Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

♡ Nσbσdy ℓσvєs mє? ♡

von Coriinna
GeschichteHorror, Tragödie / P16 / Gen
Benjamin Barker Johanna Barker Mrs. Lovett Richter Turpin
26.03.2012
12.05.2012
24
25.091
 
Alle Kapitel
87 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
26.03.2012 1.214
 
Tage vergingen, Sweeney ignorierte alle Befehle des Teufels.
Jeden einzelnen!
Doch heute, an diesem Samstagabend, spürte der Babier wieder ein seltsames Gefühl in sich. Jedoch dieses mal verhieß es noch schrecklicheres, er konnte es fühlen… Der Teufel würde heute bei ihm erscheinen und sich an seinem Ungehorsam rächen!
Nur wie soll ich ihn ganz und gar überlisten?
Todd rannte in Nellies Stockwerk und bat um ihre Hilfe sowie Johannas vielleicht hatten sie ja eine Idee.
„Sie sind sich sicher dass es heute so weit ist?“ fragte Mrs Lovett unsicher nach.
„Ja, heute, ganz bestimmt!“ keuchte Sweeney aufgeregt.
„Ein Kreuz? Was ist mit dem? Vielleicht verbrennt er wenn er es sich ansieht oder so…“ schlug Johanna schüchtern vor.
„Denke ich eher nicht Kleines.“ Widersprach ihr Nellie.
„Ich werde mich einfach ihm gegenüber stellen…“ sprach Sweeney gedankenverloren.
„Sind sie geisteskrank?! Er wird sie umbringen!“ schrie Mrs Lovett hysterisch.
„Was soll ich sonst tun? Irgendwie habe ich es doch auch verdient…gestehen Sie sich das ein..“ Sweeney hatte allen Mut verlassen. Er war fest der Überzeugung das es nichts nützen würde sich zu wehren, er würde so oder so sterben.
Gegen den Teufel habe ich Mensch doch keine kleinste Chance… dachte der Mann betrübt.
„Sie werden sich auf gar keinen Fall opfern Mr T.!“ brüllte Nellie.
„Was soll ich den sonst tun, schlagen sie etwas vor!“
Mrs Lovett verstummte. Sie hatte keine Idee, aber sie wollte Sweeney nicht verlieren! Sie liebte ihn doch!
Johanna war ebenso ratlos.
„Habe ich mir schon gedacht…“ sprach Sweeney als er zur Tür hinaus wieder hoch in seinen Laden verschwand.
„Wir werden ihn nicht alleine lassen oder?“ fragte Johanna die Bäckerin trübselig.
„Nein,..komm gehen wir zu ihm.“
Die zwei Frauen eilten hoch zu dem Babier. Er saß auf seinem Babierstuhl und spielte mit einem der Rasiermesser.
„Was macht ihr hier?“ fragte er sofort ärgerlich als er sie sah und wollte die beiden aus der Tür hinausschieben. Sie blieben jedoch standhaft.
„Wir werden dich nicht alleine lassen Vater.“ sprach Johanna selbstbewusst.
Todd war mit dieser Lage überfordert. Gestresst umrundete er den Stuhl.
„Das ist falsch, das könnt ihr nicht tun..“ murmelte er dabei.
„Es ist nicht falsch…es ist das richtige!“ unterbrach ihn Mrs Lovett aufbrausend. Sie packte den Mann bei seinen Schultern. „Es ist nicht falsch…wir sind eine Familie…und eine Familie hält zusammen..nicht wahr?“ hauchte sie unsicher.
„Wir sind keine Familie!“ brüllte Sweeney.
„Doch sind wir!“ schrie Johanna zurück.
Todd sah seine Tochter ungläubig an.
„Ich verstehe dich nicht Kind…du glaubst noch an mich? Trotz alledem was ich immer tue? Warum?“ fragte er das Mädchen.
„Weil ich dich lieb habe Vater.“ Antwortete Johanna mutig.
Sweeney war sprachlos und starrte das Mädchen an. Nellie schüttelte ihn.
„Halloo? Mrs T.? Wann denken Sie wird er nun also kommen?“ wollte die Bäckerin wissen.
„Ich schätze so in einer Stunde…“ seufzte Sweeney.
Mrs Lovett ließ seine Schultern los. „Was halten Sie davon zu fliehen? Irgendwo hin wo er uns nicht finden kann?“ fragte sie enthusiastisch.
„Das ist nutzlos … er wird mich überall finden…“ antwortete Sweeney traurig.
„Aber wir können es doch wenigstens versuchen! Packen Sie ihre Sachen Mr T. .. so schnell wie möglich!“ sprach Nellie nervös als sie schon mit Johanna die Treppen hinunter polterte.
Warum versteht Johanna es nicht? Ich bin nicht gut genug für sie! dachte sich der Babier dabei.
Er stopfte, auch wenn er nicht daran glaubte das es helfen würde, seine Kleidung und die wichtigsten Utensilien die er besaß in einen braunen alten Lederkoffer den er im Shop gefunden hatte.
Vor Mrs Lovetts Pastetengeschäft standen auch schon Johanna und Nellie mit zwei Koffern.
„Na dann mal los..“ sagte die Bäckerin und Sweeney und Johanna folgten ihr zu einer Kutsche.
„Wo solls denn hin gehen?“ fragte der Kutscher fröhlich als er die Reisenden erblickte.
„Fahren Sie uns bitte zum Hafen.“ Antwortete Nellie mit einem Lächeln.
Vielleicht würde sie wirklich mit Mr T. zur See ziehen! Ihr größter Traum würde wahr werden.
„Zum Hafen?!“ fragte Sweeney verwirrt nach.
„Ja..vertrauen Sie mir..“ flüsterte Nellie und die drei Menschen stiegen in den Wagen.

„Es wird nicht funktionieren..“ stellte Sweeney nach einigen Minuten bedauernd fest.
Die Sitze waren aus grünem Samt und im Allgemeinen sah diese Kutsche sehr teuer aus.
„Wieso sind Sie immer so pessimistisch Mr T.? Verlassen Sie sich doch auf mich.“ Sagte Mrs Lovett leicht gereizt.
Sie saß neben dem Babier, Johanna hingegen verweilte auf der Bank gegenüber.  Das Mädchen blendete die Stimmen der Erwachsenen aus und beobachtete die leuchtenden Sterne auf dem monströsen Nachthimmel. Sie war sich nach all der Zeit noch immer nicht sicher ob das die Realität war. Die Laute der klappernden Hufe der Pferde wirkten beruhigend auf Johanna ein..
Sweeneys Knochen hingegen wollten sich nicht entspannen. Seine Füße klopften unruhig auf den kalten Boden unter ihnen. Konnte der Fahrer ihr Gespräch mit anhören oder übertönten die Pferde ihre Stimmen? Er war sich nicht sicher…
„Jetzt sind Sie nicht so still…“ beschwerte sich Nellie am Verhalten von Todd „..und zügeln Sie ihr Gemüt!“
„Gibt es überhaupt etwas an mir das Sie nicht stört?“ äffte der mysteriöse Mann genervt und blickte ebenfalls wie seine Tochter hinaus in die dunkle Nacht.
„Da gibt es vieles..“ schmunzelte die Bäckerin verlegen und ihre Wangen schwollen leicht rosa an vor Scham.
Sweeney ignorierte ihre Antwort frustriert. Es ging ihm auf den Zeiger dass sie immer und immer wieder versuchte näher an ihm ranzukommen. Es gibt nur Lucy für ihn und keine andere Frau würde das ändern! Konnte sie das denn nicht endlich akzeptieren?!
„Mr T.?“
„Was!?“ schrie er wütend zurück.
Wenn sie so weiter macht landet sie noch unter meiner Klinge! knurrte der Mann innerlich.
„Wird es für Sie jemals eine andere Frau geben?“ fragte Mrs Lovett schüchtern.
Er fauchte lauf auf. „Verstehen Sie es denn nie, es wird immer nur meine kleine Lucy in meinem Herz Platz haben, verdammt noch mal!“ Sweeney sah die Bäckerin noch immer nicht an.
Nellie liefen Tränen über ihre Wangen, wischte diese schnell wieder fort und holte tief Luft um die Wahrheit auszusprechen. „Sie können nicht immer in der Vergangenheit leben Mr T. Es wird der Moment in ihrem Leben kommen wo Sie davon loslassen müssen..Lucy ist tot..sie wird nicht mehr zu Ihnen zurück kehren. Sie leben im Gegensatz zu ihr noch! Aber wissen Sie was Sie tun?! Sie existieren nur…fangen Sie wieder an zu leben Mr T. … und zu lieben..“ letzteres war nur noch ein Flüstern in Nellies Mund.
Johanna war wieder aufmerksam geworden und beobachtete die beiden besorgt. Ist Lucy meine Mutter gewesen? Anscheinend schon..Dann hatte der Richter doch nicht nur gelogen..sie ist wahrlich tot! Warum habe ich eigentlich nie nach ihr nachgefragt? Wie sie war? Vermutlich weil Mrs Lovett sich wie eine Mutter um mich gekümmert hatte? Möglich… Jedoch habe ich noch einen Vater! Und auf diesen muss ich ganz besonders aufpassen. Da er alles ist was ich habe! dachte die Blondine geknickt.
„Meine Mutter ist tot?“ fragte sie zur Sicherheit nach.
„Ja…“ seufzte ihr Vater mit traurig leuchtenden Augen.
„Es tut mir so Leid für dich Liebes..“ murmelte Mrs Lovett mitleidend. Johanna sah zurück in die Dunkelheit sie konnte dabei Schiffe entdecken.
„Einen Scheiß tut es Ihnen Leid!“ brüllte Sweeney aufgebracht die Bäckerin an.
„Wir sind da!“ hörten sie den Kutscher von draußen rufen…
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast