C'mon and love me

von Maxwell
KurzgeschichteAllgemein / P16 Slash
Gabriel/Trickster Sam Winchester
04.03.2012
04.03.2012
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Hallo :)
Heute gibt's von mir eine kleine Geschichte, die ich aufgrund einer verlorenen Wette mit Leviathan schreiben durfte/musste. Es war vorgegeben, Sams und Gabriels ersten Kuss ohne die Wörter Augen, Mund, Lippen und Zunge zu beschreiben.
Ich habe beim Bestes gegeben... hoffen wir, es war gut genug.

Also viel Spaß beim Lesen! :)



I said baby, baby, don't you hesitate
'Cause I just can't wait
Lady, won't you take me down to my knees
You can do what you please
Come on and love me
(Kiss – C'mon and love me)


"Was treibst du da, Sammy?"

"Es heißt 'Sam'", korrigierte der Braunhaarige automatisch und blätterte weiter in dem Buch herum, mit dem er es sich auf dem Bett in dem Motelzimmer gemütlich gemacht hatte. Er wusste immer noch nicht, was sie diesmal jagten, deswegen suchte er schon seit gefühlten Stunden nach einem Hinweis.

"Mir ist langweilig!"

Der Erzengel auf dem Bett neben ihm war nicht gerade hilfreich. Er war eine prima Hilfe beim Jagen und bemühte sich auch sonst, ihnen unter die Arme zu greifen, was die Apokalypse anging – auch wenn Sam bis heute keinen Grund für den plötzlichen Sinneswandel wusste – aber wenn es um Recherche ging, war Gabriel fast noch schlimmer als Dean.

"Das hab' ich gehört."

"Hör auf, meine Gedanken zu lesen. Wie hast du es nur geschafft, Jahrhunderte ohne einen Babysitter zu überleben?" Sam sah über das Buch hinweg auf den Blonden. Der verschlang gerade die dritte Tüte Skittles, wenn Sam das richtig sah, und war auch sonst alles andere als fleißig. Arme und Beine von sich gestreckt lag er auf dem Bett, ließ seit einer halben Stunde Casa Erotica auf dem pay-per-view-Programm des Motels laufen und gähnte von Zeit zu Zeit herzhaft.

"Ich war ja nicht alleine."

Seufzend klappte Sam das Buch zu und warf es nach Gabriel. Wie erwartet schnippte der Blonde es auf den Tisch in der hinteren Ecke des Raums, bevor es ihn erreicht hatte. "Was hindert dich daran, dir Gesellschaft herzuzappen?", wollte Sam mit gerunzelter Stirn wissen, setzte sich aufrecht hin und lehnte mit dem Rücken gegen die Wand hinter dem Bett. Die fünf Wochen, die Gabriel nun schon bei ihnen war, hatte er ihn noch nie mit weiblicher Begleitung gesehen. "Dafür, dass du bei unserem ersten Treffen so sehr mit deinem Sexleben geprahlt hast, bist du ganz schön enthaltsam."

"Beschäftigst du mich jetzt oder nicht?"

Gabriel hatte wieder einmal diesen Blick aufgesetzt – dieses schelmische Grinsen, das Wackeln mit den Augenbrauen, einfach durch und durch dreckig und pervers.

Und wieder einmal wusste Sam nicht, was er davon halten sollte. Einerseits kribbelte es in seiner Magengegend, wenn Gabriel ihn so ansah, und er hatte das Verlangen, zurückzugrinsen und... hier stoppte er seine Gedanken, wusste genau, dass der Erzengel so schamlos war und sie lesen würde. Andererseits konnte er Gabriel wirklich nicht einschätzen.

"Du bist alt genug, geh spielen", murmelte Sam und rieb sich mit einer Hand über sein Gesicht.

"Okay!"

Er hatte kaum Zeit, sich darüber zu wundern, dass Gabriel so schnell nachgab, denn nur einen Moment später sah er den Erzengel verdattert an. Der hatte sich breitbeinig auf Sams Schoß gezappt und grinste, als wäre das etwas ganz Alltägliches. "Äh... was machst du da?" Sam befand seine Frage nicht gerade für intelligent, im Angesicht dessen, wo Gabriel sich gerade befand, aber durchaus für berechtigt.

"Nur das, was du gesagt hast", grinste Gabriel und nahm das Gesicht des Braunhaarigen in seine Hände.

"I-ich meinte..." Sam biss sich auf die Unterlippe, als er merkte, wie seine Wangen heiß wurden und sein Herz für einen kurzen Moment auszusetzen schien. Er konnte Gabriel nicht so nahe sein, ohne dass die Gedanken wieder aufkamen. Wie gut er eigentlich aussah, wie attraktiv ihn allein sein Lächeln machte. Von dem Körper, der sich in diesem Moment gegen ihn presste, ganz zu schweigen. "Das ist nicht lustig, Gabriel. Hör auf mit dem Schwachsinn." Er sah weg, klang nicht so abweisend, wie er es gewollt hatte. Halbherzig drückte er gegen Gabriels Schultern und versuchte, ihn von sich wegzuschieben – erfolglos. Hätte er sich denken können.

"Mensch, Sam!"

Überrascht von dem ernsten Ton sah Sam Gabriel wieder an. Das Grinsen war vom Gesicht des Erzengels verschwunden, was ihn mehr als ein bisschen irritierte.

"Stell' dich nicht so an!"

"Ich habe aber keine Lust, als Engelsspielzeug herzuhalten", widersprach Sam, diesmal heftiger, und überrascht ließ Gabriel seine Hände sinken, wich endlich zurück. Er setzte sich auf Sams Oberschenkel, pulte an der Jeans des Jägers.

"Tust du doch gar nicht", antwortete Gabriel so ruhig wie möglich. Ein Gedanke Sams erreichten ihn so laut und stark in seinem Kopf, dass er zusammenzuckte – Ruby. Warum hatte er nicht früher daran gedacht? Es hätte ihm klar sein sollen, dass diese Dämonenschlampe, die Sam ausgenutzt hatte, auch Narben hinterlassen würde. "Sammy", seufzte er schließlich und war fast schon überrascht, als dieser ihn nicht korrigierte. "Wenn ich einen schnellen Fick wollte, könnte ich mir einfach eine Hure erschaffen. Was glaubst du, warum ich das nicht mehr gemacht habe, seit ich dich kenne?"

"Nicht?" Sam zog die Augenbrauen zusammen und musterte Gabriel skeptisch.

"Glaub mir, das hättest du gehört."

Irgendwie musste Sam nun doch darüber schmunzeln. Gleichzeitig kamen diese Gedanken wieder – wie es wohl wäre, mit Gabriel Sex zu haben. Und dass es gar nicht so übel war, ihn gerade auf sich sitzen zu haben. "Keine Spielchen, Gabe, bitte", seufzte er schließlich und sah dem Erzengel ins Gesicht. Es zeigte nicht die Spur eines Lächelns, als dieser mit dem Kopf schüttelte.

"Versprochen, Sam. Du kannst mir vertrauen."

Sam wollte ihm vertrauen, er wollte es wirklich. Das war er ihm einfach schuldig, immerhin stand Gabriel jetzt auf ihrer Seite. Alles andere hätte er nicht verdient. Sam sah auf die Hände, die mittlerweile ruhig auf seinen Oberschenkeln lagen.

"Sam?"

Als er aufsah, legte Gabriel ihm beide Hände auf die Schultern und beugte sich zu ihm vor.

"Versuchen wir's?"

Gabriels Hände wanderten tiefer, vergruben sich im Stoff von Sams Hemd. Er war dem Jäger so nahe, dass dieser den warmen Atem auf seiner Wange spüren konnte. "Keine Spielchen", wiederholte Sam, aber es war nur ein raues Flüstern.

"Keine Spielchen", stimmte Gabriel zu und lehnte sich noch näher zu ihm.

Ihr erster Kuss war ganz anders, als Sam es sich vorgestellt hatte. Sanft, fast schon vorsichtig, ganz und gar nicht drängend. Mit einem Mal erleichtert schlang Sam seine Arme um den kleineren Mann auf seinem Schoß und zog ihn noch näher zu sich. Er spürte, wie Gabriel mit der Zungenspitze über seine Unterlippe fuhr und konnte sich nur mit Mühe ein Grinsen verkneifen, als er den Erzengel den Kuss vertiefen ließ. Hätte er gewusst, dass Gabriel so leidenschaftlich sein konnte und so gut schmecken würde, hätte er ihn schon viel früher geküsst. Sam vergrub eine Hand in dem blonden Haar und wäre es möglich gewesen, er hätte den anderen Mann noch näher an sich gedrückt.

"Um Gottes Willen, nehmt euch ein Zimmer!"

Sam zuckte vor Schreck zusammen, hörte Gabriels lautes 'au!' und stellte fest, dass er ihm gerade auf die Unterlippe gebissen hatte. Er konnte sich für einen Moment nicht zwischen Mitleid für den Erzengel und Wut auf seinen Bruder, der gerade mit Castiel im Schlepptau in das Motelzimmer gekommen war, entscheiden.

"Wir haben ein Zimmer", hörte er Gabriel antworten, der eine Hand von Sams Hemd löste, "und du bist drinnen." Er schnippte.

Nur Sekunden später taumelte Dean rückwärts gegen den noch im Türrahmen stehenden Castiel und fand sich zusammen mit ihm vor einer verschlossenen Tür wieder. Sie ließ sich nicht öffnen, egal, was er tat. Er sah zu dem Engel neben sich, als ein anderer Gedanke seinen Kopf erreichte: "Hat... Sammy gerade mit Gabriel rumgemacht?"

"Wenn du damit meinst, dass sie Körperflüssigkeiten ausgetauscht haben, dann ja."

Die übliche, trockene Antwort ließ Dean nur seinen Kopf schütteln. "Komm, Cas", meinte er und winkte den Engel zu sich, "ich will nicht dort rein, bis die beiden fertig sind." Dass er es gar nicht konnte, ignorierte er geflissentlich, als er sich auf die Suche nach einer Bar machte.
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