Ares' Lehre über die Unbesiegbarkeit

von Jelibaer
GeschichteAllgemein / P12
Ares
04.04.2012
04.04.2012
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04.04.2012 701
 
Hast du dich jemals gefragt, wie es ist, plötzlich unbesiegbar zu werden? Du hast sicherlich recht - ein Panzer so hart, dass ein Schwert daran harmlos abgleitet, oder ein Bogen so gespannt, dass deine Pfeile ihr Ziel meilenweit erreichen würden. Du denkst, dass ist Unbesiegbarkeit? Versuch mal Folgendes: Vergiss Rüstungen, vergiss Schilde. Jetzt kann jede Klinge, die in deine Nähe kommt, von Luft und die Pfeile von Nebel erschaffen werden. Ein massives Schwert stürzt sich auf deinen Hals, so schnell, bevor man ein Laut von sich geben kann, dann kommt es doch etwas anders. Es ist kein Schwert, kein Pfeil, nichts, was man anfassen konnte. Du bist unbesiegbar! Nichts kannst du ergreifen. Nichts, nichts kannst du berühren.

Das ist der Haken.

Du lebst ein paar Jahrtausende wie ein Gott, und wirst ziemlich selbstsicher sein. Aber im Hinterkopf gibt es immer noch ein wenig Angst: was wäre wenn? Nur wenig Angst, verstehst du, du denkst nicht einmal daran, wie es mit deinem Geschäft aussieht. Es gibt immer noch die Tiefen des Tartarus, die dich daran erinnern, dich an deine Aufgabe zu binden. Und die Schicksalsgöttinnen sind auch dafür geeignet, und spinnen immer ihre kleinen Goldfäden. Sie sind zwar Gold als aus den gewöhnlichen Wollfäden, aber hey, auch Gold zerbricht. Selbst ein Gott ist nicht ganz unbesiegbar, nicht wirklich. Jeder hat seine Schwächen, wenn du weißt, wo sie sich befinden.

Alle außer mir. Ich verlor nämlich meine.

Die alten Bedrohungen existierten immer noch überall, Angst, Tartarus, Sterblichkeit, Tod, Blabla ... Es gibt mehr als eine Möglichkeit, einen Gott die Haut abzuziehen. Keine Zweifel, es gibt noch immer ein paar Dolche, mit denen man einen Gott umbringen könnte und wenn nicht, na ja, Großvater Kronos hatte mehr als eine Rippe. Ein guter Stich und du bist Toast und glaub mir, ich habe es gesehen.

Die alten Bedrohungen existierten, aber die Wahrheit ist, ich habe aufgehört sie wahrzunehmen. Ein paar Jahre als Sterblicher wär nicht nötig gewesen, um sich an den Gedanken des Sterbens zu gewöhnen, so dass sogar ein Gott es auch hier nicht ändern wird. Nein, Angst vor dem Tod war für lange Zeit nicht meine Schwäche. Ich hatte eine bessere Schwäche. Und sie war wirklich sehr schwertgewand.

Ich wusste nie, dass ich unbesiegbar werden würde, bis sie kam, und dann war es zu spät: Sie berührt mich. Nichts könnte mich berühren, daher bekämpfte ich sie. Und sie bekämpfte mich, und wenn wir uns küssten, dann bis aufs Blut. Keine andere sonst, nicht deswegen. Man sagt, Blut fließt am heißesten, wenn es um Liebe geht. Vielleicht war es keine Liebe -- aber es gab verdammt viel Blut, und ich war nicht mehr unsterblich. Danach war es leichter. Du denkst, es sei ein großes Opfer, meine Kräfte für sie aufzugeben. Gottheit, Unsterblichkeit, Krieg? Ein Opfer würde eine Ewigkeit mit ihrem Blut auf dem Marmor verbleiben. Ein Gott würde auf dem Olymp gewählt werden, aber Götter sind unbesiegbar, also war ich kein Gott mehr.

Du glaubst mir nicht? Ich bin dir nichts schuldig. Ihr Sterblichen habt nach Göttlichkeit, Unsterblichkeit, Unbesiegbarkeit gestrebt ... Aber was würdest du tun, wenn du es bekommen würdest? Was nützt Unsterblichkeit, wenn es niemanden gibt, der dich berührt? Es gibt keine Spannung in einer Schlacht, wenn du in Bezug auf einer Gruppe rotziger Dorfbewohnern bewaffnet bist: Leben ist ein Kampf, Unsterblichkeit ist ein Krieg. Du benötigst Kämpfe, benötigst eine Herausforderung! Was nutzt schon ein Schwert, wenn dich niemand bekämpfen kann?

Sie passt zu mir. Die einzige, die je zu mir gepasst hat - Sie war mein Gebiet, mein Nervenkitzel des Kampfes, meine Schwäche. Ich lebte schon seit tausend Jahren, aber an alles was ich mich erinnere, war sie.

Ich weiß, dass sie tot ist.

Ich weiß es, mit jedem unbesiegbaren Teil von mir, mit Haut, Brust und Herz. Ich erinnere mich jederzeit daran, wie ich einen Feuerball in meiner Faust erscheinen ließ, und es würde mich nicht verbrennen. Es kann mich nicht schaden. Ich bin unzerbrechlich. Ich bin hart. Höre meinen Herzschlag, ruhig wie ein Fels. Ich kann dich in meiner Faust vernichten. Ich kann den Olymp, den Himmel, Erde, Gras, einfach alles zerstören. Ich kann die Welt in Brand setzen und die Asche aufatmen ... Aber ich kann sie nicht zurück bringen.

Das bedeutet Unbesiegbarkeit.
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