Lang lebe die Königin

GeschichteRomanze, Suspense / P12
27.02.2012
08.04.2012
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1. Kapitel: Braut wider Willen

Vor vielen Jahren lebte ein alter König mit seinen drei Töchtern im Schloss seiner Ahnen. Die Prinzessinnen waren alle samt wunderschön, doch die Schönheit der jüngsten Königstochter überstieg alles, denn sie war die Schönste, doch zum Übel ihres Vaters auch die Temperamentvollste. Sie weigerte sich, sich einen künftigen Gatten auszuwählen und erlernte viele Dinge, die eine Frau nicht können sollte. Ihr Name war Fantaghiro. Sie war ein 17-jähriges Mädchen mit kastanienbraunen, lockigem Haar und braunen Augen. In ihrem Land herrschte seit undenkbaren Zeiten ein Krieg, den sie endlich beenden wollte. Sie ritt als Ritter verkleidet zu einem Duell, das der feindliche junge König vorgeschlagen hatte. Dieser hatte sich bereits einige Zeit vor der Herausforderung zum Duell in ihre Augen verliebt und suchte sie nun überall. In jenem Moment entbrannte sein Herz für sie. Er fand sie schließlich in den Augen seines Gegners. Nach einigen Verzögerungen fand das Duell zwischen den beiden doch noch statt. Das Duell der Kontrahenten verlief aber anders, als angenommen, denn gleich nach dem Duell verließ Fantaghiro den Platz, ohne Romualdo getötet zu haben. Romualdo war sich nun sicher, dass der vermeintliche Graf eine Frau gewesen war. Er schickte eine Botschaft an den feindlichen König, in dem er seinen Unmut darüber zum Ausdruck brachte.
Der alte König erklärte, dass es seine Tochter war, die ihm als verkleideter Ritter entgegentrat und dass er sie noch gebührend bestrafen würde. Er bat für dieses unglückliche Ereignis um Verzeihung und teilte weiterhin mit, dass er zu jeder Entschädigung bereit sei, die Romualdo im Sinne hatte. Für Romualdo stand fest, dass es nur eines gab, das er wollte.

Seit sie zurückgekehrt war, stand Fantaghiro unter Arrest. Sie durfte ihre Gemächer nicht verlassen. Ihr Vater hatte geschworen sie zu betrafen, doch er wusste noch nicht wie. Der alte König schritt entschlossen in die Gemächer seiner jüngsten Tochter. Fantaghiro lag auf ihrem Bett. Als sie ihren Vater erblickte, richtete sie sich auf. „König Romualdo hat einzig eine Forderung gestellt!“, erklärte der Vater. Fantaghiro hörte aufmerksam zu. „Er will dich!“, offenbarte der König. Fantaghiro glaubte zunächst sich verhört zu haben. „Er hat um deine Hand angehalten und ich habe ihm deine Hand gewährt“, fügte er hinzu. Fantaghiro starrte ihn entsetzt an. „Das ist nicht Euer Ernst?“, wollte Fantaghiro entsetzt wissen. Doch der Vater nickte. „Wenn du ihn zum Manne nimmst, endet der Krieg und wir werden Verbündete“, erklärte der alte König. Seine Tochter war entsetzt. „Nein! Ich möchte Romualdo nicht heiraten“, erwiderte sie erschrocken. Das hörte der Vater nicht gern. „Du wirst ihn aber heiraten, weil ich es von dir verlange! Er will dich und er wird dich bekommen“, stellte der alte König klar.
Für den alten König stand die Entscheidung fest. Den Antrag Romualdo's abzuweisen, würde einen weiteren Krieg zur Folge haben. Dies wäre ein Katastrophe. Fantaghiro hatte keine andere Wahl, weil es für das Königreich katastrophale Folgen gehabt hätte. Sie tat es nicht gern, doch sie tat es, weil sie ihr Land liebte und es vor Schaden bewahren wollte. Bevor es endgültig zu dem Heiratsvertrag der verfeindeten Reich kam, mussten noch einige Forderungen erfüllt werden, so musste Fantaghiro auch eine ärztliche Untersuchung über sich ergehen lassen, bei der ihre Jungfräulichkeit festgestellt wurde. Romualdo hatte es verlangt. Dies empfand die junge Königstochter als schreckliche Demütigung.

Fantaghiro saß mit ihren Schwestern, Katharina und Karolina zusammen. Fantaghiro war bedrückt, denn sie wollte nicht fahren. Sie fühlte sich wie eine Kriegsbeute. „Ich will nicht fahren und diesen Mann heiraten“, brachte Fantaghiro zum Ausdruck und lief aufgekratzt auf und ab. „Es ist beschlossene Sache“, sagte Katharina, „Du musst ihm sehr den Kopf verdreht haben, wenn er nur dich alleine will!“ Katharina und Karolina schmunzelten ein wenig. Fantaghiro fand das nicht komisch. „Ihr könnt darüber lachen, ich aber nicht“, rief Fantaghiro aufgebracht. Karolina seufzte. „Schwesterchen! Er will dich nicht betrafen. Er will dich heiraten und das kann nur bedeuten, dass er dich liebt! Warum sonst würde er ausgerechnet dich zur Frau haben wollen“, vermutete Karolina und fand es ungemein romantisch. Fantaghiro machte ein wehleidiges Gesicht. Das gefiel ihr alles gar nicht. „Ich glaube Karolina hat Recht! Hätte er dich zum Schwimmwettkampf herausgefordert, wenn er nicht den Verdacht gehabt hätte, dass du eine Frau bist?“, stellte Katharina ernsthaft in den Raum. Fantaghiro seufzte, denn Katharina hatte Recht. „Ich fürchte, du hast Recht! Er schien diesen Verdacht wirklich gehabt zu haben! Erst dieses Tier in seiner Höhle, das angeblich die Männer tötet und die Frauen verschlingt und dann dieser Schwimmwettkampf! Wenn ich den abgelehnt hätte, hätte ich mich doch verdächtig gemacht“, meinte Fantaghiro. Ihre Schwestern nickte bestätigend. „Sehr wahrscheinlich“, antwortete Katharina. Fantaghiro war verzweifelt. „Was soll ich denn nun tun?“, fragte Fantaghiro niedergeschlagen. „Du wirst natürlich fahren und seine Frau werden“, antwortete Karolina. Fantaghiro seufzte und fuhr sich ratlos durch die Haare. Katharina hatte bereits bemerkt, dass ihre jüngste Schwester mit dieser Situation vollkommen überfordert war. „Ich will ihn nicht heiraten!“, rief Fantaghiro verzweifelt. „Aber du wirst ihn heiraten müssen, denn er verlangt nur dich zur Frau. Mich oder Karolina will er nicht! Nur dich!“, entgegnete Katharina entschlossen. Dieser Gedanke gefiel Fantaghiro überhaupt nicht. Sie wollte Romualdo nicht heiraten. Fantaghiro war am Boden zerstört. Katharina glaubte zu erkennen, dass Fantaghiro sehr wohl Gefühle der Leidenschaft für den jungen König empfand, jedoch zu stur war dies zu erkennen und zu akzeptieren. Ihre jüngste Schwester war nun mal ein Trotzkopf. Ihr Solz stand ihr oftmals im Weg, wie Katharina meinte.

Romualdo, Ivaldo und Kataldo stießen in den Gemächern Romualdo's an. „Auf die Allianz, die wir schließen“, rief Romualdo. „Und deine Braut“, fügte Ivaldo hinzu. Sie tranken. „Ich kann es kaum erwarten bis sie endlich hier ist“, äußerte Romualdo seine Sehnsucht nach ihr. „Der Hof ist total aufgekratzt wegen der bevorstehenden Hochzeit“, erzählte Kataldo. „Ja, sie reden über nichts anderes mehr! Jeder weiß, was sie getan hat“, bemerkte Ivaldo. „Nichts desto Trotz sind alle schrecklich gespannt auf ihre künftige Königin! Sie fragen sich alle, ob ihre zukünftige Königin eine schöne Frau ist“, erklärte Kataldo. Romualdo lachte. „Sie werden aus allen Wolken fallen, denn sie ist wunderschön“, rief Romualdo selbstverständlich. „Also ich muss sagen, ich gespannt bin! Wir haben sie schließlich nur in dieser Verkleidung gesehen! Aber in kürze werden wir sie ja alle im Brautkleid bewundern können“, erklärte Ivaldo und nippte an seinem Glas. „Sie hat zwei Schwestern, oder?“, fragte Ivaldo. Romualdo nickte. „Ja, Katharina und Karolina! Sie sollen auch sehr schön sein! Aber Fantaghiro heirate ich“, stellte Romualdo klar. „Auf deine Braut, die sicherlich ein Bild an Schönheit ist!“, meinte Kataldo. Sie stießen erneut an und tranken anschließend ihre Gläser aus.

Wenige Tage vor der Hochzeit traf die junge Prinzessin im Schloss ihres Bräutigams ein. Es war ein großes und sehr schönes Schloss. Ein jeder wusste inzwischen, dass sich die Prinzessin als Ritter verkleidet hatte und Romualdo gegenüber vorgegeben hatte ein Mann zu sein. Sie hatte sogar das Heilige Tier bezwungen. Als die Braut des Königs aus der Kutsche stieg, waren alle Augen des Hofes auf sie gerichtet. Erstaunen ging durch die Reihen der Höflinge und der Bediensteten des Hofes, denn die junge Prinzessin war wunderschön. Romualdo's Augen begannen zu strahlen. Er trat ihr entgegen, um sie zu begrüßen. Fantaghiro verneigte sich. Romualdo senkte den Kopf zum Gruß. „Ich heiße Euch herzlich willkommen, Prinzessin“, sagte Romualdo. Fantaghiro blickte ihn relativ kühl an und antwortete: „Danke, Euer Majestät!“ Er reichte ihr den Arm und Fantaghiro nahm diese, ließ sich von ihm führen. Nahe bei Romualdo standen Ivaldo und Kataldo. „Ihr erinnert Euch an meine Gefährten!“, meinte er. Ivaldo und Kataldo senkten den Kopf. „Ich erinnere mich an sie“, sagte Fantaghiro. Ein weiterer Mann verneigte sich vor der künftigen Königin. „Dies ist mein Sekretär! Herzog Eberhard von Bernstein“, stellte Romualdo den Mann vor. Er war ein streng aussehender Mann mittleren Alters. Er stellte ihr eine Dame vor. „Darf ich Euch Teresa, Eure Obersthofmeisterin vorstellen!“ Teresa, eine ältere, streng wirkende Dame, verneigte sich. Sie war der jungen Prinzessin nicht unbedingt sympathisch, doch sie fürchtete, das sie sich an sie gewöhnen musste.
Romualdo führte seine Braut in die Gemächer, die für sie vorbereitet wurden. Es folgte Teresa. „Dies sind Eure Gemächer. Ich hoffe, sie gefallen Euch. Ich lasse Euch nun allein! Teresa wird Euch bei allem helfen, was Ihr wünscht“, sagte Romualdo. Er küsste ihr die Hand zum Abschied: „Ich erwarte Euch heute Abend zum Essen!“ Er senkte den Kopf und ging. Fantaghiro sah sich um. Diener trugen nach einander vielen Truhen hinein und stellten sie ab. Ein paar Damen kamen durch eine seitliche Tür herein und verneigten sich. „Dies sind Eure Hofdamen! Ihr könnt selbstverständlich selbst bestimmen wen Ihr als Hofdame möchtet“, erklärte Teresa, „Sie stehen Euch zu Verfügung! Ihr braucht nur zu befehlen!“ Fantaghiro warf den Damen, die alle recht jung waren, einen neugierigen Blick zu. Sie überlegte einen Moment. „Ich wäre den Damen sehr verbunden, wenn sie mir beim Auspacken meiner zahlreichen Kleidertruhen helfen würde“, meinte Fantaghiro. Teresa klatschte in die Hände und die Damen begannen die Truhen zu öffneten, um Kleider und Gewänder in das große Ankleidezimmer zu hängen und die restlichen Truhen auszupacken.
Fantaghiro wandte sich noch nicht dem Auspacken der Truhen zu. Sie sah sich die Gemächern genauer an. In fast jedem Raum stand ein riesiger Strauß Rosen. Es waren große, geräumige und wunderschöne Gemächer. Sie bestanden aus mehreren Räumen. Einem Vorzimmer, dem Ankleidezimmer, in dem all ihre Kleider, Mäntel und Schuhe verstaut wurden, ein Badezimmer mit großer Badewanne, einen Salon, ein Zimmer für ihre persönliche Interessen, ein kleines Esszimmer und das Schlafzimmer. Das Himmelbett war enorm groß. Zwei Menschen könnten bequem darin liegen. Der Gedanke, dass sie in diesem Bett liegen würde und Romualdo neben ihr und sie berühren würde, bereitete ihr Unbehagen. Sie wandte sich an Teresa. „Sagt einmal! Wo liegen die Gemächer seiner Majestät?“, wollte Fantaghiro wissen. „Die Gemächer seiner Majestät liegen neben den Euren. Es gibt einen Verbindungsgang!“, erklärte Teresa und deutete auf eine gut versteckte Tür gegenüber des Bettes. Die Wand war in diesem Zimmer mit edlem Holz verkleidet. Durch diese Tür würde er abends kommen, um ihr beizuliegen. Sie versuchte diesen Gedanken abzuschütteln und begann damit ihre Kleider mit auszupacken. In einem der Truhen war ihr Brautkleid. Es wurde in ein separates Zimmer auf eine Kleiderpuppe gezogen und verwahrt.

Romualdo war bester Laune, als er in den Thronsaal eintrat, wo er von Ivaldo und Kataldo erwartet wurde. „Und? Was sagt ihr?“, rief er Ivaldo und Kataldo zu. „Sie ist sehr schön“, meinte Ivaldo. „Schön?“, meinte Romualdo ein wenig empört, „Wunderschön! „Wunderschön“, berichtete Ivaldo sich. „Wie alt ist sie eigentlich genau?“, fragte Kataldo. Romualdo überlegte einen Moment. „Sie wurde vor kurzem erst 17, soweit ich weiß“, antwortete Romualdo. „Sehr jung! Du vier Jahre älter“, überlegte Kataldo laut. „Ich finde, sie wirkt sehr kühl und abweisend!“, warf Ivaldo in den Raum. Kataldo seufzte: „Kein Wunder! Sie stand Romualdo erst als Ritter verkleidet gegenüber, entschlossen ihn zu besiegen. Dann erkennt er sie als Frau und nun ist sie seine Braut! Das wird ihr nicht gefallen!“ Romualdo und Ivaldo hörten aufmerksam zu. Sie gossen sich Wein ein und tranken. „Das ist mir klar. Nichts desto trotz werde ich sie in 3 Tagen heiraten und sie wird die Mutter meiner Kinder!“, verkündete Romualdo entschlossen. Sie stießen an.

Sehnsüchtig wartete Romualdo im Speisesaal auf seine Braut. Er war allein und elegant gekleidet. Die Tür öffnete sich und Fantaghiro trat ein. Sie trug ein blau-silbriges Kleid und ihre Haare waren zusammengesteckt, nur ein paar Locken hingen wie ein Pferdeschwanz herunter. Er trat an sie heran. Fantaghiro verneigte sich. Romualdo trat an sie heran und küsste ihre Hand. „Ihr seht bezaubernd aus, meine Liebe!“, sagte er ihr. Sie errötete leicht. Anschießend führte er sie zu Tisch. Sie setzten sich und saßen einander gegenüber.
Fantaghiro blickte den jungen König schweigsam an. Sie wollte diesen Mann eigentlich nicht heiraten. Romualdo sah sie lächelnd an. Er wandte den Blick kaum ab von ihr. Ein Diener goss ihnen Wein ein. Romualdo nahm sein Glas, hob es in die Höhe und sagte: „Auf das Bündnis, dass unsere Reiche auf ewig verbindet!“ Fantaghiro hielt ihr Glas ebenfalls in die Höhe. Sie tranken. Fantaghiro trank jedoch nicht so viel. „Ihr werdet unser Bündnis krönen, wenn Ihr erst meinen Sohn geboren habt“, fügte Romualdo hinzu. Diese Worte verschreckte die junge Prinzessin. Wenn sie erst seinen Sohn geboren hatte! Sie lächelte befangen. „Gewiss“, antwortete sie verkrampft. „Gefallen Euch Eure Gemächer?“, fragte Romualdo sie plötzlich. Fantaghiro erschrak, denn sie war noch so erschrocken. „Sie sind ausgesprochen schön“, meinte Fantaghiro. „Wie schön, wenn sie Euch gefallen“, antwortete Romualdo, „Ich ließ in jedes Zimmer einen großen Strauß rote Rosen stellen! Habt Ihr es bemerkt?“ Die junge Braut blickte ihn noch immer verwirrt an. „Ja! Ich habe es bemerkt! Sie sind wunderschön!“, antwortete Fantaghiro. „So schön wie Ihr!“, entgegnete Romualdo verliebt.
Der jungen Prinzessin lag etwas auf der Seele. Sie blickte den König ernst an. „Ich möchte Euch gern etwas sagen!“, brachte sie zu Wort. „Nur zu!“, erwiderte Romualdo. „Ich heirate Euch nur, damit dieser schreckliche Krieg ein Ende nimmt und unser Volk nicht mehr darunter leidet“, sagte sie. Romualdo blickte sie ernsthaft an. „Das weiß ich und ich habe größten Respekt vor Eurem Pflichtgefühl“, erklärte Romualdo ihr. Er blickte sie ernsthaft an.
Zwei Diener servierten das Essen und entfernten sich schnell wieder. „Ich wünsche Euch guten Appetit“, wünschte Romualdo. Fantaghiro erwiderte: „Danke! Das wünsche ich Euch auch!“ Sie aßen. Ein Diener räumte nach einiger Zeit das Geschirr ab.
„Ich habe ein Geschenk für Euch“, sagte Romualdo und tätigte eine Handbewegung. Ein Diener trat an die Prinzessin heran. Er reichte ihr eine flaches, quadratisches Kästchen. Fantaghiro nahm es und der Diener trat zurück. Romualdo beobachtete gespannt ihre Reaktion. Fantaghiro öffnete es. Darin war eine Halskette mit Diamanten und Perlen besetzt. „Ich möchte, dass Ihr es zu unserer Hochzeit tragt“, bemerkte Romualdo. Fantaghiro war überwältigt. Sie blickte den König an. „Ich danke Euch! Es ist ein Wunder an Schönheit“, bedankte sich Fantaghiro. „Es ist so schön wie Ihr es seid, obwohl kein Schmuck der Welt Eurer Schönheit gleichkommt“, erwiderte Romualdo entzückt und trank Wein. Die junge Königstochter war schrecklich verwirrt. Fantaghiro fühlte sich sehr geschmeichelt. Der junge König war sehr charmant und ehrenhaft.

Als Fantaghiro am nächsten Morgen in einem fremden Schloss und einem neuen Bett aufwachte, wurde ihr bewusst, dass es nun wirklich keinen Rückweg mehr gab. Sie war die Braut des Königs und in diesem Schloss würde sie den Rest ihres Lebens verbringen.
Fantaghiro war noch damit beschäftigt ihre Koffer auszupacken. Sie war allein, denn alle anderen Damen hatte sie fortgeschickt. Aus einer ihrer Koffer holte sie eine Geige und den dazugehörigen Bogen. Diese Geige bedeutete ihr sehr viel, denn sie spielte sie leidenschaftlich gern. Sie begann auf ihr zu spielen. Das Geigenspiel drang bis auf den Flur, wo es von anderen Höflingen bestaunt wurde. Ein Herr und eine Dame gingen gerade an der Tür vorüber. „Welch ein schönes Spiel! Ob die Prinzessin so schön spielt!“, meinte die Dame. Der Herr wusste es nicht. Der König kam ihnen entgegen. Sie verneigten sich. „Euer Majestät“, sagten sie. Romualdo hörte das Geigenspiel. Es war ausgesprochen schön anzuhören. Er trat in die Gemächer seiner Braut ein.
Fantaghiro war so sehr in ihr Geigenspiel, dass sie das Erscheinen des Königs überhaupt nicht bemerkte. Er lauschte ihrer Musik. Als sie das Stück auf der Geige beendet hatte, sagte eine männliches Stimme: „Euer Spiel ist wunderschön!“ Die junge Prinzessin erschrak und erblickte ihren zukünftigen Gatten. „Majestät“, sagte sie gedämpft. Er trat näher an sie heran und nahm ihr sanft die Geige und den Bogen aus der Hand, schaute sie sich an. „Ein wohlklingendes Instrument!“, meinte er. „Wie lange spielt Ihr es bereits?“, wollte er von ihr wissen. „Einige Jahre schon!“, antwortete Fantaghiro, „Meine Schwestern spielen das Klavier und die Flöte!“ Nun legte Romualdo die Geige und Bogen auf einen nahestehenden Tisch. Er nahm ihre Hand und blickte ihr ins Gesicht. „Ich möchte Euch noch etwas sagen“, begann er in ernster Stimmlage. „Ich betrachte Euch keineswegs als Kriegsbeute oder dergleichen! Ich will nicht, dass Ihr Euch als solche seht“, machte er ihr deutlich und nahm ihre Hand fest in seine und küsste ihre Hand. „Ich verlangte Euch zur Braut, weil ich mir ein Leben ohne Euch nicht vorstellen kann“, erklärte Romualdo, „Ich liebe Euch!“ Fantaghiro wusste nicht so recht, was sie sagen sollte. Er hob ihr Kien, weil sie es gesenkt hatte. Dann küsste er sie zärtlich. Die junge Prinzessin errötete, denn dies war ihr erster Kuss. Nun holte Romualdo einen roten Rubin-Ring hervor. „Dieser Ring gehörte einst meiner Mutter. Sie gab ihn mir bevor sie starb und sagte mir, ich solle ihn nur der Frau an den Finger stecken, die ich liebe!“, offenbarte er ihr. Fantaghiro sah den König sprachlos an. Er nahm ihre linke Hand und steckte ihr den Ring an den Finger. Er war ausgesprochen schön. „Er ist wunderschön! Ich werde ihn in Ehren halten!“, versprach Fantaghiro. Über diese Worte freute sich der junge König. Er ging um sie herum, während sie den Ring bestaunte. Dabei legte er seine Arme um sie und küsste ihre Wange. Dann sagte er: „In 2 Tagen nehme ich Euch zur Frau und dann seid Ihr meine Königin und höchste Dame des Reiches! Ein jeder wird Eure Schönheit bewundern und sagen, dass Ihr die schönste Frau seid, die sie je gesehen haben!“ Er schmeichelte ihr so sehr, dass es Fantaghiro sehr schwer fiel seinen Avancen nicht zu erliegen. Dass er ihr den Ring seiner Mutter gegeben hatte, war ein echter Liebesbeweis.

Am Tag der Vermählung stand die junge Braut völlig neben sich. Sie wurde von den Zofen gebadet, parfümiert und eingekleidet. Teresa, die alles überwachte, achtete haargenau darauf, dass alles perfekt aussah und saß. Beim anziehen des Korsetts mischte Teresa sich ein und zog das Korsett etwas tiefer, sodass das Dekolletee etwas tiefer lag. „Der Ausschnitt kann ruhig etwas tiefer sein. Eurem künftiger Gemahl wird es gefallen Eure weiblichen Reize bewundern zu können!“, meinte Teresa. Die junge Prinzessin war fassungslos. Das geschnürte Korsett zeigte nun ein pralles Dekolletee. Man zog ihr das Brautkleid an. Das Brautkleid war wunderschön, aus Seide und Samt, mit goldenen Spitzen und Perlen verziert. Ihre Haare wurden zurechtgemacht, der Schleier rüber und das Diadem darüber befestigt. Sie trug Perlenohrringe und die mit Perlen und Diamanten besetzte Halskette, die Romualdo ihr geschenkt hatte.
Atemberaubend schön trat die Braut neben dem jungen König vor den Traualtar. Romualdo trug ähnliche Kleidung wie seine Braut. Sie war etwas blass. Romualdo war überwältigt, als er sie im Brautkleid erblickte. Auch von ihrem prallen Dekolletee war er sehr angetan. Er nahm ihre Hand und sie knieten vor dem Pfarrer. „Wir haben uns heute hier versammelt, um diesen Mann und diese Frau im heiligen Stand der Ehe zu vereinen. Diese Verbindung, die heute geschlossen wird, besiegelt das Bündnis unserer Reiche“, erklärte der Pfarrer. „Romualdo! Nehmt Ihr diese Frau zu Eurer Gemahlin? Gelobt Ihr sie zu lieben, zu ehren und sie zu schützen?“, fragte der Geistliche den König. „Ich gelobe es“, schwor der junge König. Nun wandte sich der Pfarrer an Fantaghiro. „Fantaghiro! Nehmt Ihr diesen Mann zu Eurem Gemahl. Gelobt Ihr ihn zu lieben, zu ehren und ihm zu gehorchen?“, fragte der Pfarrer sie. Fantaghiro zögerte einen Moment. Dann antwortete sie: „Ich gelobe es!“ Um die Hände des Brautpaares wurde als Symbol der Verbindung ein rotes Band gelegt. „Hiermit erkläre ich Euch zu Mann und Frau! Ihr dürft die Braut küssen“, erklärte der Pfarrer. Romualdo küsste seine Gemahlin. Die Hofgesellschaft klatschte. Romualdo war sehr glücklich, dass Fantaghiro nun seine angetraute Gemahlin war.

Musik spielte auf und Romualdo führte seine Gemahlin auf die Tanzfläche. Fantaghiro trug ihren Schleier nun nicht mehr. Sie begannen zu tanzen. Viele andere Paare begannen um sie herum zu tanzen. Alle Augen waren auf das Brautpaar gerichtet. Die junge Königin war ein Bild an Schönheit. In ihrem Brautkleid sah sie umwerfend aus.
An einer langen Tafel nahmen der König und seine Gemahlin in der Mitte Platz. Es wurden die besten Speisen aufgetragen und der besten Wein wurde serviert. Man trank Wein. Romualdo's Gefährte Kataldo erhob sich mit seinem Glas. „Lang lebe unser König und seine wunderschöne Königin“, rief Kataldo. Die Festgesellschaft erhob sich, außer dem Brautpaar, und riefen: „Lang leben der König und die Königin!“ Die Höflinge tranken auf die junge Königin. Wenige Minuten später erhob sich noch einer der Edelmänner. Es war Herzog Bernstein. Er hob sein Glas und sagte: „Möge unser wunderschöne Königin einem gesunden Thronfolger das Leben schenken!“ Der Herzog blickte die junge schöne Königin erwartungsvoll an. Als Fantaghiro jene Worte hörte, wurde sie  kreidebleich, außerdem entglitten ihr leicht die Gesichtszüge. Romualdo legte seine Hand auf die seiner Gemahlin. Fantaghiro blickte ihn erschrocken an. Er lächelte ihr liebevoll zu und küsste ihr die Hand. Dabei bemerkte er die Blässe in ihrem Gesicht. „Fühlt Ihr Euch nicht wohl? Ihr seid auf einmal so blass“, meinte Romualdo besorgt.„Ich fühle mich hervorragend!“, erwiderte sie zittrig. „Möchtet Ihr gerne tanzen?“, fragte er sie. Fantaghiro antwortete verkrampft: „Nein danke, Majestät!“ „Wie Ihr meint, meine Liebe! Doch sagt es mir, wenn Ihr einen Wunsch habt“, sagte Romualdo. Fantaghiro lächelte verkrampft: „Das werde ich tun!“
Seitlich in einer Ecke stand der Herzog von Bernstein mit Teresa. Sie beobachteten den König und seine Gemahlin. „Da seine Majestät nun verheiratet ist, wollen wir hoffen, dass die Königin recht bald ein Kind empfängt!“, meinte Bernstein. Sein Blick wanderte zu Teresa. „Ihr werdet mir Bericht erstatten über alles. Ich muss wissen, was im Bett seiner Majestät geschieht“, fügte Bernstein mit einem tückischen Grinsen hinzu. „Wie Ihr wünscht“, entgegnete Teresa mit einem hinterlistig Ausdruck im Gesicht. „Ich werde mich erkenntlich zeigen“, sagte Bernstein und nahm einen kräftigen Schluck Wein.

Spät am Abend endete das Fest und König und Königin zogen sich in ihre Gemächer zurück. In seinen eigenen Gemächern trank Romualdo noch mit Ivaldo und Kataldo ein Glas Wein. „Auf deine Gemahlin! Jeder andere Mann wird dich um so eine Frau beneiden“, rief Kataldo. „Das will ich stark hoffen“, antwortete Romualdo lachend. Sie stießen an. „Und? Wie fühlt es sich an ein Ehemann zu sein?“, fragte Ivaldo lachend. „Großartig“, erwiderte Romualdo freudestrahlend. „Du wolltest sie und nun gehört sie dir!“, sagte Kataldo. Romualdo dachte an seine angetraute Gemahlin und nickte gut gelaunt: „Ja! Sie ist mein! „Wirst du bald zu ihr gehen?“, fragte Ivaldo grinsend. Auch Kataldo hatte einen grinsenden Gesichtsausdruck. Romualdo bemerkte dies natürlich. „Ich werde bald zu ihr gehen und . . .“ Ivaldo und Kataldo blickten ihn schmunzelnd an. „Meine ehelichen Pflichten erfüllen!“, beendete Romualdo seinen Satz. Ivaldo und Kataldo konnten sich beide ein kleines Kichern nicht verkneifen. Sie stellten die Gläser auf einem Tisch ab. „Es ist spät! Ich gehe ins Bett“, meinte Ivaldo gähnend. Er ging bereits. „Schlaf gut“, rief Romualdo noch. Kataldo blieb noch einen Moment. Er wollte Romualdo noch etwas sagen. „Darf ich dir einen Rat erteilen?“, fragte Kataldo ernsthaft. Romualdo nickte. „Immer mein Freund!“, sagte Romualdo. „Sie wird Angst haben. Die hat jede Jungfrau in der Hochzeitsnacht. Sein behutsam, wenn du sie nimmst“, erklärte Kataldo. Darüber hatte Romualdo auch bereits nachgedacht. „Das werde ich! Niemals könnte ich ihr wehtun“, antwortete Romualdo ernst. Kataldo war inzwischen auch sehr müde geworden. „Viel Vergnügen“, meinte Kataldo und ging nun auch zu Bett. Romualdo trank sein Glas aus. Anschließend zog er sich um und machte sich durch den Verbindungsgang auf dem Weg zu seiner Gemahlin.

Fantaghiro wurde ein seidenes Nachtgewand angezogen und zu Bett gebracht. Zuvor erteilte Teresa ihr einen Rat. Sie sagte: „Eure Majestät sollte sich unterwürfig, willig und gefügig zeigen!“ Doch dies wollte Fantaghiro eigentlich nicht. Sie wollte gar nicht von ihm berührt werden. Seitlich standen ein paar Kerzen und erhellten den Raum ein wenig in der Dunkelheit. Die junge Königin war todmüde. Fantaghiro wusste, dass ihr Gemahl bald kommen würde, um sein Recht als Gemahl einzufordern. Sie verspürte Angst: Angst die Ehe zu vollziehen.
Langsam öffnete sich die Tür des Verbindungsganges und Romualdo trat ein. Auch er trug ein langes Nachtgewand. Der junge König schritt langsam zu dem Bett herüber. Er kletterte zur linken Seite in das Bett zu seiner Gemahlin. Er legte sich seitlich neben sie und blickte sie sehnsüchtig an. Er streichelte ihre Wange und begann sie zärtlich und heißblütig zu küssen. „Ihr seid überwältigend schön!“, sagte er lustvoll und blickte ihr in die Augen. Fantaghiro sah ihn furchtsam an. In ihren Augen konnte er Angst sehen. Er blickte sie ernsthaft an. „Ihr braucht Euch nicht zu fürchten“, sagte ihr ernstlich, „Ich werde so behutsam wie möglich sein, um Euch keine Schmerzen zu bereiten!“ Er streichelte ihre Wange und begann sie erneut zu küssen, zärtlich und heißblütig. Mit den Händen strich er über ihre Brust, bis herunter zu den Beinen. Noch immer küsste er sie voller Inbrunst. Als er seine Hände wieder nach oben gleiten ließ, schob er ihr Nachtgewand hoch, um es ihr auszuziehen. Sie bemerkte es und wollte es verhindern. Romualdo war jedoch stärker und es gelang ihr nicht. Er schob das Gewand bis nach oben, zog es ihr mit einem Ruck aus und warf es zu Boden. Sie war zu Tode erschrocken, da sie nun völlig nackt vor ihm lag.
Neben ihr sank Romualdo erschöpft in die Kissen. Fantaghiro war völlig erschöpft und schrecklich müde. Beide rangen nach Luft. Sie griff nach der Decke, zog sie hoch und bedeckte ihren entblößten Körper. Sie hatte nur noch den Wunsch zu schlafen. Sie schämte sich ja so. Außerdem stand sie ein wenig unter Schock, obwohl Romualdo sehr einfühlsam vorgegangen war und sie während des Geschlechtsaktes fast keine Schmerzen verspürt hatte. Romualdo wandte sich noch einmal zu ihr. Er küsste sie noch einmal liebevoll. „Habe ich Euch wehgetan?“, wollte er erfahren. „Nein! Ihr wart sehr zärtlich“, antwortete sie. Wieder streichelte ihr die Wange. „Darüber bin ich sehr froh“, sagte er erleichtert. Romualdo erkannte, wie müde und erschöpft sie war und beschloss ihr einen weiteren Akt zu ersparen. Ein weiterer Kuss folgte. „Schlaft gut, Liebste“, sagte er ihr. Sie nickte nur erschöpft und versankt sogleich im Schlaf. Er legte sich auf der anderen Seite des Bettes ebenfalls zum Schlafen. Auch er versank bald darauf im Schlaf.
Keiner der beiden hatte bemerkt, dass sich Teresa in Nebenzimmer befand und den ganzen  Geschlechtsakt mitanhört hatte.
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