Operation Shadowblade

von the Virus
GeschichteAllgemein / P12
15.03.2012
26.09.2012
11
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15.03.2012 991
 
I

Von der erhöhten Position aus betrachtet, wirkte die kleine Nachschubbasis der GDI wie ein geschäftiger Ameisenhaufen. Die Flutlichtbatterien machten aus ihr in der dunklen, tiberiumverseuchten Umgebung einen hell strahlenden Fleck. Ein perfektes Ziel.
Zsarah Khalis stand auf dem Turm eines Scorpionpanzers und beobachtete die GDIler durch ihr Fernglas. Sie waren schon tot, sie wussten es nur noch nicht. Zsarah senkte das Fernglas und hob ihren rechten Arm. Die 20 Specter Artilleriegeschütze, die in einer langen Reihe getarnt auf ihren Einsatz warteten, nahmen die Basis ins Ziel. Zsarah senkte ihren Arm mit einer ruckartigen Bewegung, dann folgte Höllenfeuer. Die Nod-Geschütze waren klein, beinahe winzig, verglich man sie mit den Juggernaut-Mechs der GDI. Aber sie konnten austeilen. Ihre mächtigen Geschütze entfesselten Salve um Salve auf den ahnungslosen GDI-Stützpunkt, ließen ihn in Flammen aufgehen. Trucks und Jeeps wurden wie Spielzeuge durch die Luft gewirbelt. Treibstofftanks explodierten, Mauern und schwere Metallcontainer wurden wie Papier zerfetzt. Die kleine Basis hatte keine Chance. Ebenso wenig, wie die Männer und Frauen, die hier ihren Dienst taten. Die Meisten waren schon tot, bevor sie realisierten, was überhaupt los war. Zsarah beobachtete das Schlachtfest zufrieden durch ihr Fernglas. „Nicht Übel für einen Morgen.“ sagte sie lächelnd und signalisierte ihren Truppen vorzurücken.

II

Das hektische Piepen der taktischen Konsole riss Miranda aus Ihren Träumen. Sie schreckte hoch und hätte sich dabei fast den Kopf angeschlagen. Die Offiziersräume der standardisierten Kommandozentralen boten zwar etwas mehr Komfort als die Unterbringung der einfachen Soldaten, aber es handelte sich auch hier um militärischen Komfort. Und das bedeutete, sie waren eng und zweckmäßig. Miranda blickte verschlafen auf die Uhr. 3 Uhr Nachts. Sie verdrehte die Augen, streckte sich und ging dann entnervt an die Konsole, die mit lauten Piepgeräuschen und blinkenden Lichtern um ihre Aufmerksamkeit bettelte. „Wehe wenn das nicht wichtig ist.“ knurrte sie, nahm vor der Konsole Platz, gab ihren Sicherheitscode ein und rief die Übertragung ab.

<<<<<<UNGDI HQ SAN FRANCISCO BZ1284>>><<<FÜR HQ III. ARMEE - LTCMDR. Carter, Miranda S.>>><<<BETRIFFT OPERATION SHADOWBLADE>>><<<PRIORITAET ROT>>><<<ZUSAETZLICHE IDENTIFIKATION ERFORDERLICH>>><<<RETINASCAN DURCHFUEHREN>>>>>>

Miranda zog die Augenbrauen hoch und war mit einem Schlag hellwach. Priorität rot? Es war also wichtig. Sie machte einige Eingaben und wartete, bis der Retina-Scanner aktiviert war. Ein rotes Licht tastete ihr linkes Auge ab und die EVA-Einheit setzte zufrieden ihre Übertragung fort.

<<<<<<IDENTITAET BESTAETIGT>>><<<BITTE WARTEN>>><<<AUF SENDUNG>>><<<AUF EMPFANG>>><<<DATENUEBERTRAGUNG ABGESCHLOSSEN>>>>>>

Willkommen zurück Commander.

Die III. Armee wird mit sofortiger Wirkung der Operation Shadowblade zugeteilt. In voller Kooperation mit anderen Einheiten der Global Defense Initiative (siehe Anhang I) werden sie auf die verbleibenden Zellen und Stützpunkte der terroristischen Vereinigung „Bruderschaft von Nod“ angesetzt, werden sie angreifen und zerstören. Das Oberkommando aller beteiligten Streitkräfte für diese Operation hat General Howard T. Anderson. Taktische Daten werden, soweit erforderlich, direkt von InOps HQ, Lieutenant Francis Smith, zur Verfügung gestellt. Der Sicherheitsrat bewilligt sämtliche Mittel, die zur endgültigen Zerschlagung der Bruderschaft von Nod erforderlich sind. Weitere Details folgen (Anhang II). Das Oberkommando erwartet vollständige Marschbereitschaft in 24 Stunden.

Anhang I
III. Armee – Rufname „Feuerengel“ – strategische Kommandoeinheit – Primärkommando
XIV. Infanterie – Rufname „Impalers“ – mechanisierte Infanteriedivision
XXV. Panzer – Rufname „Mjolnir“ – schwere Unterstützungseinheit
Luftflotte IV – taktische Luftunterstützung und Nachschublogistik
Atlantikflotte C – taktische Seeunterstützung und Nachschublogistik
. . .

Miranda las die Liste, die noch zwanzig weitere Einheiten aufführte und staunte nicht schlecht. Das war das „Who-Is-Who“ der kampfstärksten Einheiten aller Streitkräfte der GDI und jemand hatte sie und ihre Armee ausgesucht, das Hauptkontingent und Rückgrat dieser beeindruckenden Streitmacht zu stellen. „Ich Glückspilz“ dachte sie, während sie den zweiten Anhang öffnete. Die taktischen Details besserten ihre Laune nicht. Diese „Operation Shadowblade“ verlangte von ihnen, die Bruderschaft von Nod in ihrem eigenen Territorium zu stellen, sie aus ihren Löchern zu ziehen und sie zu eliminieren. Welches Genie hatte sich denn diesen Schwachsinn ausgedacht? Die Bruderschaft war ohnehin ein gefährlicher Gegner. Man durfte sie niemals unterschätzen. Wenn man glaubte, sie besiegt zu haben, war die Gefahr am Größten. Keine militärische Macht der Menschheitsgeschichte verstand sich so geschickt darin, Tarnung und Hinterlist anzuwenden, wie die Bruderschaft von Nod. Miranda hatte die Noddys, so sehr sie sie hasste, als Gegner immer respektiert. Grundsätzlich hatte sie auch kein Problem damit, die Bruderschaft herauszufordern. Aber eine großangelegte Offensive mitten ins Herz der Bruderschaft und das zu einem Zeitpunkt, zu dem die GDI weißgott genügend andere Sorgen hatte, grenze an Selbstmord. Das Ganze war ein Propagandafeldzug. Die Menschen schrien nach Vergeltung und der Rat wollte sie ihnen geben. Während die Welt also Stück für Stück vom Tiberium verschlungen wurde, dachte die Politik noch immer nur an die nächste Wahl. „Andererseits“ dachte Miranda „wäre es schön, zur Abwechslung mal den ersten Schuss abzufeuern.“ Außerdem war sie Soldat. Sie hinterfragte Befehle nicht, sie führte sie aus. Also tippte sie ihren Bestätigungscode in die Konsole und aktivierte einen Komm-Kanal. „Sergeant Fuller, geben sie Gefechtsalarm für den gesamten Stützpunkt. Das ist keine Übung.“ befahl sie und war nicht weiter überrascht, als Fuller ohne zu zögern antwortete „Gefechtsalarm für alle Einheiten. Zu Befehl, Commander!“ Miranda hatte ihre Leute im Griff. Sie fragten nie, sie zögerten nie. Seit dem Verlust der VII. Armee in Italien waren ihre „Feuerengel“ vermutlich die stärkste Einzeleinheit der GDI. Vermutlich auch der Grund, weshalb man sie für dieses Himmelfahrtskommando ausgesucht hatte. „Wenn wir das schon tun müssen“ dachte Miranda, während sie ihre Uniform und Ausrüstung anlegte, „dann auch richtig.“ Sie überprüfte ob sie ein volles Magazin in ihrer Pistole hatte, steckte sie in den Halfter und machte sich auf den Weg in den Krieg.
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