Captain, oh Captain

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
04.04.2012
25.08.2013
24
40.342
3
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Dieses Kapitel
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04.04.2012 2.076
 
Ich danke RowenaR ganz herzlich für ihre aufrichtige und sehr ausführliche Review!
Ich hoffe, es können sich noch einige von euch ebenfalls motivieren :)

Ich habe mich entschieden, die Kapitel nun etwas länger zu lassen, als ursprünglich gedacht, damit wir schneller über die Anfangsstotterer hinweg kommen.




Wieder unten angekommen, zeigte sich bereits die erste Konsequenz.
„Dank der Unverschämtheit ihrer Kameradin Fox wiederholen wir das ganze in 5 Minuten mit vollem Marschgepäck.“ informierte Sobel die Kompanie mit einem selbstzufriedenen Grinsen. „Los schwirren Sie aus, sonst werden sie heute gar nichts anderes mehr machen!“
Damit verteilten sich alle in ihre Baracken, um sich umzuziehen. Bei der Rückkehr warf Maggie allen einen entschuldigenden Blick zu.

„Mach dir nichts draus, Maggie, es war nicht deine Schuld! Ich darf doch Maggie sagen, oder?“ insistierte Lipton während des Laufes. „Sicher darfst du mich Maggie nennen. Ist mir sogar lieber, Fox klingt immer so abwertend“ lachte sie ihm zu. „Ich fürchte jedoch, dass ich tatsächlich schuld an dieser Tortur bin. Ich hätte ihm keine patzige Antwort geben dürfen. Aber ich habe mich noch nicht ganz an die militärische Subordination gewöhnt.“ setzte Maggie hinzu. Lip klopfte ihr aufmunternd auf die Schulter, wodurch er die eh schon unter dem immensen Marschgepäck schwankende Maggie völlig aus dem Gleichgewicht brachte. Sie wäre sehr unsanft auf ihrer rechten Seite gelandet, wäre dort nicht zufällig Lt. Winters gelaufen, der sie geistesgegenwärtig aufgefangen hatte.
„Danke, Sir“ nuschelte die beschämte Maggie und hoffte, dass Lt. Winters nun keine Vorurteile von zu schwachen Frauen bestätigt sah.
„Hey, das kann jedem Mal passieren! Lip kann ganz schön kräftig schupsen“ zwinkerte Dick ihr zu. „Insbesondere, wenn das Marschgepäck nahezu das eigene Körpergewicht beträgt…“ setzte er amüsiert hinzu. Maggie verstand diese Äußerung als liebevollen Seitenhieb und lächelte Dick kurz an. Dadurch kurz abgelenkt, stolperte Maggie in dem unwegsamen Gelände beinahe wieder, hätte Dick sie nicht wieder aufgefangen.
Ehe einer von beiden zu ihrer erneuten Tollpatschigkeit Stellung nehmen konnte, war Sobel bei ihnen und piesackte Maggie weiter: „Ah, wie ich sehe, würde Madame einen ranghöheren Soldaten präferieren. Allerdings befürchte ich, dass ich dieser Neigung nicht nachgeben kann, da ich bezweifele, dass sie einem Offizier intellektuell gewachsen wären.“
Maggie musste mehrfach schlucken um ihm keine entsprechende Antwort um die Ohren zu knallen. Da sie sich in der Truppe aber nicht völlig unbeliebt machen wollte, ließ sie es bleiben und lief stur weiter, was von Dick wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde.
Der restliche Lauf verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Wieder im Camp angekommen, wollten die Jungs der Neuen einen gebührenden Empfang bereiten und entschlossen sich kurzerhand sie zu schnappen und in den angrenzenden Bach zu tunken. Sozusagen als Taufe. Dick war sofort in Habachtstellung, da er nicht sicher war, ob Maggie diese Geste richtig auffassen würde. Anscheinend tat sie dies aber, denn sie tauchte lächelnd wieder auf und ließ sich von den Jungs aufhelfen.
Ehe Maggie es in ihre Baracke geschafft hatte, um sich umzuziehen ertönte ein ohrenbetäubendes „FOX!“ von Sobel. Maggie drehte sich erschrocken um. „Für die Missachtung von Army Eigentum werden sie den Currahee erneut hoch laufen. Und zwar in ihrer nassen Montur!“
‚Oh fuck!’ dachte Maggie, die inzwischen schon recht erschöpft war. Schließlich hatte Dick mit seiner Bemerkung vorhin nicht Unrecht. Das Marschgepäck wog ca. 45 Kilo und sie wog gerade mal 55kg.
Resigniert trottete Maggie los. Vor Sobel wollte sie keinerlei Schwäche zeigen.
Dick wies gerade die Verursacher von Maggies Zustand an, gefälligst mit zu laufen als Sobel ihm ins Wort fiel: „Oh nein, das wird sie alleine durchstehen müssen! Für die anderen werden sie adäquate Strafen finden, Lieutnant. Im Übrigen ist der Wochenendausgang für alle gestrichen.“

Zufrieden mit seiner straffen Führung machte Sobel sich auf, um Fox zu folgen. Während des Laufens beobachtete er sie und stellte fest, dass die nasse Uniform noch weniger verschleierte als die Sportkleidung am Vormittag. Sie hatte eine schöne athletische Figur, die dank ihres Knochenbaus trotzdem feminin wirkte. Ihre kleinen straffen Brüste malten sich deutlich unter der Uniformjacke ab und Herbert konnte anhand ihrer aufgerichteten Brustwarzen sehen, dass ihr in der nassen Kleidung kalt war. Zudem war inzwischen bereits der Abend angebrochen, sodass die Außentemperatur auch nicht mehr wirklich angenehm war.
Allmählich begann Maggie aufgrund der Belastung zu keuchen und Herbert wünschte sich, sie würde unter ihm derartig keuchen. ‚Deswegen sollten keine Frauen in der Army dienen. Sie lenken selbst einen pflichtbewussten Offizier wie mich ab!’ dachte der Captain wütend.

Auf dem Gipfel angekommen, entschloss sich Sobel der jungen Frau einen weiteren Ausweg anzubieten, jedoch würde dieser durch sein Bett führen. Als Antwort erhielt er eine Ohrfeige und einen Blitzstart von Maggie. Nachdem er sie eingeholt hatte, packte er sie grob und drehte sie ruckartig zu sich herum. „Sie tun mir weh, Sir“ brachte Maggie heraus ehe Sobel ihr einen groben Kuss aufdrängte. Als er hörte, dass jemand auf sie zulief, stieß er sie recht unsanft von sich und begann mit einer Schimpftirade.
Dick Winters stieß zu ihnen und meinte Tränen in Maggies Augen glitzern zu sehen. Er war sich nicht sicher, was hier gerade passiert war, da er nur noch gesehen hatte, dass die beiden sehr nahe beieinander standen und wie Sobel Maggie kurz darauf wegstieß.
Wortlos liefen die drei zurück ins Camp. Maggie pfiff inzwischen aus dem letzten Loch und Dick machte sich ernsthafte Sorgen um ihren Gesundheitszustand. Sie könnte sich nach der vorhergehenden nicht unerheblichen Belastung durch die zwei Läufe und den jetzigen Lauf in nasser Kleidung am Abend durchaus eine Erkältung oder gar eine Lungenentzündung zugezogen haben.
Da Maggies Baracke neben seiner lag, gingen Dick und Maggie das letzte Stück gemeinsam, während Sobel unterwegs in sein Büro war. „Möchtest du mir sagen, was da eben bei euch los war, Maggie? Hat er dich in irgendeiner Weise verletzt oder bedrängt?“ fragte Dick sanft. Daraufhin schossen Maggie erneut Tränen in die Augen, doch sie antwortete tapfer: „Nein, Sir, er hat mir nichts getan. Ich bin einfach furchtbar erschöpft und seine bissigen Bemerkungen haben mir nach einer Weile doch recht zugesetzt. Danke, dass Sie fragen, Sir.“ Das klang grundsätzlich plausibel, jedoch erklärte dies nicht die körperliche Nähe die Dick gesehen hatte. „Vielleicht gehört das ja zu Sobels Einschüchterungsmethoden…“ dachte Dick und sagte Maggie, dass sie jederzeit zu ihm kommen könne. Dann entließ er sie unter die heiße Dusche.


Da die Truppe noch nicht viel von Maggie gesehen und gehört hatte, strömten dementsprechend viele Fragen beim Frühstück auf sie ein. Maggie, die sich ein wenig fiebrig fühlte, antwortete so gut sie konnte. Sie erzählte von ihrer Kindheit und Jugend in Deutschland, ihrer Familie und ihrem Studium. Die Jungs schienen ehrlich beeindruckt, dass sie sich durch die Harvard-Lawschool gebissen hatte. Dick stellte amüsiert fest, dass Sobel mit seinem gestrigen Kommentar über ihren Intellekt gar nicht mehr daneben hätte liegen können.
Außerdem fragten die Jungs ständig, ob sie etwas für Maggie tun könnten. Dick war zufrieden, dass seine Meute scheinbar ein schlechtes Gewissen hatte.

Nach dem Morgenappell ließ Sobel sie den Hindernisparcours mehrfach absolvieren.
Nach dem Mittagessen stand ein Orientierungsmarsch an, den die Gruppe dank Dicks gutem Orientierungssinn mit Bravour meisterte. Maggie kam nicht umhin, ihren Lieutnant für diese Fähigkeit zu bewundern. Zudem war er eine wahnsinnig gute Führungsperson, die nur die erforderliche Härte walten ließ und im Übrigen einen kameradschaftlichen Umgang mit den anderen pflegte.
Nach dem Marsch musste die Easy-Kompanie erneut zum Appell antreten. Ein gewisser Nixon stieß zu ihnen und sagte zu Dick, jedoch so laut, dass auch alle anderen es mitbekamen: „Hey, du hast also die einzige Frau bei den Fallschirmjägern abbekommen. Was für eine Verschwendung bei unserem laster- und sündenfreien Dick. Dabei haben die anderen Recht, sie ist wirklich ein steiler Zahn!“ „Halt die Klappe, Nix!“ antwortete Dick wütend. Zum einen ging es ihm gegen den Strich, dass sein bester Freund Maggie ebenfalls wie ein Objekt behandelte und zum anderen konnte er solche Kommentare vor seinen Untergebenen nicht dulden. Als Offizier sollte Nix ebenfalls ein Vorbild für die Männer sein, wie Dick versuchte eins zu sein. Und was sollte dieser Kommentar „Was für eine Verschwendung bei unserem laster- und sündenfreien Dick“ bitte heißen? Auch wenn er weiß Gott kein Frauenheld war, nicht trank und nicht rauchte, wusste er durchaus die Reize einer schönen jungen Frau zu schätzen.
Maggie ignorierte den Kommentar von Nixon einfach. Der Kerl war ihr nicht wirklich sympathisch: Er schien arrogant und ein Säufer zu sein. Maggie hatte ihn gestern mehrfach mit Flachmann im Anschlag gesehen. Zudem war sie ein wenig neidisch auf Nixon, da dieser so viel Zeit mit Winters verbrachte, den sie auch gerne näher kennen gelernt hätte.
Sobel riss alle aus ihren Gedanken, indem er die Truppe inspizierte und wegen irgendwelcher Nichtigkeiten zur Schnecke machte. Zur Strafe mussten alle auf den Currahee.
Maggie konnte den Namen dieses scheiß Berges schon jetzt nicht mehr hören und war sich auch nicht sicher, ob sie den Lauf schaffen würde. Sie hatte den Tag über abgebaut, fühlte sich immer fiebriger und bekam fiese Hustenanfälle. Als einer dieser Anfälle sie auf dem Weg nach oben ereilte hielt Lt. Winters sofort mit ihr an und erkundigte sich nach ihrem Zustand. Beide wussten, dass Maggie eigentlich dringend ins Bett gehörte, jedoch erlaubte ihr Starrsinn es Maggie nicht den Lauf abzubrechen und Sobel seine Genugtuung zu verschaffen. Dick konnte dies nachvollziehen und ließ sie in der Hoffnung gewähren, dass sie sich nicht noch mehr schadete.

Als die Gruppe wieder im Camp ankam kollabierte Maggie gegen ihren Nachbarn Lipton, der gerade von Sobel angemacht wurde und sie daher nicht auffangen konnte. Ehe alle anderen verstanden hatten, was los war, hatte Dick Maggie schon aufgehoben und trug sie in seine Baracke. Auf den Gedanken in ihre zu gehen, kam er irgendwie nicht. Nach und nach kamen die Easy-Mitglieder hinzu, sodass es in der Offiziersbaracke sehr eng wurde. Doc Roe diagnostizierte sehr schnell eine Lungenentzündung und empfahl Dick Maßnahmen um das Fieber zu senken und den Husten zu lindern. Allen war klar, dass Maggie morgen wieder mit von der Partie sein musste, wenn man Sobel seinen Triumph nicht gönnen wollte.
Dick begann die nach wie vor bewusstlose Maggie auszuziehen um ihr Wadenwickel anzulegen und die Bronchien einzucremen. Als ihm gewahr wurde, dass es für die junge Frau sicherlich unangenehm wäre von ihren Kameraden halbnackt gesehen zu werden, scheuchte er die anderen raus und fuhr fort. Als sie nur noch in Unterwäsche vor ihm lag, erlaubt sich Dick einen kurzen sehnsüchtigen Blick über ihren flachen Bauch und die festen Brüste. Als er ihre den Bronchienbalsam sanft einrieb, kam Nix hereingestürmt. „Wow, Dick. Ich bin beeindruckt, sie ist gerade zwei Tage Mitglied deiner Kompanie und schon in deinem Bett gelandet. Da hast du wohl einen auf Vorgesetzten gemacht, mh?“ meinte Nix anzüglich.
„Wenn du sexistischer Trottel deine Augen mal kurz von ihrem Körper nehmen würdest, würde dir auffallen, dass sie ohnmächtig ist. Sobel hat sie gestern und heute derart beansprucht, dass sie aufgrund einer Lungenentzündung einen Kreislaufkollaps erlitten hat.“
„Oi, das tut mir leid. Aber so kann ich sie mir mal in Ruhe in Unterwäsche ansehen…“
„Nix, wenn du nicht willst, dass ich dich erschieße, gehst du jetzt sofort in dein Bett und hältst die Klappe!“ polterte Dick. Anschließend wickelte er Maggie in ein Laken und legte sich hinter sie auf sein Bett, um sie warm zu halten, da Roe ihm eingeschärft hatte, sie dürfe auf keinen Fall auskühlen. Dick stellte fest, dass trotz des anstrengenden Tages ein angenehmer Duft von Maggie ausging und döste darüber bald auch ein.

Als Maggie erwachte, fühlte sie sich gleich viel besser. Jedoch konnte sie sich kaum bewegen und das erschreckte sie gewaltig. Kurz darauf realisierte sie aber, dass sie in eine Decke gewickelt in starken Armen lag und jemand leise gegen ihr Ohr atmete. Maggie war sich sicher, dass die Person hinter ihr schlief und drehte sich so leise wie möglich um, nur um sich in den Armen von Dick Winters wieder zu finden. Sie befand, dass dies das Beste war, was ihr hier passieren konnte und kuschelte sich in die Mulde zwischen Hals und Brust. Dabei stellte sie fest, dass er sehr gut roch und deutlich muskulöser war, als sie erwartet hätte. Schnell fiel sie in einen erholsamen Schlaf, der leider viel zu früh von Lt. Nixon beendet wurde, der sie darauf hinwies, dass sie in einer Viertelstunde zum Appell erwartet wurden. Dick erschreckte aufgrund dieser Aussage so sehr, dass er Maggie beinahe runter schmiss, da er als Truppenführer auf keinen Fall zu spät sein wollte. Maggie schnappte sich schnell „ihr“ Laken und huschte in ihre Baracke um sich fertig zu machen.
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