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~ One-Shot It Up ~

von JessyMaxx
KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
25.03.2012
06.01.2013
9
23.970
 
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16 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.03.2012 4.121
 
Hey, dieses Kapitel ist eeeeein besonderes :)

Zuerst möchte ich anmerken, dass es an die Userin GoldenDragon gerichtet ist. Einerseits, weil sie mich auf die Idee gebracht hatte,und anderseits, weil sie mir immer so viele und tolle Reviews hinterlassen hat! *freu*
Ich habe mir deshalb extra viel Mühe gegeben, ich hoffe, die Story gefällt dir, und dass sie nicht zu sehr von deiner Idee abgewichen ist :/ =)
Eine weitere Sache die mir aufgefallen ist:
Ich habe dieses Kapitel mit Musik geschrieben, welche passend zur Stimmung des Textes war. Und mir sind die Worte so förmlich aus den Fingern geflogen, ich konnte viel besser schreiben und mich viel besser ausdrücken als sonst. Falls ihr beim Lesen Musik hören könnt, dann hört euch doch ein paar Lieder an, dann kommt das Geschriebene viel besser herüber.
Und weil ich so viel besser Schreiben konnte, musste ich die Geschichte in zwei Teile aufteilen, also ist das hier jetzt Teil 1!

Diesmal ist ein eigener Charakter dabei, weil ich nicht wusste, ob ich als Jungen Deuce oder Gunther, oder sonst wen, nehmen sollte.
Tja, und deshalb konnte ich im Titel des Kapitels keine genauen Angaben geben, weil es einerseits CeCe / OC ist, im zweiten Teil aber Rocky / CeCe sein wird ( freundschaftliche Basis) oder vielleicht auch Rocky / OC. Naja, was soll´s ;)

Hoffentlich gefällt´s euch! Viel Spaß beim Lesen !!

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Sisters before Misters - Teil 1

~ CeCe´s POV ~

Eigentlich bin ich überhaupt kein Fan von Filmen, in denen Verfolgungsjagden stattfinden oder irgendwelche Autos auf Autobahnen gegeneinander fahren. Was ist denn so interessant daran, ob nun ein Mercedes oder ein Porsche in Flammen aufgeht?
Trotzallem saß ich nun auf der Couch, vor´m Fernseher und schaute mir diese Grütze an. Aber aus einem berechtigtem Grund. Dieser Grund ließ mein Herz jedes Mal höher schlagen, wenn er mich anlächelte. Es fühlte sich an, als würden Milliarden von Schmetterlingen durch meinen Bauch flattern, wenn sich seine Lippen auf meine legten. Dieser Grund ist wahrscheinlich der hübscheste Junge, den es auf der Welt gibt! Sein Name spricht sich so fließend, so unbeschwert. Miaro. Miaro Arlou.
" Miaro", sprach ich meinen Gedanken unbeabsichtigt aus.
" Hm?"
Seine blauen Augen schauten vom Fernsehen hinweg und blickten in meine. Dieses Blickkontakt ließ es in mir erschaudern. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man in seine aquablauen Wundern versank. Man mag mich verrückt, bescheuert, oder dumm nennen, aber für diese Augen würde ich töten. Sie strahlen seine Seele wieder. Durch diese Augen kann ich in ihn schauen, seine innersten Gefühle erkennen. Egal wie sehr er versuchen würde zu lügen, diese Augen funkeln nur im Licht der Wahrheit.
" Ach nichts..", antwortete ich kurz und wandte meinen Blick schmerzvoll von ihm ab.
Ich vermisste bereits eine Millisekunde nach dem Blickabbruch dieses geborgene Gefühl. Es herrschte eine Leere in mir, welche nur von ihm ausgefüllt konnte. Ich bildete mit meiner Hand eine Faust, welche ich fest verkrampfte, um mich abzulenken. Ich brauchte diesen Blick.
Erschreckend blickte ich neben mich, als ich seinen warmen Arm um meinem Nacken spürte. Er zog mich sanft zu sich und signalisierte mir, dass ich meinen Kopf auf seinen Schoß legen kann. Ich lächelte schüchtern und legte mich bequem hin. Wir schauten beide wieder zum Fernsehen, bei den Gedanken war ich jedoch nicht bei diesen komischen Autosachen. Miaro streichelte mir mehrmals sanft über den Arm hinunter zu meiner Hüfte, und wieder hinauf. Ich schloss entspannt meine Augen und genoss seine Berührungen, welche wie Stromstöße durch meinen Körper gingen.
" Reichst du mir mal das Popcorn"
Seine Stimme war tief, aber dennoch weich und sanft. Ich könnte ihm stundenlang beim Reden zuhören. Meine Hand erstreckte sich zum Tisch und ich zog eine kleine Schüssel zu mich. Anschließend drehte ich meinen Kopf so, dass ich Miaro direkt anschauen konnte. Dass ich wieder in seine funkelnden Augen blicken konnte.
Er bewegte seine Hand zur Schüssel, doch ich zog diese rechtzeitig weg und lächelte Miaro frech an. Tja, da zeigt sich mein Temperament mal wieder.
" Was zum-", sagte er verwundert und versuchte ein weiteres Mal, die Schüssel zu packen.
So einfach würde er die Schüssel nicht bekommen, das steht fest.
" Was gibst du mir für diese Schüssel", fragte ich spaßig und rieb mit meiner freien Hand Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger aneinander um die Interesse an Geld zu symbolisieren.
Mein Grinsen wurde breiter und auch er lächelte. Mein Lächeln verschwand unbeabsichtigt, als ich wieder in den Bann seiner Augen gezogen wurde. Es wurde alles nebelig, nur seine Augen waren klar zu erkennen. Und sie kamen immer näher. Sowohl ich, als auch Miaro bewegten unsere Köpfe zueinander. Langsam schloss ich meine Augen und konzentrierte mich nurnoch auf den Moment, als sich unsere Lippen vereinten. Meine freie Hand wanderte zu seinen blonden, wuscheligen Haaren. Ein Feuerwerk herrschte in mir, während sich unsere Lippen im Einklang bewegten. Dieser Junge gab mir die besten zwei Monate meines , derzeitig 15 jährigen, Lebens.
Als wir uns schwerenherzens, aus Sauerstoffgründen, wieder voneinander lößten, reichte ich ihm höflich das Popcorn. Er schüttelte den Kopf.
" Die brauch ich nicht mehr", lächelte er mich an.
Ich nickte errötet und richtete meinen Kopf wieder zum Fernseher. Die Hitze entfernte sich erst aus meinen Wangen, als ich meine Augen schloss und sanft einschlief. Ich träumte von dem Tag, an dem ich Miaro kennenlernte.

~Flashback bzw. Traum~

" Hey, hey, hey"
Ich saß auf der Couch und schaute zum Fenster, als mich eine bekannte Stimme mit diesen Worten begrüßte. Es war Rocky, meine beste Freundin, welche, wie jeden Tag, durch das Fenster ihren Weg in mein Apartement fand. Sie gesellte sich zu mich und schaute interessiert zum Fernseher. Es war Samstagnachmittag, weshalb nur wenige gute Sendungen zu sehen waren. Naja, für Rocky fand sich immer etwas, manchmal schaute sich dieses undefinierbare Mädchen sogar irgendwelche Doku´s an. Aber ich liebte sie trotz ihren komischen Angewohnheiten und wusste, dass sie mich ebenfalls so akzeptiert, wie ich bin. Glaubt mir, wäre Rocky ein Junge und würde Miaro nicht existieren, wäre ich Hals-über-Kopf in Rocky verliebt.
" Was haben wir heute vor?", fragte mich die Brünette, wandte den Blick jedoch nicht vom Bildschirm ab.
Ich zuckte unwissend mit den Schultern. In meinen Gedanken suchte ich nach irgendwelchen Terminen oder Verabredungen, finden konnte ich nichts.
" Na, dann lass uns doch bei dem schönen Wetter ein Eis essen gehen", schlug Rocky nach einigen Minuten vor und schaltete den Fernsehen bereits aus.
Verwundert schaute ich nach draußen. Rocky hatte Recht. Die Sonne ließ die Umgebung heller erscheinen, Vögel zwitscherten um die Wette und der Himmel erstrahlte in einem wunderschönen blau. Mein Blick wanderte wieder zu meiner Freundin. Ich nickte zustimmend und holte ein wenig Geld aus meinem Porte-Monnaie. Passend zum Wetter hatte ich knallrote HotPants und ein passendes Tshirt mit der Aufschrift " live, love, dance".
In der Eisdiele angekommen, suchten wir ungeduldig nach einem Sitzplatz. Ich schaute durch die Leute, und fand schließlich einen Tisch mit zwei Stühlen. Wir setzten uns an diesen und wartete auf die Bedienung. Neben uns am Tisch war eine jüngere Dame mit ihrem kleinen Sohn. Ihm ist wohl ein wenig Eis auf das Tshirt gekleckert, denn seine Mutter, falls es seine Mutter war, wischte die Schokokleckse behutsam weg. An einem anderen benachbarten Tisch saß unglücklicherweiße ein etwas unhygienischer Mann. Er hatte einen langen, graubraunen Bart, in dem ein paar- Naja, ich will nicht genau erklären, was da so alles "herumhing". Erschreckenderweise hatte dieser Mann zwei Wodka oder Whisky, oder was auch immer, Flaschen bei sich. Und das in einer Eisdiele! Sowas gehörte sich nicht, vorallem weil nur zwei Tische entfernter ein kleiner Junge saß.
" Kann ich ihre Bestellungen aufnehmen?", erschien endlich eine Kellnerin.
" Zwei Erdbeermilchshakes", bestellte Rocky für uns beide.
Die Kellnerin wollte gerade wieder gehen, als ich sie vorsichtig an den Arm tippte. Sie schaute mich verwundert an doch verstand, als ich unauffällig zu dem Alkoholiker zeigte. Sie nickte und ging zu einem weiteren Arbeiter. Es war ein großer, muskolöser Mann, was mich verwunderte, denn welcher Muskelprotz arbeitet schon in einer Eisdiele? Er ging selbstbewusst zu dem Mann hin und wies ihn daraufhin, das Lokal zu verlassen. Glücklicherweise war der Kerl noch nicht ganz so voll und verstand sofort - endlich zischte er ab.
" Was der hier wohl wollte", fragte sich Rocky, welche das ganze anscheint ebenfalls mitbekam.
Ich zuckte wieder mit den Schultern und schaute mich gelangweilt in der Gegend umher. Ein breites Lächeln kam mir ins Gesicht, als unsere kalten Getränke auf den Tisch gestellt wurden. Ich girff sofort zu und steckte mir den Strohhalm in den Mund, um den Milchshake einzusaugen. Er schmeckte unglaublich lecker. Während ich an meinem Eisgetränk herumschlürfte, beobachtete ich Rocky ein wenig, sie mich ebenfalls. Anschließend begannen wir beide zu kichern.
" Ich werde sicherlich bald einen günstigen Tanzlehrer finden! Ich werde das Tanzen noch lernen!"
Und das war das erste Mal, an dem ich seine Stimme hörte. Sie hörte sich vertraut und bekannt an, als würde ich sie von meinem früheren Leben kennen. Ich drehte mich zu der Stimme hin. Es war der Tisch, an dem soeben dieser alte Kerl saß. Ich sah nur den Hinterkopf eines blonden Junges, welcher zwei Erwachsenen gegenüber saß. Sicherlich seine Eltern. Auch Rocky´s Aufmerksamkeit war auf das Gespräch des benachbarten Tisches gerichtet, als sie das Wort " tanzen" hörte. Oh ja, wir beide tanzten mit Herz und Seele, wir lebten dafür.
" Du musst dich mit dem Finden beeilen, mein Sohn! Im Moment solltest du jede Hilfe annehmen, die dir zur Verfügung steht", sagte der ältere Mann.
Er sah sehr wohlhabend aus. Bei dem Wetter hatte er einen schwarzen Anzug an! Oh Gott darin würde ich glatt sterben.
" Wir sind Tänzer", rutschte es mir aus dem Mund.
Genau diese Momente meinte Rocky, wenn sie sagte, dass ich Sachen in Schwung bringe. Der Mann schaute mich und Rocky prüfend an und auch seine Frau musterte uns komisch. Ich lächelte entschuldigend und versuchte, die Situation zu erklären.
" Wir tanzen bei Shake It Up Chicago und haben so einige Moves drauf", gab ich ein wenig an und lächelte.
Rocky nickte zustimmend. Nun drehte sich auch der blonde Junge um. Es traf mich wie ein Schlag, als ich zum ersten Mal in diese aquablauen Augen blickte. Augenblicklich war alles, was ich einst war, für kurze Zeit verschwunden und übrig blieb ein hilfloses Mädchen, welches nur dank dem Blick des Jungen am Leben war. Ab diesem Moment war ich abhängig. Abhängig von ihm.
Ich war nicht sicher, wie dieser Junge fühlte, ob er mich nun für komisch hielt. Oder ob er vielleicht das gleiche in mir sah? Ich wusste es nicht.
" Ihr würdet meinen Sohn also unterrichten?", hörte ich seinen Vater sprechen.
Es kam mir so vor, als wäre seine Stimme mehr als 20 Meter entfernt. Als wäre diese Frage nicht an mich gerichtet. Glücklicherweise hatte Rocky die Antwort übernommen, ich war im Moment sowieso nicht mehr bei Sinnen.
" Danke. Hier ist meine Nummer, sagt mir bescheid, wann es los geht", erwiederte der Blonde und beendete unseren Blickkontakt, da er auf einen kleinen Zettel schrieb.
Er reichte mir schließlich das Stückchen Papier. Ich hebte vorsichtig meine Hand und schnappte mir die Nummer, wobei mein Finger seinen sanft berührte. Ich hatte Angst den Zettel fallen zu lassen, denn meine Hand zitterte so unglaublich stark.
Wenige Minuten später gingen Rocky und ich, unsere Getränke waren alle. Wir bezahlten und machten uns auf den Weg nach Hause. Rocky erzählte irgendetwas von einem neuen Tanz, neuen Schritten und weiterem, doch ich hörte ihr nicht zu. Beim Laufen blickte ich still auf den Boden und machte mir Sorgen über mich selbst.
Was war nur mit mir los? Wo war denn die alte CeCe, als ich diesen Jungen traf. Wieso fühlte ich mich so hilflos, als ich ihn anblickte? Ich war verwirrt. Nicht nur ein wenig verwirrt, nein, die Gedanken bereiteten mir schreckliche Kopfschmerzen. Ich fühlte mich so komisch, als hätte dieser kleine Moment mein ganzes Leben verändert.
" Pssh CeCe, es war nichts wichtiges, beruhige dich wieder..", flüsterte ich mir zu.
" Hast du was gesagt?", sprach mich Rocky auf mein Geflüster an.
Am liebsten würde ich ihr alles erzählen, doch Worte für mein Gefühltes gab es keine. Ich müsste neue erfinden, wahrscheinlich würden diese meine Situation aber auch nicht genau teffen. Um meine Gedanken ein wenig zu ordnen, schloss ich unbewusst die Augen. Ein Riesenfehler. Denn wenige Sekunden später spürte ich ein kaltes Metall an meiner Stirn und ich fiel geschockt nach hinten um. Rocky hielt aprupt an und beugte sich zu mir herunter.
" CeCe!", schrie sie hysterisch und streichelte mir sanft über die Wange.
" Es ist nichts..", flüsterte ich mit einem gefälschtem Lächeln und stand wieder auf.
Rocky nickte besorgt und verschränkte ihre Hand mit meiner. Das gab mir einerseits halt und anderseits beruhigte mich das ein wenig. Obwohl sie noch nicht einmal wusste, wie es mir gerade ging, schaffte sie es, mir zu helfen. Sie kannte mich einfach und war immer für mich da. Ich würde sie für nichts eintauschen wollen. Rocky war meine andere Hälfte - meine bessere Hälfte. Dazu fällt mir ein total schöner Spruch ein : Das tollste an mir ist meine beste Freundin!
Zuhause angekommen, entschlossen wir, dass Rocky bei mir schlief. Wir setzten uns gegen Abend auf mein Bett und redeten ein wenig. Meine Gedanken waren zum ersten Mal nicht bei diesem blonden Unbekannten, der mein ganzes Leben durcheinander gebracht hatte.
" Der Blonde war ja voll hübsch, stimmt´s?"
Tja, Rocky hatte jetzt voll ins Schwarze getroffen und dafür gesorgt, dass sich mein Magen wieder um 180 ° drehte. Ich nickte nur stumm und überlegte schnell, wie ich vom Thema ablenken könnte. Doch Rocky war nicht weiter auf das Thema eingegangen, sondern schnappte sich meinen Laptop und surfte ein wenig im Internet. Ich kam auf die Idee, ein wenig auf meinem Handy zu spielen. Also griff ich in meine Hosentasche und spürte dann den Zettel. Den Zettel mit der Nummer des Jungens, der mir den Kopf verdreht hatte. Und den Magen.
Ich zog den Zettel aus meiner Tasche und beobachtete ihn ein wenig. Als würde ich die Nummer bereits kennen, konnte ich sie nach wenigen Versuchen beinahe flüssig aufsagen.
" Ist das der Zettel von dem Jungen? Glaubst du, er ist noch wach?", fragte Rocky neugierig und schnappte sich schnell den Zettel.
Sie zückte ihr Handy aus ihrer Tasche und tippte die Ziffern ein. Mein Herz schlug schneller.
" Hallo?", kam es aus Rocky´s Handy.
Sie hatte den Lausprecher an.
" Hey, wir sind´s, deine zukünftigen Tanzlehrer", begrüßte Rocky ihn kichernd.
" Ah, cool. Was gibt´s denn, habt ihr schon einen Termin?", fragte der Junge.
Seine Stimmer klang durch das Handy nicht einmal ansatzweise so wundervoll, wie ich sie in Erinnerung hatte. Das Handy gab sie nicht so besonders wieder, wie sie war.
" Ich weiß nicht, aber morgen müsste bei uns passen. Bei dir?", machte Rocky einen Termin mit ihm aus.
" Klar, gegen drei Uhr? Wo wohnt ihr denn?"
Rocky überlegte kurz und sagte ihm dann meine Adresse. Also wird wohl bei mir geprobt. Also wird er den Boden meines Apartements betreten, also wird er in meinem Apartement anwesend sein.
Rocky und der Junge redeten noch eine kleine Weile.
" Ist denn die Rothaarige auch bei dir? Sie sagt ja garnichts", hörte ich aus dem Gespräch heraus.
Unbewusst errötete ich bei dem Gedanken, dass er an mich gedacht hatte.
" Mhm.. ja..", war das einzige, was ich herausbrachte.
Ich bekam Herzrasen und nasse Hände, vor Aufregung. Mir wurde ein wenig schlecht.
" Wäre cool, wenn ich dich nicht mehr nach deiner Haarfarbe benennen müsste", spaßte er und ich lächelte ein wenig.
" CeCe"
" CeCe? Toller Name. CeCe und Rocky also? Schick schick", antwortete er.
Mir war nicht ganz klar, ob dies nun als Kompliment gemeint war, oder aus einfacher Freundlichkeit.
" Und deine Name ist...?", fragte nun Rocky.
" Miaro. Miaro Arlou"
Miaro. Miaro, Miaro. Dieser Name hallte mir noch mehrmals im Kopf herum. Er hörte sich so vertraut an. Mier gefiel der Name sehr.
Während ich wieder in Gedanken versunken war, beendete Rocky bereits das Gespräch und schaltete den Laptop aus.
" Gehen wir jetzt schlafen?", fragte sie mich gähnend und kuschelte sich unter die Bettdecke.
Ich nickte und legte mich neben sie. Ich drehte mich mit dem Rücken zu ihr und schaute still in Dunkelheit. Ich konnte ihn ihr nichts erkennen. Genauso sah es in meiner Seele gerade aus. Ich konnte nichts klares erkennen, es war dunkel und chaotisch. Unbewusst schloss ich die Augen ud fiel in den Schlaf. Glücklicherweise war mein Traum nicht über Miaro.

" CeCe? Aufstehen!", hörte ich eine Stimme sagen, doch ich reagierte nicht darauf.
Erst als mir dreimal, mit voller Kraft, ein Kissen gegen den Kopf geschleudert wurde, öffnete ich ungewollt die Augen und schaute verärgert zu Rocky. Sie stand neben meinem Bett, mit dem Kissen in der Hand. Sie tat das öfter, aber trotzdem nervte es mich ganz schön.
" Mhm...!", stöhnte ich genervt und ließ meinen Kopf in das Kissen fallen.
Ich spürte Rocky´s wütenden Blick auf mir ruhen.  Schließlich brachte sie mich doch dazu, aufzustehen. Ich saß müde im Bett und schaute sie beschuldigend an.
" Wir haben halb eins. Noch zwei-einhalb Stunden, dann kommt Miaro", lächelte sie mich an und schaute in meinem Kleiderschrank nach ein paar Tanzklamotten.
Somit hatte sie mich komplett wach bekommen. Noch zwei-einhalb Stunden, dann wird er in meine Wohnung treten. Dann wird er die gleiche Luft wie ich einatmen. Meine Hände fingen vor Aufregung wieder an, zu zittern.
" Hier, nimm das T-Shirt und die Hose", sagte Rocky und warf mir zwei Teile herüber.
Ich schnappte mir die Sachen und verschwand dann im Bad. Zuerst ging ich Duschen, anschließend zog ich mich an und machte mich am Spiegel noch fertig. Ich trug ein wenig Mascara und Lidschatten auf. Rocky war bereits fertig und wartete in der Küche auf mich. Sie hatte sich wahrscheinlich in der Zeit, in der ich im Bad war, bei sich zuhause umgezogen, denn sie hatte ebenfalls nur einfache Sachen zum tanzen an. Ich setzte mich zu ihr in die Küche und wir frühstückten zusammen.
" Na, schon aufgeregt?", fragte sie, um ein Gespräch aufzubauen.
Ich nickte lächelnd. Und wie aufgeregt ich war! Mein Herz schlug mit jeder Minute, die vorbeiging, schneller. Als wir mit frühstücken fertig waren, waren es nurnoch eineinhalb Stunden. Wir entschlossen, schonmal die Musikanlage fertig zu machen, die Couch ein wenig zu verrücken und ein paar CDs herauszusuchen.
" Was macht ihr denn hier?", fragte eine junge Jungenstimme uns und ging auf die Tür zu.
" Nichts wichtiges. Wo willst du denn hin, Flynn?", fragte ich ihn ebenfalls.
" Henry", murmelte er und war auch schon aus der Tür gegangen, bevor ich antworten konnte.
Während ich noch ein paar Snacks in eine Schüssel schüttete und auf den Wohnzimmertisch legte, legte Rocky eine CD ein und ließ das Lied " TTYLXOX" laufen. Wir lächelten uns an und fingen gemeinsam an, zu tanzen. Das Tanzen ist seit meiner Geburt ein wichtiger Teil meines Lebens geworden. Ich kann einfach abschalten und mich von der Musik leiten lassen. Das einzige, wovor ich Angst habe, ist, dass meine Legasthenie mir manchmal in die Schritte hineinpfuscht und ich dann drucheinander komme. Allerdings passiert das nicht allzu oft. Während wir noch zu vielen weiteren Liedern tanzten, klingelte es plötzlich an der Tür. Mein Herzschlag, und ich selbst, blieben geschockt stehen. Prüfend schaute ich auf die Uhr. 14:56. Passend. Mein Puls erhöhte sich, die Hitze stieg mir bis in die Ohren, ich geriet unglücklicherweise in Panik. Mir wurde schlecht.
" Hey, Miaro", sagte Rocky als sie an die Tür ging.
" Hey, ihr", gab er wieder.
Ich schaute gefesselt zur Tür und dann zu ihm. Er stand in meiner Wohnung, nur knapp zwei Meter von mir entfernt. Seine Anwesenheit war atemberaubend. Seine blonden Haare entfernte er mit einem Schwung aus dem Gesicht und ließ mir freien Blick auf seine Augen zu. Mir ging es noch schlechter. Alles drehte sich, und bevor ich es realisieren konnte, wurde mir schwarz vor Augen.

" CeCe? CeCe, wach auf!", rief mir eine Stimme entgegen.
Ich öffnete meine Augen langsam. Über mich beugten sich zwei Augenpaare. Rockys braune Augen und... diese Blauen. Wäre ich nicht zu verwirrt gewesen, wäre ich wahrscheinlich wieder umgekippt. Ich schaute zwischen den beiden hin und her. Da bin ich doch tatsächlich weggekippt! Wie peinlich.
" Was ist passiert?", fragte Rocky mich besorgt und half mir beim Aufstehen.
Ich torkelte ein wenig auf der Stelle herum, bevor ich einigermaßen stabil auf der Stelle stand. Was mir passiert ist? Tja, ich habe den hübschtesten Jungen auf der Welt gesehen, und hab deshalb das Bewusstsein verloren! Toller Grund, echt, toller Grund.
" Ich weiß nicht, vielleicht war ich vom Tanzen überfordert, weil ich zu wenig geschlafen hab."
Eigentlich war Rocky zu schlau, um diese Ausrede anzunehmen, doch sie wendete nichts dazu ein und schaute mich besorgt an.
" Also kannst du jetzt nicht mitüben?", kam es nun von Miaro.
Ich strengte mich an, ihn nicht anzuschauen, um einen weiteren Kollaps zu vermeiden.
" Ich denke, ich setzte mich erstmal ein wenig hin", erklärte ich und setzte mich auf die Couch, mit dem Blick auf die beiden gerichtet.
Zuerst erklärte Rocky ihm die einzelnen Schritte. Er war ein mittelmäßiger Tänzer, nicht zu schlecht, aber auch nicht außergewöhnlich. Doch für mich war er mehr als bewundertswert. Ich schaute ihn eindringlich an, beobachtete jede seiner Bewegungen. Er bemerkte es nicht, denn er war zu sehr auf Rocky und ihre Anweisungen fixiert.
" Dann den linken Fuß nach vorne und den rechten zur Seite", erklärte sie ihm.
Er machte es nach und lächelte erfolgreich. Er konnte nun 32 Takte und tanzte diese schließlich mich Rocky. Seine Art und Weise hatte mich echt umgehauen. Er führte die Schritte so gleichmäßig aus, als würde er sie schon ein lebenlang kennen.
" Wow, du siehst echt gut aus", wollte ich ihn loben, doch das ging total nach hinten los.
" Ähm, ich meinte, das sieht echt gut aus!", verbesserte ich mich, wobei ich beschämt errötete.
" Tanz mit", forderte er mich auf und winkte mit seiner Hand zu sich.
Ich nickte schüchtern und Rocky wählte ein passendes Lied aus.
" Und fünf, sechs, sieben, acht!", fing sie an zu erzählen.
Anschließend führten wir alle die Schritte aus. Es sah so perfekt aus, wir passten einfach zusammen. Zum Schluss klatschten wir drei ein. Ein Stromschlag durchfuhr meinen Körper, als ich seine Hand berührte. Wir lächelten uns an. Sein Lächeln war so süß, so lieb. Er war ungefähr so groß wie Rocky, vielleicht auch ein wenig größer. Nach einer weiteren Stunde entschlossen wir, dass es für diesen Tag reichte.
" Dann tschau, ihr beiden!", lächelte er und verschwand aus der Tür.
Ich ließ mich erschöpft auf die Couch fallen, Rocky direkt neben mir.
" Der Typ ist echt süß!", schwärmte sie und ließ mich erschüttert zu ihr gucken.
" Meinst, meinst du das jetzt auf freundschaftlicher Basis, oder..?", ich traute mich garnicht, den Satz auszusprechen.
Rocky schaute mich ebenso entsetzt an und wir wussten beide, was das bedeutete. Zwei Mädchen, gleicher Junge.
" Und nun?", fragte sie besorgt.
Ich überlegte und schaute auf die Snacks in der Schüssel. Salzstangen. Ich schnappte mir zwei, eine knickte ich so, das sie kleiner war, als die andere. Hinter meinem Rücken vertauschte ich die beiden wild umher und zeigte sie dann Rocky, man konnte nur die oberen Teil sehen, sodass man nicht erkennen konnte, welche kurz und welche lang war.
" Die längere bekommt ihn", erklärte ich.
Rocky nickte entschlossen. Sie zögerte kurz und zog dann eine. Es war die kürzere, also hatte ich wohl den Jungen.

~ Flashback / Traum Ende ~

Bei diesen Gedanken erwachte ich erschrocken aus meinem Traum. Ich lag in meinem Bett, alleine. Miaro ist wohl schon gegangen. Ich setzte mich bedrückt auf und mir rollten ein paar Tränen über die Wange. Der Moment mit den Salzstangen war der letzte, den ich gemeinsam mit Rocky verbrachte. Ich könnte mich dafür schlagen, dass ich auf diese Salzstangenidee gekommen bin! Rocky ist an diesem Abend nachhause gegangen und hat seitdem nicht mehr mein Apartement betreten. Ich glaube, sie hatte Liebeskummer. Für Shake It Up hatten wir auch nicht mehr zusammen geprobt, unser Kontakt wurde einfach abgebrochen, als wären wir nie beste Freundinnen gewesen.
Und das alles nur wegen Miaro.
Wegen Miaro.
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