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Bloodmates

von xxNekoxx
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Darren Shan Larten Crepsley
17.03.2012
17.03.2012
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1.372
 
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~1~
„Und jetzt brauchen wir eine Assistentin“, appellierte Mr. Crepsley an uns. Meine Freundin, Kate, puffte mir in die Seite und sah mich durchdringend an.
„Hör auf!“, zischte ich leise, worauf sie mir meine Tasche vom Schoß stieß und schelmisch grinste. Wütend schüttelte ich meinen Kopf und erhob mich aus meinem Sessel.
„Einen Applaus für diese mutige junge Dame!“, jubelte Mr. Crepsley und das Publikum klatschte. Überrascht sah ich mich um, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wer sich freiwillig melden würde um sich von einer großen, haarigen Spinne bekrappeln zu lassen. Entsetzt atmete ich auf als ich kapierte, dass ich die mutige, junge Dame war.
„Du…“ Ich setzte zu einer Beleidigung an, stoppte aber, als Mr. Crepsley erneut rief: „Komm! Tritt hervor!“ Fassungslos starrte ich ihn und seinen Aufführungsassistenten, der ungefähr gleich alt wie ich war, an.
„D…Das war nicht Absicht…Meine Tasche…“, stammelte ich. „Keine Scheu!“ Mr. Crepsley zeigte mi seinen knochigen Fingern auf mich, woraufhin ich mich gezwungen fühlte auf Bühne zu kommen. Ich taumelte über die vorderen Sitzreihen hinweg auf die Showbühne zu. Auf was hatte ich mich bloß eingelassen? Mr. Crepsley schob mich zu seinem Assistenten, der mich musterte, hin. Der Besitzer von Madame Octa erzählte etwas über sie und sein Assistent flüsterte mir mit beruhigender Stimme zu: „Keine Angst. Es ist nichts gefährlich solange du ruhig bleibst und keinen Ton von dir gibst, egal was geschieht. Du bist sicher solange du still halten kannst. Verstanden?“
Hastig nickte ich und wandte mich den braunhaarigen Assistenten zu: „Wie heißt du?“ Er gab mir keine Antwort und trat einen leichten Schritt zurück. Mr. Crepsley begann auf seiner Flöte zu spielen und die schimmernde Spinne krabbelte mit ihren haarigen Beinen meinen Körper nach oben. Auf meiner linken Schulter hielt sie an und stellte sich auf ihre Hinterbeine. Ein Schauder lief mir über den Rücken, als sie kurz darauf mit ihren acht haarigen, langen Beinen über meinen Hals kitzelte. Ich wagte es nicht zu atmen, geschweige denn zu bewegen, weil ich fürchtete, dass sie mich mit ihren giftigen Fangzähnen beißen würde. Ich war mir darüber bewusst dass eine falsche Bewegung mein Ende bedeuten würde.
Ein leichter Druck in meinen Hüften ließ mich zusammenzucken, aber ich versuchte die Hände vom Assistenten zu ignorieren. Vermutlich hatte sich meine Anspannung zu bemerken gemacht und er wollte mich etwas beruhigen. Seine kühlen Hände wanderten an meinen Seiten nach oben und der Junge packte mich sanft an meinen Ellbogen um sie auszustrecken, damit Madame Octa auf ihnen balancieren konnte.
Ich schloss meine Augen ängstlich und betete still in meinem Kopf, dass mich das kleine, haarige Tier nicht den tödlichen Biss verpassen würde. Ehe ich mich versah, war die Aufführung schon vorbei und Mr. Crepsley schickte mich schon wieder auf meinen Platz zurück.
Den Rest der Show verweilte ich abwesend auf meinem Sessel, weil ich immerzu an die Hände des Assistenten in meinen Hüften denken musste. Wie sie langsam an meiner Taille nach oben strichen und meinen Arme zum vorsichtigen anheben verhalf. Ich wollte seinen Namen wissen, ich hätte mich sogar mit dem Anfangsbuchstaben zufriedengegeben. Gegen Ende der Show fasste ich den Entschluss länger zu bleiben und im Hintergedanken malte ich mir aus wie Mr. Crepsleys Assistent mich sanft anfasste und seine Lippen auf meinen waren. Es war vielleicht etwas zu früh für so etwas, aber die Vorstellung gefiel mir unheimlich gut.
Die Show war bereits an ihrem Ende angelangt und Meister Riesig bedankte sich für unser Kommen.
„Kate, ich bleibe etwas länger. Geh heim. Ich finde schon selbst nach Hause.“ Die Menschen im ganzen Saal erhoben sich aus ihrem Sitzen und strömten auf den Ausgang zu. Katy starrte mich entsetzt an: „Du willst länger auf einer Freakshow bleiben? Bist du noch klar im Kopf? Die Show ist vorbei da wird nichts mehr passieren!“
„Ich hab mein Handy auf der Bühne verloren…“, log ich rasch und vermeidete Augenkontakt mit Kate. Neugierig reckte sie ihren Hals und wiedersprach mir: „Es liegt da aber nicht.“ „Zu blöd, dass ich es aber nicht finde und es kurz vor meinem Auftritt noch hatte.“ Ich erhob mich aus meinem Sessel und bewegte mich durch die Menge, zur Showbühne, von Kate weg. Ich wusste, dass ich es später noch bereuen würde, dass ich sie einfach alleine zurückgelassen hatte, aber ich fühlte mich gezwungen noch länger zu bleiben. Ich verschwand hinter einem der riesigen Samtvorhänge, um mich möglichst unauffällig vom Rest des Publikums zu trennen.
Um sicher zu gehen, wartete ich bis es ganz leise im Saal war und ich keine Schritte mehr wahrnehmen konnte. Dann huschte ich auf die beleuchtete, schon recht mitgenommene Theaterbühne und sah mich kurz um. Was war bloß los mit mir? Ich wusste rein gar nichts über den Assistenten, aber ich hatte den wahnsinnigen Drang in wiederzusehen. Ich atmete tief ein und gerade als ich den ersten Schritt in Richtung Ausgang machte, sagte eine Stimme hinter mir: „Darren Shan.“
Mein Herz machte einen Aussetzer und ich drehte mich ruckartig um. „Was?!“, kreischte ich, noch immer geschockt, dass sich jemand hinter mir befunden hatte. Es wäre ja nicht annähernd so schlimm gewesen, wäre es jemand gewesen mit dem ich keine perversen Fantasien gehabt hatte. Mr. Crepsleys Assistent, Darren, lachte leise: „ Du hast mich nach meinem Namen gefragt. Jetzt weißt du ihn. Wie ist deiner?“ „L…Lisa…E…Evans…“, stammelte ich und machte einen kleinen Schritt zurück. „Warum bist du noch da? Die Show ist vorbei. Und an deiner Stelle würde ich Heim gehen.“ Beim Versuch einen Ton aus meinem Hals zu bringen, scheiterte ich und räusperte mich leise. Schließlich murmelte ich: „Ich habe etwas verloren…Und…“ „Wenn man etwas verliert, wartet man nicht bis alle gegangen sind um danach zu suchen, oder?“ Darren kam näher an mich heran und flüsterte sanft, beinahe schon hypnotisch: „Warum bist du noch da, Lisa?“
„Ich weiß es nicht…“, log ich und bereitete mich darauf vor Darren einfach den Rücken zuzuwenden und den Saal zu verlassen. Doch bevor ich mich abwenden konnte, zog mich Darren an meiner Hand zu einer Wand hin und drückte mich locker gegen die Wand. „Wenn du das nicht willst, sag es einfach und ich werde dich gehen lassen und du wirst alles vergisst einfach alles.“ In meinen Kopf sagte mir eine Stimme, dass ich gehen sollte und das so schnell wie möglich. Ich ignorierte die Stimme einfach und ging ein Risiko ein. Darren lockerte seinen Griff noch etwas mehr und drückte seine Stirn an meine. „Deshalb bin ich länger geblieben“, flüsterte ich Darren ins Ohr und sah in seine schokobraunen Augen. Darren schloss seine Augen, zog mich an sich heran und presste seine Lippen sanft auf meine.
Meine Zunge war gerade dabei in seinen Mund zu wandern, als Darren zurückzuckte und rot anlief. Beschämt drehte er sich von mir weg und murmelte: „Das können wir nicht tun, oder?“ Kurz schwieg ich und überlegte was ich antworten könnte, schließlich fragte ich ihn neugierig: „Wie lange bleibst du noch in der Stadt?“ Darren zuckte mit seinen Schultern und meinte schätzend: „Bis Ende nächster Woche. Am Freitag, glaube ich.“ „Geben wir uns bis dahin Zeit um uns kennen zu lernen und um dem hier eine Chance zu geben. Willst du?“
Darren schwieg. Ich selbst dachte über mein Angebot nach. Es war komplett verrückt, aber das waren wir beide doch schon. Allein schon deshalb, weil wir unseren ersten gemeinsamen Kuss gehabt hatten, wo wir uns noch nicht einmal wirklich kennengelernt hatten. Wir waren anscheinend nicht ganz klar im Kopf.
Gespannt biss ich auf meine Lippen und musterte den nachdenken Assistenten. „Ja. Es ist einen Versuch wert“, antwortete Darren schließlich und grinste mich an. „Was hältst du davon wenn wir uns gleich morgen wiedertreffen? Du weißt schon wo du mich finden kannst.“ Er deutete ins Publikum und lachte leise. Kurz kicherte ich, dann sagte ich: „Meine Eltern denken, dass ich im Kino bin. Und der Film wäre schon längst vorbei. Also…“ Schwach lächelte ich ihn an und zuckte mit meinen Schultern, bevor ich Darren den Rücken zudrehte und zum Ausgang eilte. Kurz bevor ich den Ausgang erreicht hatte, rief mir Darren noch hinterher: „Es war schon dich kennenzulernen, Lisa Evans.“
Zufrieden lächelte ich in mich selbst hinein, weil Darren, wie ich es mir erhofft hatte, doch noch ein Wort zum Abschied gesagt hatte.
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