Null Uhr achtundzwanzig

GeschichteAbenteuer, Angst / P12
04.03.2012
04.03.2012
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Es war ein warmer Abend. Die Libellen flogen durch die Luft; Chii starrte ihnen gebannt nach. Gestern noch hatte Hideki sie gefunden und sie vorerst für eine Leiche gehalten, wie sie es so mitbekommen hatte. Wahrscheinlich verstand er sie auch nicht richtig. Trotzdem mochte sie ihn. Chii sah aus dem Fenster. Die Sonne war schon untergegangen. Wann würde Hideki wieder kommen? Sie machte sich Sorgen, es könnte ihm etwas passiert sein. Er war schon seit  Stunden weg.
Sie erschrak. Wie sie so nachdachte, hatte sie gar nicht bemerkt, dass er schon hinter ihr stand. Verschreckt, dass er sich so angeschlichen hatte, wandte sie sich um.  Fragend sah sie ihn an, doch er gab keinen Laut von sich. Er schwieg und starrte auf seine Füße. Was, wenn etwas geschehen war? Traurig fuhr sie wieder herum und starrte aus dem Fenster.
Hinter ihr, hörte sie Hideki davongehen. Was hat er nur?, dachte sie und wandte ihren Blick erneut dem Fenster ab. Er war verschwunden. Es herrschte Totenstille in der Wohnung. Vielleicht machte sie ihm zu viel Arbeit. Aber nein, dachte sie beklommen. Das konnte nicht sein. Schließlich wohnte sie erst seit gestern hier. Zumindest dachte sie das.
Plötzlich stand sie auf. Wenn er traurig war, dann wollte sie ihn aufmuntern. Also verließ sie das Wohnzimmer und sparzierte geradewegs auf seine Schlafzimmertür zu.  Vorsichtig öffnete sie die Tür einen Spalt weit.  Vor Schreck stolperte sie rückwerts. Dort hatte er gestanden, splitternackt, nur ein Handtuch, mit dem er sich die Haare trocknete. Aber anscheinend hatte der gar nichts bemerkt. Da, wie er so vor sich hinsang, war er wohl eher fröhlich. Und doch sang er ein trauriges Lied. Es erinnerte sie stark an ihren vorigen Besitzer.
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