Willkommen in Babylon

von the Virus
GeschichteAllgemein / P12
Kane
13.03.2012
13.03.2012
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Da war er also. Zsarah lehnte sich erschöpft an einen Flammenpanzer und starrte den riesigen, außerirdischen Turm an, der so gewaltig war, dass seine Spitze in den Wolken verschwand. Die Bruderschaft, hatte unter ihrem Befehl, eine beeindruckende Streitmacht zusammen gezogen, um den Turm zu schützen. Alle paar Minuten erhellte ein gewaltiger, heller Blitz den Himmel. Die verfluchte GDI mit ihrer Ionenkanone. Sie versuchten noch immer den Turm zu zerstören. Zsarah hatte die gewaltige Kraft der sattellitengestützten GDI-Waffe schon oft selbst gesehen. Umso überraschter war sie, dass der Turm nicht einmal Kratzer davon trug. Wie immer hatte Kane also auch hier recht behalten: Der Turm schien nun, da er fertig gestellt war, in der Tat unzerstörbar zu sein. Die GDI hatte in den letzten Stunden allerdings auch alles daran gesetzt diese Fertigstellung zu verhindern. Die zurückliegende Schlacht hatte beide Seiten viel gekostet, doch Zsarah blickte als Siegerin auf ihre Feinde herab. Erschöpft, wie alle ihre Soldaten, aber zufrieden mit dem Erreichten. Und glücklich Kanes Willen erfüllt zu haben. „Ja, ballert nur mit eurer Ionenkanone rum. Nutzt euch doch nichts.“ dachte sie und grinste in sich hinein. „Commander Khalis?“ Einer ihrer Männer stand neben ihr, salutierte knapp aber respektvoll und reichte ihr einen Zettel. „Vom Hauptquartier Ayers Rock, Mam.“ „Danke.“ Zsarah nahm den Zettel, erwiderte den Gruß und der Soldat entfernte sich. Zsarah las die Botschaft:

„Die GDI war in Italien siegreich. Die Besucher wurden geschlagen. Bedauerlich, aber es war zu erwarten. Die Sicherung des Turms war gute Arbeit, meine Liebe. Es ist an der Zeit für den nächsten Schritt. Fahre fort, wie wir es besprochen haben.“

„Ja, es ist Zeit für den nächsten Schritt“ dachte Zsarah. Sie wartete den Ionenschlag ab und bewunderte erneut die Präzision dieser Waffe. Dann nahm sie ihr Funkgerät „Einheit 2 und Einheit 7. Zeit abzurücken. Trefft mich am Fuß des Turms mit voller Ausrüstung. Wir gehen rein.“ statisches Rauschen folgte, dann: „Verstanden Commander, sind unterwegs. Im Namen von Kane!“ Zsarah lächelte. „Alles fügt sich wie geplant.“ dachte sie und machte sich auf den Weg zum Treffpunkt.


„Die Streitkräfte der Invasoren wurden überall auf der Welt vernichtend geschlagen. Die Bruderschaft von Nod ist an allen Fronten auf dem Rückzug. Erneut hat die westliche Zivilisation ihre Überlegenheit bewiesen. Die GDI wird auch in Zukunft unsere Lebensweise und unseren Wohlstand…“ Jonathan schaltete das Radio ab. „Wenn wir ach so überlegen sind, warum wird dann das Gebiet, in dem wir leben können, nach jedem Kampf kleiner?“ murmelte er zu sich selbst, während er, auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz, an den unzähligen, zerstörten Gebäuden vorbeifuhr. Die Stadt hatte in den letzten Monaten viel Elend erlebt. Erst die Angriffe der Bruderschaft, dann die Rückeroberung durch Streitkräfte der GDI und dann das Bombardement dieser Alienschlachtschiffe hatten ihre Spuren hinterlassen.
In der Nähe des Bunkerkomplexes, der sein Ziel war, passierte er wie jeden Morgen eine verschärfte Sicherheitskontrolle. Er wusste, was die Soldaten hier bewachten. Der Träger, der hier abgestützt war, war weitgehend intakt geblieben und InOps setzte alles daran, ihn zu bergen. Er hielt seinen Sicherheitsausweis aus dem Fenster und die Zone Trooper Einheit winkte ihn vorbei.
Er parkte sein Auto und betrat die Anlage. „Guten Morgen Sir!“ der Wachmann erhob sich und griff nach seiner Magnetkarte. „Guten Morgen Jeff.“ Jonathan hatte seinen eigenen Schlüssel bereits in der Hand und steckte ihn in das rechte Schloss der schweren Stahltür. Während Jeff seinen Schlüssel in das linke Schloss steckte, fragte er: „Wie geht’s Frau und Kindern?“ beide drehten ihre Schlüssel simultan und die Titanbolzen gaben die Tür frei. „Gut, vielen Dank.“ „Einen schönen Tag, Sir.“ „Ihnen auch, danke.“ Das Ritual war jeden Morgen dasselbe.
Was folgte waren weitere, automatische Sicherheitskontrollen. Scanner, Türen und Schleusen. Es dauerte gut 20 Minuten, ehe Jonathan seinen eigentlichen Arbeitsplatz erreichte. Das Surren der Computer , der Duft von frischem Kaffee und in der Mitte des Labors, in einem Eindämmungsfeld, das vertraute Pulsieren und Leuchten seines Arbeitsmaterials. Der Tacitus. So eine Art außerirdische Datenbank. Die besten Wissenschaftler der GDI untersuchten dieses Ding nun schon seit Ende des 2.TK und hatten bisher kaum an der Oberfläche gekratzt. Immer wieder hatten Splittergruppen der Bruderschaft, zwischen den beiden letzten Kriegen, versucht, das Objekt zu holen. Jedes Mal ohne Erfolg. Und jedes Mal mit großen Verlusten auf beiden Seiten. „Wie viele gute Männer und Frauen sind deinetwegen verblutet?“ dachte Jonathan. Er schüttelte den Gedanken ab und ging an seinen Arbeitsplatz, um die Daten, die über Nacht aufgezeichnet wurden zu studieren.
„Doktor Nordwig?“ Das war Hal, sein Laborassistent. Ein guter Mann, aber ein wenig ungestüm. „Was gibt es?“ „Das wird sie interessieren, Sir.“ Er reichte ihm einige Datenblätter. Jonathan überflog sie und fragte dann: „Okay, was sehe ich mir hier an?“ „Sehen Sie genau hin, Doktor.“ Er seufzte, warf aber einen näheren Blick auf die Zahlen. Dann hielt er inne und wirkte verblüfft. „Es kommuniziert…“ „Exakt! Wir konnten die Signale triangulieren und die Zielkoordinaten ermitteln. Ich wollte gerade prüfen, wo das ist, als Sie kamen.“ Jonathan warf einen Blick auf die Koordinaten und zog die Augenbrauen hoch. „Das wird nicht nötig sein, Hal. Ich werde versuchen herauszufinden, was für Daten da ausgetauscht werden. Sie nehmen bitte umgehend Kontakt mit General Cutter von CentCom auf. Informieren Sie ihn, dass der Tacitus angefangen hat zu kommunizieren. Mit dem Alienturm, den die Noddys in Italien erobert haben.“ Hal hielt inne. „Was kann das bedeuten, Doktor?“ „Ich weiß es nicht, aber wir werden es herausfinden.“ Hal entfernte sich schnellen Schrittes um den General zu informieren. Jonathan wusste ganz genau was das alles bedeutete, behielt es aber einstweilen für sich. „So viel zu unserer Überlegenheit.“ dachte er bitter und begann mit der Entschlüsselung.


„Erschießen Sie den Mann.“ Zsarah wusste ehrlich gesagt nicht einmal, wie der Mann hieß, der da gerade auf ihren Befehl hin fortgeschafft und zur Exekution gebracht wurde. Und es war ihr auch egal. Der Mann war Wissenschaftler. Er war es gewesen, der ihr gesagt hatte, dass die Besucher unmöglich überleben könnten, nun da die GDI deren Kontrollknoten am Ground Zero zerstört hatte. Das war leider ein Irrtum. Sie war vor fünf Stunden mit 34 Mann hinein und vor 20 Minuten mit 7 wieder heraus gegangen. In den überraschend engen Gängen des Turms wimmelte es nur so von den Bodentruppen der Besucher. Sie hatte nicht gezählt, wie viele von den käferähnlichen Wesen sie erschossen hatten, aber es waren einige. Und trotzdem kamen immer neue. Offensichtlich konnten die Besucher innerhalb des Turms also sehrwohl überleben. Zsarah duldete keine Inkompetenz innerhalb der Bruderschaft. Erst recht nicht unter ihrem Kommando. Ein Schuss war zu hören und Zsarah registrierte leicht amüsiert, dass die diensthabenden Operatoren in der Kommandozentrale sich daraufhin bemühten schneller und effektiver zu arbeiten. „Wenigstens etwas klappt heute.“ dachte sie und wandte sich dem Vidschirm zu.
Die GDI hatte ihre Ionenangriffe inzwischen eingestellt, was Zsarah die Zeit gab, die Stützpunktverteidigung um einige Obelisken zu erweitern und einen erneuten Versuch zu planen, den Turm unter Kontrolle zu bringen. Es musste doch möglich sein, diese Dinger da raus zu treiben. Vielleicht mit Feuer? Oder der Catalyst-Technologie? „Commander!“ Einer der Operatoren riss sie aus ihren Gedanken. „Was ist?“ „Wir haben gerade etwas aufgefangen.“ Sie ging zu ihm und blickte über seine Schulter auf seinen Bildschirm, auf dem jede Menge Zahlenreihen zu sehen war. „Faszinierend. Was soll das sein?“ „Eine Übertragung, Mam. Der Turm kommuniziert mit etwas.“ „Ein Schiff?“ „Nein. Irgendetwas innerhalb der Vereinigten Staaten tauscht mit dem Turm Daten aus aber ich kann die Quelle nicht identifizieren.“ Zsarah lächelte. Vielleicht war dieser Tag doch noch zu retten. Es gab nur ein einziges Objekt in GDI-Besitz, das potentiell in der Lage wäre mit dem Turm zu kommunizieren. „Ich habe so eine Ahnung, was die Quelle ist. Bleiben Sie dran und schicken Sie eine Kopie aller Daten direkt an Ayers Rock.“ „Zu Befehl.“ Zsarah übergab das Kommando an ihren Stellvertreter und verließ die Kommandozentrale. Sie brauchte dringend etwas Schlaf. Morgen würde sie die Besucher Nods Macht spüren lassen und, mit etwas Glück, ein paar GDIlern den Tag versauen.



General Cutter las das Dossier, welches InOps ihm zur Verfügung gestellt hatte, nun bereits zum zehnten Mal. >Khalis, Zsarah. Geboren am 23.Juni 2019 in Livno, Bosnien- Herzegowina, gelbe Zone YZ8731< Er wusste nicht, was schlimmer war. Das CentCom ihn auf dieses kleine Mädchen angesetzt oder dass er tatsächlich verloren hatte! 28 Jahre jung. Sein Sohn war letztes Wochenende 36 geworden. Unfassbar. Aber er musste sie respektieren. Er hatte alles daran gesetzt den letzten Turm der Invasoren zu zerstören und dabei die Streitkräfte der Noddys völlig unterschätzt. Sie hatte ihn ausgetrickst, hatte ihre Truppen quasi direkt vor der Nase der Invasoren postiert und es dann irgendwie hinbekommen beide Armeen zu schlagen.
„Wie viele?“ fragte er den diensthabenden Lieutenant. „Siebenunddreißig, Sir. Alle Ergebnislos.“ Cutter schob mit Daumen und Zeigefinger seine Brille hoch und rieb sich den Nasenrücken. „Fein. Feuer einstellen und Ionenkontrolle sichern. So wird das nichts.“ „Ja Sir.“
Er wandte sich wieder dem Dossier zu. Livno… da klingelte etwas bei ihm. Natürlich: Livno wurde vor Jahren versehentlich zum Ziel eines Schwadrons Orca Bomber. Falsche Geheimdienstinformationen. Kollateralschäden. Schreckliche Geschichte. Das Mädchen muss damals so um die Sechs gewesen sein. Verdammte Schande. Sie hatte die GDI von der falschen Seite kennengelernt und war wohl recht jung in die Bruderschaft eingetreten, wo sie eine Blitzkarriere hingelegt hatte. Ein Jammer. Sie hatte taktisches Talent, so viel war sicher. Wenn er den Turm zurück erobern wollte, würde er sich geschickt anstellen müssen.
„General Cutter? Ich habe hier einen Hal Riley von der Tacitus Forschungsanlage in der Leitung. Er sagt es sei dringend.“ „Wissenschaftler.“ dachte Cutter und verdrehte die Augen. Er verstand diese Leute nicht. Anders als Soldaten. Er klappte das Dossier zu und legte es auf den Stapel auf seinem Schreibtisch zurück. „Stellen sie ihn durch.“ sagte er.
„Hier Cutter.“ „Sir!“ meldete sich eine aufgekratzte Stimme am anderen Ende „Hier ist Hal Riley von der Tacitus Anlage. Doktor Nordwig hat mich gebeten Sie umgehend zu kontaktieren.“ Nordwig? An den Namen erinnerte er sich. Er war einmal Soldat gewesen, musste aber wegen einer Verwundung abmustern. Jedenfalls ein guter Mann und vielleicht der einzige Wissenschaftler auf Gottes Erde, den Cutter verstand. „Worum geht es denn?“ „Um den Tacitus, Sir. Etwas hat sich verändert. Er kommuniziert.“ „Womit?“ „Mit dem Nodturm in Italien.“ Cutter seuftzte. „Also erstens gibt es kein Italien mehr. Schon ewig. Und zweitens gehört dieser Turm nicht der verfluchten Brudersch…. Sekunde. Sagten Sie, dass der Tacitus damit kommuniziert?“ „Ja General.“ „Was für Daten werden denn da übermittelt?“ „Daran arbeitet Doktor Nordwig gerade, Sir. Aber er bat mich, Sie umgehend in Kenntnis zu setzten.“ Cutter hielt einen Moment inne. „Also gut. Informieren Sie den Doktor, dass ich ohnehin einen Gegenschlag auf diesen Turm plane. Er soll mich auf dem Laufenden halten. Wir halten das im Moment noch unter Verschluss, aber das hat Toppriorität. Verstanden?“ „Ja General.“ Cutter beendete das Gespräch. Sein Blick fiel auf die Mappe mit dem Dossier. „Du hast das auch entdeckt, oder Mädchen?“ dachte er. Dann befahl er dem Diensthabenden: „Machen Sie mir eine Direktverbindung zu VII. Armee. Zeit den Noddys zu zeigen, mit wem sie es zu tun haben.“


Einem Pfeilhagel gleich durchschnitt die Staffel Firehawks die kühle Nachtluft. Das bedrohliche Donnern ihrer mächtigen Triebwerke hallte durch das Tal. Sie näherten sich schnell der gespenstisch beleuchteten Nod-Basis. Der gewaltige Alien-Turm tauchte die bekannten Silhouetten der Nod-Bauwerke in ein grünlich-violettes Zwielicht. Noch 30 Sekunden. Die zwei Dutzend Jagdbomber lösten die enge Formation und fächerten sich auf. 25 Sekunden. Ziele erfasst und selektiert. 20 Sekunden. Waffen freigegeben. 15 Sekunden. Wie ein Schwarm wütender Hornissen schossen Dutzende Raketen aus den Schatten der Nacht. Eine Division Stealthpanzer, unmittelbar vor der Hauptdefensivlinie postiert, entfesselte ihre tödlichen Geschosse. 10 Sekunden. Vier Hawks verwandelten sich in Rotblaue Feuerbälle. Die restlichen Maschinen führten routiniert Ausweichmanöver aus und flogen unbeirrbar Richtung Ziel. 5 Sekunden. Der Stützpunkt der Bruderschaft erwachte zum Leben. Das gespenstische Zwielicht wich den hellen Flakscheinwerfern, die Obelisken begannen unheilvoll zu glühen … und dann zu verglühen. Eine geschlossene Linie dutzender Raketen schoss unter den Hawks hervor. Ihre Kondensstreifen mischten sich mit dem schwarzen Rauch der getroffenen Ziele. Die Defensivlinie der Bruderschaft stand in Flammen. Die Firehawks zogen sofort hoch und flogen mit höchstgeschwindigkeit zu ihrem Stützpunk zurück. Aus der angeschlagenen Nod-Basis erhoben sich nun Dutzende Venomgleiter. Die wendigen, laserbestückten Maschinen waren gefürchtet, doch nicht in der Lage, die schnellen Firehawks einzuholen. Durch den rauchigen Himmel jedoch, brachen unzählige Orcabomber, die sofort ihre Raketen auf die Bruderschaft abfeuerten. Aufgrund ihrer Sensoren fielen ihnen auch die Stealthpanzer zum Opfer. Sofort stürzten die Venoms sich auf den Feind. Zwar wurden die meisten Orcas abgeschossen, aber erst nachdem sie ihre tödliche Fracht auf die feindliche Basis abgeladen hatten. Von oben sah es nun aus, als würde der gesamte Stützpunkt lichterloh brennen. Die letzte Explosion war noch nicht verhallt, da setzte das Trommelfeuer der GDI Juggernauts ein. Ihre schweren 200mm Drillingsgeschütze sollten den Bodentruppen der Bruderschaft den Rest geben. Der Eröffnungsschlag der VII. Armee war ein voller Erfolg, doch die Schlacht hatte gerade erst begonnen.


Auf der anderen Seite des Atlantiks arbeitete Jonathan immer noch fieberhaft an der Entschlüsselung der übertragenen Daten. Die Kommunikation hatte inzwischen aufgehört und der Tacitus schien seither inaktiv zu sein. Zwar pulsierte er immer noch, aber Jonathan vermutete, dass er sich in einer Art Stand-By-Modus befand. Warum konnte er allerdings nicht einmal vermuten. „Zeit für einen Kaffee“ dachte er und ging zur Maschine. Er goss sich eine Tasse ein, schwarz, wie immer. Als er zurück an seinen Schreibtisch ging, sah er bereits aus der Ferne, dass das aktuelle Analyseprogramm durchgelaufen war. Als er nah genug war, dass er die Daten lesen konnte erstarrte er. Die Kaffeetasse glitt ihm aus der Hand und zerschellte auf dem Laborboden. „Doktor? Was ist los?“ fragte Hal, der vor Schreck von seinem Arbeitsplatz hochgeschossen war. Jonathan griff zum Telefon. „Hier Nordwig. Geben Sie mir sofort General Cutter!“ schrie er aufgeregt in die Muschel „Er muss seinen Angriff sofort abbrechen!“


Bei Kane, wie sie diese Mistkerle hasste! In gewisser Weise musste man die GDI aber auch bewundern. Sie hatten unter unglaublichem Aufwand innerhalb kürzester Zeit Menschen und Material durch die halbe Welt transportiert und heizten ihr und ihren Truppen nun gewaltig ein. Zsarah stand in der Mitte der Kommandozentrale. Nach aussen wie immer hochkonzentriert und ruhig. Doch sie wusste, wenn die Daten stimmten und GDI wirklich die komplette VII. Armee gegen sie aufgefahren hatte, war es nur eine Frage der Zeit, bis sie über ihre Basis herfallen und sie in Stücke reißen würden. Zsarah warf einen Blick auf die aktuellen Tak-Daten. Die komplette Defensivlinie war zerstört. Ihre Fabriken waren alle schwer beschädigt. Der Energielevel lag nur noch bei 40% und sie hatten 7 Sammler verloren. „Na schön. Setzen wir Prioritäten.“ sagte sie. Sie wies ihre Leute an, den Stützpunkt nach den Scharfschützentrupps der GDI abzusuchen. Dann würde wenigstens der Beschuss durch die Juggernauts aufhören. Danach würde sie sich auf den zu erwartenden Bodenangriff vorbereiten. Sie würde ihnen einen heißen Tanz liefern, so viel war sicher.
Zsarah wollte gerade die Statuskonsole überprüfen um ihre verbliebenen Bodentruppen zu organisieren, als plötzlich sämtliche Monitore der Kommandozentrale ausfielen. „Was ist passiert?“ fragt sie. „Keine Ahnung, Commander… Augenblick. Wir empfangen hier etwas.“ „Von der GDI?“ „Nein… von… Commander, die Nachricht kommt von den Besuchern. Eine Textbotschaft.“ „Lassen sie sie anzeigen.“ Auf den Monitoren der Kommandozentrale erschien ein einziges Wort. Zsarah rann ein kalter Schauer über den Rücken. „Ist das eine Übersetzung, Soldat?“ „Nein. Es wurde genau so übertragen.“ „Dann haben wir wohl ein Problem.“ sagte sie leise. Zsarah starrte auf den großen Vidschirm, auf dem stand: „Kapituliert.“


Cutter blickte zufrieden auf die Statusmonitore. Der Erstschlag war ein voller Erfolg gewesen. Der Basis der Noddys war praktisch das Rückrat gebrochen. Sie hatten allerdings auch eine Menge Orcas verloren. Damit hatte er zwar gerechnet, aber es war denoch äußerst bedauerlich. Momentan schaffte er Panzer um Panzer an die Front. Er würde dieses Mädchen nicht noch einmal unterschätzen. Sobald der Bodenangriff erfolgen würde, sollte er derart heftig ausfallen, dass die Bruderschaft sich nicht davon erholen könnte. Deshalb nahm er lieber etwas Tempo heraus und ging auf Nummer sicher.
Er wollte gerade die zweite Welle Firehawks losschicken, als im Gefechtsleitstand sämtliche Monitore erlöschten. Cutter befürchtete für einen Augenblick, dass es den Nod-Hunden gelungen war, einen Gegenschlag zu starten, aber es gab keinen Beschuss. Also fragte er: „Sergeant, was ist los?“ „Ich prüfe es gerade, Sir. Vermutlich ein technisches Problem.“ Die Monitore erwachten wieder zum Leben und zeigten eine Botschaft an. „Kapituliert.“ stand dort. „Na Arrogant sind sie ja, dass muss man ihnen lassen.“ sagte Cutter. „Sir, das kommt nicht von der Bruderschaft... das… das kommt von den Invasoren, Sir!“ Für einen Moment blickte Cutter zwischen der Textbotschaft und dem Sergeant ungläubig hin und her. Dann fasste er sich und befahl: „Wir machen weiter, wie geplant. Wenn wir mit den Noddys fertig sind, senden wir diesen Mistkäfern auch mal eine Botschaft. Nämlich dass sie sich von unserem Planeten verpissen können.“ Der Sergeant grinste. „Sir, jawohl Sir!“
Die Firehawks erhoben sich in den morgendlichen Himmel.


Wäre der Boden nicht mit Tiberium durchzogen, die kolossalen Mammut Mk.III Panzer wären vermutlich darin eingesunken. Der Mk.III war die stahlgewordene Verkörperung der GDI. Feuerstark, massiv gepanzert aber auch langsam und schwerfällig. Seine mächtige 150mm Zwillingskanone sowie seine 4.75 AA Raketen-Batterien konnten, schon bei geringer Stückzahl, eine ganze Feindbasis innerhalb kürzester Zeit in Stücke reißen.
Eine ganze Division dieser Monster rollte nun auf den schwer angeschlagenen Nod-Stützpunkt am Fuße des außerirdischen Turmes zu. Ein Gegenangriff von Skorpionpanzern der Bruderschaft hatte ihnen kaum eine Delle zugefügt und wurde, wörtlich, überrollt. Doch nun wurde der ohrenbetäubende Lärm ihrer Panzerketten übertönt. Das unverwechselbare Dröhnen von außerirdischen Triebwerken hallte durch das Tal. Hunderte Jagdmaschinen, den Menschen bekannt als „Sturmreiter“, verdunkelten den Himmel. Energiewaffenfeuer hagelte auf die mächtigen GDI-Panzer herab und ließen selbst deren dicke Hexagonalpanzerung verglühen. Die Panzerkommandanten wurden völlig überrascht. Unorganisiert zerstoben sie in alle Richtungen, einigen gelang es mit ihren Raketen-Batterien das Feuer zu erwidern, doch mehr als eine Handvoll der wendigen, schnellen Jäger konnten sie nicht vom Himmel holen, ehe auch der letzte Mk.III zu einem stählernen Sarg wurde. Die Sturmreiter gingen wieder in Formation und nahmen direkten Kurs auf die Operationsbasis der VII. Armee.

Der Jubel der Nod-Soldaten hielt nicht lange an. Sie hatten gerade zugesehen, wie sich die Luftwaffe der Besucher auf die Mammuts der GDI stürzten und sie vernichteten. Doch kaum war diese Bedrohung gebannt, brandeten die Bodentruppen der Außerirdischen wie eine Flutwelle aus dem Turm heraus und griffen die Bruderschaft an. Da die meisten Streitkräfte Nods, in Erwartung des GDI-Angriffs, noch auf der anderen Seite der Basis stationiert waren, wurde diese um ein Haar innerhalb weniger Minuten überrannt. Unzählige Desintegratoren und Shocktrooper, unterstützt von Dutzenden Sucherpanzer fielen blind mordend über die Bruderschaft her. Kurz vor dem Fall der Kommandozentrale jedoch, hatten die Streitkräfte Nods sich neu formiert und gingen, unterstützt von Flammenpanzern und Raiderbuggys in die Gegenoffensive. Und tatsächlich gelang es ihnen, unter schweren Verlusten, die erste Welle der Besucher zurückzuschlagen und sich am Fuße des Turmes, aus dem immer neue außerirdische Truppen kamen, zu einer Defensivlinie zu formieren. Unermüdlich stürmten die käferähnlichen Kreaturen auf die Truppen der Bruderschaft zu. Welle um Welle schwächten sie deren Kampfkraft. Als die Linie nun endgültig zusammenzubrechen drohte, griff endlich die Luftwaffe der Bruderschaft ein. Vertigobomber entluden ihre tödliche Fracht auf die feindlichen Fahrzeuge und Venomgleiter stürzten auf deren Infanterie herab. Für den Moment hatte die Bruderschaft, unter enormen Verlusten an Menschen und Material, die Oberhand errungen. Doch den Soldaten Kanes sollte noch schlimmeres bevorstehen.

Jonathan versuchte nun schon seit Stunden CentCom den Ernst der Lage klar zu machen. Er war von Unteroffizier zu Unteroffizier weiterverbunden worden, hing eine gefühlte Ewigkeit in der Warteschleife und wurde immer wieder auf andere Zuständige vertröstet. Wieso wollten sie das nicht begreifen? Er musste jemand Verantwortlichen an die Strippe bekommen, musste jemandem, der es auch verstand, klarmachen, was er entdeckt hatte. Er hatte Hal bereits mit den wichtigsten Informationen losgeschickt, um persönlich Bericht zu erstatten, aber das konnte noch länger dauern.
Wie würde man sie aufhalten können? Konnte man das überhaupt? Vielleicht kannte die Bruderschaft ja einen Weg, den Turm zu zerstören. Er musste zerstört werden, sonst würden die Invasoren sich über halb Europa ausbreiten, ehe jemand in der Lage wäre, ihnen Einhalt zu gebieten. Wieso hatten sie den verdammten Tacitus nicht schon vor Jahren abgeschaltet?
Eine raue Stimme riss Jonathan aus seinen Gedanken „General Granger hier.“ Er hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben und nun hatte er den militärischen Oberbefehlshaber der GDI am Hörer. „General! Gottseidank! Doktor Nordwig hier! Es geht um den Tacitus.“ „Ja, ich hörte von dieser Kommunikation mit dem Alienturm. Gibt es da etwas Neues?“ „Allerdings Sir! Sie müssen Cutter sofort informieren, dass er seinen Angriff auf die Bruderschaft abbrechen muss!“ „Wir haben vor einer Stunde jeden Kontakt mit der VII. Armee verloren, unsere Techniker prüfen das gerade. Wieso sollten wir den Angriff abbrechen?“ Jonathan fühlte sich, als hätte er einen Schlag in den Magen bekommen. Es hatte also schon begonnen. „Wegen der Außerirdischen, General.“ „Die Außerirdischen? Die wurden doch längst geschlagen, Doktor.“ „Eben nicht, Sir! Der Tacitus… nun… wir studieren dieses Ding nun schon seit fast 20 Jahren. Aber es hat uns auch studiert!“ „Inwiefern?“ „Es hat Daten über uns gesammelt. Unsere Physiologie unsere Technologie, die Beschaffenheit unseres Planeten. Die Aliens haben auf den Tacitus zugegriffen, um von ihm zu lernen.“ „Was zu lernen?“ „Wie sie auf der Erde überleben können. Und wie man uns töten kann.“


Die VII Armee. Der Truppe besser bekannt als die „Blutfalken“. Seit Ende des ersten Tiberiumkrieges, war sie das Breitschwert der GDI gewesen. Die Frontfeuerwehr, die überall dort eingesetzt wurde, wo andere versagten. Sie hatten immer die neuesten Technologien, verfügten über die meisten Ressourcen und die beste Ausrüstung. Die Männer und Frauen, die in ihr dienten, waren die am besten ausgebildeten der gesamten GDI. Eine Elite ohne Vergleich. Sie kannten keinen Rückzug, keine Niederlage und keine Gnade mit ihren Feinden.
Aber diese Aliens, waren ein wirklich würdiger Gegner, das musste Cutter zugeben. Er stand mit verschränkten Armen vor dem, was einmal sein Gefechtsleitstand gewesen war und begutachtete das Ausmaß der Schäden. Der Angriff durch die Sturmreiter kam völlig überraschend und mit solcher Wucht, dass er innerhalb weniger Minuten seinen halben Stützpunkt verloren hatte. Hunderte der lästigen außerirdischen Jäger waren wie ein Sturm über die GDI-Basis hinweggefegt und hatten alles in ihrem Weg vernichtet. Drei Raffinerien, zwei Waffenfabriken, vier Kasernen, acht Kraftwerke und Hunderte seiner Soldaten wurden von einem auf den anderen Moment zu Asche. Es war lediglich einer Handvoll Slingshot Einheiten zu verdanken, die mit ihrem mächtigen Vierfach-AA-Geschützen tapfer standhielten und nach über einer Stunde Abwehrkampf wenigstens verhindern konnten, dass die Aliens dem Stützpunkt endgültig den Stecker zogen und sie letztlich um Rückzug zwingen konnten. Doch nun hatte Cutter ein Problem. Er wusste, dass sie einem zweiten Angriff dieser Größenordnung kaum standhalten könnten. Aber viel schlimmer war, dass sie nun schon seit Stunden blind waren. Jedwede Kommunikation und Telemetrie waren ausgefallen. Aufklärungseinheiten standen nur noch wenige zur Verfügung. Und die einzige menschliche Verstärkung im Umkreis von hundert Meilen trug den Skorpionsstachel auf der Uniform.
„Sir, wir haben eine Nachricht vom CentCom erhalten.“ Na wenigstens schien die Kommunikation mit dem HQ wieder zu funktionieren, immerhin. „Und, was sagen die, Sergeant?“ „Prioritätsanweisung für VII Armee: Angriff auf Nod-Basis abbrechen. Überraschungsangriff von außerirdischen Streitkräften möglich.“ Cutter blickte sich in seinem zerstörten Stützpunkt um. „Kommt ein bisschen spät.“ brummte er.

Die Defensivlinie hielt, immerhin. Zsarah verstand noch immer nicht genau, wie es den Besuchern möglich war, außerhalb ihres Turmes ohne Kontrollknoten zu überleben oder woher sie soviel Verstärkung bekamen, aber das spielte auch keine große Rolle. Kane wollte diesen Turm, und Kane würde ihn auch bekommen. Dafür würde sie sorgen. Wenigstens hatten die Besucher ihren Zorn auch auf die GDI entladen. Sie konnte die Rauchschwaden auf der anderen Seite des Gebirgspasses sehen, dort wo die „Blutfalken“ ihren Stützpunkt hochgezogen hatten. Der Menge an Sturmreitern nach zu urteilen, die die GDI angegriffen hatten, musste diese beträchtliche Verluste erlitten haben. Das hatte ihr etwas Zeit verschafft ihren eigenen Stützpunkt notdürftig zu richten und genügend Truppen heran zu schaffen um die Streitkräfte der Besucher am Fuße des Turms festzunageln.
„Commander Khalis? Catalyst-Rakete zeigt keine Wirkung.“ „Wie bitte?“ Wie war denn das möglich? Kane selbst hatte das Arsenal der Bruderschaft mit dieser Waffe gesegnet, die die Besucher auf molekularer Ebene zerstören konnte. „Keine Ahnung Commander. Der Sprengkopf war scharf und ist auch detoniert, aber es zeigt keine Wirkung.“ „Bereiten sie einen zweiten Angriff vor.“ Zsarah ahnte, dass dies auch nichts bringen würde. Nach allem was sie vom GDI CentCom abgefangen hatten, hatten die Besucher sich irgendwie Zugriff auf den Tacitus verschafft und, was auch immer, wie auch immer, von ihm gelernt. Vermutlich hatten sie sich irgendwie gegen die destruktive Wirkung der Catalyst-Technologie immun gemacht.
„Dieser Turm ist der Schlüssel zu unserem Schicksal. Egal was du tun must, egal was dazu nötig ist. Du musst diesen Turm für uns sichern, mein Kind.“ Das waren Kanes Worte gewesen, als Zsarah mit ihren Truppen ausgerückt war. Hatte er gewusst, was geschehen würde? Ihr gefiel nicht, wohin sie das führen würde. Sie las sich erneut die abgefangenen GDI-Übertragungen durch. Dann fasste sie einen Entschluss. Sie war im Begriff für alle Kinder von Nod die größtmögliche Blasphemie zu begehen. Aber sie war überzeugt, keine Wahl zu haben. Also befahl sie: „Stellen Sie eine Komm-Verbindung her. Holen Sie mir General Cutter in die Leitung.“ Die Männer und Frauen in der Kommandozentrale blickten einander verstört an. „… Commander?“ „Das war ein Befehl, Soldat. Und Sie wissen, dass ich einen Befehl niemals zwei Mal gebe.“

Jonathan hatte endlich Schlaf gefunden. Knapp zwei Stunden im Aufenthaltsraum des Erdgeschosses des Tacitus-Labors. Das reichte kaum um den Kopf frei zu bekommen, aber es hielt ihn immerhin über Wasser. Kaum war er wach, kamen die Kopfschmerzen zurück. Er zermaterte sich das Hirn, wie die Invasoren aufgehalten werden sollten. Allein die Tatsache, dass sie auf den Tacitus so mühelos zugreifen konnten, wie er auf sein eMail-Konto, bewies, wie überlegen sie ihnen waren. Und nach allen verfügbaren Daten, konnten sie mithilfe ihres Turmes permanent Verstärkung heran führen. Selbst die legendäre VII Armee würde dem nicht lange standhalten können. Es musste einen Weg geben, die Verhältnisse wieder auszugleichen. Sie kannten nun alle Schwachpunkte der Menschen, aber die GDI wusste nach wie vor so gut wie nichts über die Aliens. Und vermutlich sah das bei der Bruderschaft auch nicht besser aus.
Jonathans Gedanken stockten, als er sich von der Schlafcouch erhob und aus dem Fenster sah. Vielleicht lag die Lösung die ganze Zeit direkt vor seiner Nase. Das mächtige Wrack des Alien-Trägerschiffes, dass ihm seit Wochen jeden Morgen kalte Schauer über den Rücken gejagt hatte, wirkte im Moment wie ein Leuchtfeuer der Hoffnung „Vielleicht bist du unsere Trumpfkarte.“ murmelte er. Dann griff er zum Telefon. „Nordwig hier. Geben Sie mir InOps HQ. Dringend.“


Sieben Firehawks gegen drei Dutzend Sturmreiter. Nicht besonders fair. Aber seit wann ging es im Krieg schon fair zu? Sie hatten sich tapfer geschlagen, hatten die erforderlichen Aufklärungsdaten gesammelt und die hälfte der Alienjäger abgeschossen. Doch nun war ihre Munition aufgebraucht und sie flogen mit Höchstgeschwindigkeit zurück zum Stützpunkt. Gejagt von der Übermacht feindlicher Maschinen…
„Man, die sind ganz schön angepisst, was Boss?“ „Parker! Halten Sie die Klappe und den Kanal frei!“ Captain Steven Jackson, Staffelführer und erfahrener Kampfpilot, wusste, dass die Sturmreiter die einzigen Flugmaschinen waren, deren Geschwindigkeit den Firehawks überlegen war. Sie würden sie einholen ehe sie die schützenden AA-Geschütze der Basis erreichen würden. Er spürte bereits das Energiefeuer der Invasoren in seinem Nacken. „Firehawk 217 für HQ! Haben Feindflieger im Heck und keine Munition mehr! Erbitten Verstärkung.“ Statisches Rauschen, dann: „Verstanden 217. Wir sind dran. stand-by.“ Die Sturmreiter würden bald aufgeschlossen haben. Jackson bereitete sich darauf vor, seine Maschine zu wenden um direkt in einen dieser Bastarde hineinzufliegen. Er würde wenigstens noch einen von ihnen mit sich nehmen. „Hey Boss! Wir kriegen Gesellschaft.“ „Was?“ Dann sah er es. Aus zwölf Uhr näherten sich zwei Dutzend nicht identifizierte Einheiten. Als sie näher kamen erkannte er sie und machte gedanklich endgültig sein Testament. „217 für HQ. Mehrere Nod Venomgleiter nähern sich aus Richtung Westen. Sind auf Abfangkurs.“ „Wissen wir, 217. Das ist ihre Verstärkung.“
Ehe Jackson begriff, was er gerade gehört hatte, schossen auch schon die Laserstrahlen der Nodwaffen an seiner Maschine vorbei und bohrten sich in die Hüllen ihrer außerirdischen Verfolger. Er konnte mit seiner Staffel widerstandslos durch den Schwarm der wendigen Nod Einheiten fliegen, die sich hinter ihnen auf die Sturmreiter stürzten.
„Wer hätte das gedacht? Gerettet von Noddys! Wir sollten ihnen eine Kuchen backen.“ „Halten sie die Klappe Parker.“ Jackson konnte nicht begreifen was eben passiert war, aber im Moment genügte ihm die Tatsache, dass sie noch lebten. „Fliegen wir heim.“


„Und? Können sie schon etwas dazu sagen?“ Jonathan wusste, dass der junge Lieutenant, den InOps ihm und Hal zugewiesen hatte, nur hier war um sie im Auge zu behalten. „Ich kann ihnen sagen, dass dies wesentlich schneller gehen würde, wenn man mich nicht ständig unterbräche.“ Damit wandte er sich wieder den Konsolen auf dem zu, was sie für die „Brücke“ des außerirdischen Trägers hielten. Hier musste es etwas geben. Eine Schwachstelle ihrer Technologie, einen Befehlscode. Irgendetwas um den Vorteil, den die Invasoren durch die Tacitus-Daten hatten, auszugleichen. Das würde jedoch schwieriger werden, als er erwartet hatte. Die Technologie der Invasoren war ihm immer noch völlig fremd, und da sie vollständig Tiberiumbasiert war, konnten sie sich nur mit Schutzanzügen im Innern aufhalten und mussten immer wieder längere Pausen einlegen. Ganz zu schweigen davon, dass niemand in der GDI die Sprache der Fremden lesen konnte. Sie war der, die der Tacitus verwendete, zwar ähnlich, was Jonathan einen Vorteil verschaffte, aber es gab doch erhebliche Unterschiede.
Doch allen Hindernissen zum Trotz: Jonathan schwor sich, einen Weg zu finden. Viele gute Menschen waren durch diese Mistkäfer ums Leben gekommen. Männer, Frauen und Kinder. Er würde einen Weg finden, sie endgültig von der Erde zu vertreiben.


Ein Pakt mit dem Teufel. So kam es Cutter jedenfalls vor. Ein Teil von ihm konnte immer noch nicht fassen, dass er sich darauf eingelassen hatte.
Vor einigen Stunden hatte sie Kontakt aufgenommen. „Störe ich sie beim aufräumen, General?“ Ihre Kommunikation war also gar nicht ausgefallen, Nod hatte sie gestört. Beeindruckend, das musste er zugeben. Die Fotos im InOps Dossier wurden Zsarah Khalis nicht gerecht. Sie war kleiner, als er erwartet hatte und zierlicher. Sie hatte eine natürliche Schönheit, und ein Blick in ihr, von glatten, schwarzen Haaren umrahmtes Gesicht, verriet mehr über sie, als Tausend Geheimdienstberichte. In ihren stahlblauen Augen brannte ein unauslöschbares Feuer. Ein Feuer, das Cutter selten gesehen hatte, aber wenn, dann bei den Menschen, die ihn am meisten beeindruckt hatten. Diese junge Frau würde niemals aufgeben. Sie würde ihre Ziele erreichen oder bei dem Versuch zu Grunde gehen. Und falls sie zu Grunde ging, würde sie so viele Feinde mit sich reißen, wie sie konnte. „Wunderschön, eiskalt und absolut tödlich. Genau mein Typ.“ hatte er gedacht, als er sie zum ersten Mal gesehen hatte und er musste sich auf die Zunge beißen um es nicht laut auszusprechen. Also sagte er: „Du hast aber Nerven, Kleines. Was zur Hölle willst du?“
Sie hatte ihm eine Feldallianz vorgeschlagen. Eine Zusammenlegung ihrer Ressourcen und eine Ausarbeitung einer gemeinsamen Strategie gegen den übermächtigen Feind. Sein erster Impuls war „Fahr zur Hölle“ aber auch das sprach er nicht laut aus. In dem Vorschlag lag eine gewisse Logik. Der erste Angriff der Aliens hatte die Blutfalken an den Rand der Niederlage gebracht. Und Cutter wusste, dass die Bruderschaft, woher auch immer, mehr über diesen Feind wusste, als die GDI. Also hatte er eingewilligt. Gerade eben hatten Khalis Venoms seine paar letzten Firehawks gerettet. Dieses Bündnis würde also nützlich werden. Doch er wusste auch, dass die Bruderschaft einen Hang dazu hatte, Abmachungen zu brechen. Die wollten den Turm intakt. Warum war ihm egal. Seine Priorität war es, den Turm zu Fall zu bringen. Also musste es ihm gelingen, Zsarah Khalis zu übervorteilen, bevor sie das mit ihm machen konnte. Er wusste, dass dies vielleicht die schwierigste Aufgabe seiner Karriere werden könnte.

„Einheit 4 für Zentrale.“ „Zentrale hört.“ „Wir befinden uns 2km westlich des feindlichen Stützpunktes. Bisher keine Feindaktivität.“ „Verstanden, Einheit 4. Fahren sie nach Plan fort.“ „Verstanden. Ende.“ Lieutenant James Hoffer war ein erfahrener Soldat. Er behauptete gerne von sich alles gesehen zu haben. Für ihn waren die Aliens auch nur ein weiter Feind der GDI, der zertreten werden musste. Aber die Einheit, die er jetzt kommandierte, war schon etwas Außergewöhnliches. Es wunderte ihn, wie reibungslos die Zusammenarbeit mit den Soldaten der Bruderschaft funktionierte. Der gemeinsame Feind schweißte zusammen. Der Auftrag war einfach: Feindliche Linien weiträumig umgehen, sich dem Stützpunkt von westen annähern und die Lage sondieren. So viele Informationen sammeln wie möglich, sie an das CCC (Combined Command Center) übertragen und dann die Energieversorgung sabotieren. Zwanzig Mann, die Hälfte seine Jungs, die andere Hälfte Noddys, standen ihm zur Verfügung. Sie rückten im Schatten des riesigen Turms über den felsigen Untergrund vor. Bisher war alles problemlos verlaufen. Als sie die fremdarigen Umrisse des ausserirdischen Stützpunktes bereits sehen konnten, meldete sich die Vorhut über Funk. „Wir haben Bewegungen hier. Noch kein Sichtkontakt.“ Verdammt. Hatte sie sie entdeckt? „Verstanden. Hoffer an alle: erhöhte Vorsicht meine Herren. Wir wollen doch nicht von Käfern überrascht werden.“ Wie aus den Nichts, und als ob sie ihn gehört hätten, brach aus der Felswand vor ihnen ein Corrupter hervor. Die verfluchten Walker kannte er aus München. Sie verschossen konzentriertes Tiberium und bewegten sich wie schwerfällige Borkenkäfer. Das Ding zischte irgendwas und stürmte auf sie zu. „Verteilen!“ brüllte Hoffer. Für zwei Soldaten kam das Kommando zu spät. Sie wurden von einem Schwall Flüssigtiberium direkt getroffen und gingen zu Boden. Der Rest jedoch konnte der Kreatur ausweichen, wirbelte herum und eröffnete das Feuer. Das Ding ging unter dem Trommelfeuer zu Boden und zerplatzte, ehe es sich drehen und erneut angreifen konnte. Wie auf Kommando brachen aus der Öffnung in der Felswand Dutzende Disintegratoren hervor und eröffneten ihrerseits sofort das Feuer auf die zerstreute Einheit. „Zurück! Hoch, auf das Felsplateau!“ befahl Hoffer. Von Westen aus näherten sich mehrere Buzzer, Schwärme von Rasierklingenähnlichen Insekten, die einen Soldaten in Sekunden wortwörtlich zerfetzen konnten, gefolgt von zwei weiteren Corruptern. Die Aliens stoben nun, wütend zischend, von allen Seiten auf die Soldaten zu. Im Kreis stehend wehrten sie Welle um Welle der Angreifer ab, doch es waren einfach zu viele. Hoffers Männer fielen wie die Fliegen unter dem unbarmherzigen Angriff bis sich letztlich ein Schwarm Buzzer auch auf ihn stürzte. Seine Welt wurde schwarz…


Mit verschränkten Armen stand Zsarah auf der Kommandoplattform des CCC. Sie blickte angespannt auf die Statusmonitore. Von fünf kombinierten Infanterieeinheiten, die sie und Cutter vor zehn Stunden losgeschickt hatten, war nur noch eine übrig. „Wie ist der Status von Einheit 3?“ fragte sie den diensthabenden Offizier, ein junger GDI-Soldat. „Unverändert.“ antwortete dieser und fügte ein giftiges „Mam.“ an. Zsarah lächelte kurz. Diese Allianz war das seltsamste, was sie je gesehen hatte. Sie toppte die grotesken Einheiten und Gebäude der Besucher bei weitem. Cutter und sie waren übereingekommen, die Kommandoausrüstung in einem Gebäude zusammenzulegen. Zsarahs Kommandozentrale, da relativ unbeschädigt und frontnah wurde so zum CCC umgebaut. Nun huschten überall in ihrem Stützpunkt kombinierte Einheiten und Squads von Nod und GDI und GDI-Technik war in allen ihren Bauwerken integriert worden. Sie musste Cutter und seine Blutfalken respektieren. Sie wussten, was sie taten. Es würde schwierig werden, sie zu übervorteilen, wenn der Zeitpunkt gekommen war. Spielte allerdings keine Rolle, wenn es ihnen nicht gelang, die Besucher zurückzutreiben. „Immer schön der Reihe nach.“ dachte Zsarah und sagte dann dem Diensthabenden: „Halten sie mich auf dem Laufenden. Ich bin bei Cutter.“ „Verstanden.“ Sie wandte sich ab und machte sich auf den Weg zum Hauptplatz, wo General Cutter versuchte, eine kombinierte Streitmacht für den Hauptangriff zusammenzustellen. Es hatte etwas von einem Polizisten, der versuchte den Verkehr auf einer vielbefahrenen Kreuzung zu regulieren. Cutter dirigierte Flammenpanzer und Predators zu vereinten Divisionen, brachte Stealthpanzer und Mammuts in Formation. Er hatte ein gewisses Talent, dass musste sie zugeben. Cutter winkte sie zu sich herüber.
„Sie machen das gut, General. Arbeiten sie an einer zweiten Karriere?“ Cutter grinste. „Immerhin werde ich eine haben.“ „Empfindlich heute, was?“ Sie musterte ihn wieder mit diesem durchdringenden Blick und Cutter fühlte sich sichtlich unwohl dabei und sie wusste das. Sie war immer wieder überrascht, wie gut die beiden zusammen funktionierten. „Wie ist die Lage?“ wollte Cutter wissen. „Einheit 4 ist gefallen. Nur 3 ist noch aktiv. Sie bewegen sich langsam vorwärts, konnten dadurch aber bisher der Entdeckung entgehen. Vielleicht haben sie Erfolg.“ „Falls nicht, sind wir gekniffen. Wir müssen wissen, womit wir es zu tun haben und ihnen den Strom abstellen.“ „Ja,“ stimmte Zsarah zu „sonst wird das der kürzeste Gegenangriff aller Zeiten.“ Schweigend blickten die beiden Offiziere auf das Ballet aus Nod- und GDI-Einheiten, dass sich vor ihnen abspielte. Sie waren so bereit, wie sie sein konnten. Doch beide fragten sich, ob das genügen würde.


Sie hatten es fast geschafft. Die Systeme des Trägers waren hochgefahren. Schilde, Waffen, Antrieb, alles funktionstüchtig. Jonathan hatte herausgefunden, dass der Träger, sollte es ihnen gelingen ihn in die Luft und zu dem Turm zu bringen, ein Signal aussenden könnte um die Systeme des Turms zu desaktivieren. Damit würden sie den Invasoren den Nachschub abschneiden und die Viecher endlich rausschmeißen. Aber das verdammte Ding wollte einfach nicht starten. „Versuchen sie es noch einmal, Hal.“ Das Schiff dröhnte und vibriete unter den hochfahrenden Antrieben. Das Material stöhnte und ächzte, aber es erhob sich einfach nicht. „Schalten sie ab.“ Er würde noch wahnsinnig werden. Alle Systeme waren Grün, aber es reagierte einfach nicht. „Doktor, ich habe nachgedacht.“ meldete sich Hal. „Ein schlechtes Zeichen.“ gab Jonathan grinsend zurück. „Naja…“ Hal räusperte sich „Was ist, wenn diese Schiffe gar nicht vom Boden starten können?“ Jonathan legte die Stirn in Falten. „Wie meinen sie das?“ „Nach allem, was wir wissen, haben die Aliens diese Schiffe immer direkt in die Luft teleportiert. Vielleicht werden sie in irgendwelchen Raumwerften gebaut und ihre Antriebe sind nicht stark genug, um sich aus eigener Kraft vom Boden zu erheben.“ Jonathan zog die Augenbrauen hoch. „Interessanter Gedanke, Hal. Aber reine Spekulation. Und selbst wenn dem so ist: Wie hilft uns das?“ Hal zuckte die Schultern. „Tja, vielleicht könnten ein paar Carryalls dem Kahn Starthilfe geben, oder so? War nur so eine Idee.“ Jonathan setzte zu einer Antwort an, hielt dann jedoch inne. Er musterte seinen Kollegen und dann noch einmal die Systemkontrollen. Dann griff er zu seinem Funkgerät. „Hier Nordwig. Verbinden sie mich mit dem Luftwaffenkommando. Die müssen uns bei einem… Experiment helfen.“


Die Explosion war gewaltig gewesen. Ein riesiger Feuerball erhob sich östlich des mächtigen Turms und verkündete: Einheit 3 war erfolgreich.

Nun ging alles sehr schnell. Keine fünf Minuten nach der Detonation griffen kombinierte Einheiten aus Nod-Mots und Pitbulls die Verteidigungsanlagen der Aliens schnell und erbarmungslos an. „Hit and Run“, die große Stärke der Bruderschaft, funktionierte auch im Verbund mit der GDI. Lange bevor die Aliens ihre Energieversorgung reaktivieren konnten, waren ihre Sturmsäulen, Photonenkanonen und Buzzer-Nester nutzlos. Der Staub, den die schnellen Einheiten aufgewirbelt hatten, hatte sich noch nicht ganz gelegt, da grollte von oben bereits die nächste Welle heran. Firehawks machten den Anfang. Sie entluden ihre tödliche Fracht praktisch ohne Gegenwehr auf die seltsam gezackten außerirdischen Bauwerke. Ihnen folgten, langsamer, dafür getarnt, die mächtigen Vertigo-Bomber der Bruderschaft, die ihre Ladung in das Flammenmeer warfen, das einmal der Stützpunkt der Aliens gewesen war.
Zsarah war überrascht, nein vielmehr beeindruckt, wie schnell die Besucher sich von diesem Erstschlag erholten. „Beobachte und du wirst sehen, wozu Tiberium fähig ist.“ hatte Kane über die Besucher gesagt. Ihre ganze Technologie, ihre Physiologie, einfach alles, beruhte auf dem heiligen Kristall. Sie bestanden sozusagen daraus. Cutter und sie hatten genügend Bomben auf den Stützpunkt abgeworfen um ihn drei Mal zu zerstören und dennoch konnte sie das wütende Brummen aus den Flammen heraus hören. Sie stand auf dem Turm eines GDI-Predator, inmitten der beeindruckensten Streitmacht, die sie je gesehen hatte. Nod und GDI, vereint. Soweit ihr Auge reichte näherten sich die kombinierten Bodentruppen von Süden und Westen der Streitmacht der Besucher an. „Der hat doch gesessen!“ freute sich Cutter via Funk. „Abwarten. Ich traue der Sache nicht. Wir sollten die Truppen halt machen lassen und dann lassen wir es mal ein paar nette Grüße regnen.“ empfahl Zsarah.
Cutter überwachte die Operation vom CCC aus. Er war aus dem Alter raus, sich direkt an die Front zu begeben, respektierte seine… Partnerin dennoch dafür, dass sie es tat. Der Gedanke, mit Nod zusammenzuarbeiten, pochte immer noch wie Gift in seinen Adern, obwohl er zugeben musste, dass es gut funktionierte. „Statusmeldungen zeigen keine Aktivität mehr in dem Stützpunkt. Wir sollten vorrücken und den Turm sichern.“ gab er zurück. „General, wenn es keine Aktivität mehr gibt, was haben sie dann zu verlieren? Spectres und Juggernauts sind in Position, also lassen sie uns auf Nummer Sicher gehen.“ Cutter seufzte. „Wie sie meinen.“
Angespannte Stille senkte sich über die Ebene, als der Befehl zum Stoppen kam. Zsarah sah sich um. Anspannung stand in den Gesichtern der Soldaten. Die Panzerbesatzungen konnte sie zwar nicht sehen, aber sie wusste, dass diese genauso nervös waren. Und wer konnte es ihnen verdenken? Schlimm genug, dass sie gegen eine außerirdische Macht ins Feld ziehen sollten, deren unbarmherzige Zerstörungskraft sie alle erlebt hatten. Und dann sollten sie auch noch ihr Leben Männern und Frauen anvertrauen, die noch vor zwei Tagen ihre erklärten Todfeinde gewesen waren. Bedachte man dies, verhielten sich alle erstaunlich diszipliniert. Dumpfes Grollen unterbrach die Stille, gefolgt von pfeifenden Geräuschen und donnernden Explosionen. Die Artillerie hatte das Feuer eröffnet. „Khalis?“ das war Cutter, „Empfangen sie mich noch? Die Monitore im CCC sind ausgefallen. Wir sind blind hier.“ Zsarah schluckte. „Systemstörung?“ fragte sie, aber sie bekam nur statisches Rauschen zurück. „Ich hab da ein ganz mieses Gefühl.“ flüsterte einer der Soldaten. Wie auf Kommando begann der Turm, vom Sockel bis hinauf in die Wolken, in einem grellen Blau zu glühen. Blitze zuckten über seine Oberfläche und er brummte vor Energie. Aus den gefächerten Öffnungen des Konstrukts glitten Dutzende der mächtigen Schlachtschiffe der Besucher. Die Menschen nannten sie „Devastator“ und der Name war Programm. Diese Schiffe, deren äußere Form einer großen Krabbe ähnelte, konnten eine Stadt in wenigen Minuten dem Erdboden gleich machen. Die Schiffe wandten sich dem menschlichen Angreifer zu. Zsarah sah, wie die Hauptsektion begann aufzuleuchten. Sie machten ihre Waffen scharf. „Das soll doch wohl ein schlechter Witz sein.“ murmelte sie. Die Devastator eröffneten das Feuer.


Cutter stieg aus dem Pit Bull und begutachtete das Schlachtfeld. Eine der größten Armeen der Menschheitsgeschichte, vernichtet, in weniger als fünf Minuten. Das Plasmafeuer der mächtigen außerirdischen Schlachtschiffe, hatte den Boden stellenweise verglast, Neostahlpanzerung war geschmolzen. Was blieb war nichts als Asche, Rauch und Feuer. Die Flotte des Feindes war Richtung Norden abgedreht. Erstaunlicherweise hatten sie den kombinierten Stützpunkt der Menschen ignoriert und steuerten nun auf Zentraleuropa zu. Cutter waren die Optionen ausgegangen. Er hatte kaum noch Streitkräfte, geschweige denn Ressourcen. Kommunikation und Telemetrie waren ausgefallen, Energielevel der Basis lag nur noch bei 20%. Die Blutfalken waren geschlagen. Aber noch atmete er, und solange würde er kämpfen. Er beschloss, seine letzten Einheiten zusammenzukratzen und einen letzten Angriff auf den Turm anzuführen. Er würde versuchen, in den Turm einzudringen und so viel Schaden wie möglich anzurichten, bevor er seinen letzten Atem auf sie speien würde.
Sein Funkgerät riss ihn aus seinen Überlegungen. „Sagen Sie mal, General, wollten Sie da ein Haus bauen, oder schicken Sie mir bald mal Verstärkung?“ meldete sich Zsarah Khalis.


Im Moment ihres Triumphes über die menschlichen Streitkräfte, hatte die Aufmerksamkeit der Besucher nachgelassen. Zsarah, die als einzige, in dem Gewirr aus Blut, schmelzenden Fahrzeugen und Plasmaexplosionen, den Überblick behalten hatte, hatte eine bunte Truppe von Soldaten um sich geschart mit denen sie in den Turm vorgestoßen war. Während draußen ihre Armee geschlachtet wurde, drangen sie immer tiefer in die riesige Anlage ein. Mit erstaunlich wenig Gegenwehr. Die Besucher schienen sich, seit sie die ersten Angriffe der Bruderschaft hatten zurückschlagen können, in ihrem Turm unangreifbar zu fühlen und hatten daher die Bewachung des Innenbereichs vernachlässigt. Darauf hatte Zsarah gehofft. Sollte die GDI sich ruhig mit den Schiffen der Besucher befassen, sie hatte ihr Ziel nie aus den Augen verloren. Sie musste in den Kontrollraum und die GDI würde ihr dabei helfen. „Commander, wir haben hier was.“ meldete sich die Vorhut via Funk. „Sieht wie ein Komm-Raum aus.“ „Sichern Sie den Raum, wir sind unterwegs.“ Perfekt. Wenn sie Zugriff auf eines der Terminals erhalten könnten, hätten sie vielleicht endlich einen Grundriss der Anlage. Das würde die Sache vereinfachen. Einige Gänge weiter erreichten sie den großen, kuppelförmigen Raum, der vollgestopft war, mit Monitoren und Leitungen. Nach einigen Minuten gelang ihnen tatsächlich der Zugriff auf das Netzwerk der Besucher. „Sie wissen dass wir hier sind, Commander, halten uns aber wohl nicht für eine große Bedrohung.“ „Da werden sie eine Überraschung erleben. Finden Sie da drin so etwas wie eine Karte, einen Lageplan?“ Der Soldat der schwarzen Hand brauchte einen Moment, dann öffnete sich eine holografische Ansicht des Turms. Der Kontrollraum lag nur drei Ebenen über ihnen, wurde aber schwer bewacht. Wie erwartet. Zsarahs Blick fiel auf einen der Monitore. Dieser zeigte einen geschockten aber grimmigen General Cutter vor einem Pit Bull stehen. Die kombinierte Armee war vernichtend geschlagen worden. Auch wie erwartet. Zsarah aktivierte ihr Funkgerät. „Sagen Sie mal, General, wollten Sie da ein Haus bauen, oder schicken Sie mir bald mal Verstärkung?“ Wenn Cutter mit seinen verbliebenen Truppen den Turm angreifen würde, würde das die Besucher vielleicht lange genug beschäftigen, damit sie in den Kontrollraum kommen und den Turm sichern könnte. „Khalis? Sind Sie das wirklich?“ „Wen haben Sie denn erwartet?“ „Wo zur Hölle stecken Sie? Ich hatte gedacht, dass das niemand überlebt hat.“ „Ich bin mit einer Handvoll Soldaten im Innern des Turms. Ich brauche Ihre Unterstützung.“ „Was haben Sie vor?“ „Sie hatten Recht General. Der Turm muss fallen. Wir haben einen Lageplan gefunden. Ich werde in den Energiekern vorrücken und ihn hochjagen. Das sollte genügen. Sie sollten mit Ihren Leuten die Westflanke angreifen um unsere kleinen Freunde zu beschäftigen.“ „Ich dachte, Sie wollten den Turm intakt?“ „Wollte ich auch. Aber Sie und die GDI hatten von Anfang an Recht, General. Es ist zu gefährlich. Jetzt sind wir drin, also bringen wir es zu Ende.“ „Hört sich gut an, Commander. Geben Sie mir 30 Minuten.“ „Verstanden.“ Wenn Cutter ihre wahren Absichten durchschaut hatte, was angesichts der Tatsache, dass nur sie über eine Karte des Turms verfügte, nicht sehr wahrscheinlich war, hatte er sich nichts anmerken lassen. Vielleicht würde doch noch alles glatt gehen.
Ein schriller Pfeifton ließ sie von der Konsole aufschrecken. „Was ist das?“ „Ein Alarm, würde ich vermuten, Commander.“ „Ach was Sie nicht sagen? Was hat den ausgelöst? Ich dachte, die hätten uns schon längst entdeckt?“ „Ja, Commander. Das gilt dem hier.“ der Soldat wies auf einen der Monitore. Ein Trägerschiff näherte sich dem Turm aus Richtung Westen. Zsarah kniff die Augen zusammen. Sie hatte sofort eine Ahnung, was es mit diesem Schiff auf sich hatte. „GDI“ knurrte sie. „Wir müssen uns beeilen.“


Dieses Ding war schnell. Also wirklich schnell. Sie waren vor 10 Minuten gestartet und hatten nun bereits den halben Atlantik überquert. 15 Minuten bis zum Ziel. Jonathan hatte seit den Kämpfen gegen Splittergruppen der Bruderschaft vor zehn Jahren keinen Kampfanzug mehr getragen, doch er fühlte sich immer noch wie eine zweite Haut an. Hal sah darin allerdings etwas deplatziert aus. Aber seine Idee hatte funktioniert. Zwei Dutzend Carry Alls waren nötig gewesen. An dicken Stahlseilen hatten sie das mächtige Schiff von Boden gehievt. Quälend langsam und unter höchster Beanspruchung der Maschinen der Transporter, hoben sie das Schiff auf eine Höhe von 500 Metern, wo plötzlich die Antriebe erwachten. Nun hatten sie die Kontrolle. Das Schiff konnte mit einer sehr kleinen Besatzung gesteuert werden. Neben ihm und Hal waren nur fünf andere an Bord, die sich um die verschiedenen Kontrollsysteme kümmerten. Eine große Armee war auch nicht nötig. Entweder es funktionierte oder…
Die Komm-Anlage meldete sich. Jonathan aktivierte das Terminal und General Grangers Gesicht erschien auf dem Monitor. „Nordwig. Wir haben eine große Flotte Devastator-Schiffe ausgemacht, die sich Richtung Mitteleuropa bewegen. Die Luftwaffe ist alarmiert, aber angesichts der Größe der feindlichen Streitmacht, glaube ich nicht, dass wir sie aufhalten können. Also was immer Sie vorhaben, Doktor, es sollte besser funktionieren.“ „Verstanden General.“ Zeitdruck hatte ihm gerade noch gefehlt. Der Plan war simpel: Zu dem feindlichen Konstrukt fliegen, andocken, das Deaktivierungssignal aussenden und zum Abendessen zu Hause sein. Die simplen Pläne waren die besten hieß es doch. Oder waren das die, die nie funktionierten? Er verließ sich auf die Daten, die ihm der außerirdische Computer geliefert hatte und er verließ sich auf die Kommunikationssignale des Tacitus, also auf ein anderes außerirdisches Objekt. „Was hab ich mir nur dabei gedacht?“ murmelte er.
„Doktor! Wir bekommen Gesellschaft.“ Die taktische Konsole zeigte es bereits. Sturmreiter. Dutzende davon. Jonathan hoffte, dass die Invasoren nicht wussten, dass Menschen das Schiff unter Kontrolle hatten. Eine Hoffnung, die sich schnell erledigte. Der Bildschirm der Komm-Anlage zeigte eine Botschaft an: „Insekten übergeben Träger oder werden vernichtet“ „Das werden wir ja sehen.“ sagte Jonathan grimmig „Hal, Schilde und Waffen aktivieren. Empfangen wir sie recht herzlich.“


Der mächtige, außerirdische Träger ließ den wendigen Jägern kaum eine Chance. Als würden zwei wütende Hornissenschwärme aufeinander losgehen, stürzten sich die pfeilschnellen, automatischen Jagdmaschinen des Trägers auf die Sturmreiter. Der Kampf wogte eine Weile hin und her, einige Feindmaschinen konnten durchbrechen, schafften es aber nicht, das Schild des Trägers zu durchbrechen. Die Brückenbesatzung um Jonathan jubelte bei jedem getroffenen Sturmreiter. Nach einigen Minuten war es vorbei. Der Träger hatte kaum Schaden genommen, die Sturmreiter waren besiegt worden. Aber nun waren sie ein Ziel, was den Zeitdruck nur noch erhöhte. Sie brauchten noch knapp zehn Minuten, ehe sie den Turm erreichen würden und die taktische Konsole zeigte bereits zwei feindliche Trägerschiffe auf Abfangkurs. „Treten Sie das Gaspedal durch, Hal. Wenn diese Schiffe uns erreichen, bevor wir beim Ziel sind, wird’s hier verdammt eng.“


Es fühlte sich gut an, was an sich schon erschreckend war. Er fühlte sich lebendig, wie seit langem nicht mehr. Es war fast 15 Jahre her, dass Cutter zum letzten Mal selbst in den Kampf gezogen war. Er hätte es nicht erwartet, aber das Gefühl, den Feind Seite an Seite mit seinen besten Männern zu bekämpfen, hatte er vermisst. Die Aliens gaben alles, aber Cutter hatte den Eindruck, dass sie den menschlichen Feind unterschätzt hatten, nachdem ihre Schlachtschiffe mit dem Gros der Armee kurzen Prozess gemacht hatten. Er hatte es mit einer Handvoll Soldaten geschafft, die feindlichen Stellungen zu durchbrechen und das westliche Eingangsportal des Turms zu stürmen. „Willkommen in Babylon, meine Herren!“ brüllte Cutter, als sie in das Innere vorrückten „Und jetzt zeigen wir diesen krakenköpfigen Kotzbrocken, mit wem sie es zu tun haben! Bewegung!“ Es funktionierte. Die GDI-Truppen hatten die volle Aufmerksamkeit der Invasoren auf sich gezogen. Sie kämpften sich durch einige Gänge, ehe sie einen großen Hangar erreichten, der Cutter perfekt erschien, sich zu verschanzen. Wenn sie die drei Zugänge halten konnte, würde das Khalis genügend Zeit verschaffen, den Energiekern zu erreichen. Welle um Welle der insektenähnlichen Kreaturen versuchte den Hangar zu stürmen und wurde vom konzentrierten Feuer aus den Sturmgewehren der GDI-Soldaten zurückgeworfen. Khalis hätte sich längst melden müssen. Vielleicht hatten die Aliens sie und ihre Männer gestellt und besiegt? Oder vielleicht… ja, vielleicht hatte sie ihn vorgeführt. Schon wieder. Cutter fasste einen Entschluss. „Corporal, sammeln sie ihre Männer. Wir rücken weiter ins Innere vor.“ „Sir, ja Sir!“ So oder so musste er die Sache selbst in die Hand nehmen. Wenn sie ihn wirklich nur benutzt hatte, um die Aufmerksamkeit der Invasoren von ihr abzulenken, musste er den Energiekern eben selbst zerstören. Und dann würde er diesem Miststück eine Kugel verpassen.


Ein paar gut platzierte Granaten und ein freundliches „Juhu!“ aus einem Flammenwerfer und schon war der Zugang zum Kontrollraum frei. Cutter und seine Männer hatten ganze Arbeit geleistet. Heimlich und Still war nicht Cutters Art und Zsarah wusste das. Er war mit einem Paukenschlag angerückt, hatte die Tür eingetreten und um sich geballert. Das hatte das Interesse der Besucher geweckt und so konnte Zsarah mit ihrer kleinen Truppe praktisch ohne Gegenwehr zum Kontrollraum vorrücken. „Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll, General.“ sagte Zsarah grinsend, als sie den riesigen Raum betrat. In der Mitte des sphärenförmigen Raumes erhob sich eine gigantische Plattform, die von halbtransparenten Monitoren umringt war. An den Wänden befanden sich holografische Projektionen von Truppenbewegungen und Nachschub. Der Hauptmonitor, der allein schon etwas mehr als fünf Meter breit war, zeigte ein Trägerschiff im Kampf mit einer Staffel Sturmreiter. Das Schiff war also noch nicht angekommen. Gut. Zsarah musste den Turm auf Stand-By programmieren, die Bewegungsrichtung der Portale umkehren und das Kontrollinterface dann an Ayers Rock übergeben. Und sie hatte dafür nicht viel Zeit. „Sichern Sie den Zugang. Alles, was sich diesem Raum nähert wird sofort erschossen.“ befahl Zsarah  „Was ist mit den Truppen der GDI, Commander?“ „Ich sagte ‚alles‘ Soldat. Ich beende diese Allianz.“ „Mit Vergnügen, Commander!“ Während ihre Männer den Eingang verbarrikadierten, trat Zsarah auf die Kommandoplattform. „Dann wollen wir dir mal das Herz herausschneiden.“


So sehr sich das Bezirkskommando auch bemüht hatte, es war unmöglich eine Panik zu vermeiden. Als die Luftschutzsirene ertönte und W3N die Nachricht verbreitete, rannten die Menschen um ihr Leben. Mehrere Dutzend außerirdische Schlachtschiffe, Devastator genannt, waren unterwegs in Richtung Großraum Wien. Sie würden die Stadt und alles und jeden darin so schnell vernichten, dass es beinahe langweilig sein würde. Die GDI bemühte sich die Freeways freizuhalten und stellte Truppentransporter zur Verfügung, aber wie wollte man so viele Menschen in so kurzer Zeit evakuieren? Das Geschrei und die Panik am Boden wurden von den Triebwerken der Firehawks übertönt, die Staffel um Staffel in Richtung Süden flogen. Die Luftwaffe würde sich der außerirdischen Streitmacht entgegenwerfen, aber nur die wenigsten glaubten, dass sie Erfolg haben würde.
Die Sirenen stimmten erneut ihr furchteinflößendes Lied an. Die feindliche Flotte hatte eine Vorhut aus Sturmreitern vorangeschickt, welche nun wahllos auf alles und jeden feuernd im Tiefflug über die Stadt hinwegfegte, dann steil hochzogen und in den Wolken verschwanden um kurz darauf wieder herabzustoßen. Dabei zerstörten sie im Vorbeiflug unzählige Firehawks, fast als wären sie Spielzeuge. Deren brennende Wracks stürzten auf die Stadt herab. Überall herrschten Feuer und Chaos. Minutenlang beschossen die Sturmreiter die Stadt. Planlos, ohne wirkliches Ziel. Sie sollten nur zerstören und töten. Dann, wie ein Fischschwarm, der seine Richtung ändert, brachen sie den Angriff abrupt ab und flogen in südlicher Richtung davon. Die verzweifelten Menschen schauten ihnen nach und viele erstarrten, als sie sahen, worauf die Sturmreiter zuhielten. Am Horizont krochen, wie schwarze Wolken, die außerirdischen Schiffe über die Bergspitzen. Die Flotte würde Wien binnen Minuten erreichen.


Cutters Männer hatten endlich eine eigene Karte des Turms gefunden. Die holografische Darstellung verriet ihm, dass Khalis inzwischen den Kontrollraum erreicht hatte. Sie hatte ihn also nur als Ablenkung benutzt. Nicht wirklich überraschend. Umso mehr ärgerte es ihn, dass er mitgespielt hatte. „Ich werde wohl langsam zu alt für diesen Mist“ brummte er. Das echte Problem war aber, dass der Turm, wie es schien, seine Energie direkt aus dem Tiberium in der Kruste des Planeten abzapfte, was bedeutete, dass er keinen Energiekern hatte, den man hätte zerstören können. Cutter musste also in den Kontrollraum gelangen, vorbei an unzähligen, feindlichen Aliens, die Noddys rausschmeißen, Khalis persönlich den Hals umdrehen und dann irgendwie den Turm abschalten. Ein Kinderspiel also. „Also schön Männer. Ich denke jetzt wäre der richtige Moment für ein paar große Worte.“ setzte er an „Leider fällt mir überhaupt nichts ein. Also, treten wir ihnen in den Arsch!“ „Sir ,jawohl Sir!“ Die kleine Einheit setzte sich in Bewegung, bereit sich den Weg freizukämpfen. Cutter war wütend. Auf Khalis, auf sich selbst. Kein verfluchter, außerirdischer Mistkäfer würde sich zwischen ihn und den Kontrollraum stellen. Er würde das beenden. Jetzt.


„Wie ist der Status der feindlichen Schiffe?“ Hal tippte hektisch auf einer der Konsolen herum und antwortete dann: „Die werden uns in fünf Minuten erreichen, Doktor.“ Das war mehr als schlecht. Sie waren eine Schleife geflogen, in der Hoffnung die beiden Träger abzuhängen. Das Resultat war gelinde gesagt unbefriedigend. Ihre Verfolger hatten aufgeschlossen und sie hatten kostbare Zeit verloren. Jonathan beschloss nun alles auf eine Karte zu setzen. Er nahm den direkten Kurs wieder auf und hoffte, dass die Schilde des Trägers lange genug halten würden, dass sie ihren Plan ausführen konnten. Der Turm war inzwischen in Sichtweite gekommen. Jonathan hatte Bilder und Holo-Vids davon gesehen, aber die wurden dem außerirdischen Konstrukt nicht gerecht. Er ertappte sich dabei, wie er das gigantische Monument einige Sekunden ehrfürchtig anstarrte. Nichts, was er je gesehen hatte, war auch nur annähernd so beeindruckend und furchteinflößend zugleich gewesen. „Doktor, wir haben die Steuerung verloren.“ „Was?“ „Es reagiert nicht mehr. Ich könnte versuchen, den Rückschub zu aktivieren um…“ „Nein, warten sie.“ Jonathan überprüfte einige Anzeigen. Ein Leitstahl hatte das Schiff erfasst. Eine automatische Andockroutine. Die Aliens wussten zwar, dass Menschen an Bord waren, aber ihre automatischen Systeme reagierten trotzdem auf die Annäherung des Trägers. Das bedeutete, dass sie sich keine Gedanken darüber machen mussten, wie sie an den Turm andocken konnten, aber es machte sie auch langsamer. Die feindlichen Träger holten immer schneller auf und starteten bereits ihre Angriffsjäger. Sekunden später eröffneten diese das Feuer. Ihre eigenen Jäger warfen sich dem Feind entgegen, aber angesichts der gegnerischen Übermacht, konnten sie ihnen kaum die Stirn bieten. Das Schild des Trägers würde dem Beschuss noch mindestens zehn Minuten standhalten müssen. „Was können wir noch tun, Hal? Ideen?“ Hal kratzte sich am Kinn. „Beten wäre vielleicht eine Idee, Doktor.“


Eine Betriebsanleitung wäre hilfreich gewesen. Kane hatte ihr zwar viel darüber verraten, wie sie in die Systeme der Besucher eindringen konnte, aber Theorie und Praxis lagen hier doch noch sehr weit auseinander. Zsarah rannte die Zeit davon. Die Besucher versuchten den Kontrollraum zurückzuerobern, und ihre Angriffe wurden heftiger. Und ihr Gefühl sagte ihr, dass sie den Turm besser unter Kontrolle bekam, bevor der Träger, den die GDI erobert hatte, sein Ziel erreichte. Zu allem Überfluss zeigten ihr die taktischen Konsolen, dass General Cutter auf dem Weg war. Das letzte, was sie jetzt brauchen konnte, war ein angepisster GDI General. „Hallo, was haben wir denn da?“ sagte sie lächelnd, und aktivierte das Subsystem „interne Verteidigungsanlagen“ denen sie ein neues Ziel zuwies. Aus dem Boden vor dem Kontrollraum fuhren nun mehrere Photonenkanonen hoch, die ihren Männern die Arbeit deutlich erleichterten. Sie spien kochendes Plasma auf die Besucher, die um ein Haar die Oberhand errungen hätten, nun aber gezwungen waren, sich zurückzuziehen. Das würde ihnen etwas Luft verschaffen. Zsarah war längst wieder in die Kontrollsysteme versunken, als eine schwere Explosion sie hochschrecken ließ. Eine zweite folgte und sie sah, wie die Photonenkanonen in zwei grellen Blitzen vergingen. Dann setzte Maschinengewehrfeuer ein. Cutter war eingetroffen.


Jonathan war beeindruckt wie gut Hal inzwischen mit den Kontrollsystemen zurechtkam. Seine Finger glitten über die Bedienfelder, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Quälend langsam näherte sich der Träger dem außerirdischen Konstrukt. Das gewaltige Schiff wirkte im Vergleich zu dem Turm, der ihr Sichtfeld nun vollständig ausfüllte, wie ein winziges Insekt. Die Jagdmaschinen der feindlichen Träger beharkten sie unermüdlich mit ihrem Energiefeuer. Das Schild hielt stand. Noch zumindest. Aber der Träger ächzte und vibrierte unter den Angriffen. Jonathan wusste, dass sie das nicht mehr lange durchhalten würden. Aber das mussten sie auch nicht. Die Andockklammern waren bereits ausgefahren, bereit das von Menschen kontrollierte Schiff in Empfang zu nehmen. Sechzig Sekunden. Jonathan bereitete das Signal vor. Sobald sie angedockt hatten, sollte das Schiff einen Hochenergieimpuls aussenden, der den Turm deaktiviert. Wenn Jonathan sich nicht irrte, sollte das nicht nur ihren Nachschub unterbinden, es sollte auch allen Streitkräften der Aliens, die sich außerhalb des Turms befanden, die Existenzgrundlage nehmen, genau wie nach der Zerstörung des Kontrollknotens am Ground Zero. Eine Explosion ließ das Schiff erzittern. Dann noch eine. Funken sprühten aus den Konsolen. Ihr Schild war kollabiert und die Hülle des Trägers war dem feindlichen Beschuss nun schutzlos ausgeliefert. Dreißig Sekunden.


Stille senkte sich über den Kontrollraum. Nod hatte den Eingang verbissen verteidigt, aber die GDI hatte mehr Feuerkraft mitgebracht. Trotzdem hatten die Fanatiker die Meisten von Cutters Männern getötet. Nur zwei waren noch am Leben, einer von ihnen hatte eine Bauchwunde. Cutter befahl dem anderen, sich um die Verletzung seines Kameraden zu kümmern, nahm dann sein Sturmgewehr in Anschlag und ging weiter voran. Er stieg über die gefallenen Nod-Soldaten hinweg, vorbei an den Spuren des Kampfes und stand dann in dem riesigen Kontrollraum. Er stieß einen leisen Pfeifton aus. Das war nur ein Raum des außerirdischen Konstrukts, aber er war groß genug, dass er ein MCV darin hätte parken können. Es war dunkel. Lediglich die alles überragende Kommandoplattform gab ein schwaches Licht ab. Cutter näherte sich ihr langsam und vorsichtig. An der Hauptkonsole entdeckte er einen Minicomputer der Bruderschaft. „Verdammt, wo steckst du Kleines?“ flüsterte Cutter, während er das Gebiet mit der Taschenlampe seines Sturmgewehrs absuchte. Er stockte abrupt, als er ein metallisches Klicken hörte. „Stets in ihrer Nähe, General.“ sagte Zsarah Khalis, die ihm eine Pistole an den Hinterkopf hielt. „Runter mit der Waffe und langsam umdrehen.“ Cutter seufzte, ließ das Sturmgewehr zu Boden gleiten und drehte sich um. Zsarah lächelte. „Ich sollte ihnen danken, General. Ohne ihre Hilfe hätte ich es niemals geschafft. Aber wenn es am schönsten ist, soll man aufhören nicht wahr?“ „Nur zu Mädchen, drück ab.“ sagte Cutter in einer Mischung aus Wut und Genugtuung. „Dann wünsch ich uns Beide in die Hölle.“ Zsarahs Augen weiteten sich, als sie sah, dass Cutter eine Granate in der Hand hielt. Der Stift war bereits gezogen. Die beiden Offiziere musterten einander einen Moment. „Du hast bis hierher alles kontrolliert“ sagte Cutter „und jetzt wehrt sich deine Beute. Blöd gelaufen, was?“ Zsarah lachte kurz „Sparen sie sich ihre Überheblichkeit, General. Sie haben doch schon verloren. Entweder gegen mich, oder die Aliens. Wenn ich diesen Turm nicht unter Kontrolle bringe, dann bleibt er in der Hand der Besucher. Und das bedeutet, dass die solange Verstärkung herschaffen, bis ihre so geliebte GDI, ihre satte Wohlstandgesellschaft von ihnen verschlungen wird. Was solls sein, Cutter?“ „Lieber von den Aliens verschlungen, als Sklaven von Kane, meine Liebe. Das wird niemals geschehen.“ Eine schwere Erschütterung durchzuckte den Turm. Cutter schaffte es nur mit Mühe die Granate nicht fallen zu lassen, verlor dabei aber sein Gleichgewicht. Zsarah nutzte ihre Chance, hechtete an die Hauptkonsole und aktivierte ihren Minicomputer. „Eine Vision, ein Prophet.“ sagte sie leise, drehte sich um und schoss.


„Der Leitstrahl wurde deaktiviert, Doktor!“ Sie hatten es also hinbekommen sie auszusperren. Das große Tor vor ihnen schloss sich, aber die Andockvorrichtung war immer noch aktiviert. Das mächtige Schiff wand sich unter dem Feuer ihrer Verfolger. Überall blinkten rote und blauviolette Lichter und Funken sprühten. Aber das Schiff hielt stand. „Jetzt reichts“ knurrte Jonathan. „Volle Kraft voraus, Hal!“ „Wie bitte?!“ „Die wollen uns aussperren, aber ich habe meinen eigenen Schlüssel dabei.“ Hal wollte protestieren, sah dann jedoch schnell ein, dass ihnen kaum eine Wahl blieb. Er schaltete den Antrieb auf volle Leistung und das Schiff machte einen ruckartigen Satz nach vorne. Der Träger bohrte sich mit einer Wucht in das große Schott, dass der ganze Turm erzitterte. Stücke der Schiffspanzerung barsten in alle Richtungen und das Hangartor des Turms wurde zerschmettert und abgerissen. Dann, als hätte jemand einen Schalter umgelegt, hörten die Erschütterungen und Vibrationen des Schiffs auf und es schwebte ruhig in dem riesigen Hangar. Die Andockvorrichtung hatte das Schiff erfasst. Sie hatten es geschafft.
Jedenfalls fast. Jonathan hoffte, dass die Schäden nicht zu schwer waren, als er hektisch auf der außerirdischen Konsole und seinem Laptop herumtippte. „Bitte“ flüsterte er „das muss jetzt einfach funktionieren.“ Er aktivierte das Signal.


Die Außenbezirke der Stadt standen in Flammen. Durch den dichten, schwarzen Rauch waren die außerirdischen Schlachtschiffe nur Schemenhaft zu erkennen. Aber das charakteristische Dröhnen ihrer Antriebe und das unheilvolle Glühen ihrer Plasmawaffen rückte unaufhaltsam näher. Die GDI warf ihnen alles entgegen, was das Arsenal hergab. Mit mäßigem Erfolg. Einige Schiffe konnten abgeschossen werden, doch diese Flotte war so groß, dass sie diese Ausfälle leicht wegstecken konnte. Sie ließen ihr kochendes Plasma auf alles herabregnen, brannten sich einen Pfad der Zerstörung durch die Stadt. Die Menschen standen auf den verstopften Straßen. Manche versuchten um ihr Leben zu rennen, doch die Meisten starrten die mächtigen, fremden Schiffe nur machtlos an. Sie wussten, dass ihr Ende gekommen war. Plötzlich senkte sich Stille über die Stadt, als die Außerirdischen ihr Feuer abrupt einstellten. Eines der Schlachtschiffe begann an Höhe zu verlieren. Zuerst langsam, dann fiel es wie ein Stein. Mit dem Bug voran bohrte es sich in den verkohlten Boden, überschlug sich und schlug mit der Oberseite auf. Ein weiteres Schiff folgte und dann noch eines. Die ganze Flotte stürzte nach und nach aus den Wolken als ob jemand den Stecker gezogen hätte und verwandelte die brennenden Vororte Wiens in einen riesigen Schottplatz. Als die Menschen das sahen verfielen sie, ohne wirklich zu begreifen was gerade geschehen war, in tosenden Jubel.


Cutter wich den Schüssen mit einem Hechtsprung aus, rollte sich ab, griff nach seinem Sturmgewehr und warf die Granate in Khalis Richtung. Zsarah fluchte, versetzte der Granate einen Tritt und ging in Deckung. Sie detonierte in der Luft, während sie von der Plattform flog und riss ein großes Stück aus dieser heraus. Cutter brachte sein Sturmgewehr in Anschlag und feuerte ins Nichts. Zsarah war bereits wieder auf die Füße gekommen und verpasste Cutter einen kräftigen Tritt. Er strauchelte, ging jedoch nicht zu Boden. Eine weitere Erschütterung durchzuckte den Turm und Cutter stürzte von der Plattform herab. Zsarah feuerte ins Dunkle unter ihr, hoffte den General zu treffen. Als ihr Magazin leer war, sprintete sie zur Hauptkonsole. „Fast geschafft.“ dachte sie, als sie ein statisches Kribbeln wahrnahm. „Was zur Hölle…“ Ein Energieimpuls durchlief den Turm. Nach und nach schalteten sich sämtliche Systeme ab. „Verflucht!“ schrie Zsarah und griff nach ihrem Minicomputer auf dem sie einige Eingaben machte und das Gerät dann in ihre Tasche steckte. „Nicht mit mir ihr Bastarde.“ Sie sprang von der Plattform und rannte Richtung Ausgang. Die GDI würde diesen Tag noch verfluchen, dass schwor sie sich.


Epilog

„… und unter größtem Aufwand an Menschen und Material konnte die neuerliche Invasion außerirdischer Kräfte abgewehrt werden. General Jack Granger vom GDI-Oberkommando versicherte uns, dass der fremdartige Turm nun völlig unter Kontrolle der GDI-Special Forces stehe und inaktiv sei. Die Streitkräfte der Bruderschaft von Nod, die nach jüngsten Erkenntnissen mit den außerirdischen Kräften kollaboriert haben sollen, wurden vollständig aufgerieben. Die besten Wissenschaftler der GDI wurden unter dem Schutz der VII. Armee abgestellt, den außerirdischen Turm zu untersuchen und dafür Sorge zu tragen, dass sich ein Angriff wie jetzt bei Wien nicht wiederholen kann. Währenddessen hat der GDI Sicherheitsrat alle Mittel für die sogenannte „Operation Shadowblade“ bewilligt, deren vorrangiges Ziel es ist, die Reste der zerfallenen Bruderschaft zu jagen und endgültig zur Strecke zu bringen. Das war Cassandra Blair für W3N. Wir machen die Nachrichten.“
Cutter schüttelte den Kopf. Er kannte die Wahrheit leider nur zu gut. Die VII Armee, die stärkste und bestausgerüstete Einheit der gesamten GDI, war vollständig vernichtet worden. Innerhalb weniger Tage hatte die GDI 15.000 Mann verloren. Die Verluste der Bruderschaft wurden auf 20.000 geschätzt. Und nur Gott konnte wissen, wie viele zivile Opfer es bei Wien gegeben hatte. Die Schätzungen schwankten zwischen 60.000 und 100.000 und es würde Jahre dauern, bevor die Stadt wieder bewohnbar sein würde, falls das überhaupt möglich war. „Möchten sie etwas trinken, George?“ Cutter schaute vom Fernseher auf und blickte den Mann an, der ihn milde anlächelte. Und der ihm und Gott weiß wie vielen anderen das Leben gerettet hatte. „Ich nehme ein Bier. Danke Jonathan.“ Die beiden Männer saßen eine Weile schweigend da, tranken ihr Bier und lauschten den geschönten Darstellungen von W3N. „Und. Was denken Sie? Hat sie es geschafft?“ brach Jonathan die Stille. Cutter atmete tief durch und seufzte. „Darauf würde ich meinen Hintern verwetten.“ „Was hat sie mitgenommen? Was denken Sie?“ „Sie sind der Wissenschaftler, sagen Sie es mir. Ist jedenfalls nicht mehr mein Problem.“ Jonathan sah ihn verwundert an „Was meinen Sie damit?“ Cutter hob die Schultern „Ich bin ein General ohne Armee, mein Freund. Die werden mich aufs Altenteil abschieben.“ „Sie sind ein Held, George.“ „Bin ich das? Ich habe 15.000 Soldaten verloren, Jonathan. 15.000. Nicht sehr heldenhaft.“ Jonathan wollte etwas erwidern, hielt dann jedoch inne und leerte sein Bier. „Andere werden sich mit Zsarah Khalis befassen müssen.“ Cutter leerte ebenfalls sein Bier „Und denen wünsche ich alle Kraft der Welt. Sie werden sie brauchen.“ „Immerhin“ begann Jonathan „haben wir die Aliens besiegt. Das ist doch was.“ Cutter nickte „Ja, das ist wahr. Aber mein Gefühl sagt mir, dass Sie gut daran täten, dieses Tacitus-Ding weiter zu untersuchen, Jonathan.“ „Sie glauben, die kommen wieder?“ „Ich glaube, ich trinke noch ein Bier. Wenn Sie noch eins übrig haben?“ Jonathan lächelte „Aber sicher, George.“ Cutter war sich sicher, dass sie weder die Bruderschaft noch die Invasoren wirklich besiegt hatten. Für den Moment hatten sie sich nur eine Atempause erkauft. Zu einem verdammt hohen Preis.


„Erhebt Euch mein Volk, ich bin zurückgekehrt und ich werde nie wieder von Euch gehen.“ Kanes Stimme klang selbst in der alten Aufzeichnung noch kraftvoll und inspirierend. Zsarah stellte sich nicht zum ersten Mal vor, wie es wohl gewesen sein musste, dabei zu sein, als Anton Slavik den Verräter Hassan tötete und Kane von den Toten auferstanden war. Das war jetzt beinahe 20 Jahre her. „Die GDI wollte mich zerstören, aber ihr Hass machte mich nur stärker.“ Es war kein totaler Fehlschlag gewesen. Die GDI kontrollierte zwar jetzt den Turm und sie hatten den Tacitus. Also hatten sie das Schloss und den Schlüssel. Aber sie hatten keine Ahnung, wie man das Schloss öffnen konnte. Zsarah schon. Ohne die Kommandocodes, die Zsarah auf ihrem Minicomputer hatte speichern und mitnehmen können, würde der Turm inaktiv bleiben. Auch der Träger, den sie erobert hatten, würde der GDI nicht weiterhelfen. „Und Heute marschieren wir vorwärts in unsere gemeinsame Zukunft, ein stärkeres Volk, ein erleuchtetes Volk! Geschaffen für die Tiberiumwelt!“ Zsarah lächelte während sie auf den Monitoren beobachtete, wie ihre Brüder und Schwestern die Trucks beluden und die Verlegung des Stützpunktes vorbereiteten. GDIs „Shadowblade“ würde ins Leere schlagen. Sie würden ihr Ziel wieder verfehlen und die Bruderschaft würde warten. Sie würde in den Schatten ausharren, sich vorbereiten und auf den richtigen Moment zum Zuschlagen warten. Und wie es immer war, wenn die Bruderschaft von Nod Kanes Wut entfesselte, würde die GDI nur noch zurückweichen können. Beim nächsten Mal, so hoffte Zsarah, während sie ihre Ausrüstung anlegte, vielleicht für immer. „Die Zeit ist gekommen von dieser Welt Besitz zu ergreifen, unsere Zeit ist gekommen und das Ende der GDI!“ Zsarah sprach die nächsten Worte des Vids wie immer laut mit „Eine Vision – Ein Prophet! Für die Technologie des Friedens!“ Zsarah würde die GDI wie ein Insekt zerquetschen, ihr den Tacitus entreißen und einen Pfad zur Erlösung brennen. Das hatte sie geschworen und so würde es geschehen. „Frieden durch Macht!“ Zsarah schaltete das Vid ab, das von längst vergangenen Zeiten zeugte, und machte sich auf den Weg zum Treffen des Inneren Zirkels. Es war Zeit sich der Zukunft zuzuwenden.

- Ende -



Ich bedanke mich bei allen, die die Geschichte gelesen haben und hoffe, dass der ein oder andere dabei genausoviel Spaß hatte, wie ich beim Schreiben.
Über Kritik und Kommentare aller Art würde ich mich freuen. Aber seid gnädig: Das war das erste Mal, dass ich so eine Geschichte geschrieben habe. ;-)

es grüßt
the Virus
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