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Sherwood Forest

KurzgeschichteAllgemein / P16 Slash
Robin Sir Guy of Gisborne
05.03.2012
05.03.2012
4
4.600
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05.03.2012 598
 
4.

I won't blame you if you decide to run
After all I've done
There is no shame if you've had enough
You decide if I'm the one



Sie hörten die Stimmen und Schritte im Laub, noch bevor sie die Gesichter sahen.

Es war der nächste Morgen. Die beiden Männer in dem Erdloch hatten eine unbequeme Nacht auf der harten Erde hinter sich; Gisborne geplagt von den Schmerzen seiner Schulter, nur ab und an von einem traumlosen, kurzen Schlaf erlöst.

Der erste Kopf, der von oben hinunter ins Erdloch lugte, war der eines Outlaws. Gisborne hätte sich bei weitem einen schöneren Anblick vorstellen können, doch spürte er deutlich die Erleichterung, die er angesichts des Gesetzlosen empfand. Endlich hatte man sie gefunden.

„Hey, Robin, alles klar da unten?“, fragte der Kerl.

„Alles klar, Much“, rief Hood zurück, wieder das übliche, dämliche Grinsen im Gesicht.

„Wir holen dich da raus!“

„Ey! Und was ist mit mir?“, maulte Gisborne, stand mühsam auf, das Gesicht verschwitzt und deutlich von der Anstrengung der Schmerzen gezeichnet.

„Mal sehen.“ Der dreckige Outlaw grinste genauso dümmlich wie sein Anführer.

„Sir Gisborne? Sind Sie da unten?“ Das Gesicht eines Soldaten tauchte auf.

„Das kannst du doch sehen, du Schwachkopf.“ War er denn nur von Idioten und unfähigen Tölpeln umgeben.

„Ah, ja, natürlich, Sir. Wir holen Sie da raus!“

„Dann beeilt euch gefälligst.“ Er schnaubte wütend auf.

Hood sah ihn noch immer grinsend an und Gisborne, der nicht wusste, ob ihm zum Lachen oder Weinen zu Mute war, empfand die Zweisamkeit mit Hood nun als weit weniger anstrengend als die mit diesen Chaoten dort oben.

---

„Also dann“, sagte Hood, wieder bestückt mit Schwert und Bogen. Hinter ihm stand, mit breitem Grinsen auf den Gesichtern, seine kleine Bande.

„Also dann.“ Auch Gisborne hatte sein Schwert wieder; die Waffen beider Männer hatten oben am Rande des Erdlochs gelegen, so als würden sie nur auf die Rückkehr ihrer Herren warten.

„Wir empfehlen uns, Sir of Gisborne.“ Hood machte spielerisch eine halbe Verbeugung, warf dem anderen Mann dabei einen schälmischen, zweideutigen Blick zu. „Es war mir eine Freude, mit Ihnen in diesem Erdloch zu sitzen.“ Die Outlaws lachten.

„Verzieht euch endlich“, maulte Gsiborne nur.

„Eh, aber Sir, wir-“, der Soldat, der ihn ansprach, sah sichtlich irritiert aus, „Sollten wir ihn nicht festnehmen, Sir?“

Doch Gisborne legte ihm nur müde eine Hand auf die Schulter. „Morgen ist auch noch ein Tag.“

„Komm, Robin, lass uns verschwinden.“

Hood nickte seinem Kameraden zu. Dann sah er Gisborne noch einmal schweigend und aus unergründlichen Augen an. Dieser erwiderte den Blick.

„Bis zum nächsten Mal, Hood.“

„Bis zum nächsten Mal.“ Und mit einem Grinsen verschwand der Gesetzlose im Wald.

„Los, Männer, Abmarsch zum Schloss.“

„Ja, Sir!“

---

Noch bevor Sir Guy of Gisborne die Augen geöffnet hatte, wusste er bereits, dass dieser Tag zumindest etwas Gutes mit sich bringen würde. Verwirrende Träume hatten ihn geplagt, die meist um ein und dieselbe Person gekreist waren. Die Sonne schien durch den schmalen Spalt im Vorhang.

Mit einem leisen Brummen setzte er sich auf, fuhr sich gähnend mit der Hand durchs Haar und erhob sich von seinem Bett.

Was stand heute auf dem Plan? Ach ja, richtig: Robin Hood jagen - wie jeden vergangenen Tag und auch jeden folgenden. Er würde den Wald nach dieser kleinen Ratte und seiner Bande von Gesetzlosen durchstreifen. Es war nicht sein Revier, das wusste er. Doch der Sherwood Forest hielt stets die ein oder andere unerwartete Begebenheiten bereit.

„Wir werden sehen, Robin. Wir werden sehen …“ Und mit einem Grinsen auf den Lippen schritt er zur Tür.
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