Carpe Noctem

SongficAbenteuer, Romanze / P16
Alister Fletcher Chase Carver Kurtis Trent Lara Croft Larson Conway Richard Croft
02.04.2012
18.05.2012
4
4.304
 
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
02.04.2012 1.013
 
Nachdem ich aus Versehen "Ars Vivendi" gelöscht statt editiert habe, hier eine Art spontaner Neuanfang.
Diesen Oneshot hatte ich "TheForgottenMyths" bereits vor ein paar Tagen versprochen; allerdings bin ich nicht zu 100% zufrieden damit. Ebenso wird es vorläufig wahrscheinlich eher weniger Updates geben (es sei denn, ich benötige das Schreiben, um mir Ballast von der Seele zu laden), da meine Mutter schwer erkrankt ist und ich momentan viele andere Dinge im Kopf habe.
Auch die Emails habe ich alle gelesen und werde sie möglichst bald beantworten, versprochen! :)

[Edit: Ich habe es ohne diese Zwischenräume abgespeichert, aber scheinbar funktioniert es immer noch nicht so, wie ich es gerne hätte. Ich hoffe, es stört euch nicht!]

---


Every, every, every single time / You pull my back down to the scene of the crime / It's like trouble never looked so goddamn fine / Oh my, Oh my // Here we go again / I've got a sin I really need to confess / Dirty little friend / I'm addicted to your madness / Come and give me some more / You're a disaster in a dress / Oh my, hot, hot mess!


Knurrend hob Larson seinen Oberkörper an und ballte seine Hände zu Fäusten, ohne dabei den Blick von ihren dunklen, wütend funkelnden Augen abzuwenden, die ihn so herausfordernd musterten. Ohne Frage, er hatte ihre Geschicklichkeit definitiv unterschätzt; das würde seiner Auftraggeberin keineswegs gefallen,  zumal sie ihn zuvor mehrmals vor der jungen Archäologin und ihren Fähigkeiten gewarnt hatte.

Gereizt stieß der Söldner Luft zwischen den Zähnen aus und musterte die Frau über ihm mit einem düsteren Blick. Das selbstsichere, beinahe spöttische Lächeln, welches um ihre Mundwinkel spielte, gefiel ihm überhaupt nicht – mindestens genauso wenig wie die Tatsache, dass sie ihn völlig unter ihrer Kontrolle hatte, selbst ohne das kühle Metall ihrer Waffe an seinem Kiefer. Ihre Ausstrahlung betäubte ihn, verführte ihn, ob er es wollte oder nicht. Sie hatte schon früher eine solche Anziehung auf ihn ausgeübt, damals, als sie sich noch nicht gegenseitig bekriegt und bedroht hatten.

„Das ist nur ein Teil des Scion“, zischte die hübsche Britin plötzlich, wodurch sie seine Aufmerksamkeit sofort auf ihre Lippen lenkte. „Wo ist der Rest?“

Ärgerlich versuchte der Amerikaner seine Arme aus ihrem Griff zu befreien. „Woher sollte ich das wissen? Immerhin bist du diejenige, die so auf Gräber abfährt – das heißt, wenn ich nicht gerade damit beschäftigt bin, dich davon abzulenken.“

Sie verstand die Andeutung sofort und presste ihre USP-Match fester an seinen Knochen, ohne dabei merklich auf seine Aussage einzugehen. Das hatte er erwartet. Lara Croft war für ihn schon immer ein Buch mit sieben Siegeln gewesen, ein Mysterium, das nicht entschlüsselt werden konnte, so sehr man es auch versuchte. Selbst als er im Croft Manor noch willkommen gewesen war hatte sie sich stets kühl und abweisend verhalten, seine körperliche Nähe kaum ertragen und jedwede romantische Stimmung in einen bitterlichen Machtkampf verwandelt. Wusste jemand zu viel über ihre Schwächen – einen Punkt, den er unbewusst recht früh überschritten hatte – stieß sie ihn ohne weiteres fort. Noch immer erkannte er in ihren Augen die hilflose Wut, die sie vor wenigen Jahren gepackt und seither nicht mehr losgelassen hatte. Sie sprühte regelrecht Funken, so aufgebracht wirkte sie.

„Sag es mir!“, fauchte die Archäologin erneut, beugte sich so tief zu ihrem Gegenspieler hinab, dass sich ihre Nasenspitzen beinahe berührten, und entsicherte ihre Pistole. „Wo befindet sich der Rest des Artefakts?“

Leise schmunzelnd seufzte Larson, hob seine freie Hand an und ergriff Laras Taille. Sie würde ihn niemals umbringen, das wusste er – und diese Gewissheit würde er für sich nutzen.

„Ich habe keine Ahnung, worum es überhaupt geht, Süße. Ich bin nur das Werkzeug, wie du bereits gesagt hattest.“ Lachend beobachtete der Söldner, wie sich die Aristokratin wieder aufrichtete und seine Hand von ihrem Körper schlug. „Kätzchen, nicht so grob!“

„Du weißt genau, worum es geht“, erwiderte sie kühl, biss die Zähne so fest zusammen, dass ihre Kieferknochen deutlich hervortraten und musterte ihren Exfreund nachdenklich. „Aber es interessiert dich nicht. Solche Dinge haben noch nie dein Interesse geweckt, es sei denn, du wurdest dafür bezahlt.“

Lachend schob er den Lauf der USP von seinem Kinn und griff selbstsicher nach Laras Handgelenk. „Du hast mein Interesse geweckt.“

„Wie so ziemlich jede weibliche Person auf dieser Erde.“

In ihrem Ton schwang ein deutlicher Tadel mit, nur abgeschwächt durch das hauchzarte Schmunzeln ihn ihrem linken Mundwinkel. Sie kannte seine Fehler in- und auswendig, keine Frage – genau wie er ihre. Vermutlich würde ihn ein kleiner Spaß, basierend auf einem von der Countess kaum toleriertem Wissen, jedoch den Kopf kosten, während sie sich berechtigt dazu fühlte, ihn an all seine Fehltritte zu erinnern.

Zeit, das Spiel umzudrehen.

Ruckartig riss Larson seine Arme hoch, umfasste in einer fließenden Bewegung die Oberarme der überraschten Grabräuberin und stemmte sich so lange mit seinem gesamten Gewicht gegen sie, bis sie den Halt verlor und rückwärts in den Staub fiel. Augenblicklich zerrte der Söldner ihre Zweitwaffe aus dem Holster an ihrer Hüfte, warf sie zu der ersten – welche Lara vor Schreck fallen gelassen hatte – und hinderte sie mit seinen Händen um ihre Handgelenke daran, sich gegen ihn zu wehren. Selbstverständlich  zappelte sie dennoch wie ein Fisch unter ihm, verfluchte ihn lautstark und versuchte ihre Beine gegen ihn zu nutzen, scheitere jedoch kläglich.

„Sei ruhig!“, murmelte der kräftige Mann über ihr in einem möglichst beruhigenden Tonfall, beugte sich ein Stück weit zu der Archäologin hinab und suchte ihren Blick. „Ich habe nicht vor, dir etwas anzutun, keine Sorge.“ Er lachte kurz auf. „Es sei denn, du legst es darauf an, dass ich dich verletze.“

Zornig funkelte Lara zu ihm auf, blieb aber verhältnismäßig ruhig. „Du arbeitest für die falsche Seite, Larson, wie immer. Denk‘ bloß nicht, ich würde dich jemals wieder an mich heranlassen.“

„Oh, keine Sorge, daran würde ich im Leben nicht denken.“ Nachdenklich verzog er das Gesicht, zuckte leicht mit den Schultern und strich seiner Exfreundin fast zärtlich über die Wange, ehe er sich langsam erhob und ihr versöhnlich die Hand zum Aufstehen reichte. „Du bringst mir nur Ärger, Kätzchen, weißt du das eigentlich?“
Review schreiben