Allein

von Jelibaer
GeschichteAllgemein / P12
Aphrodite Xena
04.04.2012
04.04.2012
1
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Ich sitze hier und blicke ins Feuer. Ich hab das Gefühl, dass ich nie mehr allein sein werde. Wie jeder andere nahm ich Rücksicht auf mein Eigentum, und das tat ich schon seit meinem 17. Lebensjahr, aber jetzt ist alles anders. Damals wollte ich allein sein. Ich wollte unabhängig sein.

Das ist nun nicht mehr der Fall. Ich würde lieber irgendwelche Soldaten bevorzugen, als mich in meinen Gedanken zu verlieren. Sie von ihren Plänen abbringen und vor dem Sonnenaufgang verrückt zu werden.

Bei den Göttern, ich vermisse Gabrielle!

Ich frage mich, was sie davon halten würde. Ob sie mich vermisst, genau wie ich sie? Es ist schon fast einen Monat her, dass wir uns getrennt haben. Und ich wachte täglich auf, streckte mich, sah mich um und dachte mir: "Das ist das erste Mal, dass Gabby vor mir augestanden ist?! Dann fiel mir Gabbys Ende ein. Ich glaube nicht, dass ich es jemals schaffen könnte, mich zu ihr umzudrehen.

(Rückblende)

Oh ja, das ist es. Gabrielle und ich wachen auf, und sind von Banditen umzingelt. Wie jeder Bandit wollen sie sich einen Namen draus machen, die legendäre Kriegerprinzessin getötet zu haben. Erstaunlich wie sich die Dinge nicht ändern, obwohl man 25 Jahre in einer Eishöhle eingesperrt war.

Ich zog mein Schwert und das Blut fließt schneller durch meine Adern. Ich bekämpfte diese Schläger mit einem breiten Grinsen auf meinem Gesicht. Parieren, Parieren, Kantenstoß, Ducken, Schupsen, Bye-bye, der Nächste bitte.

Gabrielle zog ihre Sais und stürzte sich nach vorn.
Sie ist auf der anderen Seite, und ist genervt von den Angriffen. Dieser Kerl ist größer als der letzte, und will sich seine Größe zu Nutze machen.
Er stürzt sich auf sie und glaubt, sie sei eine leichte Beute. Mit einem Handgriff wurden Gabrielles Waffen gefährlicher, als der Kerl angriff. Sie stürzte sich auf ihn und landet auf ihre Klingen. Gabrielle ist nicht wie ich. Sie kann nicht töten und es auf sich beruhen lassen.
Ganz im Gegenteil, sie ist geschockt von dem, was sie tut. Die Zeit hielt an und ihre Sinne werden verstärkt. Sie sieht Angst und Schmerz in den Augen des Mannes. Sie spürte die warme Flüssigkeit seines Blutes über ihre zitternde Hand hinunterfließen.
Sie riecht den Gestank des Todes, und als wäre das schon nicht merkwürdig genug, erscheint auch noch die Todesgöttin Celesta, die die Toten einsammeln kommt.
Sie saugt die Nachtluft ein und strich nach oben zu ihren Hals. Schließlich hört sie das Klopfen ihres Herzen, das in ihrer Brust pochte, wenn alles andere still ist.

"Gabrielle", schrie ich und schlage den Mann bewusstlos. Es ist meine Stimme, die sie aus ihrer Abstraktion bringt.
Sie hebt ihr Bein, das plötzlich tausend Tonnen wiegt, zum Manne und ergreift ihre Waffe.
Die Schläger sind endlich weg, und ich bin an der Seite meiner Freundin.

"Gabrielle, geht es dir gut?", fragte ich vorsichtig, indem ich eine beruhigende Hand auf ihre Schulter legte.

Die Bardin schaut mir in die Augen und mir scheint, dass sie irgendwie in den paar Minuten plötzlich einige Jahre gealtert ist, als wir damals in diesen Eis-Särgen verbracht haben.

Die Stimme der Bardin überschlug sich als sie mit Tränen in den Augen antwortete.

"Nein." Schaffte sie noch über die Lippen zu bringen, bevor sie zu den Füßen niedersank.

(Ende der Rückblende)

Und so war es. Schlicht und einfach. Sie ermüdet schnell, wenn sie einen getötet hat. Es nahm ihr einen Tribut, ihrer Seele und das Licht erlisch, das einst so hell in ihr Gesicht schien.

Ich habe nicht gemerkt, dass es dunkel wird. Dieser springende Punkt war so überraschend bei unserer Reise. Ich war dabei die ständige Unterstützung.
Ich hatte es nötig, um mich daran zu erinnern, warum ich den Weg wählte, den ich nun mal gehe.
Es war so schwer zu reisen.
Das Anstarren, den Hass und die harten Worte, die an mich abprallten, obwohl mein Kopf mich an den meisten Abenden zum Erstarren bringt.

Dann blickte ich auf die Göttin, die durch die jungen Augen strahlte, und ich wusste, dass ich am nächsten Morgen weiter machen könnte. Ich wusste nicht, dass sie mir das dunkle, das in mir ist, nahm ...

Warum habe ich es nicht bemerkt? Was war passiert, dass ich wegen dem Verschwinden von Gabrielles Seele blind geworden bin? Ach ja, Eve ...

Meine süße Eve. Ich war so beschäftigt mit der Schwangerschaft und mit der Verfolgung der Götter.

Sie nahm sich ein laaanges Schläfchen, und nun endlich ist sie wieder aufgewacht, um mein Vorhaben fortzusetzen.

Oder wie es einst war, als Gabrielle von Elis Weg abgekommen ist, um mich zu beschützen, nachdem Callisto mein Rückrad mit meinen eigenen Chakram in zwei brach.

Wann auch immer das passierte, hatte ich es nicht gesehen. Das ist der springende Punkt. Jetzt ist sie weg. All ihr Geschwätz, das ich zu hören bekam, ließ mich einsam werden.

Ich denke, jetzt wäre ich für den guten ollen Joxer geeignet und einer großen Interpretation von Joxer, den Mächtigen ....

Doch dann, erscheinen rosa Funken, die vor meinen Augen Gestalt annahm, und somit die Ankunft der Göttin der Liebe ankündigt.

Aphrodite! Ich war noch nie so glücklich gewesen, die spärlich bekleidete Frau zu sehen. Und, verdammt, ich glaube, meine Augen verraten mich. Vielleicht hat sie es nicht bemerkt ...

"Hey Kriegerin, wie läuft´s?", sagte sie mit einem strahlenden Lächeln.

Ich gebe ihr ein halbes Lächeln, und bemühe mich, lässig zu wirken.

"Gut. Danke. Was bringt dich zu mir? Stimmt etwas nicht?" sprach ich besorgt.

"Oh nein. Du kannst beruhigt sein. Es gibt nichts.  Ich sah einfach meine Lieblingskriegerin dabei zu, wie einsam sie sich fühlt und dachte, ich schau vorbei und frage, was mit ihr los sei", sagte sie. Sie entfachte auf magische Weise ein Feuer und setzte sich neben mich.

"Na gut, es gibt nichts, aber ich schätze, die Stimmung hier ist im Keller", sagte ich und musterte die Göttin neugierig.
Es geschieht nicht alle Tage, dass eine Gottin mit dem Gerede aufhört.

"Wie schaut es auf dem Olymp aus?", fragte ich, doch dann bedauert sie es fast, als ich das Zucken der Göttin bemerkte. Das war noch ein heikles Thema für sie.

Dennoch legte Dite ein tapferes Gesicht auf und beantwortet die Frage.

"Es ist immer noch ein großes Bedürfnis, den Olymp wieder aufzubauen. Vielleicht kommen wir eines Tages dazu.
Ares und ich versuchen, den Ort so weit wie möglich zu vermeiden. Wegen den vielen schlechte Erinnerungen, weißt du ja." Eine Welle von Trauer umhüllte den Ton ihrer Stimme.

Eine unangenehme Stille herrscht zwischen ihnen.
Dann erlang ich endlich mein Wort wieder, um das Thema zu wechseln.

"Äh ja, wie ist ... äh ... ... tut ... er?", fragte ich stotternd.

"Ehrlich gesagt, Kriegerin, nicht so gut. Er ist die meiste Zeit über traurig. Wir hängen noch viel mehr aneinander, weil uns dieser seltene Schicksalsschlag traf. Ich versuchte ihn aufzuheitern, aber das funktioniert nicht immer." Besorgnis lag in ihrer Stimme.

"Ich dachte, er würde Luftsprünge machen, da er seine Kräfte zurück hat", antworte ich ehrlich.

"Ich auch. Ich glaube, er versuchte alles, um mit der Sterblichkeit klar zu kommen. Jetzt ist alles nur noch zu leicht für ihn. Mit all dem umzugehen und ein gebrochenes Herz zu haben muss hart sein.", sagte Aphrodite nachdenklich.
Gebrochenes Herz, ja richtig! Ich grinste in mich hinein.

"Ich bin sicher, er wird wieder in seinem alten Trott zurückfallen", sagte ich, und behielt den Humor immer noch in mir.

"Dennoch glaube ich nicht, dass er dich liebt. Auch nach allem, was er getan hat?" Aphrodite schüttelte den Kopf und blickte ungläubig in meinen Augen.

Aphrodite schritt mit dieser Bemerkung auf ein gefährliches Gebiet zu.

"Genau!" Ich blicke die Göttin an. "Nach allem, was er getan hat. Du meinst, als er mich wahnsinnig machte, er mir einen Mord anhing, und sich als mein Vater ausgab, um mich zu quälen, findest -", sagte ich zornig.

"Ich meine", unterbrach Dite sie, "seine Unsterblichkeit für dich aufgegeben zu haben. Du hast selbst gesagt, dass es kein größeres Opfer für den Gott des Krieges geben würde." sagte sie, und brachte mich dazu die Klappe zu halten.

"Wir haben alle schon Dinge getan, das uns nicht stolz auf unsere Vergangenheit macht, Xena. Von allen Menschen solltest du das am besten wissen. Warum lässt du die Vergangenheit nicht endlich ruhen, und siehst nach vorne", sagte sie leise. "Du weißt nie, ob du bei ihm Glück finden könntest, wenn du ihm eine Chance gibst ..." Sie brach ab.

Dann fuhr sie fort, "außerdem bringt mich all seine Trübseeligkeit echt runter."

Ich lächelte trotzdem in mich hinein.

Sie erhob sich, und wollte verschwinden, dann fügte sie noch hinzu: "Oh, und süße Erbsen tun wirklich gut", grinste sie und verschwand.

Es trieb mir Tränen in die Augen. Gabby ist okay.

Nach einer Weile gehe ich zu meinem Schlafsack und lehnte mich zurück. Ich blicke auf das sternlose Himmel, und eine fast vergessene Erinnerung kam wieder in mir auf.

Ich sehe mich, wie ich auf dem Hügel stehe, und auf die Ruinen des Amazon-Landes hinabblicke, nachdem Ares seinen Verstand wieder hatte. Ich hielt seine Hände und blicke in seinen weichen braunen Augen, die mir so viel versprochen hatten.

Aphrodites Worte wirbeln durch die Lüfte: "Du solltest die Vergangenheit ruhen lassen. Du könntest vielleicht Glück bei ihm finden."

Ich seufzte. Vielleicht könnte ich mit ihm reden. Zumindest würde ich versuchen, das Kriegsbeil zu begraben, und mein Glück zu finden. Ich stand auf, und neige meinen Kopf nach hinten.

"Ares", rufe ich leise in die Höhe, aber ich weiß, dass er mich hören wird.

Das wird ein schwerer Weg sein, aber man weiß ja nie, was die Zukunft für die zwei bringt.
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