Eins zu einer Billion

von nala21
GeschichteRomanze / P16
Ares Gabrielle Xena
24.03.2012
06.07.2013
8
16.133
 
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24.03.2012 2.195
 
Die beiden gingen wieder zurück in die Hütte, Ares stützte Xena nach wie vor, und setzten sich an den kaputten Esstisch.
"Hast du Hunger?", fragte Ares.
"Und wie..."
"Wie wär's mit Kaninchen?"
"Hängt mir schon zum Hals raus..."
"Huhn?"
Xena nickte und musste plötzlich lachen, als ihr einfiel, wie Ares das letzte Mal ein Huhn gefangen hatte. Er merkte weswegen sie lachte und warf ihr einen beleidigten Blick zu.
"Soll ich das Huhn fangen?", stichelte sie.
"Nein, ich mach das!", sagte er demonstrativ, stand auf und ging mit seinem Schwert zu den Hühnern.
Xena grinste ihm hinterher und wartete ab.
Nach einigen Minuten kam er zurück, mit einem toten Huhn in der Hand, und warf ihr einen stolzen Blick zu.
"Wow!", Xena steckte Ares mit ihrem Lachen an.
"Ich hab das Huhn gefangen, du bist für die Zubereitung zuständig...", sagte Ares.
"Wieso ich? Ich bin schließlich der Gast!"
"Ich hab keine Ahnung, wie man kocht! Außerdem darfst du dich ruhig wie zuhause fühlen..."
"Das ist nett, Ares, aber du willst mir doch nicht wirklich erzählen, du hast in den letzten Wochen nur von Wasser und Brot gelebt?"
"Naja..."
"Dann wird's Zeit, dass du wieder etwas Vernünftiges zu essen bekommst, du musst ja groß und stark werden!" Xena grinste.
"Wenn du wieder gesund  bist, zeig ich dir wie stark ich bin!"
"Soll mir das etwa Angst machen? Außerdem, was macht dich so sicher, dass ich dann immer noch hier bin?"
"Naja, ich hatte gehofft, dass du noch etwas hier bleibst..."
"Ares, du weißt, dass das nicht geht."
"Nur bist du wieder gesund bist! In deinem Zustand wäre es auch schwer für dich, irgendwelche Bösewichte zu bekämpfen!"
"Du lässt mir keine andere Wahl, oder?"
Ares lächelte und schüttelte den Kopf.
Schließlich kochte doch Ares das Essen, da Xena immer schwächer wurde. Sie gab ihm natürlich die Anweisungen, welche er erstaunlich gut befolgte. Die beiden aßen gemeinsam und die Schwarzhaarige lobte Ares danach für seine frisch entdeckten Kochkünste.
"Xena?"
"Hm?"
"Wolltest du mich besuchen kommen?"
"Eigentlich wollte ich Gabrielle besuchen."
"Weißt du, ich habe die ganze Zeit gedacht, dass du nicht zurück kommst, weil du nichts für mich empfindest. Aber ich habe trotzdem gehofft, dass du zu mir kommst, weil du doch Gefühle für mich hast.", sagte Ares, "Ich verüble dir nicht, wenn du schnell wieder gehen willst."
"Ares,..."
"Ich möchte nur, dass du weißt, dass mir alles leid tut."
"Ich habe dir verziehen."
"Wirklich?"
"Wirklich."
"Ich möchte nicht, dass du wieder gehst."
"Das werde ich auch nicht, vorerst. Das würde ich nicht schaffen."
"Du... willst vorerst bei mir bleiben?" Seine Stimme klang hoffnungsvoll.
"Wenn es dir nichts ausmacht, auf dem Boden zu schlafen..." Xena musste leicht lächeln.
"Du kannst das Bett haben."
"Danke. Ich bin ziemlich müde. Hast du was dagegen, wenn ich...?"
"Nein, wenn du schlafen gehst, geh ich auch schlafen."

Die beiden gingen ins Schlafzimmer. Ares nahm sich eine dünne Decke und legte sie neben das Bett auf den Boden. Dann zog er sein Hemd aus und warf es zu Boden. Xena ertappte sich dabei, dass sie seinen wohlgeformten Oberkörper anstarrte. Sie fasste sich schnell wieder und zog sich schnell aus, sodass sie noch ihre Unterwäsche anhatte. Dabei beobachtete Ares sie interessiert. Selbst als sie ihm einen warnenden Blick zuwarf, machte er keine Anstalten, seinen Blick von ihr abzuwenden. Er machte es sich auf dem Boden gemütlich, soweit man es sich dort gemütlich machen konnte, während Xena sich in sein Bett legte.
"Schläfst du schon?", fragte Ares nach einer Weile.
"Nein."
"Kannst du auch nicht einschlafen?"
"Nein."
"Ich habe dich wirklich vermisst."
"So schlimm wird es ohne mich schon nicht gewesen sein."
"Oh doch, es war kaum auszuhalten."
Xena antwortete für eine Weile nicht. Daraus schloss Ares, dass sie eingeschlafen war. Dabei lag sie wach und wusste einfach nicht, was sie sagen und denken sollte.
"Ganz schön ungemütlich...", sagte er zu sich selbst.
"Jammerlappen.", ertönte aus dem Bett.
"Was?!"
"Du bist ein elender Jammerlappen."
"Sagt die sturste Person überhaupt."
"Idiot."
"Stures Weib!"
"Mistkerl!"
"Darf ich ins Bett kommen?"
"Ja."
Ares stand sofort auf und kam in das Bett gekrochen. Xena rückte ein Stück und die beiden lagen ruhig nebeneinander. Keiner der beiden wollte etwas sagen. Ares überlegte, ob er näher an sie heran rücken sollte. Nein, Xena würde ihn sowieso abweisen. Oder war es  einen Versuch wert?
Draußen tobte ein Gewitter und der Wind blies durch das kaputte Fenster quer durch das Zimmer. Xena kuschelte sich unter die Bettdecke. Viel brachte es nicht, kalt war es trotzdem. Ares begann zu zittern und mit den Zähnen zu klappern. Er versuchte sich dagegen zu wehren, aber er fror zu sehr.
Xena bemerkte, wie kalt ihm war und seufzte. Sie würde es wahrscheinlich noch bereuen, aber sie rückte dicht zu ihm und deckte ihn mit einem Teil ihrer Decke zu. Nun lagen sie beide unter der Decke, noch dazu aneinander gekuschelt.
"Danke." Ares lächelte.
"Du bist mir was schuldig."
"Natürlich! Dafür, dass du mich in meinem Bett schlafen und mich mit meiner Decke zudecken lässt!"
Die beiden lachten kurz und lagen dann wieder ruhig beieinander. Nach einiger Zeit schliefen sie ein.
Als Ares aufwachte, war es gerade dabei hell zu werden. Xena lag in seinen Armen und schlief unruhig. Er stellte fest, dass sie leichtes Fieber hatte. Ihr ging es wohl schlechter als sie zugeben wollte. Ares rückte vorsichtig noch näher an sie heran und nahm sie etwas fester in den Arm. Xena kuschelte sich automatisch an seine Brust. Er lächelte leicht und gab ihr sachte einen Kuss auf die Stirn. Dann schlief er wieder ein.

Xena wachte erst gegen Mittag auf. Sie bemerkte, dass sie alleine im Bett lag und war zu ihrer eigenen Verwirrung etwas enttäuscht darüber, Ares nicht neben ihr vorzufinden.
Sie beschloss aufzustehen, was ihr mit der Wunde etwas schwer fiel. Plötzlich hörte sie aus der Küche einen lauten Knall, es klirrte und Ares fluchte.
Er erschreckte sich, als sie den Raum betrat.
"Was war das?", fragte Xena.
"Ein gescheiteter Versuch dir Frühstück zu machen.", antwortete er und wies auf das herunter gefallene Geschirr hin. Die Kriegerin konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.
"Das findest du lustig, was?" Er klang ernst, fing aber auch bald an zu lachen.
"Ja, lustig und...  nett.", sagte sie.
"Nett?"
"Das mit dem Frühstück machen war ein netter Gedanke."
"Das werde ich auch, sobald ich das hier aufgeräumt und dich wieder ins Bett gebracht habe."
Er hob sie auf einmal hoch und brachte sie ins Schlafzimmer.
"Ich muss nicht wieder ins Bett.", sagte sie, nachdem er sie runter gelassen hatte.
"Oh doch. Du hattest heute Nacht Fieber und brauchst Ruhe. Tu mir den Gefallen."
"Ich schätze du lässt mir keine andere Wahl." Xena seufzte und legte sich wieder in das Bett, während Ares triumphierend lächelte und wieder in Richtung Küche verschwand.
Xena war gerade tief in ihren Gedanken über sich und Ares versunken, als er mit einem Tablett voll mit Obst und Brot ins Zimmer kam.
"Mehr hatte ich nicht." Er setzte sich auf die Bettkante und gab ihr das Tablett.
"Danke." Xena lächelte und stopfte sich eine Weintraube in den Mund.
"Ich hätte nichts dagegen dir jeden Tag Frühstück zu bringen."
"Verlockendes Angebot..."
"Findest du?"
"Oh  ja! Ähm, kannst du mir mal das Wasser reichen?"
"Ha ha! Deine Witze waren schon besser, Xena!", sagte Ares, während er ihr das Wasser gab.
"Ach, findest du?"
"Ja!"

Die beiden lächelten sich kurz an und Ares beugte sich gerade zu ihr, um sie zu küssen, als die beiden plötzlich jemanden an der Tür klopfen hörten. Ares verdrehte genervt die Augen und sagte "Immer, wenn es spannend wird!"
"Ares, bist du da?", ertönte von draußen Gabrielles Stimme.
"Blondie und ihr Timing!", sagte Ares und seufzte.
Xena grinste. "Sie hat eben ein Gefühl dafür entwickelt, wann sie mich aus der Klemme holen muss."
"Sag was du willst. Wir wissen beide, dass du es auch wolltest."  
"Mmh... Willst du sie nicht rein lassen?"
"Nein."
Xena sah ihn mit ihrem Schmollmund an.
"Oh nein, das zieht bei mir nicht mehr... Jetzt hör schon auf mich so anzuschauen!"
Sie wusste, dass sie ihn fast soweit hatte und beschloss noch einen drauf zu setzen. Sie sah ihm tief in die Augen und streichelte seine Wange mit ihrer Hand.
"Ich würde mich SEHR dankbar zeigen, Ares... Und du hättest einen Wunsch frei."
Ares zog die Augenbrauen hoch und nickte mit einem Grinsen. "Na, wenn du so sehr drauf bestehst..." Er stand auf und ging zur Tür, wo eine aufgeregte Gabrielle auf ihn wartete.
"Was willst du?"
"Ist Xena zufällig bei dir?"
"Und wenn?"
"Ich muss mit ihr sprechen."
Ares seufzte und ließ sie herein.
"Wo ist sie?"
"Im Schlafzimmer."
Gabrielle zog beide Augenbrauen hoch, sehr zu Ares' Vergnügen, denn er wusste, was Xenas Freundin jetzt dachte. Sie ging ins Schlafzimmer. Ares kam hinterher und amüsierte sich über ihren Blick, als sie sah, dass Xena in seinem Bett lag.

"Xena? Können wir kurz alleine reden?", fragte Gabrielle.
"Freut mich auch dich zu sehen! Ares, lässt du uns bitte kurz alleine?"
"Sicher." Ares verschwand aus dem Zimmer und die Blonde setzte sich auf die Bettkante.
"Wie läuft's mit Virgil?", fragte Xena.
"Ziemlich gut, aber ich vermisse dich."
Die Schwarzhaarige lächelte sie an. "Hast du mich nur aufgesucht, um mir das mitzuteilen?"
"Nein, es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht."
"Die schlechte zuerst."
"Gaskar und seine Leute sind Ares wieder auf den Fersen."
"Was?!"
"Sie sind dem achtköpfigen Monster aus der Höhle offensichtlich entkommen und wollen nach wie vor Rache nehmen."
Xena schloss kurz die Augen und atmete durch. "Und die gute Nachricht?"
"Virgil und ich... wir werden heiraten."
"Das freut mich für euch!"
Die beiden umarmten sich herzlich. "Danke.", sagte Gabrielle, "Und wann heiratet ihr?"
"Wer?!"
"Na, du und Ares! Hat er dich schon gefragt?"
"Nein! Wir sind nicht..."
"Wieso nicht?"
"Vielleicht, weil das Ares ist, über den wir sprechen?"
"Xena, tu nicht so!"
"Worauf willst du hinaus?!"
"Wir wissen doch beide, dass du ihn gern hast. Und er liebt dich auch!"
"Gabrielle!"
"Wenn du ihn nicht liebst, warum bist du dann hier?"
"Deswegen." Xena warf die Bettdecke beiseite und zeigte ihrer Freundin ihren Verband, der um den Bauch gewickelt war und offensichtlich schon wieder gewechselt werden musste.
"Was ist passiert?"
Xena erzählte Gabrielle die ganze Geschichte, ließ jedoch die Nacht zu zweit im Bett aus.
"Du bist also doch hier, weil du ihn liebst!"
"Nein!"
"Doch, du hast dein Leben riskiert um seins zu retten!"
"Das hätte ich für jeden getan und das weißt du!"
"Für Cäsar?"
"Der ist eben die Ausnahme!"
"Und für Alti oder Dagnin oder Gurkan?"
Xena warf ihrer Freundin einen wütenden Blick zu. "Gut, ich hab's getan, weil ich Ares gern habe, jetzt zufrieden?"
"Nicht ganz."
"Was denn noch?!"
"Ich möchte, dass du ihm das auch sagst."
Die Schwarzhaarige zeigte Gabrielle einen Vogel.
"Xena, ich will, dass du glücklich bist. Auch wenn es mir schwer fällt zu glauben, dass man mit ihm glücklich sein kann... Jedenfalls weiß ich, dass du dich bei ihm wohl fühlst."
Die Kriegerin sah sie nur stirnrunzelnd an.
"Du kannst mir nichts vormachen. Und wenn ihr nicht als Paar zu unserer Hochzeit kommt, dann... dann... seid ihr beide nicht mehr eingeladen."
"Das ist nicht fair!"
"Es soll nicht fair sein, sondern effektiv! Denk an meine Worte!" Gabrielle stand auf und drückte Xena eine Einladung zu der Hochzeit in die Hand. Dann zwinkerte sie ihr zu. "Wir sehen uns bei der Hochzeit!"
Die Kriegerprinzessin seufzte nur und lächelte sie gespielt an. Daraufhin verließ Gabrielle grinsend den Bauernhof.
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