Eins zu einer Billion

von nala21
GeschichteRomanze / P16
Ares Gabrielle Xena
24.03.2012
06.07.2013
8
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24.03.2012 1.661
 
Xena war auf dem Weg zu Virgil, da er ihr einen Boten geschickt hatte mit der Nachricht, dass sie ihn und Gabrielle besuchen kommen sollte.
Virgil und Gabrielle waren seit kurzem ein Paar und Xena's Freundin war zu ihm gezogen.
Xena vermisste sie, aber sie wollte, dass Gabrielle glücklich war. Trotzdem war es unglaublich still ohne sie und langweilig, wenn Xena gerade keine Bösewichte verprügelte.
Die Kriegerin lief eine Landstraße entlang und genoss die wärmende Sonne und das friedliche Gezwitscher der Vögel, als plötzlich ein Mann angerannt kam. Sie kannte ihn nur zu gut: schwarzes Haar, äußerst gut gebaut und sehr gutaussehend... Sie biss sich auf die Unterlippe und merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. In seinem Gesicht spiegelte sich Angst wieder. Er sah sie und in seinem ängstlichen Gesicht war eine Spur von Freude zu sehen. Doch eh einer der beiden etwas sagen konnte, kam ein Mann auf einem Pferd angeritten. Nun wusste Xena, wovor Ares weggelaufen war. Der Mann hielt kurz vor ihnen an und stieg von dem Pferd. Er zog sein Schwert und ging auf den ehemaligen Kriegsgott los. Dieser wich ungeschickt aus und wurde schließlich an der Wange verletzt. Die Kriegerprinzessin stand derweil daneben, denn sie wusste, dass er es ihr nie verzeihen würde, wenn sie eingreifen würde, wenn es nicht dringend nötig war. Doch sie schien die Situation zu unterschätzen, denn der Angreifer schlug Ares ins Gesicht und machte sich bereit, um ihm das Schwert ins Herz zu stechen. Xena reagierte, jedoch nicht so, wie man es erwartet hätte.

"Nein!", hörte man es hallen.
Ares konnte es nicht fassen; der Treffer war für ihn bestimmt, er hätte ihn abbekommen und leiden sollen. Doch sie hatte sich schützend vor ihn gestellt und musste nun die Konsequenzen dafür tragen. Der Ex-Gott stand für einen Moment nur da und war wie betäubt, nahm nichts mehr wahr. Weder das leise Vogelgezwitscher, noch das warme Sonnenlicht, das sanft auf seinen Armen brannte.
Er nahm nur seine Kriegerprinzessin wahr. Sie, von der er niemals erwartet hätte, sich für ihn zu opfern. Sie, die einzige, die er je geliebt hatte. Als er sie betrachtete, wie sie regungslos und mit Blut beschmiert auf dem dreckigen Boden lag, spürte er langsam, wie ihm Tränen in den Augen brannten.
Ehe er sich versah, hatte er ihr Schwert gezogen. Er betrachtete es für einen kurzen Moment, der ihm selbst wie eine halbe Ewigkeit erschien. Er konnte praktisch vor sich sehen, wie sie zum ersten Mal damit tötete, nachdem er es ihr geschenkt hatte. Ihr Augen waren damals von einem wilden Leuchten erfüllt gewesen.
Jetzt konnte Ares förmlich spüren, wie seine bessere Hälfte starb.
"Wenn ich sie schon nicht retten kann, räche ich sie wenigstens!", dachte er, ihr Schwert immer noch fest in der Hand haltend.
Kurz darauf stürzte er sich damit auf seinen Gegner, so aggressiv wie noch nie zuvor.
Ares kämpfte tapfer und stach dem anderen das Schwert ins Herz, spürte dessen warmes Blut, das von der Klinge auf seine Hand tropfte. Dabei wurde ihm klar, dass diese ganze Wut überhaupt nicht dem Abschaum von Gegner galt, er wollte sich schließlich zu recht an Ares rächen. Nein, er war wütend auf Xena.
Nach all dem, was sie zusammen erreicht und erlebt hatten, hat sie ihn die letzten Jahre zurückgewiesen, ihn nur an sich heran gelassen, wenn sie ihn für irgendwelche Drecksarbeit brauchte, hatte mit seinen Gefühlen gespielt.
Und jetzt bestand die Gefahr, dass sie ihn für immer verließ!
Er brauchte sie zu sehr, um sie zu verlieren. Er liebte sie zu sehr.
"Das darf nicht passieren, das werde ich nicht zulassen!", dachte er und kniete sich zu ihr auf den Boden. Er hielt sie vorsichtig in seinen Armen und rüttelte sie leicht, nannte ein paar Mal ihren Namen. Er konnte sein Glück kaum fassen, als sie plötzlich blinzelte und langsam die Augen öffnete. Sie war sehr schwach und wollte etwas sagen, als Ares sie davon abhielt.
"Shh, bleib ruhig."
Er strich leicht mit dem Handrücken über ihre Wange, was sie leicht zum Lächeln brachte. Er war etwas verwundert darüber, dass sie sich nicht wehrte, als er sie in seine Hütte trug. Dort angekommen, legte er sie langsam auf sein Bett, zog ihr zuerst die Stiefel aus, dann die Rüstung und verarztete die große Wunde an ihrem Bauch.
"Du solltest etwas schlafen.", sagte er anschließend.
Xena nickte müde und platzierte sich so im Bett, dass es ihrem Bauch nicht schadete, aber trotzdem gemütlich war. Ares deckte sie fürsorglich zu.
"Ares?"
"Ja?"
"Danke..."
"Gerne, mein Schatz.", sagte Ares.
Irgendwie gefiel es Xena, wie er sich um sie kümmerte.

Nachdem die Kriegerin eingeschlafen war, saß Ares immer noch eine Weile auf der Bettkante und beobachtete sie. Sie sah so friedlich aus und lächelte leicht im Schlaf, als er sachte über ihren Arm streichelte.
Er beschloss, etwas an der Hütte zu arbeiten, wie er es ihr vor ein paar Wochen versprochen hatte. Eigentlich war es ein leeres Versprechen gewesen, aber er wollte es jetzt für sie tun. Also arbeitete er das Dach auf, räumte auf, putzte etwas und fütterte die Tiere. Er hatte auch vor die Kuh zu melken, doch dieser Versuch scheiterte. Ares musste über sich selbst lachen, als er sich wieder auf den Weg ins Schlafzimmer machte.
Als Xena aufwachte, lag sie immer noch zugedeckt in dem Bett. In SEINEM Bett. Trotzdem blieb sie liegen und wollte versuchen, weiter zu schlafen, doch ihre Gedanken, die um den ehemaligen Gott des Krieges kreisten, ließen ihr keine Ruhe. Sie wollte nicht an ihn denken, wollte sich keine Gefühle für ihn eingestehen. Aber andererseits wollte sie glauben, dass er sich geändert hatte, wollte ihm ihr Vertrauen schenken, wollte bei ihm sein. Sicher war, dass in ihm immer noch der Kriegsgott schlummerte.
Aber war es nicht trotzdem einen Versuch wert?

Ihre Gedanken wurden gestört, als Ares das Zimmer betrat.
"Du bist wach?", er versuchte, überrascht zu klingen.
Sie nickte. Er gähnte, denn er war von der ganzen Arbeit geschafft. Xena sah ihm die Müdigkeit an.
"Ich lege mich im Wohnzimmer etwas hin, wenn's recht ist... Wenn du was brauchst, sag bescheid!", sagte er zu ihr. Eigentlich wollte er das Bett mit ihr teilen... Aber sobald er das vorschlagen würde, hätte er noch weniger Chancen als "Eins zu einer Billion".
"Ich brauche DICH...", sagte sie nach einem kurzen Zögern. Er sah sie überrascht an.
"Komm! Das ist ein Befehl!", sagte sie lächelnd und machte mit einer Handbewegung klar, dass er sich zu ihr legen sollte. Ares grinste und kam sofort ins Bett gekrabbelt, hielt jedoch etwas Abstand. Er wollte sie nicht mehr bedrängen. Xena lächelte, es war ein gutes Zeichen für sie, dass er ihr Freiraum lassen wollte. Vielleicht begann er endlich, sie zu verstehen und auf ihre Bedürfnisse und Wünsche zu achten. Sie war sich sicher, dass sie das Richtige tat.
Für einen Moment lagen sie still nebeneinander. Beide wussten nicht, ob und was sie reden sollten. Plötzlich seufzte sie entspannt und nahm seine Hand. Er lächelte überrascht und hielt ihre Hand fest.
"Bist doch sonst nicht so schüchtern...", sagte sie mit leichtem Lächeln.
"Ich wollte einfach, dass du auch mal die Initiative ergreifst...", antwortete er mit einem Grinsen.
Es fühlte sich so gut an, ihre Hand zu halten! Natürlich wollte er mehr, aber jetzt war wahrscheinlich nicht der Zeitpunkt dafür. Und das letzte, was er wollte war, es wieder kaputt zu machen.
Die beiden schwiegen wieder einige Minuten und lagen bloß nebeneinander, die Hände ineinander verhakt und zwischendurch ein Lächeln austauschend. Langsam kam sie ihm näher, er freute sich schon auf den Kuss und kam ihr ebenfalls entgegen. Es dauerte nicht lange und ihre Lippen berührten sich kurz, doch es sollte nicht sein. Sie wurden gestört, als draußen jemand an die Tür klopfte. Xena entfernte sich etwas von Ares.
"Willst du nicht zur Tür gehen?", fragte sie.
"Eigentlich nicht..."

Doch der Gast schien nicht gehen zu wollen.
"Hallo? Ist jemand zuhause?", ertönte Greba's Stimme von draußen.
"Sie lässt mich einfach nicht in Ruhe...", flüsterte Ares genervt.
"Und das stört dich? Letztes Mal, als wir hier waren, warst du ganz wild darauf, sie näher kennen zu lernen...", entgegnete Xena.
"Hör ich da etwa Eifersucht in deiner Stimme?", Ares grinste.
"Das hättest du wohl gerne!"
"Es gibt jedenfalls keinen Grund, eifersüchtig zu sein, Liebes! Ich hatte schon am ersten Tag die Schnauze voll von der!"
"Und das soll ich dir abkaufen?"
"Ja! Sie dachte, dass... du und Gabrielle, dass ihr meine Töchter seid und hat mich als älteren Mann bezeichnet..."
Xena fing sofort an zu lachen, als sie das hörte.
Greba war immer noch draußen und hämmerte gegen die Tür.
"Die nervt wirklich!", sagte Xena, "Ich hab eine Idee , wie du sie los wirst..."
Ares warf ihr einen fragenden Blick zu und half ihr zur Tür, schließlich war sie immer noch schwer verwundet. Sie öffneten gemeinsam die Tür und Greba verzog ihr Gesicht, als sie sah, dass Ares einen Arm um Xena's Taille gelegt hatte.
"Hallo Greba!", begrüßte Xena sie freundlich, "du kennst mich sicher noch?"
"Ja... Du bist seine Tochter!"
Ares bemühte sich, seine Wut zu unterdrücken. Xena unterdrückte währenddessen ein Lachen.
"Nein, ich bin seine Frau!", sagte Xena und gab dem früheren Gott einen leidenschaftlichen Kuss. Er erwiderte den Kuss mit genauso viel Leidenschaft und stützte Xena wegen ihrer Verletzung.
Greba riss die Augen auf, drehte sich enttäuscht um und stapfte zurück zu ihrem Bauernhof.
Ares und "seine Ehefrau" schienen das kaum zu bemerken, sie küssten sich weiterhin.
"Gute Strategie...", sagte er nach dem Kuss lächelnd.
"Find ich auch.", entgegnete sie.
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