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Treu über den Tod hinaus

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Mrs. Danvers
10.03.2012
17.04.2015
22
21.840
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10.03.2012 526
 
„Robert, können sie bitte Mrs. Danvers aufsuchen und ihr die Menuliste bringen? Ich kann sie über das Haustelefon nicht erreichen. Sonst ist sie um diese Zeit immer im Morgenzimmer aber ich habe sie heute noch gar nicht gesehen.“  Frith konnte gerade noch verhindern das das Soufflé für die Herrschaften das Tablett verließ was Robert in der linken Hand trug, während er in der rechten einen Weinkrug balancierte und versuchte mit dem Ellenbogen die Tür aufzuhalten. „Passen sie doch auf! Wir haben nicht die Zeit ein zweites Soufflé zu zaubern!“ Frith rückte die Teller wieder gerade. Die Soße war über den Tellerrand gelaufen und hatte das halbe Tablett überschwemmt, die weisen Stoffservietten waren völlig durchnässt. Robert stieg das Blut zu Kopfe „Was kann ich dafür wenn hier alles drunter und drüber geht. Einen Tag nach dem Ball zwei Mädchen zu entlassen, ist sie von Sinnen? So etwas macht sie doch sonst nicht!“ Die ganze Küche starte ihn erstaunt an. Über Mrs Danvers hörte man selten Beschwerde. Zu groß war der Respekt vor der  Haushälterin, die zwar nie laut wurde, jedoch mit Blicken töten konnte wenn ihr etwas missfiel. Robert galt als der schüchternste unter den Angestellten (wenn er nicht gerade etwas getrunken hatte, doch das erkannte man an seinem Gang) er hatte sich nie beklagt oder sich auch nur am Tratsch der Dienerschaft beteiligt. Das gerade er nun den Mund aufmachte hatte niemand erwartet. Auch er selbst wohl nicht. Verwundert über seine eigene Kühnheit blickte er beinahe beschämt zu Boden.
Frith kam ihm zur Hilfe: „Gib mir den Menüplan. Du hast recht, es geht wirklich alles drunter und drüber. Gerade jetzt Mädchen zu entlassen war keine gute Entscheidung. Bring das Soufflé zu Tisch. Die Servietten kannst du nicht mehr retten aber sie werden ohnehin etwas anderes im Kopf haben.“ Er nahm der immer noch mit ausgestreckter Hand dastehenden Köchin das Menü ab und verließ die Küche. Im vorbeigehen klopfte er Robert kurz auf die Schulter: „Hut ab mein Junge! Du machst dich!“, raunte er ihm mit einem Grinsen ins Ohr.

Die Köchin behielt Recht: Mrs. Danvers war nicht im Morgenzimmer und auch im Verwaltungsbüro wusste man nicht wo sie war, doch Frith hatte eine Ahnung wo er sie finden konnte. Er stieg die Treppen zur Galerie empor und wandte sich nach rechts. In diesem Teil des Hauses war er schon früher nicht oft gewesen und seit Rebecca de Winters Tod hatte keiner der Dienstbooten und auch Mr de Winter ihn nicht mehr betreten. Die neue Mrs war wohl auch erst einmal in diesem Teil des Hauses gewesen. Eines der Mädchen hatte sie gesehen wie sie durchs Haus geschlichen war. Wie ein scheues Reh das überall den Jäger sieht. Nur eine Person hielt sich noch oft im mit Abstand düstersten Teil des Hauses auf und danach zu urteilen das die Tür zu Rebeccas Zimmer nur angelehnt war, war sie auch jetzt wieder hier. Als er zur Tür trat hörte er etwas aus dem inneren des Zimmers. Frith legte die Hand auf die Klinke als ihn ein Schluchzen aufhielt: „Rebecca, ich liebe dich! Ich werde dich immer lieben, ich werde dir treu bleiben was auch immer geschieht!“
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