Überrannt und explodiert

von Zidana
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P12
11.03.2012
11.03.2012
1
718
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
11.03.2012 718
 
Überrannt und explodiert – wenn ein Teil von mir zerreißt
11 März 2012 20:30 Uhr ???

Es ist eine leere in meinem Körper und gleichzeitig scheine ich zu explodieren. Meine Augen sind weit aufgerissen und dann doch wieder so hart zusammengekniffen, dass es weh tut. Es brennt egal ob auf oder zu.
Mein Magen ist zusammengekrampft, mein ganzer Körper zittert und in einigen dieser Sekunden denke ich, ich habe meine Lippe blutig gebissen.
In meinen Inneren rumort es. Am liebst würde ich weg rennen, so lange bis meine Füße bluten, bis es weh tut und meine Lunge in tausende von Fetzen gerissen wird. So lange, bis mein Puls die Adern zerreißt. So lange bis ich umkippen. Bis es nicht mehr weiter geht, bis der Horizont ein Ende hat.
Einfach so lange bis ich nichts mehr fühle.
Ich würde einfach etwas zusammen schlagen, so lange bis es kaputt geht, bis es in seine und noch mehr Einzelteile zerspringt, bis nur noch ein Staub übrig bleibt.
Am liebsten würde ich die ganze Stadt in Trümmer verwandeln, die Leute zum Schreien bringen, alles in Brand stecken, so lange bis einfach nichts mehr übrig bleibt.
Ich würde die ganze Welt zusammenschreien, bis sich jeder einzelne die Ohren zu hält, bis die Glasscheiben in den Häusern zu Bruch gingen.
Ich würde gerne meinen Kopf gegen eine Wand schlagen, bis eines von beiden nachgibt, bis alles schwarz ist und dort einfach nichts mehr ist. Bis das Blut den Boden in einen großen roten See verwandelt hat.
Stattdessen sitze ich hier, schüttle immer wieder meinen schweren und schmerzenden Kopf. Warte darauf, dass einer sagt, es ist nur ein Traum, es ist nicht echt! Und gleichzeitig weiß ich, es ist die harte und ungerechte Realität.
Mein Herz fühlt sich an wie ein eiskalter klumpen Stein und gleichzeitig hab ich das Gefühl, dass mein Körper so leer  ist, dass dort nur eine Schleier aus Nebel ist, oder überall Watte, die mir nicht sagen will was los ist
Die Tränen bleiben aus unerfindlichen Gründen trotzdem aus, dafür würde ich mich am liebsten selber Ohrfeigen.  
Ich will diese Wand, die meine Gefühle zusammen hält, in einen kleinen Raum drängt, endlich zerbrechen, hemmungslos schluchzen, so sehr das mein Körper bebt und ich den Schmerz fühle, der sich der Zeit auf meine malträtierte Unterlippe beschränkt.
Und zur selben Zeit will ich, dass diese ganzen Gefühle mich einfach in Ruhe lassen, dass sie zur Hölle fahren.
Aber ich kann nichts am zerreißen meiner Seele ändern, weiß doch, dass er so weiter gehen wird, dass es weiter gehen musst, ich weiß du willst das so, ich weiß dass alles andere falsch wäre.
Aber ich verstehe es nicht.
Ich verstehe keines dieser Gefühle. Nicht den Schmerz, die Trauer, die unendliche Lüge vor der ich Angst hab, dass sie sich in mir ausbreitet. Ist es eine Lüge, die ich mir selbst präsentiere, belüge ich mich selbst?
Ich versteh nicht. Verstehe nicht warum, warum jetzt und überhaupt. Warum in alles in der Welt ist das so? Warum ist es überall so und warum ist es so schlimm, obwohl man glaubte sich zum mindestens etwas gewappnet zu haben? Warum ist es so schlimm, wenn man eigentlich schon wusste, dass es so kommt? Weil die Hoffnung noch da war? Weil man doch immer an das gute glaubt? Weil man optimistisch sein will?
Immer wieder mein Kopfschütteln. Ich will es nicht  verstehen, werde es wohl auch nicht begreifen? Will lange dauert es, bis es aufhört. Wie lange dauert es bis ich nicht mehr das Bedürfnis habe um die Welt zu rennen, mir die Lunge aus dem Leib zu schreien, die Welt in Schutt und Asche zu zerlegen?
Wie lange werde ich nicht mehr einen klaren Gedanken fassen können? Wie lange wird dieses Lächeln auf meinem Gesicht ein Fake sein?
Wie lange wird es dauern bis es wieder alles normal wird? So wie früher?
Und doch ich weiß, es wird nie wieder so sein wie vorher und genau das, will ich nicht begreifen. Genau das will ich nicht an mich ran lassen und genau dafür hasse ich mich selbst, dass ich meine Gefühle, nicht einmal mir selbst richtig zeigen kann oder will.


Wieso ist der Tod einfach überall und lauert hinter jeder Ecke. Du siehst ihn, aber tun kannst du trotzdem nie etwas.

Das tut einfach weh.
Review schreiben