When you wish upon a star...

von CanTho
GeschichteAbenteuer, Familie / P16
31.03.2012
22.04.2012
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Zunächst einmal: Ich fühle mich durchaus geschmeichelt, daß Vampiress diese Geschichte so gut gefallen hat, daß sie sie auf dieser Plattform zugänglich machen wollte. Leider hat sie mich erst gefragt, als sie schon begonnen hatte, sie hochzuladen – und veröffentlichen möchte ich sie doch auf jeden Fall selbst, aus mehreren Gründen. Sie ist bereits auf zwei Plattformen veröffentlicht, einmal auf ff.net und auch bei Sol Deande im StarWars-Fanfiction-Archiv.
Da die ersten beiden Kapitel schon gepostet wurden, wollte ich es nicht so offen stehenlassen – zumal die Story abgeschlossen ist – und habe mich deshalb entschlossen, sie auch hier zu veröffentlichen.
Es ist ziemlicher Fluff, fürchte ich, eine reine Luke/Vader-Geschichte; und eventuell wird sie irgendwann fortgesetzt. Die Kapitel bzw. Abschnitte sind teilweise recht kurz, aber dafür wird es täglich ein Update geben.
Und ich freue mich über Reviews.  :o)

Disclaimer: Star Wars gehört mir leider nicht, ich spiele nur damit. Und kaputtmachen tu ich nix, versprochen. (gilt für alle folgenden Kapitel natürlich ebenso)


When you wish upon a star…


1: Bis Zehn
Wenn man ein Kind auf einem Planeten des Outer Rim ist, lernt man Bescheidenheit. Wenn man auf einem Staubball wie Tatooine aufwächst, gewinnt das Wort „Bescheidenheit“ eine gänzlich neue Bedeutung. Hier gab es nur eines in rauhen Mengen: Sand. Alles andere war rar und teuer. Wasser, Lebensmittel, ganz zu schweigen von Luxusgegenständen. Bescheidenheit war hier eine Religion und Philosophie… und eine Notwendigkeit.
Luke Skywalker war ein sehr bescheidener Junge.
Er bekam jedes Jahr nur ein Geschenk – an seinem Geburtstag. Den Imperiumstag selbst – der zufälligerweise auf den selben Tag fiel - feierte man hier draußen nicht… eine kleine, ebenfalls bescheidene Art des Protestes der hiesigen Bevölkerung. Auch darin hatte man gelernt, bescheiden zu sein… außerdem wurde man ohnehin nicht beachtet. Denn das glorreiche Imperium, weit weg, im Kern, schaute niemals nach Tatooine. Es gab zwar Stützpunkte mit Garnisonen hier, aber man hatte sich irgendwie arrangiert… die Hitze und der Sand waren große Gleichmacher zwischen Besatzern und Besetzten. Die Grenzen verwischten im Staub.
Luke lebte mit seinem Onkel und seiner Tante auf einer Feuchtfarm außerhalb von Anchorhead. Er besuchte dort eine der vom Imperium neu gegründeten Schulen – und war froh darüber, denn das lernen machte ihm Spaß und gab ihm Gelegenheit, vor der immer gleichen, eintönigen Arbeit auf der Farm zu fliehen. Und außerdem bot es ihm die Chance, irgendwann einmal von hier verschwinden zu können… auf einen anderen Planeten. Mit weniger Sand, mehr zu essen und besseren Kleidern. Und der Farbe Grün.
Grün kannte er nur aus Büchern und Holovids. Es war seine Lieblingsfarbe, die Farbe der Sehnsucht. Auf ganz Tatooine gab es nichts, das grün war. Er wünschte sich, einmal einen echten Baum zu sehen. Oder auch nur eine Blume. Aber er war ein vernünftiger und bescheidener Junge, wie man ihn erzogen hatte – und solche Wünsche führten zu nichts. Sie brachten keine Vorteile und keinen Ertrag, und deshalb verschwendete er nicht allzu viele Gedanken daran. Irgendwann einmal würde er von hier wegkommen… und dann würde er Bäume sehen. In Massen. Bis dahin mußte er sich eben gedulden.
Er hatte nicht viel, aber er brauchte auch nicht viel. Er hatte Kleidung – die zu groß gekauft wurde, damit er hineinwachsen konnte. Und bis sie ihm paßte, war sie zerschlissen und vielfach geflickt – aber das ging hier allen Kindern so, das war nichts Besonderes. Man hatte sich daran gewöhnt, und niemand hänselte einen deshalb. Sein Spielzeug bestand aus alten Droidenteilen, die er neu zusammenbaute und ihnen Funktionen entlockte, die zwar wenig Sinn machten, aber nicht nur seinen Onkel erstaunten… und beunruhigten. Luke wußte nie, warum er Ärger bekam, wenn er wieder einmal etwas präsentierte, das funktionierte, obwohl es nur aus Schrott bestand. Und seiner Tante fiel es zunehmend schwerer, ihren Mann zu beruhigen… obwohl Luke nichts Böses im Sinn hatte. Keine seiner Basteleien war auch nur annähernd gefährlich zu nennen, eher lustig. Und obwohl Luke dieses Können mit der Zeit auch nutzbringend ausweitete… auf die Evaporatoren, die Erntedroiden und den alten Gleiter der Lars’.
Seine Tante war es auch, die ihm seine Geschenke kaufte. Auch sie waren bescheiden, denn wie die meisten Farmer hatten die Lars’ nicht viel, aber sie bemühte sich immer, ihm ein klein wenig Luxus zu gestatten – ein „sinnloses“ Spielzeug, das nur ihm allein gehörte. Nichts großes, aber es war sein. Und meist waren es Modellbausätze von berühmten Schiffen. Er hatte bereits einen Frachter, einen Sternzerstörer, einen Jäger und ein Kopfgeldjägerschiff – aber sein Favorit war der T16-Skyhopper. Sie waren relativ häufig, sogar hier auf Tatooine, und irgendwann einmal – das hatte er sich fest vorgenommen – würde er sich einen echten kaufen. Nur so. Zum Spaß. Es mußte herrlich sein, damit durch den Beggars Canyon zu jagen und Wompratten zu schießen… Aber auch dies war ein Traum, der entschlossen ganz nach hinten verbannt wurde. Er war teuer, und er brachte nichts ein.
Luke hatte nur einen einzigen Wunsch, der sich hartnäckig immer wieder nach vorn drängte, der immer wieder an die Oberfläche stieg und um Aufmerksamkeit heischte. Zwar brachte auch er nichts ein, aber er war zumindest kostenlos. Der Haken daran war nur: er war auch unerfüllbar. So schien es wenigstens.
Luke wünschte sich, mehr als alles andere auf der Welt, seinen Vater kennenzulernen. Er wünschte es sich mehr als ein paar passende Hosen, eine Topfpflanze oder einen Skyhopper. Sogar mehr, als von dieser Welt wegzukommen. Er wollte nur einmal mit seinem Vater sprechen.
Aber jedesmal, wenn das Gespräch auf ihn kam, bekam Onkel Owen einen Wutanfall, und Tante Beru wurde traurig – und ängstlich. Das wenige, das er wußte, hatte sie ihm erzählt, leise, und heimlich, um den Wissensdurst eines Kindes zu stillen und seine Fragen ein wenig einzuebben.
Demnach war sein Vater ein Pilot auf einem Gewürzfrachter. Luke wußte nicht, was Gewürz war – für ihn war es etwas, das man ins Essen tat. Daß hier von einer Droge die Rede war, ahnte er nicht. Ein Pilot! Das allein hatte schon einen Klang… von Freiheit, von Abenteuer, von echtem LEBEN. Ganz gewiß würde er eines Tages zurückkommen, ihn holen und ihn mit sich nehmen, dort hinaus zwischen die Sterne… Doch die Jahre vergingen, und niemand kam.
Als Luke älter wurde, begann er, den Nachrichten zuzuhören. Er lernte, daß die Welt dort draußen rauh und gefährlich war. Es gab das Imperium, es gab die Hutts, es gab Schmuggler und andere Gefahren. Vielleicht lebte sein Vater ja gar nicht mehr. Aber das konnte ihm niemand sagen – und so beschloß Luke für sich, daß das einfach keine Option war. Sein Vater war noch am Leben, und eines Tages würde er kommen. Bestimmt.
 
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