Tomb Raider

GeschichteAbenteuer / P16
Lara Croft
07.03.2012
16.06.2012
3
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07.03.2012 450
 
Erschöpft, völlig desorientiert und mit pochenden Kopfschmerzen öffnete Lara die Augen.

Ihr gesamter Körper war taub; alles was sie ansatzweise spüren konnte, waren die Schmerzen, die sich langsam von ihrem Kopf aus auf sämtliche Gliedmaßen übertrugen.

Die junge Britin versuchte sich aufzusetzen, was vorerst misslang, bis sie beide Ellbogen auf dem steinigen Untergrund aufsetzte und sich daraufhin mit ihren Handflächen nach oben drückte. Auch ihr Bauch tat schrecklich weh, als hätte man ihr einen Stahlpfeiler durch sämtliche Organe gerammt. Ihre Beine fühlten sich merkwürdig an, als wären sie gelähmt.

Ein kurzer Schock durchfuhr sie beim Gedanken daran, dass sie sich vielleicht eine weitaus schlimmere Verletzung zugezogen hatte, als sie vorerst dachte.

Doch die Aristokratin konnte sich schnell wieder beruhigen, als sie es geschafft hatte, beide Beine so weit es geht abzuwinkeln und zu ihrem Körper zu ziehen.

Sie war so beschäftigt damit, Wunden und Verletzungen an ihrem Körper ausfindig zu machen und sich vom nassen Boden zu erheben, dass sie den zahlreichen Schiff -und Flugzeugwracks, allen voran dem der Endurance, an deren Bord sie sich vor kurzem noch befunden hatte, wenig Beachtung schenkte. Sie konnte sich nur zu gut daran erinnern, wie sie um ihr Leben gerannt war, wie der Regen auf sie niedergeprasselt und wie Roth versucht hatte, ihr zu helfen. Doch es nützte nichts, sie musste mit ansehen, wie das Schiff dabei gewesen war, in seine Einzelteile zu zerschellen, während sie verzweifelt versucht hatte, nach Luft zu schnappen.

Wie sie es überhaupt geschafft hatte, zu überleben, geschweige denn, auf dieser Insel zu stranden - das war selbst ihr ein Rätsel.

Lara stöhnte erschöpft, als sie sich auf ihrem rechten Bein abstützte und sich aufraffte, wobei sie bemerkte, dass ihr gesamter Unterarm voller Blut war. Als sie dann auf beiden Beinen stand, blickte sie an sich herab, entdeckte weitere Schrammen und Schürfungen und fand dann die Quelle der Wunde, aus der nach wie vor Blut strömte - eine große Fleischwunde an ihrem rechten Oberarm.

Sie biss die Zähne zusammen, und presste ihre Hand darauf, bevor sie die ersten Schritte zu gehen versuchte. Es schmerzte nachwievor, doch sie war froh zu wissen, dass sie sich einigermaßen gut bewegen konnte. Noch während die Countess über einige der Gesteinsbrocken humpelte, wurde ihr erstmals das ganze Ausmaß des Schiffbruchs und ihrer momentanen Situation bewusst.

Ihr Blick wanderte über das Wrack der Endurance und die Einzelteile der anderen zerstörten Schiffe und Boote, bis hin zu einigen Felsformationen in der Bucht, gegen welche die mittlerweile sanften Wellen schlugen.

"Perfekt", seufzte die angehende Archäologin mit brüchiger Stimme und ironischem Unterton, bevor sie die kleine Anhöhe aus Schutt und Felsen, die sie so eben hochgeklettert war, nach unten stieg und sich dem Erforschen der Insel widmete.
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