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The Path between hatred and love of a God

von Sethereth
GeschichteDrama, Fantasy / P18
Ares Gabrielle Xena
19.03.2012
05.08.2014
5
8.672
 
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19.03.2012 1.389
 
Ares war äußerst schlecht gelaunt. Er hatte schlecht geschlafen und er wusste auch ganz genau warum. In den letzten 5 Nächten waren seine Träume nicht mehr das, was sie einmal waren. Und jedes Mal war immer SIE darin vorgekommen. SIE, die Eine mit diesen verdammten eisblauen Augen, SIE, die er hasste wie die Pest und doch mehr als alles andere auf der Welt wollte. SIE, die er doch nie haben würde, die Kriegerprinzessin - sein ungeschliffener Diamant.

Xena war in seinen Träumen und rief nach ihm. Doch jedes Mal, wenn er sie fast hatte, verschwand das Miststück wieder. Doch das war noch nicht das schlimmste. Nein, der spaßige Teil folgte erst noch. Er stand plötzlich auf einem Feld, das Gras war grün, die Sonne schien, alles war friedlich. Und dort stand sie, wartete schon auf ihn. Sie sah ihn an, deutete ihm mit dem Kopf zu ihr zu kommen. Doch wenn er nur einen Schritt auf sie zumachte, änderte sich das Szenario schlagartig. Das Feld was das gleiche, doch es war inzwischen ein Schlachtfeld.

Er sah wie Menschen sich gegenseitig abschlachteten, Gewalt und Tod wo hin man blickte und sie war mittendrin! Ares störte es nicht sonderlich, er sah dem Ganzen ungerührt zu. Er war nicht irgendein Gott, er war der Kriegsgott, es störte ihn nicht wenn Menschen starben, das gehörte dazu. Und wenn er Xena so beobachtete, sie schien es auch nicht sonderlich zu stören, im Gegenteil, sie schien eher komplett in ihrem Element. So wie sie in die Luft sprang, ihre Klinge mit tödlicher Präzision durch die Luft sauste, von Tod und Verderben sang und niemals ihr Ziel verfehlte, sah es für ihn aus als würde sie tanzen.

Sie kannte keine Gnade, metzelte alles um sich herum nieder, kannte kein Erbarmen, keinen Schmerz, die Lippen waren zu einem tödlichen Lächeln verzogen - das war die wahre Kriegerprinzessin! Er hatte selten was Schöneres gesehen!

Doch der Schluss war dann nicht mehr so entspannt. Er sah sie, wie sie inmitten von Gefallenen stand, von oben bis unten mit Blut bespritzt und er hörte wie sie ihr Schwert fallen ließ, um mit schreckensbleichem Gesicht ihre Hände anzustarren. Dann hob sie den Kopf, begegnete seinem Blick und ihre Worte trafen ihn jedes Mal auf neue mitten ins Herz.

„Das ist es also, was du willst? Was du aus mir gemacht hast? Dafür hast du mich auserwählt - um zu töten? Um Leben auszulöschen? Die perfekte Kriegerin, die ohne Reue in jede Schlacht zieht?“ Ihre Augen hielten seine gefangen und füllten sich dann mit Tränen. Ares Herz zog sich jedes Mal wieder in seiner Brust schmerzhaft zusammen.

„Ich bin nicht der perfekte Krieger Ares, ich bin ein Monster! Und du bist eins!“

Danach passierte ebenfalls immer das gleiche. Sie griff nach ihrem Schwert und stieß es sich, eher er sie aufhalten konnte, selbst tief in die Brust. Ihr Blut vermischte sich mit dem der Gefallenen und sie sank auf die Knie. Der Traum hörte jedes Mal damit auf, das er auf sie zustürzte und sie in seine Arme riss, nur um dann dabei zusehen zu müssen, wie seine tödlich verletzte Xena in seinen Armen lag und starb.

„Zum kotzen!“

Ares hätte diese Träume nur zu gern ignoriert, aber dafür waren die zu detailliert und zu genau. Und spätestens nach der 3 Wiederholung hatte Ares begonnen sich Sorgen um Xena zu machen. Niemals, komme was wolle, würde er zulassen, dass sein Traum Wirklichkeit werden würde. Vorher riss er sich sein Herz lieber freiwillig heraus als diesen Schmerz in natura miterleben zu müssen.

Nein, sie war kein Monster! Und er war auch keins! Okay, sie hatten beide schon unglaubliche Gräueltaten verübt, Dinge auf die er in früheren Zeiten sogar stolz gewesen war. Er, genau wie sie! Aber heute nicht mehr, sie waren beide inzwischen anders.

Xena hatte Gabrielle, die sie bei Verstand hielt. Solange diese Frau lebte und bei Xena blieb, würde die alte Kriegerprinzessin nie wieder das Licht der Welt erblicken. Darauf würde er sogar seine Unsterblichkeit verwetten.

Und er? Nun... er hatte Zeit gehabt und Xenas eingeräumte Chance sich zu ändern ergriffen. Zwar sehr spät, das gab er zu, aber er hatte sich geändert. Dies in der naiven Hoffnung, dass sie in ihm irgendwann vielleicht doch den Mann sehen würde, der er so gerne für sie wäre.

Gebracht hatte es ihm bisher wenig, aber er musste sie sowieso suchen gehen. Schon alleine um sich zu vergewissern, dass sie wohlauf war, lebte und es ihr gut ging. Außerdem war ein Treffen zwischen ihr und ihm längst überfällig, länger als 4 Wochen vergingen nie, bis sie sich wieder trafen oder gegenüberstanden. Je nach dem!

Und er war sich bei ihr auch nie sicher, wie ihre Reaktion auf ihn ausfiel. Sie war was ihn anging unberechenbar und ja, darauf bildete er sich etwas ein! Einer anderen Frau hätte er niemals so viel durchgehen lassen, wie ihr. Aber sie war auch die Ausnahme von der Regel. Mit Xena war alles möglich! Allerdings war es was ihn anging auch nicht sonderlich anders, auch er wusste nie, ob er sie zur Begrüßung angreifen oder lieber küssen wollte.

~*~

Xena war inzwischen schon eine ganze Weile geritten. Sie wusste, dass es bei Ares überhaupt nichts brachte, wenn man einfach so zu ihm betete. Das funktionierte vielleicht bei Zeus oder Aphrodite, aber nicht bei ihm.

Nein, Hades wollte ganz klischeehaft in einem Tepel verehrt und angebetet werden. Und leider lag ein Tempel des Ares nicht unbedingt in der Nähe von der Stadtz, wo sie und Gabrielle sich niedergelassen hatten. Er war 3 Tagesritte entfernt und Xena hatte bei der Erkenntnis mehr als nur mit den Zähnen geknirscht. Aber, sie musste dahin, auch wenn sie noch so sauer auf diesen Idioten von einem Gott war, es musste sein. Denn wenn sie ehrlich zu sich war, sie machte sich Sorgen um ihn.

Gabrielle hatte Recht gehabt, sie hatte von Hope geträumt und Puff war diese schon sehr bald darauf auf der Bildfläche erschienen. Gabrielle hatte nur 3 Mal von Hope geträumt, sie, Xena, träumte diesen Traum nun schon seit vollen 6 Tagen. Und das in einer Art und Weise, so echt und detailgetreu, sie konnte sich an jede Szene so gut erinnern, als wäre es passiert. Es war einfach gruselig, unheimlich und am meisten Sorgen bereitete ihr die Tatsache, dass sie wirklich nicht wusste, was sie von dem Ganzen hier halten sollte.

~*~

Ares hatte sich auf der Stelle an den Ort transportiert, wo Xena und Gabrielle das letzte Mal gewesen waren. Als er jedoch das Haus betreten hatte, war es leer gewesen. Die Frauen waren also weitergezogen und er knurrte gereizt vor sich hin. Erst beim 3. Anlauf konnte er die vertraute Signatur von Gabrielle ausmachen. Sie saß in einem kleinen Haus und war mir einer Liste beschäftigt, in die sie Waren ein- und austrug.

„Gabrielle“ Besagte schaute hoch und ihre Augen wurden groß.

„Ares, was machst du hier? Hast Xena dich etwa nicht gefunden?“ sofort ließ sie die Liste fallen und kam auf ihn zu. Ihre Augen verdunkelten sich als ihn von oben bis unten musterte und in Ares begannen sämtliche Alarme auf einmal zu schrillen.

„Was soll das heißen, Xena hat mich nicht gefunden, sie weiss doch gar nicht, dass ich sie suche!“

„Aber sie sucht dich. Sie hat sich zu deinem Tempel nach Argos aufgemacht, seid ihr euch bei der Gelegenheit nicht über den Weg gelaufen?“ echte Sorge machte sich auf ihrem hübschen Gesicht breit und Ares unterdrückte einen Fluch.

„Ich bin ein Gott Gabrielle. Wir Götter reisen anders als ihr Menschen!“ Gabrielle verstand sofort und biss sich nervös auf die Lippe.

„Dann solltest du keine Zeit verlieren und sie am besten gleich suchen. Ares...irgendwas stimmt mit ihr nicht. Sie hat diese Träume und...“

„sie hat was?“ unterbrach er sie mit einem schockierten Ausruf und machte einen Schritt auf Gabrielle zu.

„Was für Träume?“

„Naja...Alpträume. Von dir und einer Feuerseule und...“ sie stockte und musste sich scheinbar beinahe dazu zwingen weiterzusprechen

„deinen Tod. Sie hat deinen Tod in ihren Träumen gesehen Ares!“

Ares sah intensiv in Gabrielles Augen, doch er konnte darin keine Lüge oder dergleichen erkennen. Es war ihr völlig erst mit ihrer Aussage. Er holte tief Luft und zog die junge Frau dann mit sich zu dem Tisch, an dem Gabrielle vorher noch gesessen hatte.

„Gabrielle, erzähle mir alles, ich muss es wissen!“


Tbc.
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