Schwarzes Wissen

GeschichteMystery, Übernatürlich / P18 Slash
Amun Kane Paris Torin
29.02.2012
25.06.2012
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1.     Kapitel

Ein energiegeladenes Summen erfüllte das Zimmer in dem Torin, ausnahmsweise, mit ein paar der anderen saß. Das bedeutete nicht immer etwas Gutes – obwohl das in letzter Zeit immer häufiger vorkam. Cronus wurde immer wohlwollender mit den Herren, seinen Soldaten… Das sah man schon alleine daran was er für Gideon und Scarlet, für Lüge und Alpträume, getan hatte.
Mit einem blauen Lichtblitz erschien der Götterkönig im Raum. Als Torin ihn das erste Mal gesehen hatte war er ein alter Kauz gewesen, was an einem Fluch gelegen hatte, der ihn jedes Mal hatte altern lassen wenn er versucht hatte Scarlet zu töten… jetzt war er ihr wohlgesonnen.
Und er war jetzt wieder ein junger Mann und strahlend schön. Und momentan war er sehr, sehr wütend. Was hatten sie getan?
„Ihr habt außer Scarlett noch immer keinen der anderen Herren gefunden!“ polterte er los und als Kane sich mit etwas erschrockenem Gesichtsausdruck aufsetzte sprühte eine der Lampen Funken und zerbarst mit einem Knall.
„Es ist schwer sie zu finden wenn wir nur Namen haben!“ gab Sabin widerwillig zu. Idiot! Sah er nicht das der Gott schon wütend genug war?
„Zweifel, sei still! Passt lieber auf was ich euch zu sagen habe!“ knurrte Cronus, er schien sich langsam etwas zu beruhigen.
„Ihr habt Glück das ich euch wohlgesonnen bin, das aber auch nur weil ihr euch als perfekte Soldaten erwiesen habt. Nur deshalb vertraue ich euch diesen Auftrag an!
Ich habe drei weitere Herrinnen der Unterwelt gefunden. In Deutschland. In Bayern um genau zu sein. Eine Mutter mit ihren beiden Töchtern.
Tut alles dafür um sie her zu bringen, beschützt sie mit eurem Leben und tötet jeden der ihnen etwas Böses getan hat oder tun will! Wenn einer von euch eine der Frauen anfasst, bzw. die Frau oder das ältere Mädchen, dann werdet ihr draufgehen! Haben wir uns verstanden?“ fragte er, seine Wut schien wieder zu wachsen und augenblicklich fragte Torin sich wieso er sich so für die beiden Frauen einsetzte. Was bedeuteten sie ihm und wieso schien er so wütend darüber zu sein?
„Krankheit, wenn ich verschwunden bin wirst du auf deinen Computern eine Karte haben die dir ihren genauen Aufenthaltsort anzeigt und Fotos von ihnen.
Ich erwarte das Maddox, Aeron, Sabin, Lucien, Reyes und Gideon gehen. Auch wenn ich weiß das es für manche von euch ein ungünstiger Zeitpunkt ist.“, langsam schien Cronus sich zu beruhigen und Torin fragte sich wieso er gerade auf diese Krieger bestand. Aber er hatte recht, es war ein schlechter Zeitpunkt. Besonders für Maddox.
Seine und Ashlyns Kinder, kaum zu glauben das es Zwillinge waren, wie sie durch Olivia erfahren hatten, konnten jeden Moment zur Welt kommen. Die Frau war schon zwei Monate überfällig, da die Kinder unsterblich waren entwickelten sie sich langsamer und keiner wusste so recht wann sie zur Welt kommen würden.
Außerdem erwarteten auch Scarlet, Danika und Anya Kinder. Sie waren aber bei weitem noch nicht so weit das die Kinder jeden Moment kommen könnten.
„Wenn sie hier sind werden Promiskuität und William nicht in ihre Nähe kommen ohne das ein anderer von euch dabei ist. Ob Mann oder Frau ist mir in diesem Fall egal! Zumindest wenn es um die Mutter und ihre leibliche Tochter geht… was das zweite Mädchen angeht, nun, ihr werdet schon noch sehen.“ fügte der Götterkönig warnend hinzu, allerdings lag in seinen Augen auch etwas Belustigung und Torin ging auf das er nur Männer schickte die bereits eine Frau hatten. Woran das wohl lag? Hatte er Angst einer der Herren würde sie anfassen?
„Mein König, ich kann meine Frau nicht verlassen! Ich will die Geburt meiner Kinder miterleben!“ widersprach Maddox wiederwillig. Auf seinem Gesicht war Vorsicht zu lesen.
Torin hatte den Gedanken und die Hoffnung jemals Kinder haben zu können schon lange aufgegeben. Mit seinem Dämon Krankheit konnte er kein anderes Wesen berühren ohne es mit einer totbringenden Krankheit zu infizieren.
Er hatte seinem Verlangen einmal nachgegeben und eine Frau berührt, daraufhin war fast ganz Europa ausgelöscht worden. Er hatte auch die Hoffnung auf Glück aufgegeben, er würde nie eine Frau halten können. Wie auch wenn er sie nicht einmal berühren oder streicheln konnte?
Er sah zu Cameo, die einzige Kriegerin die von Anfang an dabei gewesen war. Sie waren seit längerem eng, sehr eng, befreundet und hatten eine Art Beziehung. Beziehung wie in Ich-schau-dir-zu-wie-du-es-dir-selbst-machst-während-ich-es-mir-selbst-mache.
„Beruhige dich Gewalt. Ich kann dir mit Sicherheit sagen das deine Kinder noch etwa zwei bis drei Monate auf sich warten lassen werden. Fünfzehn Monate rechnet man bei unsterblichen Kindern in etwa.
Hat der Engel euch das nicht verraten?“ fragte Cronus missmutig, aber beruhigend – was ging den hier ab? Fragte Torin sich neugierig. Hatte der große Götterkönig etwa eine Schwäche für Babys? Schwer vorzustellen.
„Nein, habe ich nicht. Entschuldige.“ seufzte Olivia, Aerons Frau und seine persönliche Glücksbotin der Engel. Sie saß auf seinem Schoß und war eng an ihren Mann gekuschelt.
„Lucien Baby, darf ich dich begleiten?“ fragte Anya aufgeregt und in Luciens zweifarbigen Augen funkelten Wut und Angst. Der zukünftige Vater würde sie nicht in Gefahr bringen, eher würde er sterben. Das hatte er vorher schon bewiesen, aber jetzt wo sie Schwanger war, würde er schon sterben nur um zu verhindern das sie das Schloss verließ.
„Auf keinen Fall Anya!“ rief er aufgebracht.
„Mein König, darf ich vielleicht den Vorschlag bringen das Cameo, Olivia und ich die Männer begleiten?
Dafür könnten Maddox, Lucien, Reyes und Gideon hier bleiben.“ schlug Gwen vor. Die Harpyie die Sabins Frau war, war eine bessere und wildere Kämpferin als sie alle zusammen und das obwohl sie erst süße 27 war und sie alle schon tausende von Jahren alt, von Dämonen besessen und ausgebildete Krieger waren.
„Frauen, noch besser als verheiratete Männer… Wieso nicht? Aber ich verlange sechs Krieger, mindestens. Je mehr desto besser!“, oh ja, diese Frauen bedeuteten Cronus etwas. Aber was? Torin wurde von Sekunde zu Sekunde neugieriger.
„Ich hab keine Ahnung um was es hier geht, aber wir kommen mit. Wir langweilen uns zu Tode hier drin und das ist nicht gut. Für keinen.“ meinte Kaia als sie mit ihrer Schwester Taliyah, beides schon sehr alte und erfahrene Harpyien und Gwens Schwestern, kamen herein und setzten sich auf eines der Sofas. Die Harpyien hatten vor niemandem Respekt, Gwen war nur höflich.
„Je mehr Wächter die sie nicht anfassen umso besser. Wie gesagt, macht alles was es braucht um sie herzubringen. Erfüllt ihnen jeden Wunsch außer sie wieder gehen zu lassen und passt auf.
Sie können gefährlich sein.“ warnte Cronus dann, nun schien er wieder ruhiger. In seinen Augen schimmerte ein Gefühl das Torin nicht einsortieren konnte.
„Um welche Dämonen handelt es sich hier?“ fragte Sabin neugierig.
„Bringt es selbst in Erfahrung. Ophelia und Saphira wurden beide erst vor nicht mal zwei Jahrzehnten von ihnen besessen. Achtzehn Jahre um genau zu sein. Das zweite Mädchen, Keyomi wurde erst vor knappen sechzehn Jahren mit ihrem Dämon zusammengeführt. Saphira könnte euch so manchen Ärger bereiten… Aber das werdet ihr selbst herausfinden.“ antwortete Cronus, dann verschwand er ohne ein weiteres Wort.
„Juhu. Neue Freunde!“ rief Anya und klatschte aufgeregt in die Hände.
„Wie sollen wir drei Frauen bändigen von denen wir nicht wissen welcher Rasse sie angehören, wie alt sie sind und welche Dämonen in ihnen wohnen und die noch keine zwei Jahrzehnte besessen sind? Unser Blutrausch damals dauerte fast drei Jahrhunderte lang an! Wie kann das sein?“ fragte Maddox aufgebracht.
„Gute Frage. Wie können die drei ihre Dämonen erst vor ein paar Jahren bekommen haben? Ich meine, es ist mehrere tausend Jahre her das wir dimOuniak geöffnet haben!“ stimmte Sabin zu und runzelte die Stirn.
Torin zog den Tablett-PC aus seiner Hosentasche um sich die Bilder der beiden Frauen anzusehen. Wie Cronus versprochen hatte waren sowohl Karte als auch Fotos da. Er öffnete zuerst die Karte.
„Tiefstes Bayern. Viel Spaß Leute. Das sind die Fanatiker unter den Christen.“ kicherte er und öffnete dann die Fotos, er keuchte erschrocken und gleichzeitig fasziniert auf.
Ophelia war eine Frau die nicht älter aussah als fünfundzwanzig, klein, kurze, bezaubernde Dreadlocks die ihr wild vom Kopf abstehen, schwarze Locken, dunkle grüne Augen, braun gebrannte Haut. Sie war muskulös und wirkte fast wie eine von ihnen…
Keyomi war Asiatin, eindeutig. Typisch für eine Asiatin war ihre dunkle Hautfarbe, auch wenn sie fast schien als wäre sie aus Porzellan, sie hatte auch ihre typische Augenform während ihm die Farbe unglaublich bekannt vorkam, wie etwas das er jeden Tag vor Augen hatte. Sie hatte untypisch für Asiaten keine komplett schwarzen und komplett glatten Haare, sie waren ein leichter Mix aus braun, schwarz, gold und leicht gewellt, auch diese Haare waren ihm bekannt. Auch wenn er nicht gleich darauf kam woher.
Sie hatte einen schlanken, absolut perfekten Körper mit unglaublichen Kurven und wirkte trotz allem muskulös. Obwohl sie so klein war, sie dürfte keine 1,65 m sein!
Lange grazile Arme und Finger, unendlich lange, schlanke, muskulöse Beine.
Dieses junge Mädchen – verdammt, war die überhaupt schon volljährig? – kam ihm auf abstruse Weiße bekannt vor, er konnte sie aber nicht einordnen.
War es schon fast unmöglich Keyomi zu beschreiben, so gab es allerdings für Saphira kaum Worte.
Klein, zierlich, unglaublich weiblich. Sie hatte Kurven, viel weiblicher als es erlaubt sein dürfte. Sie brauchte für ihren Körper einen Waffenschein! Obwohl sie so klein war wirkten ihre Beine als würden sie ins unendliche Reichen, breite, einladende Hüften, eine dünne Taille, perfekte Brüste, in perfekter Größe, zierliche Schultern, lange, elegante Arme, lange, dünne, elegante Finger, ein langer, graziler Hals und Oh Götter ihr Gesicht!
Noch nie hatte er Lippen gesehen die sinnlicher waren, voll, perfekt geschwungen, rot wie Blut. Hohe, königliche Wangenknochen, große, exotisch geformte Augen von einem tiefen Saphirblau in dem er zu ertrinken drohte, dünne, perfekte Augenbrauen und lange, haselnussbraune Korkenzieherlocken, die ihr bis auf die Taille fielen und schienen als wären sie von Strähnen aus Bernstein und Gold durchsetzt.
Aber das absolut unglaublichste an ihr war ihre Haut, als hätte man Alabaster mit Sahne verrührt, cremig und hell wie nichts was er je gesehen hatte. Dazu kam das sie strahlte als würde unter der hellen Haut ein weißes Feuer glimmen!
Obwohl es nur ein Foto war wirkte ihr perfekter Körper fließend wie ein Bach und er fragte sich ob ihre Bewegungen genauso fließend und elegant waren wie sie aussah.
„Torin was ist los?“ hörte er Cameo fragen, sie lugte in das Gerät und auch sie keuchte überrascht.
Nun wurden die anderen neugierig und versammelten sich um ihn um in seinen PC schauen zu können. Jeder der einen Blick erhaschte reagierte ähnlich wie er selbst.
„Ich verstehe warum Cronus nicht will das sie mit Paris oder William alleine sind. Können wir ihnen schon kaum wiederstehen, wie muss es dann für die zwei sein?“ fragte Kane, seine Stimme wirkte irgendwie, wie verzaubert.
Als sie sich bewusst wurden wie nah sie alle bei Krankheit standen bewegten sie sich einer nach dem anderen langsam weg von ihm, um ihn ja nicht zu berühren. Ja, so war das immer… Und obwohl er es nach all den Jahren gewöhnt war verspürte er wie immer einen Stich ins Herz.
„Was glaubt ihr warum war Cronie-Bonie so wütend?“ fragte Anya neugierig.
„Es scheint zumindest als würden die Mutter und ihre leibliche Tochter ihm irgendwie wichtig sein. Immerhin will er unbedingt das wir sie beschützen…“ überlegte Maddox.
„Er will für sie so viele Krieger als Eskorte wie möglich und die sollen wenn möglich verheiratet oder Frauen sein?“, in Sabins Stimme lag Belustigung und eine unausgesprochene Vermutung.
„Ich glaube nicht das Cronie sie schon länger kennt und sie mag!“ sagte Gideon und kicherte leise, hieß so viel wie das er das sehr wohl glaubte.
„Das geht uns nichts an, er wird nur wieder sauer auf uns wenn wir mehr darüber erfahren wollen und spekulieren und wenn Cronus wütend ist geschehen unschöne Dinge.“ fegte Aeron das Thema von Tisch.
„Wann brechen wir auf?“ fragte Kaia begierig.
„Da kaum einer von euch das Beamen verträgt werde ich mich jetzt um die Reisevorbereitungen kümmern. Ich kann mir vorstellen das Cronus von Entführung nicht begeistert währe, so wie er eben gesprochen hat. Deshalb werde ich euch ein Hotel Buchen.“ meinte Torin und stand auf.

„Mom, uns beobachtet jemand! Seit etwa zwei Tagen. Es sind mehrere neue Gesichter in der Stadt und die glauben sie können mir zur Schule und wieder nach Hause folgen!“ erklärte Keyomi, mit einem finsteren grinsen auf dem Gesicht, nachdem sie ihre Tasche auf den Boden geworfen und sich auf einen Stuhl gesetzt hatte.
Während sie für den Rest des Tages fertig war mit ihren Pflichten, na ja, sah man mal von dem Planen von harmlosen und weniger harmlosen Streichen ab. Sie war vom Dämon des Humors besessen und dieser fiese, kleine Sack bereitete ihr Höllenqualen wenn sie niemanden irgendwie ärgern konnte. Also hatten sie sich auf harmlose Streiche für die Familie und Freunde und weniger harmlose für die Arschlöcher der Welt geeinigt.
Wobei ihr Humor eher schwarz war. Von wegen Briefbomben ans Ministerium und so weiter und so fort.
Und ihren Hausaufgaben hätte sie eigentlich zu erledigen, na ja, wenn sie sie denn mal machen würde.
Saphira dagegen musste heute Abend in die Arbeit, Nachtschicht im Heim für behinderte Kinder. Bis dahin musste sie zusehen das sie nichts machte, oder zumindest nicht viel. Ihre Dämonin Faulheit konnte es nicht ausstehen wenn Saphira zu viel arbeitete – und unter dieses Wort fielen schon Sachen wie zu schnelles Gehen – und bereitete ihr dann Höllenqualen.
Nur gut das sie sich mit der Dämonin arrangiert hatte. Denn eigentlich dürfte sie nur faul herumliegen, aber es war auszuhalten wenn alles im Gleichgewicht war. Also durfte sie die Dinge machen die ihr gefielen, wie etwa Kochen, Malen, Musizieren, Kämpfen, Trainieren und Arbeiten – natürlich nicht alles an einem Tag – und im Gegenzug dazu lag sie mindestens zwölf bis fünfzehn Stunden am Tag faul herum.
Wenn sie die acht Stunden arbeitete, blieb da natürlich nicht mehr viel Zeit übrig um etwas anderes zu tun, aber dafür schöpfte sie an den Wochenenden so viel ihrer Zeit aus wie nötig.
„Ich weiß, ich hab sie heute Morgen beim Laufen auch gesehen. Es sind drei Harpyien unter ihnen. Zwei weitere Frauen und zwei Männer deren Rasse und Herkunft ich nicht erkennen konnte sind ebenfalls dabei.
Die denken wir haben sie nicht gesehen, aber meine süße kleine Dämonin hat sie gespürt, weil sie herumwuseln wie die Bienen. Das macht sie ganz verrückt.
Zwei von ihnen, einer der Männer und die Harpyie mit den Rot-Blonden Haaren sind mir gestern Abend in die Arbeit gefolgt.“ fügte sie hinzu und kraulte Faulheit in Gedanken hinter den Ohren.
„Als ob ich das nicht wüsste. Mir ist die kleine Schwarzhaarige heute zum Einkaufen gefolgt.“ warf ihre Mutter etwas gekränkt ein, sie war von Hochmut besessen und konnte nie zugeben wenn sie etwas falsch gemacht oder etwas übersehen hatte. Fehler taten ihr weh, bzw. wenn sie es zuließ das ihr Stolz gekränkt wurde.
„Also, was machen wir mit ihnen?“ fragte Keyomi.
„Ich weiß nicht. Wir müssten zuerst wissen was ihre Absichten sind.“ überlegte ihre Mom.
Das weckte ihre Neugierde nur noch mehr und sie stöhnte genervt auf. Sie hatte heute schon zwei der zwölf Stunden mit Joggen und Kampftraining aufgebraucht, sie musste sich die restlichen zwei Stunden die ihr außer der Arbeitszeit noch übrig blieben wohl bedacht nutzen.
Wenn Elion, der Hüter von Tatendrang, nicht da war hatte sie keine andere Wahl! Tatendrang war das genaue Gegenteil von Faulheit und hatte auch die entgegengesetzte Wirkung.
Während ihre Dämonin jeden in ihrem näheren Umfeld so beeinflusste, natürlich ohne das Saphira etwas dagegen tun konnte, das sie etwas träge und eben faul wurden und ihr die Gabe verlieh andere so zu beeinflussen das sie, in der Zeit in der Saphira ihre Ruhe brauchte, alles taten was sie wollte, verlieh Tatendrang seinem Hüter die Gabe das er faule Leute aufraffen konnte damit sie alles taten was er wollte und auch der Dämon beeinflusste die Leute in seiner Umgebung, ohne das Elion etwas tun konnte, so das sie viel lieber arbeiteten als sich ausruhten.
Die Teile der Kraft ihrer Dämonen, die sie nicht kontrollieren konnten neutralisierten sich gegenseitig wenn sie Zeit zusammen verbrachten. Und das andere war noch Praktischer, da sie jeden auf die Matte schicken konnte, konnte sie Elion etwas Zeit verschaffen in der er sich ausruhen konnte. Denn der Mann war erst seit zehn Jahren von seinem Dämon besessen und hatte am Tag, wenn er nicht gerade mit Saphira zusammen war, gerade mal fünf Minuten um sich auszuruhen. Manchmal auch etwas länger, manchmal etwas weniger. Je nachdem wie gut er seinen Dämon an diesem Tag schon versorgt hatte.
Wenn sie es darauf anlegte konnte er auch einfach mal herumsitzen oder ein paar Stunden am Stück schlafen ohne etwas zu tun.
Und umgekehrt konnte er dafür Sorgen das sie auch mal nur vier oder fünf Stunden am Tag rumsaß und absolut nichts tat. Das sie mehr Spielraum für Tätigkeiten hatte die ihr gefielen. Aber beide durften das nicht oft machen, keine drei Tage hintereinander und ihre Dämonen hielten es nicht mehr aus und ließen sie Höllenqualen leiden.
Das waren dann die Zeiten in denen sie sich wünschte nie geboren worden zu sein! Das hatte sie nur zwei Mal gemerkt, das erste Mal war als kleines Kind, unbeabsichtigt hatte sie die Zeitgrenze überschritten und war fast eine Woche flach gelegen, so schwach war sie geworden.
Und das zweite Mal hatte sie sich im Urlaub mit Jägern angelegt und das war erst eineinhalb Wochen her. Die Mistkerle hatten sie auf einer Insel, einer eigentlich verlassenen und menschenleeren Insel der Malediven gefunden und Angegriffen.
Natürlich hob sie sich jeden Tag etwas Zeit für solche Angelegenheiten auf, aber die zehn Minuten hatten nicht gereicht und sie hatte sich gerade noch nach Hause portieren können.
Dieses Mal war sie auch wieder eine Woche flach gelegen, vier oder fünf Tage absolute Höllenqualen, zwei oder drei Tage absolute Schwäche, bis sich ihre Kräfte so weit wieder aufgebaut hatten das sie zumindest aufstehen und etwas essen konnte.
Aber hier, zuhause, waren sie eigentlich sicher vor Feinden. Ihre Mutter, die eigentlich eine von Zeus´ Elitekriegerinnen gewesen und aus dem Himmel geworfen worden war, weil sie sich im Gefängnis mit Cronus eingelassen hatte und schwanger geworden war, hatte einen Menschen geheiratet – den sie absolut nicht liebte und den eigentlich niemand von ihnen mochte weil er ein Arschloch war – der die Fähigkeit hat alle Feinde unbewusst abzuschrecken.
Also waren sie hier sicher, vor allen Feinden und das nicht nur vor den menschlichen wie den Jägern, sondern auch vor allen übernatürlichen Kreaturen die ihnen böses wollten.
„Sie können nichts Böses vorhaben. Sonst hätte Jacks Schild sie abgewehrt.“ sagte sie nachdenklich.
Saphira, du hast nicht mehr viel Zeit, nachdenken strengt an!, beschwerte Faulheit sich schläfrig. Das kleine Biest war die meiste Zeit schläfrig, war sie Mal hellwach, dann musste das eine ziemlich aufregende Situation sein.
Schon gut, ich versuch es. Beruhig dich!, beschwor sie die Dämonin.
„Er ist aber nicht da, sein Schild nützt uns nicht immer was wenn er nicht da ist.“ erinnerte ihre Mutter sie und Hochmut glänzte in ihren Augen, der Dämon war immer zugegen. Da ihre Mutter erst mit ihm bestraft wurde als sein ehemaliger Hüter knapp nach Saphiras Geburt gestorben war, war sie nicht mit ihm aufgewachsen und hatte nicht sofort die Kontrolle gehabt.
Aber um sie zu beschützen und zu retten hatte sie nur zwei Tage gebraucht um ihren Blutrausch, in dem sie etliche Menschen getötet hatte, zu überwinden.
Sie selbst war in dieser Zeit bei Loana gewesen, Keyomis Mutter. Ihre Mom hatte sie ihr übergeben bevor sie durchgedreht war.
Loana war ihre beste Freundin, die chinesische Fee aus dem Clan der Naturfeen hatte Ophelia damals gefunden als sie aus dem Himmel geworfen worden war und ihr geholfen mit der Schwangerschaft und der neuen Welt, in der sie lebte klar zu kommen.
Ein knappes Jahr später hatte Loana sich mit einem der Herren der Unterwelt eingelassen, dem der von Promiskuität besessen war. Paris.
Sie wurde schwanger, und als das Kind sich langsamer entwickelte wussten sie natürlich das es ein unsterbliches Kind werden würde. Ihr Clan verstieß sie und das Kind und nun konnte Ophelia ihr helfen und ihre Schuld von damals begleichen.
Kurz nachdem Keyomi geboren war strafte Zeus das Mädchen mit dem Dämon Humor. Und bald darauf fanden die Jäger sie. Keyomi kämpfte, wurde aber tödlich verletzt. Ophelia hatte den Trupp der Jäger getötet und sich um ihre beste Freundin gekümmert.
Kurz bevor eine der mächtigsten Feen ihres Clans starb, vertraute sie Ophelia ihre Tochter an.
Denk nicht so viel nach, wir wollen Jack noch ärgern!, beschwerte Faulheit sich wieder. Oh ja, das war ihre Lieblingsbeschäftigung, von Faul sein mal abgesehen.
Jack war ein Arschloch wie es im Buche stand. Cholerisch, heimtückisch, gewalttätig und hinterfotzig. Was allerdings nichts daran änderte das er ihnen ein sicheres Leben garantierte.
Und das sie eigentlich einen der harmloseren Dämonen bekommen hatte, hieß nicht das sie nicht dämonisch böse sein konnte. So wie Keyomi, ihre Mom oder Elion. Eigentlich alles sehr liebevolle und freundliche Wesen, aber wie gesagt, sie konnte böse werden.
Sie selbst und Keyomi ärgerten ihn nur zu gerne und sie wusste das ihre Dämonen das ebenso gern taten. Deshalb wollte Faulheit auch meist einen kleinen Teil Zeit beanspruchen um ihn zu ärgern.
Keyomi spielte ihm meist mittelschlimme Streiche was ihn mehr auf die Palme brachte als das Saphira den halben Tag nur rumlag, meist sogar mehr als den halben Tag.
„Hat Vater nicht gesagt das er uns jemanden schicken würde?“ fragte sie schläfrig und beschloss ihrer Dämonin etwas nachzugeben.
„Ja, jemand der uns in Sicherheit bringen soll…“ stimmte ihre Mutter zu und lachte höhnisch, niemand von ihnen brauchte Schutz, sie waren alle ausgebildete Kriegerinnen und Krieger. Nachdem der Götterkönig aus dem Gefängnis ausgebrochen war hatte er nach ihnen gesucht, sie aber wegen Jack nicht gefunden. Und das obwohl er keine bösen Absichten hatte. Na ja, vielleicht für Jack. Vor ein paar Tagen hatte er sie dann endlich gefunden und seine Mutter zu sich gerufen um zu erfahren was geschehen war seitdem sie aus dem Himmel geworfen worden war.
Als er erfahren hatte wie sie lebten und das sie von Zeus gestraft wurden um ihn zu strafen war er wütend abgedampft ohne eine Erklärung, nur das er jemanden zu ihrem Schutz schicken würde.
Sie war gerade dabei einzuschlafen als die Tür laut krachend aufflog und ihr Bruder Ewan hereinkam. Auch seine Schultasche flog in hohem Bogen auf den Boden und er setzte sich mit düsterem Gesichtsausdruck auf einen der Stühle und schöpfte sich Nudeln in seinen Teller.
Als Saphira sich wieder aufsetzte und wach war stöhnte ihre Dämonin genervt auf und verzog sich in eine der hinteren Ecken ihres Gehirns damit wenigstens sie etwas schlafen konnte.
„Ich wurde beobachtet, schon wieder. Ein Mann ist mir zur Schule gefolgt, war den ganzen Tag, von allen anderen unbemerkt da, und ist mir wieder nach Hause gefolgt.
Dieser Anfänger hat nicht mal gemerkt das ich wusste das er da war!
Und ich habe seine Waffen gesehen.“ erklärte er und war dabei genauso genervt wie ihre Dämonin.
„Hey du Titanengöttin des Wissens, grab mal in deinem riesengroßen Gehirn nach und sag uns wer das ist!“ wies der Junge sie dann an.
Nicht noch mehr nachdenken!, beschwerte Faulheit sich leise und mit einem noch leiseren Wimmern.
Es könnte hier im unser Leben gehen verdammt noch mal, dann nerven wir eben Jack heute nicht!, fauchte sie in Gedanken und die Dämonin schnaubte.
„Ich kann nicht viel Zeit dafür aufopfern, meine Dämonin beschwert sich schon andauernd das ich zu viel arbeite und mir hat das letzte Woche gereicht! Ich bin immer noch nicht ganz bei Kräften!
Aber wir sind auf die Idee gekommen das es die Bodyguards sind die Cronus versprochen hat. Mich interessiert nur was sie hier wollen.“ erklärte sie ihrem Bruder.
Er war noch ein adoptiertes Kind, halb Elfe, halb Elbe. Auch seine Mutter war von den Jägern verfolgt worden als sie den Kleinen schon hatte. Sie hatte irgendwie gewusst das es gesünder für ihn war ihn zu verstecken und als sie auf der Durchreise war übergab sie ihn an Ophelia. Es hat der Frau das Herz gebrochen ihr Kind verlassen zu müssen, doch diese Entscheidung hatte sich als nötig und goldrichtig erwiesen. Denn die Elbin war nur vier Monate später tot.
„Wenn das so ist sollten sie uns nicht länger ausspionieren sondern ihren Hintern hier her bewegen. Was meinst du Schwesterherz? Willst du sie nicht zu uns bringen?“ fragte Keyomi und zog ihren Lieblingsdolch, schwarzes Metall das sie aus einem Meteoriten gefiltert hatte, die Klinge war gezackt wie ein großes Jagdmesser und der Griff aus duftendem Kirschbaumholz.
„Sie können gegen uns nicht gewinnen.“ kicherte ihre Mom und zog ebenfalls einen Dolch, genauso wie sie selbst und Ewan. Sie bestanden aus demselben Metall aus dem auch Keyomis bestand – sie hatte sie ihnen geschenkt – nur das der Griff von Ewans aus Mahagoni bestand, der ihrer Mutter aus dem Holz eines Orangenbaumes und der ihres Dolches aus hellem Wüsteneisenholz.
„Ewan, lass dir mal zwitschern wo sie genau sitzen.“ verlangte sie und richtete dann ihre Gedanken an ihre immer noch schmollende Dämonin.
Wir verschaffen uns etwas mehr Zeit um Jack zu ärgern, dafür musst du unsere Beobachter jetzt flachlegen. Absolut lustlos. Ewan wird dir sagen wo sie sind und wir zwei erledigen den Rest!, verkündete sie ihr grinsend und die Dämonin begann zu jubeln.
Da Saphira es pflegte sich um ihre Dämonischen Probleme selbst zu kümmern ließ sie die kleine Dämonin nur selten an andere Wesen heran, also so heftig das die auf dem Boden lagen und nicht mal mehr zum Atmen Lust hatten. Immerhin hatte sie sich gut mit ihr arrangiert, ließ sie Faulheit dann aber doch mal auf andere los hatte sie selbst mehr Zeit um irgendetwas zu tun, denn auch das stärkte ihre Freundin.
Ewan erklärte ihr wo die Fremden ihre Posten bezogen haben und die Dämonin war hellwach als Saphira sich auf den ersten konzentrierte. Zuerst die Harpyien ausschalten, hatte sie beschlossen.
Sie erschien hinter der ersten.
Viel Spaß Süße!, wünschte sie ihrer Dämonin und obwohl die Harpyie sich noch herumdrehte, so schnell das die Bewegung verschwamm schoss die Kraft von Faulheit aus hier heraus und schon lag die Harpyie ausgestreckt auf dem Boden und entspannte sich.

Er schlug blinzelnd die Augen auf, er hatte noch nie so ruhig und entspannt geschlafen. Nicht mal nach seinem besten Sex mit Gwen. Er seufzte leise, dann war er schlagartig hellwach. Er erinnerte sich das diese wunderschöne junge Frau sie gefunden hatte, dann hatte er plötzlich zu nichts mehr Lust gehabt, wollte einfach nur Faul im Graß liegen.
Er wollte sich aufsetzten aber er keuchte, jemand drückte ihm eine Klinge gegen den Hals.
„Ganz langsam die Augen aufmachen. Wer bist du? Was willst du hier?“ fragte eine so liebliche Stimme, wie er sie noch nie gehört hatte, so bedrohlich wie er es nur von Jägern kannte.
Er öffnete die Augen und sah in das Gesicht des schönsten Mädchens das er – außer Gwen – je gesehen hatte. Eisig blaue Augen waren auf die seinen gerichtet und hatten einen absolut kalten Ausdruck, passend zur Farbe. Das wunderschöne Gesicht zeigte keine Gefühlsregung, höchstens etwas Mordlust.
„Ich habe dich gefragt wer du bist und was du hier willst!“ wiederholte sie mit ihrer kristallklaren, einlullenden Stimme die schneidend war wie Diamanten und doch so samtig weich wie das schönste Schlaflied.
Zweifel knurrte leise in seinem Kopf und machte sich zum Angriff bereit. Sabin ließ ihn von der Leine.
Bist du dir sicher das du den Mann verletzen willst? Vielleicht ist er ein Freund…, flüsterte Zweifel ihr ein, aber sie zuckte nicht mal mit den schwarz getuschten Wimpern. Eine ihrer langen, eng gelockten Strähnen fiel ihr vom Rücken nach vorne, das Haselnussbraun wurde von einem kurzem Stück von flammenden Rot unterbrochen, an der Stelle an der ein leichter Sonnenstrahl darauf schien.
Grrr, jemand puscht ihr Selbstvertrauen und macht mich kampfunfähig!, knurrte Zweifel beleidigt. Er runzelte die Stirn.
„Ich werde dich nicht noch einmal fragen! Antworte oder ich schneide dir die Kehle durch!“ knurrte sie, was ein seltsames Zusammenspiel mit ihrer lieblichen Stimme bildete.
Er schluckte und spürte die Klinge noch deutlicher, sie ritzte seine Haut bereits leicht ein.
„Sabin. Uns wurde Befohlen euch nach Budapest zu holen um euch zu beschützen.“ erklärte er leise. Sie winkelte den Kopf anders an und das Blau ihrer Augen wurde dunkler, nahm ein stürmisches Azurblau an.
„Wir brauchen keinen Schutz!“ hörte er eine andere, mindestens genauso samtene und liebliche Stimme sagen, sie war etwas heller von der Stimmfarbe her aber genauso bezaubernd. Diese Stimme klang belustigt.
„Saphira, sie sind unsere Gäste. Lass sie zumindest aufwachen und hinsetzen.“ verlangte eine dritte, männliche, Stimme. Die Stimme eines Jungen, sie war kristallklar wie Diamanten und wehte zu ihm herüber als würde sie von einer warmen Frühlingsbriese getragen werden.
Seine Worte ließen ihm das Blut in den Adern gefrieren, lass sie aufwachen… er versuchte den Kopf zu drehen um nach seiner Frau zu suchen, doch die Klinge war zu nah, zu scharf, jede Bewegung trieb sie tiefer in seinen Hals.
Seufzend stand Saphira auf hielt aber den Dolch weiter in der Hand. Eine schwarze Klinge und ein Griff aus wunderschönem Holz, gute Arbeit. Fast als hätte Reyes ihn hergestellt.
Endlich setzte er sich auf und sah zu seinen Freunden. Sie lagen schlafend auf dem Boden.
„Elion… bitte?“ fragte Saphira ohne den Kopf abzuwenden und sofort kam wieder Leben in ihn und seine Freunde. Jetzt konnten sie sich vor Tatendrang gar nicht mehr halten.
Er sah sich um, die beiden anderen Frauen waren auch hier und im realen noch viel bezaubernder und schöner als auf den Bildern. Außerdem war ein wunderschöner Junge bei ihnen dessen helle Haut schimmerte als würde goldenes Mondlicht auf ihn scheinen. Und da war noch ein Mann, jung, muskulös, so groß wie er selbst und ebenfalls wunderschön.
Er runzelte die Augenbrauen.
„Was habt ihr mit uns gemacht?“ fragte Kaia wütend und sprang auf, sie und Taliyah hatten gegen die Harpyien-Regeln verstoßen und hatten bei ihnen geschlafen.
Sofort segelten zwei Dolche knapp an ihnen Köpfen vorbei und trieben sich bis zum Schaft in die Wand, dabei hatten sie ihnen Haare abgeschnitten.
„Keine Bewegung!“ rief die Chinesin, die offenbar beide geworfen hatte – und das so schnell das keiner die Bewegung wahrgenommen hatte.
„Wer hat euch geschickt?“ fragte Ophelia, die Mutter und offenbar die, die ihnen am ehesten Wohlgesonnen war. Auch sie hatte eine wunderbar samtene Stimme. Auch wenn sie vor Arroganz fast triefte.
„Cronus sagte uns wir sollen euch nach Budapest in unsere Burg bringen. Er hat darauf bestanden und so viele Eskorten verlangt wie möglich!“ antwortete Olivia.
„Welche Dämonen wohnen in euch?“ fragte der blondhaarige Junge mit den langen, spitz zulaufenden Ohren.
„Von Zweifel mal abgesehen?“ fügte Saphira mit einem spöttischen Lächeln hinzu.
„Elend. In mir wohnte mal Zorn, aber der ist weg.“, beschwor Aeron sie.
Sie sah sie sich genau an.
„Cronus wird darauf bestanden haben uns jeden Wunsch zu erfüllen damit wir euch begleiten? Nicht? Wir brauchen keinen Schutz, wir sind stark genug!“ meinte Saphira und ging ohne mit der Wimper zu zucken an ihnen vorbei und zog die Dolche wieder heraus.
„Schatz, Cronus will nur unser bestes. Wir sollten mitgehen.“ warf Ophelia ein.
„Mama! Bitte!“ keuchte Keyomi und in ihren Augen, die ihm so unglaublich bekannt vorkamen, blitze das Rot des Dämons auf. Seltsam, was hatte sie so verärgert?
Auch in Ophelias Augen blitzte der Dämon auf.
„Wir nehmen Ewan und Elion mit, wir brauchen viele der Sachen die wir hier haben und ich muss noch jemanden umbringen bevor wir gehen. Einverstanden?“ fragte Saphira und sah sie mit funkelnden Augen an.
„Wartet mal, wieso der Stimmungswechsel?“ fragte Cameo, alle außer Saphira zuckten zusammen, na ja, von den neuen.
„Wir haben Humor in unserer Mitte. Der hat lauthals danach verlangt euch ein paar Schwierigkeiten zu bereiten, eine Art Streich.“ erklärte Elion, seine Stimme war weich wie geschmolzenes Gold – passend zu seinen schimmernden und glühenden Augen.
„Mit welchen Hohen Herren dürfen wir uns denn hier noch bekannt machen?“ fragte Gwen neugierig, ihre Stimme war freundlich und aufrichtig neugierig.
„Hochmut, Tatendrang und der hohen Herrin Faulheit.“ erklärte Keyomi und wies nacheinander auf die entsprechenden Hütern bzw. Hüterinnen.
Seltsam, wieso hatte Cronus nichts von Tatendrang gesagt? Egal, er war noch immer misstrauisch und musste mehr über sie erfahren, je länger er die junge Chinesin ansah umso bekannter kam sie ihm vor.
„Und mit welchen Wesen legen wir uns hier für Cronus an?“ fragte Taliyah, sie wollte sich rächen dafür das sie sie zum schlafen gebracht hatten.
„Hör mir zu Taliyah Skyhawk, und ihr Kaia und Gwen dürft auch gleich die Ohren spitzen. Ihr wollt euch nicht mit uns anlegen denn das würdet ihr nicht schaffen. Egal was wir euch angetan haben.
Also, habt ihr was gegen Portieren oder müssen wir Flugzeugfliegen?“ fragte Saphira, nun klang ihre Stimme zwar immer noch warnend, aber im letzten Satz klang sie freundlich und er musste ihr einfach vertrauen.
„Das glaube ich kaum!“ kreischte die Taliyah und augenblicklich brach die Harpyie aus ihr heraus. Sie bewegte sich so schnell das Sabin ihr nicht folgen konnte aber Sekunden später stand sie wieder still, Saphira hatte zwei kurze, unglaublich elegante Bewegungen gemacht, fast so als würde sie tanzen, dann hielt sie der Harpyie einen der Dolche an die Kehle und mit der anderen zielte sie auf ihren Bauch, den sie gleichzeitig mit ihrem Arm festhielt.
Nun keuchten sie alle erschrocken, alle bis auf Saphiras Familie, die standen ganz entspannt da und zuckten nicht mit einer Wimper. Sie wussten was Saphira konnte und auch was sie konnten.
„Ich habe gesagt du sollst es lassen. Ich werde dich jetzt loslassen und du wirst ruhe geben. Sonst liegst du gleich wieder flach auf der Matte und stehst erst wieder auf wenn wir in Budapest sind. Verstanden?
Da können wir gern ein paar Sparring-Runden einlegen. Aber nicht hier.“ erklärte sie Taliyah und die Harpyie nickte. Dann ließ Saphira sie los und warf beide Dolche zu ihrer Schwester hinüber die sie auffing und wieder festschnallte.
„Woher kennst du unsere Namen?“ fragte Gwen dann wieder neugierig.
„Das werdet ihr noch früh genug herausfinden. Also, ich kann euch mit unseren Sachen und den anderen derweil nach Buda schicken während ich hier noch jemanden umlegen muss oder ihr wartet alle hier.“.
„Saphira, ich will dir helfen. Können wir es mit einem Streich machen?“ fragte Keyomi hoffnungsvoll.
„Keine Briefbomben! Haben die in den Regierungsämtern schon gereicht!“ warnte sie.
„Nein. Das ist nur für die mittelschweren bösen Menschen. Jack hat ein paar Messer in der Brust verdient.“, Himmel wie redeten die zwei da über das Leben eines Menschen?
„Lasst Jack am Leben. Dank ihm hatten wir ein sicheres Leben.“ verlangte ihre Mutter.
„Der cholerische Bastard hat nicht mehr als den Tod verdient! Ich hab ihn nur noch nicht umgelegt weil er die Jäger fern gehalten hat!“ widersprach Saphira, nun war ihre Stimme wieder schneidend.
„Saphira, er hat uns ein friedliches Leben geschenkt!“.
„Friedlich wäre es gewesen wenn er ein guter Mensch gewesen wäre!“ konterte nun auch Keyomi und Ewan nickte.
„Also gut, macht mit ihm was ihr wollt. Er ist sowieso in einer halben Stunde da.“ meinte sie als sie aufgab.
„Okay, Saphira sorgst du dafür das gepackt ist? Wir bereiten derweil den Streich für Jack vor.“ kicherte Keyomi freudig und sprang zur Küchentheke, riss ein paar große Messer aus einem Messerblock heraus, und eilte mit ein paar langen Gummibändern zur Tür.
Nach wenigen Minuten hing eine beeindruckende Konstruktion über der Tür die mit dieser verbunden war. Saphira konzentrierte sich kurz und lächelte dann bevor sie sich dem Tisch zuwandte.
„Habt ihr Hunger? Wir haben Essen übrig. Aber die Harpyien bekommen nichts.“ erklärte sie, füllte aber ohne die Antwort abzuwarten Nudeln und Soße in genug Teller das es auch für die Harpyien reichten und ließ sie am Tisch stehen während sie die anderen Teller zu ihnen hinüberwarf und das ohne etwas zu verschütten.
Sie drehte sich kurz um, um über ihre Nudeln Gewürze zu kippen und die Harpyien schnappten sich die Teller. Das Mädchen wusste wirklich wie sie mit übernatürlichen Wesen umgehen musste, woher nur?
Und was waren sie für Wesen, welcher Rasse gehörten sie an? Sie waren sehr gut ausgebildete Kämpfer und sie waren Mächtig, das stand fest. Aber das beantwortete keine seiner Fragen und das sie ihren Spaß daran hatten ein Leben auszulöschen war nicht sehr beruhigend. Vor allem weil sie es Streich nannten.
Er schob sich eine Gabel voll Nudeln in den Mund und hätte fast aufgestöhnt, er konnte sich nicht erinnern je etwas so unglaublich köstliches gekostet zu haben und das obwohl es so einfach und schlicht war.
„Oh Götter ist das gut!“ seufzte auch Olivia neben ihm.
„Danke.“ sagte Ophelia, der Erfolg schien ihren Dämon zu puschen denn ihre Augen glänzten als hätte sie eben die Goldmedaille dafür erhalten.
„Warum noch mal wollt ihr den Mann töten?“ fragte Aeron nach.
„Er ist außer Jägern, Mördern und Vergewaltigern eines der größten Arschlöcher das hier herumläuft und lieber töten wir ihn als es Cronus zu erlauben. Immerhin sind wir die Opfer und nicht er.“ erklärte Keyomi.
Sabin runzelte die Stirn, was lag Cronus nur an diesem Haufen Verrückter?
„Also, welcher Rasse gehört ihr an?“ fragte Gwen.
„Ich war Leiterin von Zeus´ zehn Elitesoldaten als ich noch da oben lebte. Dann hat er mich verbannt als ich eine Affäre mit einem Gefangenen aus dem Tartarus hatte. Saphiras Vater.“ erklärte Ophelia und reckte das Kinn stolz vor, ihm, Cameo und Aeron klappte das Kinn auf. Sie hatten zwar auch zu den Elitesoldaten gehört, genauso wie die anderen Herren die halfen die Büchse damals zu öffnen, aber die Zehn der Elite waren eine Legende gewesen, jetzt gleich eine ihrer Anführerinnen zu treffen ließ ihnen einen Schauer über den Rücken laufen.
Da sie offenbar nicht mehr über Saphiras Vater sagen wollten wandte er seinen neugierigen Blick zu dem anderen Mann.
„Ich gehörte auch zur Elitearmee, auch zu den zehn Zehn. Ich war allerdings immer faul und hab lieber Frauen angemacht, ein Flirt mit Hera brachte mir vor zehn Jahren den Rauswurf aus dem Himmel und meine Faulheit meinen Dämon Tatendrang.“ erklärte Elion.
„Ich bin der Sohn einer Elbin und eines Elfen, dem Anführer des Mitternachtsclan.“ erklärte Ewan und reckte das Kinn vor wie seine Adoptivmutter.
„Und ich bin die Tochter einer Fee des Waldclans und eines unsterblichen Kriegers.“ beendete Keyomi die Erklärung, irgendetwas in ihrer Stimme sagte ihm das da noch mehr dahinter war. Aber er wollte nicht nachbohren.
Dann hörten sie draußen ein Auto und Keyomi wies sie mit einem aufgeregten Funkeln in den Augen an sich zu verstecken. Sie wollten sich nicht mit ihr anlegen, immerhin war es ihre Rache… aber ihm war nicht wohl dabei tatenlos zuzusehen.
Als würde Saphira seine Gedanken lesen spürte sie die Macht ihres Dämons der ihn dazu brachte absolut keine Lust mehr auf irgendetwas zu haben und legte sich freiwillig auf das Sofa.
Sie hörten Schritte, eine Tür schwang auf, nochmal Schritte, die Küchentür schwang auf, das Zischen der Messer die durch die Luft flogen, ein Aufschrei und dann hörte er wie der Mann zusammenbrach.
Keyomi kicherte und klatschte erfreut in die Hände und er kam nicht umhin zu denken das das hier ein Haufen von Verrückten war als die anderen ihr beglückwünschten. Er konnte wieder aufstehen und sah gerade noch wie Keyomi eine kleine Pflanze neben den blutüberströmten Körper des grauhaarigen Menschen legen und über die Blüte streichelte, dann gingen alle einen Schritt zurück während sie die Pflanze neugierig beobachteten. Die wurde plötzlich riesengroß, es sah aus als würde sie ein riesiges Maul öffnen und da verschlang sie den Körper auch schon. Als sie ihr Maul geschlossen hatte schrumpfte sie wieder zusammen.
„Es wurde auch schon lange Zeit, die hat sich schon die ganze Zeit über Hunger beklagt.“ murmelte Ewan.
„Wir sind fertig, wie siehts bei euch aus?“ fragte Ophelia neugierig.
„Ich glaube wir werden uns wirklich gut verstehen.“ kicherte Kaia. Keyomi lachte und Saphira sah konzentriert aus. Das gefiel ihm nicht.
„Keiner hat sich beschwert als ich nach dem Portieren gefragt habe, also habt ihr jetzt eure Chance vertan.“ erklärte sie, dann fühlte er wie eine unbekannte Macht an ihm zog, es wurde kurz schwarz um ihn herum, dann befanden sie sich im Innenhof der Burg und ihm wurde wie immer schrecklich schlecht und er übergab sich lautstark. Auch Aeron kniete neben ihm im Graß und kotzte sich ebenfalls die Seele aus dem Leib.
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