wirklich keine Angst zu haben“, sagte er gespielt entrüstet.

„Angst? Vor Dir? Das hättest du wohl gerne.“ Um ihren Worten auch äußerlich Nachdruck zu verleihen, stieg Leo mit einem heftigen Satz aus dem Auto, achtete allerdings in ihrer Nervosität nicht mehr darauf, dass sich zwischen Brenner und ihr noch die Autotür befand. Mit einer Bewegung, die heftiger als beabsichtigt war, stieß sie Brenner die Tür gegen den Bauch.

„Aua, willst du mich umbringen?“, entfuhr es ihm und er griff mit seiner Hand an die Stelle, wo ihn die Tür getroffen hatte.

„Scheiße, Leo, scheiße. Was machst du denn?“, schimpfte sie innerlich auf sich selber. Sie wäre vor lauter Scham am liebsten im Erdboden versunken.  „Oh Gott, Brenner, es tut mir leid, das war wirklich keine Absicht“, sagte sie hastig und schlug die Autotür mit einem lauten Knall zu – so als wäre diese an dem Vorfall ganz alleine schuld. Ohne weiter darüber nachzudenken, legte sie ihre Hand auf seine: „Tut es sehr weh?“

Er schaute sie ernst an, doch dann begann er zu grinsen und entgegnete schmunzelnd: „Also, wenn du heute den ganzen Abend so wild bist, kriege ich nachher den Schlüssel für die Handschellen“. Ihre Hand lag dabei immer noch auf seiner. Leo blickte ihn an und merkte, wie ihr die Röte in die Wangen stieg. Die Handschellen, die sofort die Bilder ihrer zweiten gemeinsamen Nacht wieder lebendig werden ließen. Die Erinnerung daran konnte sie jetzt wirklich nicht auch noch gebrauchen, die Stimmung zwischen ihnen war schon erhitzt genug.

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, drehte Brenner sich um und ließ Leo stehen, die immer noch damit beschäftigt war, die Gedanken an die Nacht vor einigen Wochen wieder abzuschütteln. Als er merkte, dass sie ihm nicht folgte, verlangsamte er seinen Schritt und wandte sich ihr zu. „Leo, hey. Jetzt guck doch nicht so. Es ist alles in Ordnung.“ Er machte eine bedeutungsvolle Pause: „Ich weiß doch, dass du sehr leidenschaftlich sein kannst“.

„Boah, Brenner.“ Leo hatte sich zwischenzeitlich wieder gefangen: „Wenn du jetzt den ganzen Abend weiter solche Sprüche bringst, wird das ein sehr kurzes Essen“.

„Ja, wird es das?“ Er trat näher an sie heran. Leo verschränkte die Arme, um ihrer Aussage auch äußerlich Nachdruck zu verleihen: „Ja, das wird es“.

„Weißt du was“, Brenners Stimme war nur noch ein Flüstern. „Das fände ich gar nicht so schlimm, dann hätten wir nämlich mehr Zeit für andere Dinge“. Ihre Gesichter waren nur noch einige Zentimeter voneinander entfernt. Am liebsten hätte Brenner sie auf der Stelle geküsst.

Und auch Leo kämpfte innerlich mit sich, als er da so nah vor ihr stand und sein Geruch das einzige war, was sie noch bewusst wahrnahm. Aber sie wusste: Sie mussten reden. Dieses Gespräch war unaufschiebbar. Lange genug hatten sie versucht, es zu umgehen – hatten die Situation ungeklärt gelassen. Und nun war der Punkt gekommen, an dem es so nicht mehr weiter gehen konnte.  

„Vielleicht später“, hauchte sie ihm zu. „Jetzt gehen wir erst einmal essen“.

Sie lächelte ihn an, hakte sich bei ihm unter und gemeinsam gingen sie auf das Restaurant zu, aus dessen Fenstern bereits ein gemütlich wirkendes, rötlich-weiß schimmerndes Licht nach außen drang…

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Vielleicht fragen sich einige von Euch, warum ich Breo ausgerechnet an einem Donnerstag essen gehen lasse. Nun, die Folge "Romeo und Julia" spielte ja an einem Wochentag, was ich daran festmache, dass ja irgendwann gesagt wurde, dass einige der Heimbewohner in der Schule sind. Und wenn sie schon wochentags essen gehen, was läge da näher, als den Donnerstag zu nehmen? Donnerstag = Countdown-Tag :-)

Und für diejenigen, die beim letzten Kapitel den Link zu dem Restaurant, wo der Abend spielt, nicht mit bekommen haben: http://www.koeln.de/gastro/eintrag/2057/restaurants/cafe-restaurant-rheinblick/. Sieht doch nett aus da, oder? ;-)
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